„Funkenmord: Kluftingers 11. Fall“ von Klüpfel/Kobr

„Funkenmord: Kluftingers 11. Fall“ von Klüpfel/Kobr
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Als ich mit dem Hörbuch zu „Funkenmord“, Kluftingers elftem Fall, begann, wusste ich, dass es sich hierbei um einen Cold Case handelte. Denn bereits im vorangegangenen Kluftinger-Fall entstanden Verbindungen, die in eine lange zurückliegende Vergangenheit wiesen. Mit Kluftinger reisen wir also in dessen eigene Vergangenheit, wobei wir uns eigentlich weiterhin in der Gegenwart aufhalten. Kommissar Kluftinger rollt seinen allerersten Fall neu auf.

„Funkenmord“: Ein Fall aus der Vergangenheit

Zur Revision steht der Fall von Karin Kruse aus dem Jahr 1985. Der damalige Mörder der jungen Lehrerin behauptet bis heute, unschuldig zu sein, und auch Kluftinger, der den Fall einst begleitete, hegt mittlerweile Zweifel bezüglich der Täterschaft des kürzlich verstorbenen, inhaftierten Mannes.

Dass mit Eugen Strobel auch ein Kollege verstorben ist, stellt Kluftinger natürlich vor ein weiteres Problem, denn mit Lucy Beer tritt eine Frau dessen Nachfolge an und dann plant der Meier auch noch eine gemeinsame Adventszeit, damit sie als Team wieder stärker zusammenwachsen.

„Funkenmord“: Und täglich grüßt die Hausarbeit

Auch Erikas Kopfschmerzen zwingen Klufti zum Umdenken. Er, der früher nie im Haushalt geholfen hat, soll nun die Waschmaschine mit Schmutzwäsche befüllen, kochen, den Abwasch erledigen oder einfach sich an der Hausarbeit beteiligen. Dr. Langhammer hat seiner Erika nämlich eine Auszeit verordnet.

Das mit der Hausarbeit hatte sich Kluftinger allerdings ganz anders vorgestellt, denn einige Szenen führen zu einer ungewollten Situationskomik. Diese führt schließlich sogar dazu, dass Kluftinger selbst auf einer Thermomix-Party landet und überzeugt davon ist, dass dieses Gerät wahrlich revolutionär ist. Wäre da nicht die Sache mit der Rechnung: So ein Thermomix kostet eben doch ein bisschen mehr…

„Funkenmord“ von Volker Klüpfel und Michael Kobr: Internationale Beziehungen

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Für eine weitreichende, komödiantische Komponente sorgt auch die Taufe seiner Enkeltochter, die aufgrund der internationalen Kommunikation für mich als Leserin beziehungsweise Hörerin dieser Reihe unfreiwillig komisch wird.

Aber die kommunikativen Störungen in der Kluftinger-Familie kennen die Leser und Hörer ja bereits aus den vorangegangenen Kriminalromanen. Unterhaltsam oder gar urkomisch sind sie natürlich trotzdem wieder.

„Funkenmord“: Ein Blick in die Vergangenheit

Die Gesamtsituation bei Familie Kluftinger stellt den Kommissar also mal wieder vor Herausforderungen. Doch auch der neue, eigentlich alte Fall, ist nicht ganz ohne.

Im Vergleich zu den vorangegangenen Fällen muss man allerdings sagen, dass Kluftinger in seiner charmant-chaotischen Art tatsächlich die Oberhand behält. Die neue Kollegin hilft ihm dabei allerdings ganz unbewusst ab und an bei der Lösung technischer Probleme.

Die Art und Weise, wie Lucy Beer ihn auch beim Lösen des Falls aus den achtziger Jahren unterstützt, ist für die Hörer des Hörbuchs erfrischend und unterhaltsam. Persönlich kann ich sogar anmerken, dass ich die Nachfolgerin von Eugen Strobel sehr zu schätzen gelernt habe.

Schade finde ich allerdings, dass auch eine weitere Figur in diesem Fall auszuscheiden scheint. Frau Dombrowski wird eine neue Herausforderung annehmen, und auch das stellt Kluftinger seinerseits vor Probleme, denn er wird Interimschef seiner Abteilung.

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„Funkenmord“: Ein typischer Kluftinger?

Obwohl mit „Funkenmord“ eine Cold-Case-Ermittlung stattfindet, hat man bei diesem Kluftinger nicht den Eindruck, der Fall wäre überholt oder gar veraltert. Vielmehr habe ich den Eindruck, dass Kluftinger in diesem besonderen Fall mit jeder neuen Herausforderung wächst.

Persönlich würde ich mich freuen, wenn es weitere Fälle gäbe, die Kluftinger in die Vergangenheit führten. Tatsächlich kann ich aber auch sagen, dass „Funkenmord“ sich perfekt in die bestehende Kluftinger-Reihe eingliedert.

Stilistisch oder gar von den Herausforderungen ausgehend, ähnelt dieser Fall vorangegangen Fällen in vielerlei Hinsicht, sodass sich Fans dieser Reihe auch mit dem neuen, dem elften Fall, wohlfühlen werden.

Wird es also noch weitere Herausforderungen für den Kommissar geben?

Meiner Meinung nach bietet die Reihe weiteres Potenzial, sich hinsichtlich seiner Figuren zu entwickeln, allein das Auftreten Lucia Beers könnte schon dafür sorgen, dass neuer Schwung in die „Bude“ beziehungsweise die Buchreihe kommt. Auch die Entwicklung, die Erika in diesem Buch nimmt, könnte noch für einige vergnügliche Stunden sorgen.

Dies führt dazu, dass ich sehr darauf hoffe, weitere Folgen dieser Reihe erleben zu dürfen, aber mit jeder neuen Folge rückt der Kommissar näher in Richtung Rente.

„Funkenmord“: Stilistisch wie seine Vorgänger?

Betrachtet man den neuen Fall hinsichtlich seiner atmosphärischen Entwicklung, so fällt auf, dass auch Kluftinger Senior in diesem Fall eine nicht ganz unwichtige Rolle spielt, spricht er doch selbst gerne über scheinbar längst verstaubte Fälle, in denen er einst selbst aktiv ermittelte.

Da ich die ersten Fälle dieser Reihe selbst weder gelesen noch gehört habe, kann ich nicht mit Gewissheit sagen, ob Kluftingers Vater in diesen selbst ermittelt hat und seinen Sohn praktisch mit ausbildete.

Da er sich aber in den späteren Fällen verhältnismäßig stark aus den Ermittlungen heraus hielt, war ich über die Entwicklung im aktuellen Fall doch ein wenig verwundert, auch weil mit Hedwig Maria Kluftinger auch seine Mutter regelmäßig mit der übrigen Familie und der Ermittlung in Kontakt tritt.

Mit ihrem etwas traditionelleren Familienbild sorgt sie zum Beispiel dafür, dass Kluftinger und seine Kollegin Beer regelmäßig etwas zu Essen bekommen, da Erika ja momentan von der Hausarbeit befreit ist. Doch auch dies führt zu guter Unterhaltung beim Hörer und Leser.

Über die Autoren Volker Klüpfel und Michael Kobr

Volker Klüpfel

„Altusried hat einen prominenten Sohn: Kommissar Kluftinger. Volker Klüpfel, Jahrgang 1971, kommt wenigstens aus dem gleichen Ort. Nach dem Abitur zog es ihn in die weite Welt – nach Franken: In Bamberg studierte er Politikwissenschaft und Geschichte.

Danach arbeitete er bei einer Zeitung in den USA und stellte beim Bayerischen Rundfunk fest, dass ihm doch eher das Schreiben liegt. Seine letzte Station vor dem Dasein als Schriftsteller war die Feuilletonredaktion der Augsburger Allgemeinen.

Die knappe Freizeit verbringt er am liebsten mit seiner Familie, mit der er im Allgäu lebt. Sollte noch etwas Zeit übrig sein, treibt er Sport, fotografiert und spielt Theater. Auf der gleichen Bühne wie Kommissar Kluftinger, allerdings noch nie gemeinsam.“ (Website der Autoren)

Michael Kobr

Michael Kobr, geboren 1973 in Kempten im Allgäu, studierte in Erlangen ziemlich viele Fächer, aber nur zwei bis zum Schluss: Germanistik und Romanistik. Nach dem Staatsexamen arbeitete er als Realschullehrer.

Momentan aber hat er schweren Herzens dem Klassenzimmer den Rücken gekehrt – die Schüler werden’s ihm danken –, um sich dem Schreiben, den ausgedehnten Lesetouren und natürlich seiner Familie widmen zu können.

Kobr wohnt mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern im Unterallgäu – und in einem kleinen Häuschen mitten in den Bergen, wo die Kobrs im Winter häufig auf der Skipiste, im Sommer auf Rad- und Bergtouren unterwegs sind. Wenn nicht gerade mal wieder eine gemeinsame Reise ansteht …“ (Hörbuch Hamburg)

Über die Sprecher: Klüpfel und Kobr lesen mit Martin Umbach

Neben den beiden Autoren Volker Klüpfel und Michael Kobr liest diesen Fall nicht etwa – wie gewohnt – Christian Berkel, sondern erstmals Martin Umbach. Martin Umbach kannte ich bislang noch nicht. Allerdings war er mir als Synchronsprecher durchaus bekannt.

„Martin Umbach, 1956 in München geboren, begann seine Schauspielkarriere am Zimmertheater Tübingen, wo er bis 1981 festes Ensemble-Mitglied war. Seitdem arbeitet der vielseitige Künstler als TV-Darsteller und Krimiautor in München. Zudem ist Umbach als Hörbuchsprecher gefragt und als Synchronstimme u. a. von Geoffrey Rush und Kenneth Branagh bekannt.“ (HörbuchHamburg)

Da ich von vorangegangenen Episoden die Stimme von Christian Berkel an der Seite von Volker Klüpfel mich erkoren kannte, erwarte ich zunächst, dass der neue Fall mich von diesbezügliche Überraschungen stellen würde, doch tatsächlich ergänzen sich auch die Stimmen von Volker Klüpfel, Michael Kobr und Martin Umbach ausgesprochen gut. Somit fiel es mir nicht schwer, auch dem aktuellen Fall wieder aufmerksam zu lauschen.

Die Art, wie gelesen wurde, gefiel mir dabei ausgesprochen gut, sodass ich mir diesen Sprecher auch für spätere folgende Hörbücher gut vorstellen kann. Davon, dass hier ein Sprecher ausgetauscht wurde, merkte ich de facto nichts.

Dass dieses Hörbuch mit insgesamt drei Sprechern gelesen wurde, ist für die Reihe um Kommissar Kluftinger sicher keine Besonderheit mehr und doch finde ich diese besondere Art des Lesens durchaus auffällig.

Normalerweise wird ein Hörbuch nicht mit vielen Sprechern gelesen, das kenne ich persönlich eher aus dem Hörspiel-Bereich oder, wenn es darum geht, unterschiedliche Perspektiven deutlich zu machen. Doch im Fall von Kluftinger scheint die perspektivische Trennung nicht zu geben. Vielmehr scheint es so, als gäbe es eine Absprache zwischen den einzelnen Sprecher, die sich abwechselnd.

Fazit zu „Funkenmord“

Tatsächlich ist es etwas schwierig zu formulieren, was ich mir von diesem Fall erwartet hatte. Allerdings war ich doch ein wenig überrascht – im positiven Sinne. Klüpfel und Kobr ist es gelungen, in der gewohnt urigen Atmosphäre wieder einen spannenden, aber keinesfalls übertrieben blutigen Krimi zu erzählen, der mich wieder gut unterhalten hat.

Alles in allem kann ich also sagen, dass ich diesen Krimi gelungen fand. Nicht ganz sicher bin ich mir jedoch, ob ich diesen Cold Case als ein Highlight ansehen soll. Ja, dieser Krimi war sehr spannend und hielt einige überraschende Wendungen bereit. Gleichwohl kann ich aber auch sagen, dass dieser Krimi mit einer gewissen Gemütlichkeit im typischen Kluftinger-Stil daherkommt.

Würde ich mich freuen, wenn es weitere Fälle dieser Art geben würde? Ja, ich glaube, dass ich diese Behauptung mit Sicherheit bestätigen kann, denn der nächste Kluftinger liegt bereits neben meinem CD-Player und erwartet euch noch vor Weihnachten.

Ich will jetzt nicht zu viel verraten, aber ich bin mir sicher, dass auch dieser weihnachtliche Sonderband durchaus spannend und unterhaltsam werden könnte. Außerdem gibt es ja auch noch das Escape Room Spiel. So dürfte gute, winterliche Unterhaltung garantiert sein.

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Funkenmord: Kluftingers neuer Fall

Als ich mit dem Hörbuch zu "Funkenmord", Kluftingers elftem Fall, begann, wusste ich, dass es sich hierbei um einen Cold Case handelte. Denn bereits im vorangegangenen Kluftinger-Fall entstanden Verbindungen, die in eine lange zurückliegende Vergangenheit wiesen. Mit Kluftinger reisen wir also in dessen eigene Vergangenheit, wobei wir uns eigentlich weiterhin in der Gegenwart aufhalten. Kommissar Kluftinger rollt seinen allerersten Fall neu auf.

URL: https://www.ullstein-buchverlage.de/nc/buch/details/funkenmord-kluftinger-krimis-11-9783550081804.html

Autor: Volker Klüpfel; Michael Kobr

Autor: Volker Klüpfel; Michael Kobr

ISBN: 9783550081804

Veröffentlichungsdatum: 2022-01-22 18:12

Format: https://schema.org/Hardcover

URL: https://www.hoerbuch-hamburg.de/hoerbuecher/kobr-funkenmord-6097/

Autor: Volker Klüpfel; Michael Kobr; Martin Umbach

ISBN: 978-3-86909-290-4

Veröffentlichungsdatum: 2022-01-22 18:12

Format: https://schema.org/AudioBook

Bewertung des Redakteurs:
4.5

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