Rezension: Mamma Carlotta ermittelt: “Küstennebel”

Wieder ein neues Hörbuch von Gisa Pauly und mit Mamma Carlotta, das dazu einlädt Urlaub auf der Insel Sylt zu machen. Doch Moment, dieses Hörbuch spielt nicht alleine auf Sylt, sondern tatsächlich auch in Mamma Carlottas umbrischen Dorf. Denn dieses Hörbuch entwickelt sich anders, als die bisherigen Krimiromane rund um Mamma Carlotta.

Zum Inhalt

Eigentlich sollte es nur eine kurze Stippvisite auf Sylt werden, um die Sylter Verwandtschaft mit zur Silberhochzeit in Umdrehen zu nehmen. Doch dann findet Mamma Carlottas Schwiegersohn Hauptkommissar Erik Wolf die Leiche eines Italieners und die Reise ist ernsthaft in Gefahr. Als dann auch noch Verwandtschaft von Mamma Carlotta auftaucht, die einen in der Familie irgendwie merkwürdig erscheint, mischt sich Mamma Carlotta wieder einmal in den Fall ihres Schwiegersohns ein.

Schon bald finden Sie heraus, dass es sich um einen Privatdetektiv handelt und dass in dieser Geschichte nicht alles so ist, wie es scheint. Hat Tizzio wirklich unbezahlten Urlaub genommen oder wieder einmal seinen Job verloren. Bezeugt sein seltsames Verhalten womöglich ein Verbrechen? Mamma Carlotta ist ratlos. Verzweifelt sogar, schließlich könnten all diese Sachen dem Besuch bei der Silberhochzeit in Umbrien gefährden.

Schließlich benehmen sich auch noch Towe und Fiedje überaus merkwürdig. Dann fahren sie auch noch plötzlich gemeinsam in Urlaub. So beginnt sich das Gau schließlich nach und nach zuordnen.

Anders als sonst

Normalerweise spielt die Geschichte rund um Mamma Carlotta nur auf der Insel Sylt. Doch das scheint sich bei dieser Geschichte nun ein wenig zu verhindern, denn tatsächlich spielt die Geschichte etwa zu gleichen Teilen auf Sylt und in einem umbrischen Dorf. In Mamma Carlottas Heimat also, so das wir auch endlich weitere Verwandte dieser ungewöhnlichen Frau kennenlernen. Das alles verstärkt das Gefühl, eine richtig gute Geschichte vor sich zu haben, die einen auch im Urlaub noch gut unterhält. Gleichzeitig jedoch ist genau dieser Umstand zu Beginn ein wenig ungewöhnlich und damit trägt er zum atmosphärischen Wandel bei.

Atmosphärisch emotionaler

Ja, dieses Buch ist um einiges temperamentvoller, als man es von den vorangegangenen Büchern gewöhnt ist. Liegt es nur am Ortswechsel oder auch daran, dass sich altbekannte Figuren plötzlich anders verhalten?

Mir scheint es, wir blicken dieses Mal viel tiefer in die Charaktere hinein als zuvor. Ja, tatsächlich erfahren wir mehr über die Vorgeschichte einzelner Protagonisten. Fiedje rückt aufgrund einer Nebengeschichte ebenfalls in den Blickwinkel des Zuhörers. Er ist für diese Geschichte mehr als nur eine Nebenfigur. Er hat, wenn man so will, in einer Nebengeschichte eine kleine Hauptrolle bekommen.

Das alles lässt diese Geschichte atmosphärisch ein wenig anders erscheinen, als man es von den Mamma Carlotta Hörbüchern gewohnt ist. Doch anders ist keinesfalls schlecht. Mir persönlich hat dieser Schub an Emotionalität und Interaktivität gut gefallen.

Der Wandel als positive Entwicklung

Mich hat die Geschichte insbesondere durch diese neue Atmosphäre auch stärker in ihren Bann gezogen, denn normalerweise ist es bei vielen Reihen so, dass man nach einigen Büchern oder Hörbüchern weiß, was auf einen zukommt. Durch den plötzlichen Wandel in der Erzählung, den Ortswechsel und die viel emotionaleren Charaktere, ist man dazu gezwungen das Altbekannte zu hinterfragen. Somit bekommt das Buch plötzlich noch einmal einen größeren Spannungsbogen. Ich meine damit nicht, dass es an Brutalität nimmt, nur die neue Atmosphäre sorgt natürlich auch für ein Umdenken des Zuhörers. Ein Umdenken, das dafür sorgt, dass man einfach wieder intensiver in die Geschichte eintauchen kann.

Einiges Neues, viele Parallelen

Tatsächlich hat man den Eindruck, dass bei all den Neuerungen, vielleicht altbewährtes zerstört wurde, doch das Gegenteil ist der Fall, denn neben den ganzen Neuerungen und der plötzlichen Reisefreude der Familie gibt es doch auch vieles, was sich in den vergangenen Hörbüchern bewährt hat. Somit hat man zwar einige neue Entwicklungen, auch viele Elemente, die man so bereits kannte.

Weiterhin ein Wohlfühlkrimi

So bleibt es dabei, dass Gisa Pauly in ihren Büchern keine übermäßige Brutalität darstellt. Die Zielgruppe an die sich diese Bücher richten sich somit also nicht verändert. Es handelt sich weiterhin um echte Wohlfühlkrimis, die dazu einladen von einem Urlaub zu träumen. Gleichzeitig bietet es sich auch weiterhin an diese Geschichten zu lesen, während man sich auf einen Urlaub freut, oder sich an einen Urlaub erinnert. Auch während eines Urlaubs auf Sylt oder in Umbrien kann dieser Kriminalroman sehr gut gelesen werden oder eben, wenn man es wie ich macht, gehört.

Fazit

Ja, bei diesem Hörbuch kann ich euch wieder eine volle Empfehlung aussprechen, sofern ihr die vorangegangenen Teile, immerhin fünf an der Zahl, ebenfalls gehört. Für mich persönlich gehört diese Reihe einfach zu den Hörbuch-Reihen, die man in der richtigen Reihenfolge hören sollte, obwohl die Fälle in sich abgeschlossen sind, so das eigentlich keinerlei Notwendigkeit besteht. Allerdings geht einem hierbei die gesamte Entwicklung verloren, die ich hier versucht habe innerhalb der Rezension einzufangen. Also, probiert es doch einfach mal mit Mamma Carlotta.

Summary
Review Date
Reviewed Item
Mamma Carlotta ermittelt: "Küstennebel" von Gisa Pauly
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