„Der Sternenmann“ von Max von Thun

Der Sternenmann "Der Sternenmann" von Max von Thun
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„Der Sternenmann“ von Max von Thun entführt einen gleich zu Beginn der Geschichte in eine Traumwelt, die mich als erwachsene Person sofort an „Der kleine Prinz“ denken ließ, denn auch dort geht es ja um die Pflege der Planeten. Dennoch ist es Max von Thun gelungen, die Geschichte kindgerecht und weit weniger philosophisch zu erzählen. Gleichzeitig wird mir bewusst, dass dieses Buch sowohl für die kindliche Fantasie als auch für den erwachsenen Vorleser eine unglaublich komplexe, aber eben auch vielschichtige Welt rund um den Sternenmann schafft, jedoch gleichzeitig eine ganz einfache, aber umso klügere Moral transportiert.

Von Freundschaft und Wertschätzung

In „Der Sternenmann“ erzählt Max von Thun auf unheimlich kluge und kindgerechte Weise vom Wert der Freundschaft und der individuellen Stärken jedes einzelnen Wesens. Mir fällt es durchaus schwer, an dieser Stelle vom pädagogischen Wert zu sprechen, aber die Geschichte ist nicht einfach nur fantasievoll, sondern auch unglaublich pädagogisch. „Der Sternenmann“ gibt den Kindern die Fähigkeit, ihre eigenen Stärken und Schwächen als etwas Besonderes zu erkennen und auch jede einzelne Freundschaft als wertvoll zu betrachten.

Worum geht’s bei „Der Sternenmann“ von Max von Thun?

Jeden Abend, sobald die Sonne untergeht, reist der Sternenmann umher um die Sterne anzuschalten, damit sie ihr Licht in der Nacht spenden. Auch an diesem einen besonderen Abend macht sich der Sternenmann wieder auf den Weg, doch nachdem er seine abendliche Arbeit beendet hat, entdeckt er, dass ein Stern fehlt.

Ausgerechnet der kleinste, den er am meisten schätzt, scheint verloren gegangen zu sein. Er macht sich auf die Suche, reist durch das gesamte Firmament und befragt jeden, der ihm über den Weg läuft, doch niemand kann ihm sagen, wo der kleine Stern ist. So beendet er seine Suche bei Sonnenaufgang, um sich zurückzuziehen in sein Häuschen und endlich schlafen zu legen.

Gerade wünscht er dem abwesenden Stern noch eine gute Nacht und wünscht sich, ihn am nächsten Abend wohlbehalten zurück zu bekommen, als ihm ein zaghaftes Leuchten unterhalb seines Bettes auffällt. Hier hat sich der kleine Stern versteckt, da er selbst sich als wertlos betrachtet.

Der Sternenmann gibt sich große Mühe, seinen kleinen Freund wieder aufzubauen und erklärt ihm, welchen Wert er eigentlich bei seinen Freunden hat. Als der kleine Stern schließlich erkennt, dass er sehr wohl seinen ganz eigenen Wert hat, ist er glücklich und leuchtet am nächsten Abend gleich noch ein wenig intensiver.

Einfache und kindgerechte Sprache

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Bei all der Fantasie, die Max von Thun in die Entwicklung seiner ganz eigenen Welt rund um den Sternenmann gelegt hat, hat er eines gleichermaßen beachtet. Er hat sich an das kindliche Vorstellungsvermögen ebenso schön angepasst, wie an die Sprache der Kinder.

All das trägt dazu bei, dass sich dieses Buch wunderbar als Geschichte kurz vor dem Einschlafen anbietet, denn im Vergleich zu vielen anderen Büchern wirkt dieses hier nicht anregend im Sinne von Aktivität, sondern anregend im Sinne von Träumen. Es ist ein vergleichsweise ruhiges Buch, bei dem sicherlich manches Kind schon im Verlauf der Geschichte ins Reich der Träume entgleitet. Sollte das Kind am Ende tatsächlich noch wach sein, kann es sogar das Lied vom Sternenmann noch miterleben. Spätestens in diesem Moment dürfte das Ritual des Zubettgehen zu einem Erfolg werden.

Kinder brauchen Rituale

Gerade jetzt zur Adventszeit wird vielen von uns wieder bewusst, wie wichtig Rituale doch sind. Viele Kinder haben mit dem 1. Dezember das erste Türchen des Adventskalenders geöffnet oder den Einzug eines Wichtels erlebt. All diese Rituale dienen letztendlich dazu, das Kind auf Weihnachten vorzubereiten. Ganz ähnliche Rituale gibt es in vielen Familien auch zum Aufstehen, zu den Mahlzeiten oder beim Zubettgehen.

Vermutlich kennt ihr alle diese Rituale. Sie schaffen im kindlichen Alltag eine Struktur. Für viele Eltern und Kinder gehört das Vorleseritual in die Zeit vor dem Schlafengehen, da es nach einem aktiven Tag voller neuer Eindrücke zur Entspannung beiträgt, und dafür sorgen, dass das Kind schnell ins Reich der Träume gleitet.

Ich möchte an dieser Stelle nicht behaupten, dass dieses Buch das einzige ist, dass sich für Kinder als Gute-Nacht-Geschichte anbietet, denn das wäre wohl doch ein wenig übertrieben. Allerdings weise ich darauf hin, dass dieses Buch sich exzellent in eine Reihe mit anderen Gute-Nacht-Geschichten einreihen kann.

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Musikalisch ergänzt

Ein Highlight dieser Geschichte ist sicherlich auch, dass dieses Bilderbuch durch musikalische Eindrücke ergänzt wird, so bietet sich neben dem Bilderbuch auch das Hörspel an. Wer aber keinerlei Interesse am Hörspiel hören hat oder den Kindern die Geschichte gerne selber vorlesen möchte, der kann sich zumindest überlegen, den Titelsong aus der Feder von Max von Thun als Einstieg in dieses Ritual zu wählen.

Wirkt die Musik anregend? Nein, stattdessen ist sie eine beruhigende Untermalung, die das Ritual des Vorlesens eröffnen könnte. Alles in allem kann man wohl sagen, dass sich aus diesem Bilderbuch die perfekte Begleitung zur Abendzeit erschaffen lässt.

Eine Geschichte für den eigenen Sohn

Wenn man bedenkt, dass Max von Thun diese Geschichte selbst geschrieben hat, um seinen eigenen Sohn in die Welt der Träume zu begleiten, dann wird klar, dass es sich hierbei um eine Motivation handelt, die wohl alle Eltern haben oder zumindest haben sollten. Wir möchten die Zeit mit ihren Kindern gemeinsam verbringen, ihnen eine geruhsame Nacht wünschen und dem Kind möglichst traumhafte Fantasiewelten erschaffen.

Die Kreativität der Kinder

Häufig habe ich in Verbindung mit den Erstlesebüchern davon erzählt, dass sie weitere Fähigkeiten fördern. Auch dieses Bilderbuch fördert die kindliche Entwicklung. Nicht im Bereich des selbständigen Lesens, aber im Bereich der Fantasie-Entwicklung und -Entfaltung, denn jedes Kind kann sich im Anschluss selbst eine Welt vorstellen, die der des Sternenmanns und seiner Freunde ähnelt.

Über den Autor Max von Thun

„Max von Thun, geboren 1977, ist Schauspieler, Musiker und Autor. Der Münchener wirkte bereits in über 50 Film- und Fernsehproduktionen mit und ist regelmäßig auf der Kinoleinwand zu sehen. 2005 erhielt er die „Romy“ als beliebtester männlicher Shootingstar. Sein Buch „Der Sternenmann“ entstand aus Liedern, die er für seinen Sohn geschrieben hat.“(ArsEdition)

Über die Illustratorin Marta Balmaseda

„Marta Balmaseda ist eine spanische Illustratorin. Nach dem Abschluss des Studiums der Bildenden Künste hat sie einige Jahre als Grafik-Designerin in Sevilla gearbeitet, bevor sie sich auf ihre eigentliche Leidenschaft fokussierte: die Illustration. Seitdem ist sie für verschiedene Kinderbuchverlage in Spanien, Deutschland, England und den USA tätig. Außerdem hat sie fünf Jahre lang zusammen mit einer Non-Profit-Organisation Wandgemälde für Kinderkliniken in verschiedenen Ländern des Erdballs gestaltet. Heute lebt und arbeitet Marta Balmaseda in München.“(ArsEdition)

Bilder, die eine Traumwelt schaffen

Als ich die liebevollen Illustrationen von Marta Balmaseda sah, staunte ich nicht schlecht, mit welchen liebevollen Details und mit viel Aufwand es der Illustratorin gelungen war, die Welt, die der Autor beschrieb, auf so eindrucksvolle Weise zum Leben zu erwecken. All das lädt die Kinder dazu ein, gemeinsam mit ihren Eltern die Welt des Sternenmanns kennen zu lernen. Mir persönlich erscheint diese Möglichkeit, die Geschichte selbst zu erleben, sehr wichtig, schafft sie doch eine großartige Verbindung zwischen Text, Musik und Bildern, die den Kindern lange in Erinnerung bleiben wird.

Fazit

Dieses Buch hat das Potenzial zum Lieblingsbuch der Kinder, aber auch der Eltern zu werden. Ich glaube, mehr als das muss an dieser Stelle gar nicht gesagt werden, außer dass das Kind auf diese Weise ganz spielerisch die Werte des täglichen Lebens kennen lernt und erfährt, was wirklich wichtig ist. Dieses Buch lädt dazu ein, einfach einmal wieder Zeit miteinander zu verbringen. Da ist die Zubettgehzeit doch eine gute Gelegenheit.

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