„Charlottes großer Traum – Das Gestüt am See (0.5)“ von Paula Mattis

“Charlottes großer Traum – Das Gestüt am See (0.5)” von Paula Mattis
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„Charlottes großer Traum – Das Gestüt am See“ erzählt die Vorgeschichte der Gestütssaga von Paula Mattis. Da diese Saga im Norddeutschland der 1920er Jahre spielt und es um Pferdehaltung in jener Zeit geht, weckte diese Reihe mein Interesse.

Nun, nachdem ich dieses Prequel gelesen habe, darf ich feststellen, dass dieser historische Roman ein idealer Auftakt in die Reihe um Charlotte und ihre Familie darstellt. Gleichzeitig weckt es Erinnerungen an Bücher wie „Die Frauen vom Löwenhof“ von Corina Bomann.

Dass dieser Vergleich nicht nur hinsichtlich der Kulisse passt, wird deutlich, wenn man sich die Figurenkonstellationen einmal genauer an. In beiden Reihen kämpfen Frauen um ihre Position in der Gesellschaft und in beiden Reihen gibt es eigentlich die gleichen Hindernisse.

Tatsächlich sind es in beiden Reihen Frauen, die für sich und ihre Träume eintreten. Dennoch kann man beider Reihen natürlich nicht uneingeschränkt miteinander vergleichen, denn „Die Frauen vom Löwenhof“ spielt in Schweden und nicht im Norden Deutschlands der Zwanzigerjahre.

Insoweit gehe ich davon aus, dass sich die Geschichten zwar hinsichtlich ihrer Grundkonstellation ähneln, aber eben doch in ganz unterschiedliche Richtungen entwickeln werden.

„Charlottes großer Traum – Das Gestüt am See“: das Frauenbild im Wandel

Gerade hinsichtlich des Frauenbilds sind die 1920er Jahre mit Sicherheit interessant, denn gerade wenn es um die Emanzipation der Frauen ging, war diese Zeit ein großer Schritt nach vorne. Für die Elterngeneration war dieser Wandel des Frauenbilds jedoch alles andere als leicht.

Auf diese besondere Situation geht auch „Charlottes großer Traum – Das Gestüt am See“ ein, denn Charlotte ist das, was man in der heutigen Zeit ein Pferdemädchen nennen würde. Reiten war damals allerdings hauptsächlich den Männern vorbehalten. Für die Frauen gab es andere Lebensträume, oder besser gesagt einen Lebenstraum: möglichst gut zu heiraten.

Die 3K – Küche, Kinder, Kirche – waren in der damaligen Zeit durchaus etablierte Traditionen in der Frauen Welt und wurden ebenfalls von vielen Eltern für ihre Töchter angestrebt. Dass diese Töchter aber vermeintlich ganz andere Pläne hegten, wird deutlich, wenn man bedenkt, dass die Zeit der zwanziger Jahre jene Zeit war, in der Frauen erstmals berufstätig wurden.

Einige Töchter starteten in Sekretariaten und erkämpften sich ihren Platz in der Arbeitswelt. Auch Charlotte hegt zu einem Traum, allerdings geht es bei ihr nicht ums Büro, sondern darum, selbst als Frau in den Sattel steigen zu können und sich einen Namen als Jockey aufzubauen.

Es erscheint mir alles total einfach, lediglich ihre Eltern scheinen da anderer Meinung zu sein. Ihre Mutter hegt schließlich immer noch den Traum der älteren Generation. Sie möchte Charlotte möglichst gut verheiratet wissen. Wie gut, dass ein passender Kandidat auch schon zum Mittagessen erscheint.

„Charlottes großer Traum – Das Gestüt am See“: Stilsicher, authentisch und atmosphärisch dicht

Müsste ich dieses Prequel stilistisch einordnen, so würde ich sagen, dass die mir bis dato unbekannte Autorin, die aber durchaus auch eine Bekannte sein könnte, sich als sehr stilsicher erwiesen hat. Sie hat eine authentische Geschichte über das Leben auf einem Reiterhof in den 1920er Jahren geschrieben.

Doch warum schreibe ich, dass mir die bis dato unbekannte Autorin sehr wohl auch bekannt sein könnte? Nun, die Autorin hat unter einem Pseudonym geschrieben und das macht die Sache unbedingt leichter, denn wenn ich euch sage, dass dieses Buch thematisch mit „Herz am langen Zügel“ verglichen werden kann und auch stilistisch recht ähnlich ist, dann könnte man dies als eine Anspielung darauf verstehen, dass ich glaube, die Autorin zu kennen.

Dies ist aber de facto weder belegbar noch für mich eindeutig geklärt, denn auch wenn mir der Einstieg in diese Reihe gut gefällt, kann dies durchaus auch bei einer mir unbekannten Autorin der Fall sein.

Insgesamt erscheint mir dieser Kurzroman jedoch als idealer Einstieg in eine längere Reihe, bei der es bereits zwei Fortsetzungen gibt.

„Charlottes großer Traum – Das Gestüt am See“: spannende Figurenkonstellationen

Zwar handelt es sich bei „Charlottes großer Traum – Das Gestüt am See“ lediglich um einen Kurzroman, der in die eigentliche Reihe einleiten soll, trotzdem oder gerade deshalb lernen wir in diesem ersten Teil der Reihe bereits einen Großteil der Figuren kennen.

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es sich hierbei um einen Großteil handelt, oder ob nicht tatsächlich schon alle Figuren vorgestellt wurden. Das werde ich sicher in der Fortsetzung noch herausfinden. Tatsächlich erscheint es aber so, dass die Figuren perfekt aufeinander abgestimmt sind, dabei aber keinesfalls nur harmonisch miteinander umgehen.

Vielmehr habe ich den Eindruck gewonnen, dass es in dieser Geschichte einige potentielle Reibung, natürlich als alle erst einmal den Reibungspunkt zwischen Charlotte und ihrer Mutter, aber auch zu ihren Schwestern gibt es einige Aspekte, die durchaus zu kleineren und größeren Konflikten führen können.

Zu behaupten, dass mich genau diese Figurenkonstellationen, die auf Konflikte hinweisen, neugierig machen, klingt vielleicht ein wenig merkwürdig, aber genau sie sind der Grund, warum ich mich darauf freue, nach „Charlottes großer Traum – Das Gestüt am See“ auch die Fortsetzung „Stürmische Zeiten – Das Gestüt am See“ zu lesen.

Hierbei handelt es sich um den ersten Teil der Reihe, der kein Kurzroman ist, heißt, ich freue mich hier auf ein vertieftes kennen lernen mit der gesamten Familie, mit ihren Herausforderungen, ihren Träumen und Wünschen.

Tatsächlich freue ich mich aber auch darauf, sie dabei zu begleiten, wie sie ihre Herausforderungen meistern und hoffe sehr darauf, dass die einzelnen Figuren das erreichen, was sie am Ende glücklich macht. Ich habe allerdings auch schon, dass die Gegensätzlichkeit dazu führen wird, dass einige Träume und Wünsche einzelner durchaus konträr zu betrachten sind.

Tatsächlich bin ich mir nicht sicher, welche Frauen der zwanziger Jahre sich Paula Mattis als Vorbild genommen hat, um ihre Figuren zu gestalten. Aber insbesondere bei den starken Frauenrollen spielt auch die Mode und ihre Veränderungen eine nicht ganz unwesentliche Rolle, so leid es Charlottes Mutter sie an, sich doch für den Kirchbesuch ein wenig eleganter zu kleiden und nicht in Stallklamotten das Haus zu verlassen.

Dies ließ mich daran denken, dass auch Coco Chanel zu jener Zeit gelebt hat, zwar erinnert mich keine der Figur direkt an sie und ihr bewegtes Leben denken, aber zumindest in Charlottes Schwester könnte man den Modeaspekt gut aufgreifen.

All diese Aspekte machen mich persönlich neugierig, und lassen mich vermutlich schnell zur Fortsetzung greifen.

Über die Autorin Paula Mattis

„Paula Mattis ist das Pseudonym einer deutschen Autorin, die sich als Autorin von Kinder- und Jugendromanen sowie von Pferdebüchern für Erwachsene einen Namen gemacht hat.“(Droemer Knaur)

Fazit zu „Charlottes großer Traum – Das Gestüt am See“

„Charlottes großer Traum – Das Gestüt am See“ von Paula Mattis ist meiner Meinung nach ein guter Einstieg in die Reihe und eine Geschichte, die vermutlich nicht nur meine Neugier wecken wird.

Tatsächlich halte ich diesen Kurzroman allerdings eher für einen Kurzroman, der sich an weibliche Leserinnen richtet. Dabei könnte dieser historische Schmöker auch durchaus einige Männer ansprechen, denn ein ist dieser Reihen Einstieg Sicherheit nicht, kitschig.

Vielmehr hoffe ich darauf, dass es der Autorin gelingen wird, in der gesamten Reihe ein gutes und anschauliches Abbild des damaligen Frauenbildes zu schaffen, dass mich gleichermaßen gut unterhält, aber auch die Spannung im Roman aufrecht erhält. Nun freue ich mich auf „Stürmische Zeiten“.

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