Buch oder Film zuerst: Geschmäcker sind unterschiedlich

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Bei vielen Literaturverfilmungen frage ich mich, nachdem ich das Buch bereits gelesen habe, ob sich die Verfilmung für mich als Leseratte überhaupt noch lohnt. Denn de facto ist es so, dass ein zwangsläufig immer von seiner Buchvorlage abweicht. Habe ich also das Buch gelesen, dann habe ich eine konkrete Vorstellung davon im Kopf, wie ich mir bestimmte Figuren vorstelle. Aber nicht nur das! Es ist so, dass ich auch eine bestimmte Emotion damit verbinde und bestimmte Elemente aus den Büchern im einfach nicht vorkommen. Sie wurden einfach ersatzlos gestrichen oder durch andere Dinge ersetzt.

Auffällig war dies zuletzt auch in der letzten Staffel der „Outlander“-Serie. Die Ohrfeige Briannas kam in den Büchern nicht vor und insgesamt habe ich in großen Teilen den Eindruck, ich hätte eine komplett andere Geschichte vor mir. Nicht schlechter, nicht besser, aber anders. Diese Geschichte hat zwar den gleichen Rahmen wie die ursprüngliche Idee und ist doch ein völlig neues Erlebnis. Lohnt es sich also, und Buch getrennt voneinander zu betrachten?

Die Welt der Bücher und die Welt der e

Ja, denn natürlich hat ein eine ganz andere Wahrnehmung. Nicht nur, dass der zumeist auf eine bestimmte Länge festgelegt ist, er ist auch von der Emotion her zumeist eher an der Oberfläche und weniger durch die Gedanken der Handelnden bestimmt als in den Büchern. Bücher hingegen besitzen mehr Tiefe, sind häufig vielschichtiger und erfordern eine gewisse Konzentration.

Bei en geht es eher darum, zu entspannen. Sie kann man nach einem stressigen Tag genießen, um abzuschalten, sich vom Stress abzulenken oder einfach um sich mit Freunden und Bekannten darüber auszutauschen. e und Bücher haben jedoch völlig unterschiedliche Ziele. Beide wollen auf ihre jeweilige Weise zwar ihr Zielpublikum unterhalten, aber der eine bringt Ruhe, wohingegen der andere eine Emotion erwartet. Gemeint ist hiermit nicht, dass es nicht auch e gibt, die emotionale Tiefe mitbringen und das Publikum emotional mitnehmen, aber gerade bei en, die aktuell im Fernsehen laufen, habe ich den Eindruck, sie wären häufig nur noch zur Berieselung dar.

Moment, warum schreibe ich dann trotzdem regelmäßig über das Herzkino im ZDF? Die Frage ist berechtigt, denn als Vielleserin müsste ich meinem Zielpublikum ja fast ausschließlich Bücher präsentieren, das Herzkino steht dazu im scheinbaren Gegensatz. Doch trotzdem helfen diese e dabei, sich zu entspannen. Aktuell scheint es sowas wie eine Sommerpause zu geben, in der viele bereits gezeigte e noch einmal wiederholt werden.

Sommerpause oder warum es sich lohnt einen auch mehrmals anzuschauen

Ja, für viele von euch ist dies nicht neu, vor allem für diejenigen, die das Herzkino bereits seit einiger Zeit verfolgen. In vielerlei Hinsicht lohnt es sich, e auch mehrmals zu schauen. Ob dies nun beim Herzkino der Fall ist, sei mal dahingestellt, denn jeder sollte für sich selbst entscheiden, welche e sich für ihn oder sie individuell lohnen. Aber Fakt ist, dass man auch bei mehrmaligem Anschauen des gleichen s immer mal wieder etwas Neues entdeckt.

Dies fällt vor allem dann auf, wenn es darum geht, Fehler in en zu finden. Denn beim ersten Anschauen fällt einem das Auto im Mittelalterepos vielleicht nicht auf, ebenso die trockene Garderobe der Figuren, obwohl es gerade erst geregnet hat. Ja, solche feinen Details fallen einem nur dann auf, wenn man die e mehrfach gesehen hat. Es gibt ganze Webseiten, die sich mit diesen Fehlern in en beschäftigen. Teilweise ist es schon echt witzig, diese Fehler online zu entdecken und sie später, beim erneuten Genuss des s, selbst zu sehen. Dann fragt man sich manchmal, wie man sie in all der Zeit übersehen konnte. Es gibt nur sehr wenige e, bei denen bislang keine Fehler erkannt wurden. Einige sind winzig, andere sind lustig und wieder andere haben dem Erfolg des s geschadet. Aber ist dies bei Büchern anders?

Trotzdem lieben wir e und Bücher

Wir sollten an dieser Stelle ehrlich sein, auch als Leseratte und Bücherwürmer lieben wir e und sind häufig nicht nur Bücherliebhaber, sondern auch Cineasten oder Freunde guter Musik. Jazz, Country, Heavy Metal… Die Geschmäcker sind dabei völlig unterschiedlich. Dennoch haben wir alle unsere persönlichen Präferenzen. Mit Musik und en ist es de facto so wie mit den Büchern; es kann niemandem alles gleich gut gefallen und das ist gut so, denn hätten wir alle den gleichen Geschmack, müsste es Blogs, wie den meinen, gar nicht geben.

Gut, dass Geschmäcker unterschiedlich sind

Tatsächlich ist es sinnvoll, dass jeder seinen eigenen Geschmack hat, denn auf diese Weise sind wir alle Individualisten und trotzdem wundere ich mich stets darüber, wie es produzenten, Verlagen oder Plattenfirmen scheinbar spielend gelingt, den Geschmack einer größeren Zielgruppe treffen. Sind wir also doch spielend leicht zu deuten? Sind unsere Geschmäcker so leicht zu lesen oder verbindet uns Menschen bei aller Individualität am Ende doch mehr als wir selbst vermuten?

Die Gemeinsamkeiten, die uns trotz aller Individualität verbinden, zeichnen sich in unserem Freundeskreis aus. Wenn Freunde von mir die gleichen Bücher lesen oder die gleichen e schauen, dann ist das ein Aspekt, der uns verbindet. Gleichzeitig jedoch kann uns genau dieser Aspekt auch trennen, wenn wir nicht die gleichen Interessen haben oder uns andere Dinge gefallen als den Anderen. Bei Jugendlichen spricht man von einer Art Peer Group, bei Erwachsenen wohl eher von einer Art Freundes- oder Bekanntenkreis. Trotz aller Interessen haben wir dabei keinesfalls immer die gleichen Meinungen.

Bilden die Leser eines Blogs also auch eine Art von Gemeinschaft? Nun, sie als Freunde zu bezeichnen wäre wohl ein bisschen zu weit gegriffen, aber uns alle verbindet an dieser Stelle ein Thema, eines oder sogar mehrere. Etwas, wofür wir uns begeistern können, verbindet uns zu einer temporären oder interessenbezogenen Gruppe von Menschen, die letztendlich alle das gleiche wollen. Herausfinden, ob ein bestimmtes Buch oder ein bestimmter etwas für sie ist.

Wie also geht man mit Literaturverfilmungen um?

Buch zuerst oder zuerst? Diese Frage stellt sich mir als Leserin vieler Bücher regelmäßig, denn um die Frage vom Anfang noch einmal aufzugreifen: Lohnt es sich für mich tatsächlich, den zu schauen, wenn ich die Geschichte schon kenne? Ja, denn obwohl beides möglicherweise die gleiche Geschichte erzählt, sind es doch unterschiedliche Konzepte und somit lässt sich auch die Geschichte zwischen Buch und nur schlecht vergleichen. Die Antwort auf die Frage ist natürlich auch hier eine Frage des Geschmacks: Lese ich das Buch zuerst oder warte ich darauf, dass der mir einen ersten Eindruck gibt, den ich im Buch noch vertiefen kann, wenn mir der gefiel? Diese Frage wird bei vielen Lesenden diskutiert. Die Meinungen hierzu unterscheiden sich grundlegend. Ich persönlich schaffe es, Buch und voneinander getrennt zu betrachten, ziehe aber letztendlich am Ende doch einen Vergleich.

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