Eine Zeit, die alles verändert: Das ist “Ende”

Voraussichtliche Lesezeit: 2 Minuten.

Als ich mit “Ende” von David Monteagudo anfing, war ich skeptisch in welche Richtung das Buch sich entwickelt. Nun nachdem ich das Buch beendet habe, kann ich euch sagen: Es ist eine Gesellschaftskritik mit psychologischen Spannungselementen.
Die Anfangsidee ist denkbar einfach: Neun Freunde planen nach 25 Jahren eine Réunion. Was erst einmal wie einer Kurzgeschichte klingt, entwickelt sich durch Spannungselemente, wie einem Stromausfall, einem einsam gelegenen Treffpunkt sowie plötzlich verschwindenden Menschen schnell zu einem spannenden Roman mit überraschenden Wendungen. Da jeder unserer Protagonisten etwas aus seinem Leben verheimlicht und alle sich weiterentwickelt haben, kommt es zu zahlreichen Streits und Eskalationen, die so nicht vorhersehbar waren, aber doch zu erahnen, wenn man mal kurz darüber nachdenken, wie sehr ein Mensch durch andere beeinflusst wird. Die Freunde haben sich schlicht und ergreifend in unterschiedliche Richtungen entwickelt.
David Monteagudo  ist es mit seinem Stil gelungen mir die Beweggründe jedes Einzelnen näher zu bringen. Die Aussage “Zeig es mir!” bekommt in diesem Buch eine echte Bedeutung, denn der Autor beschreibt die Probleme nicht, er zeigt sie. Im Großen und Ganzen kommt dieses Buch ohne große Beschreibungen aus. Ich möchte sogar soweit gehen und folgende Behauptung aufstellen: ”Wenn man dieses Buch 12 Menschen zu lesen gäbe, dann würde man 12 verschiedene Beschreibungen der Örtlichkeiten bekommen, die sehr unterschiedlich sein können. Die einzige Gemeinsamkeit ist die Einsamkeit der Lokalität.”
Normalerweise würde mich das kolossal stören, da ja mein Kopfkino so nicht funktioniert. In diesem Fall ist es jedoch anders. Der hat auf große beschreibende Passagen verzichtet, weil er sie nicht braucht. Diese Geschichte könnte so überall passieren und selbst die Figuren könnte man durch andere ersetzen.   Worauf es bei diesem Buch ankommt, wird beim Lesen schnell klar. Das Innere der Figuren steht im Mittelpunkt der Handlung.
Monteagudo spielt mit zum Teil widersprüchlichen Charakteren, die sehr vielschichtig erscheinen. Tatsächlich geht es hier um ein Problem, dass in unserer Gesellschaft nicht selten ist. Es geht um Toleranz und Akzeptanz.
Wie mir das Buch gefallen hat lässt sich nicht einfach in zwei Sätzen sagen. Es ist ein Buch, das aufgrund der Vielzahl der Protagonisten und kritischer Punkte nicht gerade leicht zu lesen ist. Es ist ein Buch, das man nicht mal ebenso weg liest – über das man längere Zeit nachdenken kann und sollte. Mir persönlich gefiel Buch gut. Allerdings muss man für dieses Buch Zeit mitbringen.
Fazit: Eine absolute Empfehlung für Liebhaber anspruchsvollerer Bücher, die gerne ein wenig interpretieren.
Danke an den Rowohlt Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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“Ende” von David Monteagudo
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