„The Maid – Ein Zimmermädchen ermittelt“ von Nita Prose

„The Maid – Ein Zimmermädchen ermittelt“ von Nita Prose
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„The Maid – Ein Zimmermädchen ermittelt“ von Nita Prose ist ein ungewöhnlicher Krimi, der von Anna Thalbach gelesen, sein Potenzial entfaltet.

Gleich zu Anfang lernen wir Molly kennen, ein Zimmermädchen, das in Bertrams Hotel seine Berufung findet. Auf den ersten Blick ist sie sehr ungewöhnlich, erzogen von einer älteren Dame liegt sie ein verhältnismäßig altes Weltbild zugrunde. Sie glaubt noch daran, dass die Menschen gut sind und es ist ihr egal, wie sie auf sie wirken.

Tatsächlich könnte man diese Betrachtung als durchaus naiv bezeichnen und genauso wird Molly auch zunächst auf die Hörer. Für sie ist Ordnung darüber hinaus nicht nur das halbe Leben, sondern sogar das ganze. Jedes Zimmer dass sie verlässt, erfüllt die Anforderungen des Hotels nicht nur zu 100 %, sondern darüber hinaus bis zur gänzlichen Perfektion.

Ihre Welt gerät aus den Fugen, als ein Hotelgast während seines Aufenthalts zu Tode kommt. Da sie selbst aufgrund ihres ungewöhnlichen Benehmens und Verhaltens schnell ins Visier der ermittelnden Beamten gerät, Freunde sie sich mit der ihr schon seit längerem bekannten Witwe an. Und lässt sie sehr nah an sich heran…

„The Maid – Ein Zimmermädchen ermittelt“ von Nita Prose: Ungewöhnliche Freundschaften

Von ungewöhnlichen Freundschaften enthält dieser ungewöhnliche Kriminalroman durchaus mehr als nur eine. Mollys Gutgläubigkeit lässt sie leicht Freunde finden, doch nicht alle Freunde meinen es auch tatsächlich gut mit ihr.

Nutzen Sie einfach aus, um Freunde kostenlos in Hotelzimmer unterzubringen, Waffen aus Hotelzimmer verschwinden zu lassen oder Ähnliches. Allzu häufig ist sich Molly der Tatsache gar nicht bewusst, verwischt Spuren von Verbrechen ohne Darüber nachzudenken. Das entsprechende Zimmer muss schließlich ordentlich sein.

Die Tatsache, dass Freunde und Kollegen sie regelmäßig für solche Dienste missbrauchen, fällt Molly erst auf, als sie selbst verdächtigt wird. Wahre Freunde findet sie erst gegen Ende der Geschichte, aber das macht die Geschichte selbst recht interessant.

Obwohl man Molly wie zu Beginn gesagt für ein wenig naiv hält, ist jedoch ein überaus liebenswerter Charakter.

„The Maid – Ein Zimmermädchen ermittelt“ von Nita Prose: authentische Perspektive

Die Tatsache, dass wir die Geschichte aus Mollys Perspektive erleben, verbirgt recht lange vor unseren Augen, wer den toten Hotelgast zu verantworten hat. Man selbst ermittelt also praktisch weit weniger naiv als Molly selbst mit, sodass ich als Zuhörerin stets potentielle Verdächtige bei der Hand hatte.

Bei genauer Betrachtung erscheint nämlich jeder irgendwie verdächtig oder fast jeder. Obwohl die Handlung definitiv einen zweiten Blick wert war, brauchte ich einen Moment, um mich mit der Perspektive von Molly wohl zu fühlen, denn die Naivität, die Molly ausstrahlt, während sie von ihrem Alltag als Dienstmädchen erzählt, ist zunächst durchaus ein wenig ungewöhnlich.

„The Maid – Ein Zimmermädchen ermittelt“ von Nita Prose: aus dem Alltag eines Zimmermädchens

Ebenso erscheint es zunächst ungewöhnlich, dass in diesem Krimi ein Zimmermädchen ermittelt. Diese Tatsache weckte meine Neugier, sich auf die Geschichte aufmerksam wurde. Ich glaubte zunächst, dass es sich bei diesem Kriminalroman ähnlich verhalten würde, wie bei Miss Marple, erkannte dann aber schnell, dass es ein Irrtum war.

Von Miss Marple hat dieser Krimi recht wenig, aber dafür blickt er tief in den Alltag eines Zimmermädchen und macht neugierig darauf, wer am Ende der Täter ist. Letztlich kann ich also sagen, dass dieser Krimi durchaus Potenzial hat, in seiner ungewöhnlichen Darstellung aber insbesondere zu Beginn nicht immer ganz einfach und eindeutig erscheint.

„The Maid – Ein Zimmermädchen ermittelt“ von Nita Prose: Unterhaltsam, ungewöhnliche Handlung

Tatsächlich kann ich sagen, dass mich diese ungewöhnliche Handlung von Anfang an abgeholt hat, mich die Art und Weise, wie Molly angelegt ist jedoch manchmal daran zweifeln ließ, dass dieser Krimi zu einem guten Ende finden würde.

Versteht mich nicht falsch, ich mochte Molly und fand ihre Naivität überaus unterhaltsam, denn sie war das, was man in der heutigen Welt viel häufiger bräuchte und doch so selten findet. Gutgläubigkeit und Naivität, mit der Molly durch ihr Leben ging, auf Pausen verzichtete und Extrawünsche von Hotelgästen erfüllte, war erfrischend und doch hatte ich stets das Gefühl sie irgendwann einmal schütteln zu müssen.

Gerade im Zusammenspiel mit anderen erwies sich diese charakterliche Besonderheit aber auch als überaus unterhaltsam und machte den Krimi zudem, was er war, eine überaus unterhaltsame pointierte Geschichte.

„The Maid – Ein Zimmermädchen ermittelt“ von Nita Prose: Ein typischer Cosy Crime

nicht ganz sicher bin ich mir, ob man diesen Krimi als einen klassischen Krimi betrachten kann, denn er ist weitestgehend, wenn nicht sogar vollständig, unblutig. Die Besonderheit der Protagonistin weckte meine Neugier auf diesen Krimi, was vielleicht eine Parallele zum ersten Fall von Martha Gerlach ist, aber sonst haben die beiden Protagonistinnen eigentlich nicht viel miteinander gemeinsam. Außer vielleicht das eine, beide glauben an das Gute im Menschen.

Obwohl beide Krimis durchaus dem Genre Cosy Crime zugeordnet werden können, gibt es zwischen beiden verhältnismäßig wenig Parallelen und doch sind beide vergleichsweise typisch. Beide sind unblutig und mit Ermittlern, die nicht zur Polizei dazugehören. Darüber hinaus enthalten beide weibliche Ermittlerinnen.

Persönlich mag ich einen unblutigen und ja vielleicht doch eher gemütlichen Krimi ab und an mal ganz gerne, und gerade in der jetzigen Zeit ist der neben einem stressigen Alltag doch sehr entspannend. Vor allem erzeugte keine schlaflosen Nächte und ist dennoch so unterhaltsam und fesselnd, dass man nicht aufhören kann, der Geschichte zu folgen.

„The Maid – Ein Zimmermädchen ermittelt“ von Nita Prose: Stilistisch mit den Augen der Protagonistin

Was den Stil dieser Geschichte angeht, muss ich wohl eingestehen, dass ich gerade zu Beginn einige Probleme hatte, mich in diese Geschichte einzufühlen, doch nachdem es mir einmal gelungen war, von Mollys Charakterschwächen abzusehen, gewann ich den Krimi nach und nach richtiggehend lieb.

Mir persönlich wäre bei dieser Geschichte sogar eine Fortsetzung recht, um zu sehen, inwieweit sich Molly im Lauf der Zeit verändert. Die Einflussnahme durch die Großmutter ist mit deren Tod vor einigen Monaten rückläufig und Molly hat die Kraft und Energie ihre eigenen Erfahrungen zu machen.

Ich glaube, dass auch weitere Fälle denkbar wären, die im Hotel spielen könnten. Ein Mord muss es dabei keinesfalls immer sein, aber auf jeden Fall etwas, dass das Fingerspitzengefühl eines Zimmermädchens benötigt.

Möglicherweise gewinnt Molly im Verlauf der Zeit auch noch ein wenig an Scharfsinn, sodass sie stärker hinterfragt und auch der Stil noch an Schärfe gewinnt. Zwar hat mir der Stil nach einer kurzen Eingewöhnung recht gut gefallen, aber die Naivität kostet mich als Hörerinnen schon einige Nerven und das obwohl Anna Thalbach die Geschichte überaus lebendig und authentisch spricht.

Hätte ich diese Geschichte als Buch gelesen, wenn ich mir nicht sicher, ob ich der gesamten Geschichte gefolgt wäre. Das Hörbuch jedoch war ausdrucksstark und zeichnet Anna Thalbach wieder einmal als professionelle und routinierte Sprecherin aus.

Insgesamt konnte ich den Eindruck gewinnen, dass Anna Thalbach die Stilistik dieses Buches oder besser gesagt dieser Geschichte noch einmal gekonnt unterstreicht und somit Molly vor den Augen der Zuhörer lebendig werden lässt.

Über die Sprecherin Anna Thalbach

„Anna Thalbach stand bereits mit sieben Jahren das erste Mal für einen Kinofilm vor der Kamera. Seitdem arbeitet sie gleichermaßen erfolgreich für Theater, Film und Fernsehen. Mit ihrer ausdrucksstarken Stimme ist sie eine der gefragtesten Hörbuchsprecherinnen.“ (Argon Verlag)

Über die Autorin Nita Prose

„Nita Prose ist Cheflektorin der kanadischen Verlagsdependance Simon&Schuster und betreute schon viele Bestsellerautor*innen. In ihrer Freizeit liebt sie es, in ihrem Garten zu graben, Salsa zu tanzen oder mit ihrem Hund spazieren zu gehen. Sie lebt in Toronto – in einem nur mittelmäßig gut geputztem Haus. „The Maid“ ist ihr Debüt.“ (Droemer Knaur)

Fazit zu „The Maid – Ein Zimmermädchen ermittelt“ von Nita Prose

alles in allem handelt es sich bei diesem Krimi um einen richtig guten Cosy Crime, von dem ich mir persönlich jedoch etwas anderes erwartet hatte. Nach einer kurzen Eingewöhnung wurde ich dann aber doch warm mit der Geschichte und kann daher sagen, dass ich euch das Hörbuch empfehlen würde zu hören, wenn ihr unblutige aber spannende Lektüren mögt.

Vermutlich habt ihr bezüglich der Protagonistin ähnliche Fantasien wie ich. Zum Glück kann man eine Protagonistin nicht schütteln, denn sie ist ja in den Seiten gefangen. Tatsächlich haben wir als Leserinnen oder Hörerinnen auch keinen Einfluss auf die Handlung, was gerade in diesem Fall gut ist.

Allerdings haben wir durchaus die Möglichkeit selbst überlegen, wenn wir als potentielle Verdächtige einstufen würden. Blicken wir dabei über den Tellerrand hinaus, den Molly uns gewährt, kommen wir auf ganz unterschiedliche Verdächtige ganz unterschiedliche Motive.

Spannung ist so auf jeden Fall garantiert, aber noch mehr als das, nämlich gute Unterhaltung. Ich kann euch leider nicht genau sagen, ob es sich lohnt, den Roman selbst zu lesen, da ich nicht weiß, inwieweit das selber lesen die Wahrnehmung der Protagonistin verändern würde.

Während des Hörens hatte ich bei diesem Hörbuch den Eindruck, Molly selbst würde mir ihre Geschichte erzählen. Diese Besonderheit hat mir letztlich auch den Zugang zur Geschichte erleichtert.

Aus diesem Grund weiß ich nicht, ob ich euch nun empfehlen soll das Buch selbst zu lesen oder das Hörbuch zu hören. Meiner Meinung nach handelt es sich hierbei um reine Geschmackssache. Wer lieber liest als hört, kann sich auch mit dem Roman überaus glücklich werden, aber für mich hat Anna Thalbach diese Geschichte zu einem echten Erlebnis werden lassen.

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