Sich von Büchern trennen? Das ist nicht leicht!

Voraussichtliche Lesezeit: 5 Minuten.

Sich von Büchern trennen, das ist oft gar nicht so einfach, denn obwohl Bücher Objekte sind, haben viele von ihnen eben nicht nur einen materiellen Wert, sondern für viele Leser auch einen persönlichen. Gute Bücher werden beim Lesen schon fast so etwas wie gute Freunde, sich von ihnen trennen käme den meisten nicht in den Sinn.

Ab und an muss muss man sich von Büchern trennen…

Was dabei vergessen wird, ist die Tatsache, dass die meisten von uns nicht den Platz haben eine Bibliothek mit den Ausmaßen der British Library einzurichten. Irgendwann ist jeder Raum der Wohnung voll von Büchern. “Ein Raum ohne Bücher, ist ein Raum ohne Seele!”, sagte bereits Cicero. Dennoch ist jede einzelne Wohnung ein Ort, in dem wir leben möchten. Es geht um unser Wohlbefinden. Gleichzeitig jedoch müssen die Möbel ihre gewohnte Funktion erhalten. Das meiste funktioniert halt nicht, wenn sie zur Ablage von Büchern genutzt werden.

Sich von Büchern trennen? Eine Frage, des individuellen Werts

Der Wert eines Buches ist genau beziffert, denken einige. Auf die Frage, wie viel ihnen ein Buch wert sei, antworten diese Menschen mit einem Preis. Meist ist das jener Preis, den das Buch bei seiner Anschaffung gekostet hat. Doch ist dies nicht der eigentliche Wert des Buches. Denn mit Büchern verbinden wir in der Regel etwas. Erinnerungen nämlich, an bestimmte Phasen in unserem Leben. Erinnerungen, an besonders schöne oder traurige Erlebnisse. Bücher erfreuen uns, stimmen uns aber auch nachdenklich, traurig, erleichtert, resigniert,… Der eigentliche Wert eines Buches ist die Bedeutung, die ein Buch hat.

Sich von Büchern trennen ist somit doch gar nicht so schwer, denn in der Regel können wir uns von jenen Büchern trennen, die uns nicht berührt haben. Bücher, die uns nicht berührt haben, sind nämlich keine Freunde. Es sind lediglich Passanten, die an uns vorüberzogen. Das ist doch eigentlich sehr beruhigend.

Sind Bücher Freunde?

Die Frage, die sich jedoch ergibt, ist die Frage, was ein “Freund” ist. Diese Frage lässt sich einfach beantworten. Laut Duden ist ein Freund eine ”

  1. männliche Person, die einer anderen in Freundschaft verbunden ist, ihr nahesteht
  2. männliche Person, mit der eine Frau oder ein Mann befreundet ist [und mit der sie oder er zusammenlebt]
    1. männliche Person, die etwas Bestimmtes besonders schätzt
    2. männliche Person, die etwas besonders unterstützt oder fördert
    3. Gesinnungsgenosse, Parteifreund o. Ä.
  3. vertrauliche Anrede an eine männliche Person” (Quelle: Duden)

Die Beschreibung, die der Duden hier anführt, bezieht sich auf Menschen. Es gibt sie ebenfalls in weiblicher Form. Auf Dinge bezieht sich diese Beschreibung nicht. Bedeutet es also, dass Objekte keine Freundschaften eingehen können? Ja! Genau das bedeutet es. Objekte selbst handeln nicht aus sich heraus. Sie werden behandelt. Somit können Bücher Freunde sein, vorausgesetzt, wir bieten ihnen die Freundschaft an.

Freunde bleiben im Gedächtnis

Eine Freundschaft zu einem Buch ist natürlich nicht mit einem Menschen vergleichbar. Dennoch gehen wir irgendwo eine Beziehung mit dem Buch ein, laden es mit Emotionen auf, die sowohl positiv als auch negativ sein können. Ein gutes Buch kann uns sogar in einer Situation mit guten Ratschlägen unterstützen.

Das alles sind Aspekte, die eine Freundschaft ausmachen, findet ihr nicht? Doch warum sind Bücher augenscheinlich die einzigen Objekte, die eine Freundschaft eingehen können. Die Antwort ist so einfach wie genial: In Büchern handeln Menschen. Oder na ja, vielleicht sollte ich es konkretisieren. In Romanen handeln Figuren (Menschen, Tiere, Fabelwesen), die den Köpfen von Menschen entsprungen sind. Ihre Handlungen sind unseren nicht unähnlich. Alle Figuren in Büchern weisen menschliche Züge auf. Egal, wie fremd uns ihr Handeln ist. Mit den allermeisten Figuren in gut geschriebenen Büchern hat man eine Beziehung. Man liebt sie, man hasst, sie sind dem Leser sympatisch oder unsympatisch. Aber sie sind dem Leser nicht egal.

Somit werden zunächst jene Figuren zu Freunden, mit denen wir uns identifizieren können. Später auch ihre Gegenspieler, ohne die unsere Lieblinge nicht zu denen geworden wären, die sie sind. Zuletzt und in Folge des Vorangegangen gehen wir eine emotionale Bindung mit den Büchern selbst ein. Das ist dann der Zeitpunkt an dem es das “sich von Büchern trennen” schwer wird.

Sich von Büchern trennen? Schwer, aber nicht unmöglich!

Sich von Büchern zu trennen, ist schwer. Unmöglich ist es nicht, wobei man was diese Aussage angeht, ein wenig zu allgemein bleibt. Es wird immer Bücher geben, die man nicht abgeben kann. Eben, weil man zu diesen Büchern eine Bindung eingegangen ist. Eine Bindung, die man spürt, weil man sich auch noch Monate später an diese Bücher erinnert. Das sind die Bücher, die Du behalten musst. Du würdest es sonst bereuen. Anders jedoch ist es bei Büchern, die hast du einmal gelesen und Monate später erinnerst du dich nicht mehr an sie. Womöglich fragst du dich sogar: Das hab ich gelesen?” oder noch auffälliger kaufst es noch ein zweites Mal. Das sind dann die Bücher, die du vermutlich nie wieder in die Hand nimmst. Diese Bücher kannst getrost weiterziehen lassen. Du trennst dich von ihnen und machst anderen damit vielleicht sogar eine Freude.

Was tun mit ausrangierten Büchern?

Sich von Büchern zu trennen, ist für viele Leseratten und Buchliebhaber vergleichbar mit einem Beziehungsende und doch ist es bei weitem kein so einschneidendes Erlebnis, denn wie oben beschrieben, sind wir als Leser mit diesen Büchern nie eine Bindung eingegangen. Denn im Gegensatz zu einer Beziehung zu Menschen kann die Beziehung zu einem Buch nicht nachträglich erschüttert werden. Ein Buch begleitet einen nämlich nur eine befristete Zeit. Die Zeit nämlich in der man es liest und sich mit ihm beschäftigt. Die Beziehung zu einem Menschen oder einem Lebewesen ist jedoch meist nicht planbar und von Ereignissen und Erlebnissen abhängig. Somit heißt es bei Büchern, zu denen ich keine Beziehung aufbauen konnte “Ich rangiere sie aus!”. Doch damit ist die Geschichte ja noch nicht beendet, denn ausrangieren heißt nicht, dass wir alle in den Mülleimer werfen wollen, können und sollen. Es gibt andere Möglichkeiten. Einige dieser Möglichkeiten stellt Sabine auf ihrem Blog vor.

Ich persönlich fand ihren Artikel sehr inspirierend, denn auch ein Buchblogger muss sich ab und zu mal von Büchern trennen. Man kann mit ausrangierten Büchern sogar gutes tun und anderen womöglich eine große Freude bereiten. Der Verkauf der ausrangierten Büchern steht bei Buchbloggern nur bei selbst gekauften Büchern zur Wahl. Das finde ich auch gut, denn die Rezensionsexemplare helfen ja schließlich die Blogs regelmäßig zu befüllen. Bereichern will ich mich nicht. Ich will einfach nur lesen, genießen und informieren, ohne Platzprobleme und Reue.

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Sich von Büchern trennen, das ist oft gar nicht so einfach, denn obwohl Bücher Objekte sind, haben viele von ihnen eben nicht nur einen materiellen Wert, sondern für viele Leser auch einen persönlichen. Gute Bücher werden beim Lesen schon fast so etwas wie gute Freunde, sich von ihnen trennen käme den meisten nicht in den Sinn.
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