„Weihnachten im kleinen Inselhotel“ (Floras Küche 4) von Jenny Colgan

„Weihnachten im kleinen Inselhotel“ (Floras Küche 4) von Jenny Colgan
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Mit „Weihnachten im kleinen Inselhotel“ von Jenny Colgan wird die Reihe „Floras Küche“ fortgesetzt und obwohl es sich dem Titel nach, wie eine klassische Weihnachtsgeschichte anhört, war ich froh, diese Geschichte erst zum Jahreswechsel gehört zu haben.

Denn obwohl Weihnachten hier eine Rolle spielt, muss es als Teil der Reihe „Floras Küche“ betrachtet werden. Schließlich treffen wir all die lieb gewonnenen Figuren auch in diesem winterlichen Hörbuch wieder.

Tatsächlich besitzt die Geschichte selbst aber deutlich mehr Tiefgang, als man es von einem klassischen Wohlfühlroman gewöhnt ist. Würde man bei einem klassischen Wohlfühlroman von locker leichter Unterhaltung sprechen, habe ich das Gefühl, dass es Jenny Colgan um ein wenig mehr geht, denn in mancherlei Hinsicht besitzt ihre Romanwelt mit all den handelnden Figuren Tiefe und Vielschichtigkeit.

„Weihnachten im kleinen Inselhotel“: fast wie eine Rückkehr zu guten Freunden

Wer also die vorangegangenen drei Teile um Floras Küche kennt, der ahnt, dass ich hier auf die ein oder andere Vorgeschichte der einen oder anderen Figur anspiele. Doch auch wer das erste Mal nach Mure reist dürfte schnell merken, dass es sich anfühlt, als würde man die Figuren schon ewig kennen.

Gut, wer sich nicht an die Reihenfolge dieser Reihe hält, nimmt sich selbst einen großen Teil der Unterhaltung, aber letztendlich kann man auch jeden Teil für sich hören.

Da ich selbst alle Teile dieser Reihe gehört habe, fühlte sich für mich ein wenig so an, als wäre ich mit dieser Geschichte zu guten Freunden zurückgekehrt.

Bei unserer Rückkehr treffen wir zunächst auf Flora, auf Joel und den kleinen Douglas, bevor wir dann auch auf Lorna, Said und die Kinder treffen. Das zu Flora nicht nur Floras Kleinfamilie gehört, sondern auch ihre Geschwister und deren Familie, wissen wir bereits aus den vorangegangenen Hörbüchern.

Denn natürlich dreht sich bei diesem Hörbuch alles um ein Hotel und das gehörte einst dem Ehemann von Finton. Colton Rogers hat nicht nur viel Geld in die Umbauarbeiten und das Projekt gesteckt, sondern auch viel Herzblut.

Sein Vorhaben war es, dass sich die Gäste wohl fühlten und dass dieses Hotel perfekt in das schottische Ambiente passt. Doch bevor das Hotel eröffnen konnte, starb Colton überraschend und Finton fiel in ein vergleichsweise tiefes Loch.

Um Finton bei seinem Erbe zu helfen, übernimmt Flora jene Verantwortung, zu der ihr Bruder sich momentan außerstande fühlt. Sie treibt alles voran, dass für eine stilvolle Eröffnung zu Jahresanfang notwendig ist.

Das Team, dass sie für die Küche engagiert ist dabei eine echte Herausforderung, schließlich gibt es einen engagierten Küchenchef, aber einige auf den ersten Blick nutzlose Küchenhilfen, die ihr eigenes Päckchen zu tragen haben.

„Weihnachten im kleinen Inselhotel“: Einfühlsam, tragisch, aber auch komisch

Diesen Roman, den ich als Hörbuch gehört habe, als einen Wohlfühlroman zu beschreiben, fällt leicht, da er sehr einfühlsam ist. Allerdings enthält „Weihnachten im kleinen Inselhotel“ auch einige tragische Momente. Wohingegen man Minuten später schon fast wieder schmunzeln kann.

Theoretisch wäre es wohl passend, wenn man sagen würde, diese Geschichte erzählt sich ebenso leicht, wie lebendig. Es ist eine Achterbahnfahrt der Gefühle, doch so ganz würde diese Beschreibung die Rezeption der Geschichte nicht beschreiben, denn aufgrund der Tatsache, dass hier jeder Inselbewohner der kleinen Insel Mure seine eigene Geschichte erzählt, hat man stets das Gefühl, als Zuhörerin oder Zuhörer mittendrin zu sein und ebenfalls auf der Insel heimisch.

„Weihnachten im kleinen Inselhotel“: Geschichten, die das Leben schreibt

Dieses Gefühl setzt sich auch fort, wenn man sich die einzelnen Aspekte dieser winterlich anmutenden Geschichte im Detail ansieht, denn obwohl man hier nicht unbedingt sagen kann, dass jeder Hörer die Möglichkeit hätte, etwas vergleichbares zu erleben, handelt es sich dennoch um Geschichten, die das Leben schreibt.

Vielleicht nicht in Gänze und doch in leicht abgewandelter Form handelt es sich aber um Aspekte, die man im echten Leben tatsächlich treffen könnte. Den Mann, dessen Vergangenheit man nicht kennt, die Frau die auf einmal ihr altes Leben hinter sich lässt, entweder weil sie selbst so entschieden hat, oder weil es die Situation notwendig machte.

Eine junge Frau, die erkannt hat, dass man sich auf nichts im Leben verlassen sollte, weil sie in der Kindheit einen schweren Verlust erlitten hat und ein Mann, der sein Leben vergisst, nachdem die Liebe seines Lebens verstorben ist.

„Weihnachten im kleinen Inselhotel“ von Jenny Colgan hat eine Menge zu bieten und ist dabei höchst emotional, sodass es mich gleichermaßen auffüllt und entspannt. Tatsächlich habe ich das Gefühl, das Leben der Inselbewohner beobachten, ohne dass hier gewertet werden müsste oder gewertet worden wäre.

„Weihnachten im kleinen Inselhotel“: Lebenskluge Erzählweise

Die Art, wie Jenny Colgan die Geschichte um Flora und ihre Freunde und Familie beschreibt, ist lebendig. Sie zeigt die Lebensentwürfe und Leben der einzelnen Figuren, ohne dabei selbst eine Wertung vorzunehmen.

Gleichzeitig mit den zahlreichen Herausforderungen, die das Leben so schreibt, bietet sie ihren Figuren aber auch gleich einige passende und manchmal keinesfalls leichte Entscheidungen an, die sie in ihrem Leben voranbringen und verändern.

Persönlich mag ich die Art, wie die Autorin ihre Geschichte selbst erzählt und ihre Figuren auf die ein oder andere Weise vor dem menschlichen Auge lebendig werden lässt. Trotzdem handelt es sich für mich aufgrund der unerwarteten Tiefe dieses Romans nicht unbedingt um einen klassischen Wohlfühlroman, da hier in manchen Teilen die Leichtigkeit zu fehlen scheint.

Die die lebenskluge Darstellung, für die sich Jenny Colgan hier bewusst entschieden hat, passt so gut zu Geschichte, dass man sich tatsächlich wohl fühlt, als wäre man im Winter eine warme Decke eingehüllt und wüsste nicht, wer einem die Decke so liebenswürdig umgelegt hat.

Im nächsten Moment merkt man dann vielleicht, dass die wärmende Decke genau das ist, was man aktuell benötigt, doch man weiß nicht, bei wem man sich den bedanken soll.

Im Fall von dieser Geschichte hätte diese wärmende Decke auch ein befeuerter Kamin sein können, der hin und wieder einmal ein wenig herunter genommen, sodass man stets das Gefühl hat, zwischen einem starken Wärmegefühl und dem Moment der Abkühlung zu wechseln.

All das lässt diesen Roman zu einem Erlebnis werden, den ich so im nächsten Jahr wieder hören könnte, da er tatsächlich ein Gefühl von „Ich bin angekommen!“ vermittelt

Über die Autorin Jenny Colgan

„Jenny Colgan studierte an der Universität von Edinburgh und arbeitete sechs Jahre lang im Gesundheitswesen, ehe sie sich ganz dem Schreiben widmete. Mit dem Marineingenieur Andrew hat sie drei Kinder, und die Familie lebt etwa die Hälfte des Jahres in Frankreich.

Ihre Romane um „Die kleine Bäckerei am Strandweg“ und „Die kleine Sommerküche am Meer“ waren internationale Erfolge und standen wochenlang auf der Spiegel-Bestsellerliste.“ (Piper Verlag)

Über die Sprecherin Vanida Karun

Vanida Karun ist gelernte Schauspielerin und studierte Sprechwissenschaften und Sprecherziehung am Centrum für Rhetorik, Kommunikation und Sprechwissenschaften der Wilhelms Universität Münster.

Seit über fünfzehn Jahren steht sie für verschiedene, unter anderem preisgekrönte, Produktionen auf der Bühne und vor der Kamera (z. B. »Von Mädchen und Pferden«, »Tatort«, »Traumschiff«). Seit 2013 ist Vanida Karun Ensemblemitglied der Bühne für Menschenrechte.

Parallel arbeitet sie als Dialogregisseurin und Coach und liest erfolgreich Hörbücher ein, u. a. Romane von Bestsellerautorinnen wie Jenny Colgan oder Nora Roberts.“ HörbuchHamburg

Ich habe schon viele Hörbücher gehört, die von Vanida Karun eingesprochen wurden und mag die Art, wie sie jeder einzelnen Figur mit ihrer Stimme zum Leben erweckt. Auch auf dieses Hörbuch habe ich mich sehr gefreut, bedeutete es doch, dass ich wieder auf eine Insel zurückkehrte, die ich in den vergangenen Teilen dieser Reihe bereits kennengelernt habe.

Im Fall von Vanida Karun finde ich es zudem einen Vorteil, dass sie die ganzen Teile der Reihe eingelesen hat und man somit auch gleich eine vertraute Stimme hört, die einem die Geschichte erzählt.

Ja, tatsächlich muss ich hier wohl sagen, sinnvoll ist, dass sie den Eindruck erweckt, sie würde die Geschichte erzählen, denn die Tatsache, dass Jenny Colgan zwischen den einzelnen Figuren wechselt, macht die Erzählweise dieser Sprecherin zu einem echten Hörgenuss und -Erlebnis.

Fazit zu „Weihnachten im kleinen Inselhotel“

Da „Weihnachten im kleinen Inselhotel“ der Teil einer Reihe, ist es eigentlich egal, dass es sich um ein Weihnachtshörbuch handelt, denn die Sommerhörbücher, die es ebenfalls von Jenny Colgan gibt, kann man ebenso gut im Winter hören, wie man dieses Hörbuch auch im Sommer hören könnte.

Wobei, etwas seltsam würde es schon anmuten, denn mit dem ganzen Schnee, würde es mich im Sommer deutlich herunterkühlen. Das wäre dann vielleicht insbesondere für heiße Tage recht passend.

Aber Spaß beiseite, tatsächlich kann ich „Weihnachten im kleinen Inselhotel“ all jenen empfehlen, die die vorangegangenen Teile der Reihe Floras Küche ebenfalls gehört oder gelesen haben. Mir persönlich hat es viel Spaß gemacht, auch dieses Mal wieder eine Auszeit auf Mure zu nehmen.

Tatsächlich hoffe ich auf weitere Fortsetzungen, denn der alte mit den einzelnen Inselbewohner bietet sicher noch viel Potenzial. Und mich weiter oben schon ausführte, fühlt es sich fast so an, als würde man nach Hause kommen.

Wer jetzt schon nach guten Hörbüchern für den nächsten Herbst ist, könnte hier tatsächlich fündig geworden sein, denn obwohl man es sich auch im Sommer hören kann, stellt sich wohl kaum die gleiche Stimmung ein, wie wenn man es im Spätherbst hört.

Die Adventszeit muss zwar nicht unbedingt sein, aber allein vom Gefühl ist es wohl doch ein anderes, wenn man gar keinen Bezug zu ihr nimmt.

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