“Vier Pfoten am Strand” von Petra Schier

Voraussichtliche Lesezeit: 5 Minuten.

“Vier Pfoten am Strand ist der zweite Teil der Lichterhaven-Reihe von Petra Schier. An Teil 1 (Körbchen mit Meerblick) werden sich sicherlich noch einige von euch noch gerne zurückerinnern. Mir persönlich hat es sogar so gut gefallen, dass  diese Fortsetzung nun praktisch so etwas wie ein Pflichtprogramm darstellte. Denn Petra Schier weiß, mit ihren Romanen immer bestens zu unterhalten.

Urlaubslektüre mit Hund

Wer die Bücher von Petra Schier nicht kennt, der weiß noch nicht, dass Petra vielerlei Arten von Büchern schreibt. Wären die historischen Bücher zu nennen, die Krimis unter dem Namen Mila Roth oder eben auch besagte Hunderomane. Natürlich dürfen bei dieser Aufzählung auch die Weihnachtsromane nicht vergessen werden.

Heute habe ich mit „Vier Pfoten am Strand“ also eindeutig einen Hunderoman erwischt. Naja, erwischt ist dabei vielleicht das falsche Wort, denn wie ich oben schon sagte, war der zweite Lichterhaven-Roman so etwas wie ein Pflichtprogramm für mich.

Eine wesentliche Rolle spielte hierbei auch, dass dieser Roman einerseits eine herrlich entspannte Urlaubsatmosphäre zeigte, andererseits aber auch mit Liebe, Humor und einer ganzen Prise Charme aufwarten konnte.

Die Kombination aus Liebesroman mit Hund ist für viele Leser sicher schon Grund genug, diesen Roman zu lesen. Trotzdem arbeitet Petra Schier in ihren Konzepten immer noch eine starke Handlung mit ein, denn die Vorstellung eines niedlichen Hauptprotagonisten (ich meine an dieser Stelle den Hund) reicht für die meisten Leser dann doch nicht aus.

Haben wir in der Vergangenheit Melanie und Alex kennengelernt, so haben wir es bei dieser Fortsetzung wieder mit den beiden zu tun, allerdings nur in den Nebenrollen. Die Hauptrollen übernehmen nämlich Ben Brungsdahl und Christina Meissner. Warum Alex und Melanie trotzdem eine Rolle spielen, lässt sich über die Verwandtschaft zwischen Christina und Alex erklären. Die beiden sind nämlich Geschwister. Somit erleben wir Melanie und ihn immer mal wieder in Begegnungen mit Christina. Der Weiterdreh macht es somit dringend notwendig, Teil eins vor Teil zwei zu lesen. Schließlich möchte man sich doch die Spannung der Geschichte nicht vorwegnehmen.

Hieß der Hund in Teil eins noch Schoki, haben wir es nun in Teil zwei nicht mehr mit einem niedlichen und tapsigen Labradorwelpen, sondern mit einem American Bulldog namens „Boss“ bei dem der Name Programm zu sein scheint.

Ja, Boss ist verdammt stur, aber eigentlich ein ganz lieber. Christina, die als Hundetrainerin arbeitet, nimmt sich dem Hund und seinem Besitzer an. Denn sowohl Hund als auch Besitzer haben noch nicht viel Vertrauen zueinander. Mit der Zeit gelingt es Christina Vertrauen zu beiden aufzubauen und zwischen beiden. Auftrag beendet, möchte man meinen, doch Petra Schier wäre nicht Petra Schier, wenn sie nicht auch eine raffinierte und ausgeklügelte Liebesgeschichte mit einarbeiten würde. Ich möchte euch an dieser Stelle noch nicht zu viel verraten, deshalb sage ich auch nicht, ob es ein Happy End gibt oder nicht, sondern nur, dass es, was die Beziehung Christinas Boss und Ben angeht, bis zuletzt spannend bleibt.

Sprachliche Besonderheiten und Raffinessen

In welchem Roman gibt es bitteschön einen Hund, in dessen Gedanken man lesen kann, wie in einem Buch? Petra Schier ist genau das gelungen. Wie auch schon im ersten Teil, Schoki, hat auch Boss im zweiten Teil seine eigene Perspektive. Diese wird durch Kursivtext dargestellt und versetzt sich praktisch in die Gedankenwelt des Hundes. Dadurch ergeben sich manchmal herrliche humorvolle Beschreibungen, denn die Wahrnehmung des Hundes ist manchmal eine ganz andere, als die der Menschen.

Außerdem lernen wir so auch die Sturheit dieses Tieres als etwas liebenswertes einzustufen, sehen, dass alles eine Ursache und erleben schließlich mit, wie das mit dem Vertrauen aufbauen funktioniert. Die Perspektive von Christina und Ben ist aber bewusst keine Innenansicht, sondern eine Betrachtung von außen. Wir erleben beide Figuren aus der dritten Person. Nicht jedoch aus der Perspektive des Hundes. Oder vielleicht doch, dann aber ergänzend. Somit steht fest, dass bei dieser Geschichte zwei Erzähler eine wesentliche Rolle spielen.

Sprachlich mit Witz und Leichtigkeit

Sprachlich ließ sich diese Geschichte fast wie von alleine. Es ist eine schnelllebige und kurzweilige Geschichte, deren 428 Seiten nur so dahin fliegen. Zumindest, wenn man die Zeit hat, dieses Buch in einem Rutsch zu lesen. Ich hatte besagte Zeit leider nicht, habe mich aber jeden Abend darauf gefreut es weiter zu lesen.

Charaktere mit Vorgeschichte und Potenzial

Besonders liebenswert macht diese Geschichte übrigens, dass alle Protagonisten sowohl eine vor einer Weile nach Geschichte haben. Man wird also als Leser direkt in die Geschichte hinein geworfen. Dieses liegt jetzt natürlich daran, dass es Teil zwei ist, war aber auch bei Teil eins nicht anders. Dennoch sind es Charaktere die das klassische Wohlfühlflair verbreiten. Man kann sich in jede einzelne Figur perfekt hinein versetzen. Dabei sind es noch nicht einmal äußerliche Faktoren, denn jede einzelne Frau und jeder einzelne Mann hätte die Möglichkeit, sich in der Geschichte wiederzufinden.

Allerdings sind die Charaktere so scharf gezeichnet, dass sie den Figuren eine klare Handlungsrichtung und eine eine klare Struktur geben, aber eben auch Hindernisse in den Weg legen. Genau das macht für mich auch den Reiz von Petras Geschichten aus. Mir persönlich fehlt bei manch einem Liebesroman eine gewisse Tiefe, eine Vielschichtigkeit und irgendwo auch etwas unerwartetes. Petra schier ist jedoch eine Autorin, bei der man sich über überraschende Wendungen freuen darf und bei der man richtig tief in die Geschichten eintauchen kann. Ihre Geschichten laden dazu ein einfach einmal Luft zu holen und abzuschalten und für ein paar Stunden nach Lichterhaven zu flüchten, wenn auch nur gedanklich.

Über die Autorin

“Seit Petra Schier 2003 ihr Fernstudium in Geschichte und Literatur abschloss, arbeitet sie als freue Autorin und Lektorin. Neben ihren zauberhaften Weihnachtsromanen schreibt sie auch historische Romane. Sie lebt heute mit ihrem Mann und einem deutschen Schäferhund in einem kleinen Ort in der Eifel.” (Autoren-Biografie)

Was noch zu sagen wäre

Eigentlich könnte ich an dieser Stelle nun das Fazit, doch ein bis zwei Kleinigkeiten möchte ich noch ergänzen. Ich könnte mir diesen Roman wie auch schon seinen Vorgänger auch sehr gut als Hörbuch vorstellen. Denn so würden wir die Geschichte noch ein wenig lebendiger präsentiert bekommen, als er sowieso schon ist. Auch „Vier Pfoten am Strand“ war für mich wieder ein Highlight, das insbesondere durch die liebevollen kleinen Details zu überzeugen weiß. Gleichzeitig möchte ich mit dieser Überlegung eine Frage in den Raum stellen. Wann kommt Teil drei? Liebe Petra, du merkst es schon, diese Reihe hat ihren ganz besonderen Charme, du musst also weiterschreiben.

Fazit

An dieser Stelle fasse ich mich kurz: dieses Buch ist ein Highlight, das in keiner Strandtasche fehlen darf. Nicht nur die Hundebesitzer werden hier auf ihre Kosten kommen. Auch all jene, die sich über einen witzigen und unterhaltsamen Roman freuen. Dieser Roman strahlt Leichtigkeit und Lebensfreude aus. Mit einer besonderen Urlaubsatmosphäre ist der perfekt für einen spontanen Kurzurlaub über Pfingsten.

Summary
Review Date
Reviewed Item
"Vier Pfoten am Strand" von Petra Schier
Author Rating
51star1star1star1star1star
Dieser Beitrag gefällt dir? Dann teile ihn in deinem Freundeskreis. Danke!

Leave a Reply

Ad Blocker entdeckt

Mein Blog hat einen Ad Blocker entdeckt. Ich würde mich freuen, wenn du diesen deaktivierst, um in den vollen Genuss der Website zu gelangen.

Refresh
error: Content is protected !!