Mamma Carlotta ermittelt: “Flammen im Sand”

Voraussichtliche Lesezeit: 4 Minuten.

Mamma Carlotta ist in “Mamma Carlotta ermittelt: Flammen im Sand” wieder einmal auf Sylt um die Familie ihrer verstorbenen Tochter Lucia zu besuchen. Dieses Mal lernt sie dabei einen ganz besonderen Brauch der Insel kennen, das Biikebrennen. Da sie bereits wenige Tage früher anreist, ist sie bereits anwesend als ihr Schwiegersohn, der Hauptkommissar Erik Wolf zu einem Leichenfund auf einer Baustelle gerufen wird.

Dass die Leiche bereits bereits skelettiert ist, gibt Erik Wolf zunächst Rätsel auf.  Wer ist der oder die Tote? Mamma Carlotta hegt jedoch schnell einen Verdacht und stellt in altbewährter Manier eigene Nachforschungen an. Dann verschwindet eine Frau, die Mamma Carlotta nur allzu gut kannte, und das Biikebrennen rückt näher.

Atmosphärisch dicht, mit Spannung durchsetzt

Dieser Krimi weist wieder verhältnismäßig viel Lokalkolorit auf und es trotzdem etwas anders als die vorangegangenen. Mamma Carlotta hat eine Entwicklung durchlaufen, die damit zusammenhängt, dass sie sich mittlerweile sehr gut auf der Insel auskennt und auch die deutsche Sprache immer besser beherrscht. In diesem Teil des Krimis hat Mamma Carlotta das erste Mal in ihrem Leben einen Job. Sie modelt und hilft beim Nähen der Kleider. Insgesamt ist sie aber immer noch ganz die Alte. Sie ist lebensfroh, kommunikativ und weiß genau, was sie möchte. So haben wir Mamma Carlotta auch schon in den ersten drei Fällen kennengelernt. Im vierten fängt sie langsam damit an, sich heimisch zu fühlen.

In dieser Geschichte spielt die Spannung dabei keinesfalls eine untergeordnete Rolle, sie ist unterschwellig immer dabei. Ja, hier ist es so, dass man sich wirklich fragen muss, wer eigentlich der Täter ist. Denn es gibt mehrere potenzielle Verdächtige. Wer dabei am Ende das große Los des Tatverdachts auf sich zieht, werde ich natürlich an dieser Stelle nicht verraten; nur so viel, dieser Fall ist trotz seiner strukturellen Ähnlichkeit spannend.

Sprachliche Details sorgen für Atmosphäre

Gisa Pauly gelingt es mit liebevollen Details, jeder einzelnen Figur eine eigene Stimme zu geben. Dies unterstützt den Wohlfühlcharakter des Krimis. Man fühlt sich gleichermaßen heimisch wie angekommen und möchte nun unbedingt wissen, welcher der lieb gewonnenen Charaktere in der Lage war einen Doppelmord zu begehen. Oder gibt es mehr als einen Täter?

Motivlage sorgt für Spannung

Ja, auch was den Spannungsgehalt angeht, ist dieses Buch gut angelegt, denn es ist nicht nur ein Krimi zum Wohlfühlen, sondern auch eine überaus spannende Geschichte, bei der mehr als eine Figur die Möglichkeit das Motiv hätten, die Morde zu begehen.

Auch für zartbesaitete Hörer ist diese Geschichte durchaus geeignet. Was mir persönlich gut gefallen hat, ist, dass Gisa Pauly im Rahmen dieser Geschichte jeder einzelnen Figur eine Art Hintergrund und ein Vorleben gibt. Dadurch werden die Figuren dreidimensionaler und vielschichtiger. Für den Leser oder Hörer der Geschichte ist es so möglich richtig tief einzutauchen und ja, sogar selbst Vermutungen anzustellen. Ähnlich wie Mamma Carlotta dies anstellt.

Ein Krimi auch für Einsteiger?

Ja, ich könnte an dieser Stelle wieder darauf hinweisen, dass es sich bei Mamma Carlotta um eine gute Urlaubslektüre handelt. Aber das wisst ihr mittlerweile wohl schon selbst. Zumindest wenn ihr meinen vorangegangenen Rezensionen zur Reihe von „Mamma Carlotta ermittelt“ gelesen habt. Trotzdem möchte ich an dieser Stelle noch darauf eingehen, dass dieser Krimi ein sogenannter Cosy-Krimi ist. Er bietet sich somit auch für Leserinnen und Leser an, denen es im Krimi nicht so sehr um die Darstellungen von Brutalität und Blut geht. Womöglich ist diese Reihe so ein perfekter Einstieg für all jene, die jetzt gerade erst in das Krimi-Genre einsteigen.

Als Hörbuch gehört

Ich gehe an dieser Stelle bewusst nicht darauf ein, wie ich die Sprecherin fand, denn wie ich bereits in einer anderen Rezension geschrieben habe, wird unter den Sprecherinnen regelmäßig gewechselt. Im vierten Hörbuch habe ich so jetzt schon die zweite Sprecherin kennengelernt. Dies ist kein Grund, warum ich die Reihe nicht hören würde, denn jede einzelne Sprecherin hat ihre Stärken. Sie lesen wirklich gut, dennoch macht es die Bewertung der kompletten Reihe in wenig schwieriger. Mit der Sprecherin dieses Hörbuchs wurde der Schwerpunkt insbesondere auf die Lebendigkeit der italienischen Mamma gelegt. Mamma Carlotta ist dabei die typische Nonna, als welche sie auch schon in den vorangegangenen Büchern präsentiert wurde. Das Zuhören macht dennoch immer wieder große Freude.

Fazit

Auch den vierten Teil dieser Reihe kann ich gut empfehlen, wenn euch die ersten drei Teile gut gefallen haben. Ja, bei dieser Reihe empfiehlt es sich tatsächlich, die richtige Reihenfolge einzuhalten, obwohl die Fälle in sich natürlich abgeschlossen sind. Was die Entwicklung der einzelnen Figuren eingeht, verpasst man jedoch einiges, wenn man die Reihenfolge nicht einhält.
Charakteristisch entführt uns Gisa Pauly auch in diesem Fall wieder in einen Sylt-Urlaub, der kurzweilig und abwechslungsreich ist. Alles in allem kann ich euch dieses Hörbuch wieder wärmstens empfehlen. Im Übrigen auch in Vor- oder Nachbereitung eines Urlaubs.

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Mamma Carlotta ermittelt: "Flammen im Sand"
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