“Die Sprache der Schatten” habe ich schon …

Voraussichtliche Lesezeit: 1 Minuten.

… Anfang Dezember mit der Annahme begonnen, dieses Buch würde ein Selbstläufer. Tatsächlich war es allerdings so, dass ich bei diesem Buch von Beginn Probleme hatte. Der Zugang zur Geschichte blieb mir lange verborgen, obwohl ich die Geschichte thematisch interessant fand.
In “Die Sprache der Schatten” erzählt Susanne Goga, die ich als Autorin eigentlich sehr schätze, die Geschichte einer Berliner Familie zur Zeit des deutschen Kaiserreichts. Zur Rückkehr aus ihrer Witwenzeit in die Gesellschaft schenkt Alexander seiner Stiefmutter Rika das Bild eines unbekannten Malers und ahnt nicht welchen Ball er damit ins Rollen bringt, denn Rika ist von dem Bild fasziniert und beschließt, den Spuren des Bildes zu folgen: “Schwarze Schatten, schemenhafte Züge, abgewandte Gestalten. Eine
eindringliche Szenerie und kein einziges Gesicht” Rika ahnt das dieses Bild sie erst wieder loslässt, wenn sie sein Geheimnis enthüllt. Währenddessen verfolgt Alexander ganz eigene Pläne, die die Familie ins Unglück stürzen.
Eine Geschichte, die auf den ersten Blick vielleicht spannend kling, wurde für mich zur emotionalen Gratwanderung, da ich mich zwar einerseits für die Geschichte interessierte, sie mich aber gleichzeitig irgendwie nicht emotional erreichen konnte. Das änderte sich erst als ich etwa die Hälfte des Buches gelesen hatte. Plötzlich erreichte mich die Eindringlichkeit mit der diese Geschichte erzählt wurde. Den Detailreichtum, den ich normalerweise sehr schätzte, vermisste ich auf den ersten 200 Seiten doch sehr. Erst als sich langsam der Schleier lüftete, der Anthonis’ Geheimnis sicher verbarg, verstand ich das die fehlenden Details und die fehlende Empathie, den Leser in eine ähnliche Situation bringen sollte, wie jene, in der Anthonis lebt.
Ich bin mir nicht ganz sicher, ob die Distanziertheit von Susanne Goga beabsichtigt war. In diesem Fall müsste ich sagen, sie hat ihr Ziel erreicht. Andernfalls müsste ich sagen, mich hat das Buch erreicht ohne mich zu erreichen.

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  1. 16. März 2017

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