“Scheidung nie – nur Mord!” von Gaby Hauptmann

Voraussichtliche Lesezeit: 3 Minuten.

Heute teile ich nun also endlich die Rezension zu Gaby Hauptmanns “Scheidung nie – nur Mord!” mit euch. Tatsächlich sagte ich schon im Vorfeld, dass sich dieses Hörbuch sehr deutlich von dem Vorgänger unterschied, jedoch ohne dies näher auszuführen. Das möchte ich nun im Rahmen dieser Rezension nachholen.

“Scheidung nie – nur Mord!”: Die Protagonisten

Schon die Protagonisten waren dieses Mal anders. Normalerweise sind Gaby Hauptmanns Protagonisten irgendwo zwischen 30 und 40 und äußerst lebensfroh, selbst wenn sie gerade in der Krise stecken oder ihr Leben im Chaos zu versinken droht. So war es ja auch bei “Die Italienerin, die ihr halbes Dorf in ihr Bett einlud”. Gaby Hauptmann schreibt Romane für Frauen in den besten Jahren und über ihre unterschiedlichen Lebensentwürfen. Das aktuelle Buch jedoch ist anders.

Martina und Stefan sind bereits in den 50ern, haben eine Tochter und zumindest er machte Karriere. Martina hingegen ist das Abbild des klassischen Frauenklischees. Sie ist Mutter, Hausfrau und ihr eigenes Leben steht hinten an.  Ihre Karriere hat die gelernte Hotelkauffrau aufgegeben um ihrem Mann den Rücken zu stärken. In den vergangenen 26 Jahren hat sich ein gewisser Alltagstrott eingeschlichen. Nun mit dem Auszug ihrer Tochter gerät die Ehe mächtig ins Wanken. In ihrer Naivität vertraut Martina ihrem Mann fast blind, während er seine Firma, ein Familienunternehmen, das er gemeinsam mit seiner Schwester von seinem Vater übernommen hat, vor die Wand fährt.

“Scheidung nie – nur Mord!”: Ein Wechselspiel aus Macht und längst vergangener Liebe

Die Geschichte, die Gaby Hauptmann hier erzählt, ist die eines Wechselspiels aus Macht und längst vergangener Liebe. Bei der Konzeption ihrer Protagonisten hat die Autorin jedoch bewusst ein Ungleichgewicht geschaffen, denn Martina und Stefan sind nicht nur ein Paar. Sie sind Prota- und Antagonist und Martina sich ihrer eigenen Macht nicht einmal bewusst.

Eine Frage der Perspektive, ja, so könnte man wohl sagen, denn die gesamte Geschichte wird aus Martinas Sicht erzählt. Sie denkt über Scheidung nach und liebäugelt sogar manchmal insgeheim mit Mordgelüsten. Diese kommen meist ganz beiläufig auf und verziehen sich meistens mit der gleichen Geschwindigkeit wieder.

Einen Perspektivwechsel gibt es jedoch nicht, wodurch wir von Stefan immer nur über seine Handlungen etwas erfahren. Seine Gedanken, Ideen und Motivationen bleiben so bis zuletzt verborgen.

Gaby Hauptmanns Stil

Normalerweise, wenn ich mich entschließe ein Hörbuch dieser Autorin zu hören, freue ich mich auf eine locker-leichte und Lebensfreude verströmende Geschichte. Auf eine Geschichte mit Hand und Fuß und einer gewissen Spritzigkeit. Diese Geschichte jedoch wies das alles nicht auf. Für mich war es nicht unbedingt ein locker -leichter Frauenroman. Für mich war es zu Beginn eine Mischung aus Szenen einer Ehe und Familienroman (im Sinne von über eine Familie), später kam dann noch ein kleiner eher unterschwelliger Spannungsbogen auf. Ein Krimi jedoch wurde es nicht. Ich weiß nicht mit Gewissheit, als was die Autorin diesen Roman geplant hat. Für mich steht jedoch fest, dass mich diese Geschichte nur kurzfristig unterhalten konnte. Darüberhinaus endete sie dann doch sehr plötzlich.

Die  Sprecherin

Ich bin davon überzeugt, dass es für jede Geschichte den richtigen Sprecher gibt. Dieser ungewöhnliche Roman wurde von Sabine Arnhold. “Sabine Arnhold studierte Schauspiel an der Theaterhochschule Leipzig. Neben Engagements an verschiedenen Theaterbühnen arbeitet sie als Sprecherin für Rundfunk und Fernsehen. Bekannt ist ihre Stimme u. a. durch die Synchronisation von Lisa Edelstein alias Dr. Cuddy in der US-Serie Dr. House. Auch als Interpretin von Hörbüchern ist sie beliebt. Für OSTERWOLDaudio las sie etwa zwei Romane von Jennifer Donnelly.” (Quelle)

Ob mich die Sprecherin in diesem Hörbuch überzeugen konnte, ist schwer zu sagen. Meiner Ansicht nach hat Sabine Arnhold einen guten Job gemacht. Nicht mehr und nicht weniger als das. Mit ihrer ruhigen und gleichmäßigen Stimme hat sie mich als Hörerin am Ehe-Aus von Martina und Stefan teilhaben lassen.

Fazit: Eine Geschichte mit Höhen und Tiefen

Die hier vorgestellte Geschichte war ein Hörerlebnis mit Höhen und Tiefen. Es war ein Roman von dem ich mir andere Dinge erwartet habe und der gleichzeitig einen so überraschenden Verlauf genommen hat, dass mir das Ende abrupt erschien. “Scheidung nie – nur Mord!” bietet jedoch genug offene Fragen für eine Fortsetzung und hat auch noch einen Teil seines Potenzials verschenkt.

Summary
Review Date
Reviewed Item
Scheidung nie - nur Mord!
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