„Die Eifelgräfin“ (Kreuz-Trilogie 1) von Petra Schier

„Die Eifelgräfin“ (Kreuz-Trilogie 1) von Petra Schier
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„Die Eifelgräfin“ von Petra Schier ist ein historischer Roman aus dem Jahr 2009, den ich schon seit Längerem lesen wollte, jedoch immer wieder aufgeschoben habe. Nun jedoch bot sich die perfekte Gelegenheit, diesen ersten Teil der Kreuz-Trilogie und seine Folgebände zu lesen.

Schließlich ist mit „Das Kreuz des Pilgers“ gerade der erste Teil der sogenannten Pilger-Trilogie veröffentlicht worden. Darauf, dass die beiden Trilogien aufeinander aufbauen, bin ich erst gekommen, als ich bereits mit „Das Kreuz des Pilgers“ begonnen hatte. Ich kam nämlich in die Geschichte irgendwie nicht richtig rein, weil mir scheinbar die Vorgeschichte fehlte.

Die Vorgeschichte zur Pilger-Trilogie findet sich, wie ich nach kurzer Recherche herausfand, in der Kreuz-Trilogie und obwohl man die beiden Reihen wohl getrennt voneinander lesen könnte, entschied ich mich „Das Kreuz des Pilgers“ zunächst zurückzustellen und mir die drei Bände der Kreuz-Trilogie zuzulegen.

Die Verbindung: Koblenz und drei befreundete Familien

Die Verbindung zwischen beiden Trilogien ergibt sich aus der Tatsache, dass beide Reihen in Koblenz oder der näheren Umgebung spielen. Doch die Verbindung der beiden Trilogien reicht noch ein Stück darüber hinaus, denn in beiden Trilogien geht es um ein Kreuz, im Sinne eines Kruzifix, und um die drei Familien, von Küneburg, Bongert und (von) Wied.

Wohingegen wir in der Pilger-Trilogie eine jüngere Generation kennenlernen, spielt in der Kreuz-Trilogie eine Elterngeneration die Hauptrolle. Somit ist es nicht verwunderlich, dass ich mit der Pilger-Trilogie ohne Kenntnis der Vorgeschichte einige Probleme bekam, denn ich lernte einige mir fremde Figuren kennen.

All jene, die jedoch vorab die drei Bände der Kreuz-Trilogie gelesen haben, kennen einen Großteil der Figuren bereits. Es ist also förderlich, die vorangehende Trilogie ebenfalls voranzustellen.

„Die Eifelgräfin“ von Petra Schier: Die Geschichte der Elisabeth von Küneburg

Bereits der Titel „Die Eifelgräfin“ lässt vermuten, dass Petra Schier in diesem Buch die Geschichte einer jungen Frau erzählt, deren Zukunft darin liegen wird, über eine Region, die in der Eifel liegt, zu regieren. Tatsächlich spielt diese Geschichte dort, wo Petra Schier heute zu Hause ist.

Trotzdem kann sie sich keinesfalls am Ist-Zustand der Region orientieren, denn die Geschichte spielt 1348. Somit ist die Geschichte eindeutig als historisch einzustufen und natürlich als fiktiv, auch wenn sie mit der Elisabeth von Küneburg eine Frauenfigur geschaffen hat, die sich in großen Teilen an einer typischen weiblichen Biografie einer Frau von adeligem Stand orientiert.

So glaubt Elisabeth auch zunächst, dass mit der Verlobung mit Kunibert ihre Zukunft gesichert sei. Doch nachdem es zwischen ihrem Vater und dessen Stiefbruder Dietrich zu Differenzen kommt, wird sie in eine befreundete Burg gebracht. Hier startet der Roman.

Wir erleben die Abenteuer und Aktivitäten des höfischen Lebens an der Seite von Elisabeth von Küneburg mit und bekommen doch einen sehr genauen Eindruck davon, wie es ist auf einer Burg zu leben. Trotzdem besitzt diese Figur vergleichsweise moderne Ansichten. Sie ist eine starke Frau, nicht unbedingt eine Kämpferin, aber doch durchsetzungsstark und energiegeladen.

Als Bedienstete oder sollte ich besser sagen als Magd steht ihr Luzia Bongart zur Seite, die sie schon bald nicht mehr als Untergebene betrachtet, sondern ihr zu Bildung und Anerkennung verhilft.

Als schließlich die Pest in Italien ausspricht, sieht Elisabeth ihren bisherigen Lebensentwurf in Scherben liegen, denn Kunibert wird zum frühen Opfer der Pest.

Und dann ist da ja auch noch Onkel Dietrich, der sich nichts Schöneres vorstellen kann, als seinen Sohn an die Stelle ihres Verlobten zu setzen. Doch er führt nichts Gutes im Schilde und Elisabeth hat sich mittlerweile in der Burg der befreundeten Familie gut eingelebt und eigene Kontakte geschlossen.

Lediglich aus einem wird sie nicht schlau, Johann von Manten, einem Ritter und Edelmann, der sie zunächst in Angst und Bange versetzt und ihr dann doch so etwas werden soll wie ein Freund, ein Verbündeter und vielleicht eine Stütze in der Not.

„Die Eifelgräfin“ von Petra Schier: Stilistisches

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Obwohl „Die Eifelgräfin“ bereits im Jahr 2009 veröffentlicht wurde, ist auch schon in diesen deutlich früheren historischen Roman Petra Schiers einfühlsamer und gleichzeitig treffsicherer Stil zu erkennen. Zwar hat er sich seit damals natürlich noch ein wenig verfeinert, aber auch der Stil, in dem die „Die Eifelgräfin“ verfasst wurde, gefällt mir ausgesprochen gut.

Schon hier lässt sich eine Liebe fürs Detail und Recherchegenauigkeit erkennen, aber auch die Figuren sind mit ihren ganz eigenen Charakter zu und ihrer eigenen Sprache und Stimme fein herausgearbeitet.

Dass man diese ganzen Aspekte auch in der Stilistik erkennt, finde ich bemerkenswert, denn auf diese Weise erkennt man in den Dialogen auch immer gleich mal wer mit wem spricht, was einen schnelleren Zugang zur Geschichte bedeutet und gleichzeitig gute Unterhaltung bietet.

„Die Eifelgräfin“ von Petra Schier: ein Roman mit historischer Tiefe

Augenscheinlich ist außerdem, dass die Autorin auch schon damals historisch genau recherchiert hat, sodass man schnell das Gefühl bekommt, sich tatsächlich in der damaligen Zeit aufzuhalten. Dieses besondere Talent zeigt sich nicht unbedingt in ihren Romanen, die in der Gegenwart spielen, wohl aber auch in späteren historischen Romanen der Autorin.

Vielleicht ist dies auch ein Grund, warum ich nun tatsächlich die gesamte Trilogie rund um „Die Eifelgräfin“ und ihre Freunde und Familie lesen werde. Ich freue mich nämlich schon sehr darauf, tiefer in die Geschichte des Kreuzes einzusteigen, bevor ich dann durch die Pilger-Trilogie noch ein wenig mehr über das Kreuz und die folgende Generation erfahre.

Mit ihrem Talent für die historische Recherche schafft es Petra Schier nämlich, mich tief in die Geschichte hinein zu ziehen, sodass ich mich nun tatsächlich auf die weiteren Teile der keinesfalls kurzen Trilogie freue.

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Über die Autorin Petra Schier

„Petra Schier, Jahrgang 1978, lebt mit ihrem Mann und einem Schäferhund in einer kleinen Gemeinde in der Eifel. Sie studierte Geschichte und Literatur und arbeitet seit 2005 als freie Autorin.

Ihre historischen Romane, darunter die Reihe um die Apothekerin Adelina, vereinen spannende Fiktion mit genau recherchierten Fakten. Petra Schier ist Mitglied des Vorstands der Autorenvereinigung DELIA.“

Fazit zu „Die Eifelgräfin“ von Petra Schier

Da ich mir bereits vor einiger Zeit vorgenommen hatte, auch die früheren Romane der Autorin zu lesen, ist es eigentlich verwunderlich, dass ich erst jetzt mit „Die Eifelgräfin“ tatsächlich mit der ersten Koblenz-Reihe anfange.

War es der Umfang, der mich davon abhielt, mit diesem Roman zu beginnen? Ja, vielleicht waren es die knapp über 400 Seiten, die mich zögern ließen, denn eine Trilogie mit insgesamt knapp über 1000 Seiten liest man nicht mal eben so nebenbei.

Nun im Herbst jedoch erscheint es mir richtig, „Die Eifelgräfin“ und ihre Fortsetzungen zu lesen, bevor ich mich dann im Anschluss noch einmal mit „Das Kreuz des Pilgers“ beschäftige. Vielleicht hole ich zu einem späteren Zeitpunkt sogar noch die Aachen-Trilogie nach, bevor es eine weitere Aachen-Trilogie geben könnte. Ihr merkt schon, ich spekuliere auf viele weitere Bücher, die Autorin, die ich sowohl bei ihren Gegenwart Romanen als auch bei ihren historischen Romanen sehr gerne lese.

Somit kann ich euch nur eines sagen, auch den Auftakt in die Kreuz-Trilogie kann ich euch wärmstens empfehlen. Solltet ihr einmal ein paar Tage am Stück frei haben und auf der Suche nach einem starken historischen Roman sein, so dürfte „Die Eifelgräfin“ genau das Buch sein, das ihr sucht.

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Die Eifelgräfin

"Die Eifelgräfin" von Petra Schier ist ein historischer Roman aus dem Jahr 2009, den ich schon seit Längerem lesen wollte, jedoch immer wieder aufgeschoben habe. Nun jedoch bot sich die perfekte Gelegenheit, diesen ersten Teil der Kreuz-Trilogie und seine Folgebände zu lesen.

URL: https://www.rowohlt.de/buch/petra-schier-die-eifelgraefin-9783644417311

Autor: Petra Schier

Autor: Petra Schier

ISBN: 978-3-644-41731-1

Veröffentlichungsdatum: 2022-01-22 19:30

Format: https://schema.org/Hardcover

Bewertung des Redakteurs:
4

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