Rezension: Mamma Carlotta ermittelt: “Inselzirkus”

Voraussichtliche Lesezeit: 4 Minuten.

Als Mamma Carlotta dieses Mal auf Sylt zu Gast ist, wird dort eine Telenovela gedreht. Gerade werden Komparsen gesucht und Carolin, Carlottas Enkelin, bewirbt sich.  Währenddessen wird Carlottas Schwiegersohn Erik Wolf angerufen, da die Leiche eines Journalisten gefunden wurde. Dieser recherchierte vor seinem Tod an einem brisanten Artikel über den berühmten Hauptdarsteller der Telenovela, die aktuell auf Sylt dreht. Und schon ist Mamma Carlotta mittendrin und stellt eigene Ermittlungen an. War es etwa jemand, der zum Team der Fernsehproduktion gehört? Dann wird ein weiterer Toter gefunden und auch der ist kein Unbekannter…

Mamma Carlotta mittendrin

Neben Towe und Fiedje lernt Mamma Carlotta in diesem Fall noch weitere Freunde kennen. Ja, sogar ein Handy schafft sie sich an, um immer gut erreichbar zu sein. Durch die Vielzahl der Figuren wird die Geschichte noch lebendiger. Viele der Figuren sind überaus sympathisch, haben aber bei genauerer Betrachtung ein Motiv. Je näher Mamma Carlotta ihre neuen Bekannten kennen lernt, desto näher kommt  sie auch auch dem Täter.

Figuren leben durch Handluhng

Schon in den ersten vier Fällenhat man den Eindruck, dass Carlotta Carpella eine spontane, lebenslustige und manchmal ein wenig impulsive Frau in den besten Jahren. In diesem Fall verstärkt sich der Eindruck noch einmal, da Mamma Carlotta in der Handlung von anderen mitgerissen wird und ihrerseits andere Figuren mitreißt. “So ist sie halt” oder “Typisch Mamma Carlotta” mag man ein ums  andere Mal denken und doch ist dieses Hörbuch keineswegs vorhersehbar.

Mamma Carlotta und ihre Freunde und Bekannten leben durch ihre Handlungen ebenso sehr wie durch ihre Dialoge.

Stilistisch eine gelungene Mischung

Die Lebendigkeit der Dialoge ergibt sich insbesondere auch dadurch, dass jede einzelne Figur, sei sein Haupt- oder auch eine Nebenfigur, ihre eigene Stimme gefunden hat und nicht nur das, auch die Art wie sie sprechen, macht sie lebendig. Dies ist einer der Aspekte, die mir bisher bei jedem Mamma Carlotta Hörbuch aufgefallen ist. Dennoch scheint es so, dass jede einzelne Figur auch eine sprachliche und stimmliche Entwicklung durchmacht. So treten insbesondere Mamma Carlottas Enkel mittlerweile sehr selbstbewusst auf und auch Erik ist anhand einer Stimme beziehungsweise seiner Wortwahl gut zu erkennen.

Doch der Stil zeigt sich nicht nur, wenn es um die Lebendigkeit der Figuren geht, er unterstützt und unterstreicht auch den Spannungsbogen. So lässt Gisa Pauly immer mal wieder ein paar Hinweise fallen, die auf die Spur des Täters hinweisen und doch ist mir bei diesem Hörbuch schwer gefallen, die richtigen Schlüsse vor dem Ende zu ziehen. Ich bin bis zuletzt nicht auf die Lösung des Falls gekommen. Woran das liegt, ist schnell erzählt. Gisa Pauly gibt in ihren Büchern so viele Informationen, dass der ein oder andere Hinweis ein Fallstrick ist. Gleichzeitig jedoch reichen die Informationen letztendlich aus, um den richtigen Täter zu finden. Hier geht die Spreu vom Weizen zu trennen, die wesentlichen Informationen von den unwichtigen. Aber all diese Informationen machen die Figuren zu dem, was sie sind. Lebendig.

Ein paar Worte zur Sprecherin

In diesem Buch hat Katharina Thalbach die Rolle der Lehrerin übernommen, was zunächst ein wenig gewöhnungsbedürftig war. Ich persönlich mag Katharina Thalbach als Schauspielerin, als Sprecherin der Mamma Carlotta Hörbücher unterstreicht sie jedoch die quirlige Lebendigkeit der Protagonistin, sodass es für mich persönlich ein bisschen abgehoben wirkte. Gerade wenn man dieses Hörbuch abends schreibt, hätte es für meinen Geschmack ruhig ein bisschen weniger sein können. Ich meine hierbei nicht, dass Katharina Thalbach einen schlechten Job gemacht hat, nur passte ihre Stimme irgendwie nicht zu den beiden anderen, die bisher Mamma Carlotta verkörpert haben.

Fazit

Wieder einmal hatte ich hier ein gutes Mamma-Carlotta-Hörbuch erwartet und es letztlich auch bekommen. Allerdings sticht dieses Hörbuch ein wenig aus der Reihe heraus. Dennoch bin ich froh, es gehört zu haben, und kann es euch meinerseits auch nur empfehlen.

Wieder das typische Urlaubshörbuch?

Auch so eine Sache, die ich bei Mamma Carlotta erwarten würde, ist das Verhalten, das einer Touristin ähnelt und doch irgendwie heimisch ist. In diesem Fall hatte ich jedoch nicht unbedingt das Gefühl, dass Mamma Carlotta wieder als klassische Touristin auftritt, die zwar familiären Hintergrund auf der Insel hat, sich aber doch irgendwie außen vor hält. Dieses Mal hatte ich das gegenteilige Gefühl. Sie scheint angekommen zu sein auf der Insel und doch irgendwie mit ihrer lebendigen fröhlichen Art aus der Mehrzahl der Protagonisten den typischen norddeutschen Charakter aufweisen, hervorzustechen.

Kann ich dieses Hörbuch also für den Urlaub empfehlen?

Ja, es ist wieder ein Hörbuch, das perfekt dafür geeignet ist, um während eines Urlaubs gehört zu werden, oder während man gerade auf den nächsten Urlaub wartet und sich einfach nur ein paar Stunden Entspannung gönnen möchte. Dennoch ist dieses Hörbuch etwas anderes als die übrigen bisher vorgestellten Teile der Serie.

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Review Date
Reviewed Item
Mamma Carlotta ermittelt: "Inselzirkus" von Gisa Pauly
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