„Zimtsternträume“ von Sue Moorcroft:(K)ein Weihnachtsroman

„Zimtsternträume“ von Sue Moorcroft
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„Zimtsternträume“ von Sue Moorcroft ist ein schöner winterlicher Roman, der in Teilen in der Advents- und Weihnachtszeit spielt. Trotzdem ist er für mich nicht ausschließlich ein Weihnachtsbuch.

Viel eher erscheint es -ganz ähnlich wie im letzten Jahr der Winterroman „Hannahs Gefühl für Glück“ von Fran Kimmel – als ein Roman mit großen Emotionen und Tiefgang. Obwohl dieser winterlich anmutende Roman einen Zeitraum von Ende Oktober bis etwa Anfang Januar abdeckt, ist er für mich doch kein klassischer Weihnachtsroman.

Vergleicht man Roman mit einem echten Weihnachtsroman, der mich im letzten Jahr gut unterhalten hat, fällt schnell auf, dass bei diesem Roman sehr viele Problem behaftete Figuren versuchen, Lösungen für Probleme zu finden, die sie selbst auf den ersten Blick nicht verursacht haben.

Trotzdem sind sie auch nicht unschuldig an den Problemen, die in ihrem jeweiligen Leben existieren. Ursächlich für ihre Probleme ist nämlich die Tatsache, dass sie viel zu gutgläubig sind.

Das lässt sie ein wenig naiv erscheinen und macht sie somit nicht nur unglaubwürdig, sondern in gewisser Weise auch ein wenig nervtötend. Zumindest, wenn ich es als einen klassischen Weihnachtsroman betrachten wollte. Doch das möchte ich an dieser Stelle nicht.

„Zimtsternträume“ von Sue Moorcroft: (K)ein klassischer Weihnachtsroman?

Wie bereits weiter oben erwähnt, ist es aufgrund der Problembewältigung einiger Figuren für mich kein klassischer Weihnachtsroman. Unter einem Weihnachtsroman verstehe ich nämlich nicht nur, dass er zu Weihnachten spielt, sondern tatsächlich überaus romantisch ist. Ein wenig Erotik oder das Gefühl von Nähe fehlt in diesen Büchern meist ebenfalls nicht.

Bei diesem Buch jedoch ist es ein wenig anders, denn auch wenn es im Verlauf des Buches eine Liebesgeschichte gibt, fehlt mir hier die typisch weihnachtliche Atmosphäre, die durch typisch weihnachtliche Aktivitäten entsteht.

Ja, es gibt Aktivitäten, die etwas mit Weihnachten zu tun haben, Geschenke kaufen, dekorieren und derlei Aspekte, doch treten die angesichts der schieren Flut an Herausforderungen ein wenig in den Hintergrund.

Ich habe in der Vergangenheit viele weihnachtliche Romane gelesen und die meisten würde ich tatsächlich als einen Weihnachtsroman beschreiben. In diesen gibt es auch tiefgründige, die durchaus vor das ein oder andere Problem gestellt werden, doch überwiegen die Probleme nie der weihnachtlichen Stimmung. Genau das war auch meine Erwartung bei diesem starken aber leider alles andere als weihnachtlichen Roman.

Weihnachtliche Aktivitäten werden wenn überhaupt dann nur erwähnt. Zumeist geht es bei „Zimtsternträume“ von Sue Moorcroft um gescheiterte Beziehungen und Existenzen, finanzielle Probleme und Herausforderungen, vor die man als allein erziehender Vater gestellt wird.

All das hat für mich nicht unbedingt viel mit Weihnachten zu tun wenn ich einen Weihnachtsroman lese, möchte ich entspannen, die Sorgen des Alltags vergessen und in eine leicht melancholische aber überaus besinnliche Stimmung kommen.

Melancholie erlebe ich hier in schönster Regelmäßigkeit, aber besinnlich fühle ich mich im Bezug auf diesen Roman erst im letzten Drittel und das ist reichlich spät. Aufgrund dieser Tatsache habe ich mich letztlich entschieden, diesen Roman nicht als einen Weihnachtsroman zu betrachten, sondern als das, was er ist, ein sozialkritischer und emotionsgeladener Roman vor winterlicher Kulisse.

Worum geht’s bei „Zimtsternträume“ von Sue Moorcroft?

Genau genommen besteht dieser Roman aus drei Handlungssträngen, die mal mehr und mal weniger ineinandergreifen. Zunächst gibt es da Hannah Anna Goodbody die sich voll in die Entwicklung des Ladens stürzt, den sie im Auftrag ihres Freundes Albin führt. Albin hatte damals die Räumlichkeiten angemietet, da sie als Engländerin in Schweden keinen Mietvertrag unterschreiben konnte.

Mit diesem Laden in ihr Traum in Erfüllung, doch droht er schon bald wieder zu zerbrechen, denn ihre Beziehung zu Albin läuft alles andere als gut. Aber zunächst glaubte daran, dass es wieder bergauf gehen kann, so wie es in jeder.

Als sie zur Hochzeit ihres Bruders aufbricht, ist sie erleichtert, Albin einige Tage nicht sehen zu müssen, da sie sich eigentlich nicht mehr viel zu sagen. Bei ihrer Rückkehr zerbricht ihr Traum und alles, wofür sie bislang in Schweden gelebt hat.

Geschockt muss sie erkennen, dass sie ihre eigene Existenz auf ihren Partner aufgebaut wird, statt sich selbst zu vertrauen.

Auch Nico, den Hannah schon von Kindheitstagen an kennt, weil einst der beste Freund ihres Bruders war, ist auf Robs Hochzeit zugegen und Hannah freut sich, ihn nach so langer Zeit wieder mit einer gewissen Regelmäßigkeit zu treffen, da sie sich kurz zuvor in Stockholm zum Essen getroffen hatten.

Doch auch bei Nico ist nicht alles eitel Sonnenschein. Er hat sich vor einiger Zeit von seiner Frau Loren getrennt, nachdem diese ihn betrogen hatte und das nicht ohne Folgen geblieben war.

Schon früher hatte sie Probleme mit Alkohol und Medikamenten, doch nun scheint sich das Problem zu zuspitzen. Dass es Lauren nun so schlecht geht, machen ihm aber trotzdem zu schaffen, dass sie sich auf diese Weise weder um Josie, die gemeinsame Tochter, noch um Maria, Josies Halbschwester, die aus dem Seitensprung herausging, kümmern kann.

Kurzerhand nimmt sich Nico beider Mädchen an und stört sich nicht nur in einige Herausforderungen, sondern in echte Probleme, denn Job und zwei Kinder unter einen Hut zu bringen, erscheint ohne die Hilfe Dritter unmöglich.

Als er kurzerhand seinen Job kündigt und ganz ähnlich wie auch Hannah nach Middledip zurückkehrt, beginnen sich die Probleme langsam zu lösen. Aber es gibt noch einige Herausforderungen, die zu bewältigen sind, die es für beide ein fröhliches Weihnachtsfest werden kann.

„Zimtsternträume“ von Sue Moorcroft: eine Geschichte mit Tiefgang

Wenn man mir diesen Roman nicht als Weihnachtsroman angekündigt hätte, sondern zum Beispiel eine Wintergeschichte, wäre ich von der Geschichte selbst begeistert gewesen, denn kitschig ist die Geschichte nicht und somit eigentlich genau das, was ich zu Nicht-Advent-Zeiten eigentlich gerne lese.

Ich mag Romane, die sich auch um ernstere Themen kümmern. Da ich dieses bei einer Weihnachtsgeschichte allerdings nicht erwartet hatte, hatte ich mich auch etwas ganz anderes eingestellt, als das, was sich letztendlich bekommen habe.

Mittlerweile muss ich sagen, dass ich es mir gut hätte vorstellen können, diesen Roman zwischen Weihnachten und Silvester zu lesen, denn als Ausklang nach dem Fest wäre er vermutlich nicht nur lesenswert gewesen, sondern absolut passend.

Allerdings habe ich diesen Roman aufgrund seines Covers, seines Klappentexts und wegen der gesamten Gestaltung für einen romantischen Liebesroman vor weihnachtlicher Kulisse erhalten. Nun, das war dieser Roman nicht, aber immerhin war es ein Roman mit Tiefgang.

„Zimtsternträume“ von Sue Moorcroft: eine Frage des Stils

Aufgrund des überaus lebendigen Stil der Autorin hat man phasenweise das Gefühl, der Roman würde sich ein wenig überschlagen. Tatsächlich liegt dies vor allem an sehr pointierten Dialogen, die zum Teil aufgrund ihrer Geschwindigkeit Emotionalität vermissen lassen und trotzdem manches Mal sehr hitzig sind.

Über Weihnachten wird sich dabei jedoch kaum unterhalten, sondern eher über die Probleme, die es zu lösen gilt.

Eigentlich schade, denn ging es tatsächlich das ganze Buch über um Weihnachten, so wäre es eine sehr schöne weihnachtliche Geschichte. So jedoch muss ich jetzt feststellen, dass mich dieser Weihnachtsroman eher als Winterroman abholen konnte und sich dieses auch in der Art widerspiegelte, wie dieser Roman verfasst wurde.

Über die Autorin Sue Moorcroft

„Sue Moorcroft ist SPIEGEL-Bestsellerautorin. In Deutschland geboren, verbrachte sie ihre Kindheit auf Malta und Zypern und lebt nun in England. Ihr Roman »Winterzauberküsse« stand mehrere Wochen auf der Bestsellerliste.

Auch die folgenden Weihnachtsbücher zeigen, dass Sue Moorcroft Weihnachten einfach zauberhaft findet. Neben dem Schreiben entwirft sie Kurse für die London School of Journalism und ist als Bloggerin aktiv.“ (Fischer Verlage)

Fazit zu „Zimtsternträume“ von Sue Moorcroft

Betrachtet man diesen Roman als einen Roman, der zwar zur Weihnachtszeit spielt, jedoch kein Weihnachtsroman ist, so ist die Geschichte selbst durchaus unterhaltsam und interessant. Da er jedoch als Weihnachtsroman angepriesen wird, habe ich ihn auch als einen solchen gelesen und muss sagen, dass mir hier atmosphärisch einiges gefehlt hat.

Zwar fand ich die Geschichte um Hannah und Nico durchaus unterhaltsam, aber eben wieder romantisch noch besinnlich. Hätte ich diesen Roman im Januar gelesen, hätte er mir vermutlich richtig viel Freude bereitet, aber der Hinweis auf den Weihnachtsroman steckt der bereits im Titel.

„Zimtsternträume“ ist eindeutig eine Anspielung auf die Vorweihnachtszeit. Somit muss ich sagen, es handelt sich bei diesem Roman einen winterlichen Roman mit Schwächen in der B-Note.

Für wen ist dieses Buch geeignet? Nun, ich würde behaupten, dass es ein Buch ist, dass für all jene geeignet ist, die nicht unbedingt eine romantische Weihnachtsgeschichte suchen, sondern eher eine, die den Ernst des Lebens zeigt.

Wer also gerade eher auf der Suche nach einer romantischen Liebesgeschichte vorweihnachtliche Kulisse ist, sollte vielleicht eher zu einem anderen greifen. Hier bieten sich zum Beispiel die Weihnachtsroman von Petra Schier an.

Durch die Tatsache, dass es sich bei „Zimtsternträume“eher um einen Winterroman handelt, lässt er sich übrigens auch nach Weihnachten noch wunderbar lesen. Zeitlos ist er jedoch nicht. Denn tatsächlich benötigt dieser Roman eine vergleichsweise winterliche Kulisse.

Da dieser Roman gleichzeitig auch ein wenig nachdenklich macht, und problematische Aspekte thematisiert, die man durchaus als Sozialkritik einstufen kann, ist dieser Roman eher etwas für Leserinnen und Leser, die es ein wenig tiefgründiger mögen.

Wobei tiefgründig in diesem Fall konkret nicht schwer gängig heißt. „Zimtsternträume“ ist ein barmherziger aber keinesfalls ein leichter Roman. Es ist eine Liebesgeschichte, die aber frei von Kitsch und nahezu frei von Romantik erscheint und bei dem das Weihnachtsfest selbst auch nicht dem Mittelpunkt der Geschichte bildet. Somit man sich fragen, ob es das ist, was man sich selber wünscht und, ob das Buch vielleicht gerade jetzt Zeit passt.

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