„Die Gewürzhändlerin“ (Kreuz-Trilogie 2) von Petra Schier

„Die Gewürzhändlerin“ (Kreuz-Trilogie 2) von Petra Schier
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„Die Gewürzhändlerin“ von Petra Schier ist die Fortsetzung von „Die Eifelgräfin“ und war somit ein Roman, den ich unbedingt lesen wollte. Schließlich wollte ich unbedingt erfahren, wie es mit Luzia Bongart und ihrer Herrin Elisabeth von Manten weitergeht.

Mittlerweile habe ich auch den zweiten Teil dieser Reihe beendet. Genau aus diesem Grund weiß ich, dass es in dieser Fortsetzung weniger Elisabeth als vielmehr um Luzia geht. Diese Tatsache erscheint auf den ersten Blick ein wenig überraschend, aber tatsächlich ist Luzia der gesellschaftliche Aufstieg gelungen von der Leibmagd wurde sie zur Gewürzhändlerin.

„Die Gewürzhändlerin“ von Petra Schier: ein kluger Hitzkopf

Naja, ganz so einfach, wie es mir klingt war das natürlich nicht, aber die Grundlagen hierfür wurden auch schon im ersten Teil gelegt, denn Elisabeth hatte ihrer Magd das Lesen und Schreiben beigebracht und sie sich im Laufe der Zeit mit Mathematik beschäftigt.

Als Martin Wied, der örtliche Weinhändler nun Hilfe an seinem Marktstand braucht, springt Luzia ihm kurzerhand bei. In seiner Abwesenheit verkauft sie derartig viele Produkte, dass sie sich schon bald als unverzichtbar für ihn herausstellt und ihn aus mancher Notlage befreit.

Ihr freches Mundwerk brachte sie aber selbst auch in die ein oder andere missliche Lage. Obwohl sie bei Elisabeth von Manten eine gute Ausbildung ein höfliches Benehmen erhalten hatte, merkt die Mutter von Martin Wied schnell, dass mit ihr irgendetwas anders, ohne jedoch in Worte fassen zu können, was sie so skeptisch gegenüber der jungen Frau macht.

Gebildete Frauen waren zu jener Zeit eher höheren gesellschaftlichen Schichten zu finden, denn Mägde konnten es sich schlicht und ergreifend nicht erlauben, eine Schulbildung zu erhalten. So wäre es auch Luzia gegangen, wenn sie nicht von Elisabeth gefördert worden wäre.

Mittlerweile rechnet sich schneller und besser als manch ein Mann und lässt sich auch nicht über den Tisch ziehen. Martin Wied hatte in Luzia also eine wunderbare Gehilfin gefunden, sodass es kaum verwunderlich ist, dass er mit ihrer Herrin darüber verhandelt, ob er sie sich einmal „ausleihen darf“. Zunächst nur für die Markttage.

„Die Gewürzhändlerin“ von Petra Schier: Ein Mann mit Vergangenheit

Dass es sich bei Martin Wied keinesfalls um einen jungen erfolgreichen Geschäftsmann handelt, wird deutlich, wenn man sich einmal anschaut, dass er ein Mann mit Vergangenheit ist.

Seine Vergangenheit hat den gezeichnet und das in mehr als einer Hinsicht. Die Narben sieht man noch heute auf seiner Haut, eine Beziehung zu führen, scheint fast unmöglich, da die Frauen sich vor ihm fürchten. Das jedoch muss gar nicht nur für eine Beziehung gelten, es gilt eigentlich für jeden, der ihn nicht so gut kennt.

Gleichzeitig besitzt Martin Wied aber das Talent, geschäftstüchtig zu sein. Er weiß wir Verträge aushandeln, wie einen Kauf oder Verkauf organisiert und es mittlerweile ein erfahrener Geschäftsmann, was ihn zu einem begehrten Junggesellen.

So zumindest denken die geschäftstüchtigen Väter von Jungfern im heiratsfähigen Alter. Das kann nicht gut gehen. Martin Wied zögert die Entscheidung hinaus.

Schließlich gibt es in seiner eigenen Familie genug zu tun, als dass er sich nicht auch noch eine junge Frau suchen möchte, die sicher ebenso sehr seine Aufmerksamkeit fordern würde. Darüber hinaus hat er nicht unbedingt den Eindruck, dass es sinnvoll ist, eine Frau zu heiraten, die ihn nur als eine eheliche Pflicht betrachtet.

„Die Gewürzhändlerin“ von Petra Schier: ein gradliniger historischer Roman

Wer den ersten Teil dieser Trilogie gelesen hat, wird auch mit dem zweiten Teil seine helle Freude haben, denn die Geschichte wird nahtlos fortgeführt und ja, es gibt viele Wiedersehen mit alten Bekannten.

Dennoch ist diese Geschichte durchaus authentisch. Dass Luzia eine gute Stellung erlangt hat, ist das eine, und ja in historischen Romanen gibt es viele starke Frauen. Trotzdem erleben wir viele Aspekte des Lebens im Mittelalter.

Dass Petra Schier selbst Geschichte studiert hat, zeigt sich in Romanen wie diesem. Obwohl bestimmte Merkmale historischer Romane wohl in nahezu allen Romanen ähnlich sind sie Geschichte keinesfalls langweilig, sondern spannend und unterhaltsam.

Ich bin gespannt, wie sich diese Reihe mit „Die Bastardtochter“ fortsetzen wird. In diesem lernen wir nämlich die uneheliche Tochter des Grafen von Manten näher kennen.

Die Geschichte wird also ein weiteres Mal geradlinig fortgesetzt. Die sich bietende Geradlinigkeit macht die Geschichte für meinen Geschmack sehr lebendig. Es gibt kaum zeitliche Sprünge, die sich nicht aus der Geschichte selbst ergeben können. All das macht „Die Gewürzhändlerin“ für mich zu einem echten Leseerlebnis.

„Die Gewürzhändlerin“ von Petra Schier: Luzias Aufstieg

Während des Lesens dieses Romans habe ich mich in regelmäßigen Abständen gefragt, inwieweit ich Luzias sozialen und gesellschaftlichen Aufstieg als realistisch betrachten kann.

Insgesamt frage ich mich das auch immer noch, weiß aber, dass es einige Händlerinnen im Mittelalter gegeben haben muss. Fraglich mich immer noch, ob diese nicht eher aus einer höheren gesellschaftlichen Schicht kommen.

Ich unterstelle hier nicht, dass die Geschichte unglaubwürdig ist, denn mit der richtigen Förderung ist es heute bekanntermaßen (fast) jedem möglich, lesen und schreiben zu lernen und mit diesen Fähigkeiten ist die Grundlage für weiteres Wissen gelegt.

Trotzdem sehe ich diesen Aspekt ein wenig kritisch, da ich mich frage, inwieweit Herrinnen tatsächlich ihre Mägde in Sachen lesen und schreiben ausgebildet haben. Schließlich bedeutet Wissen auch in der heutigen Zeit noch einiges an Macht.

Letztlich könnte man diese Geschichte auch als eine Ausnahmegeschichte betrachten, weswegen ich diesen Aspekt nicht allzu kritisch betrachte. Die Geschichte als solche ist glaubwürdig und gilt für mich somit auch als authentisch. Viele dieser Mägde wird es aber wohl im Mittelalter nicht gegeben haben.

Über Die Autorin Petra Schier

„Petra Schier, Jahrgang 1978, lebt mit ihrem Mann und einem Schäferhund in einer kleinen Gemeinde in der Eifel. Sie studierte Geschichte und Literatur und arbeitet seit 2005 als freie Autorin. Ihre historischen Romane, darunter die Reihe um die Apothekerin Adelina, vereinen spannende Fiktion mit genau recherchierten Fakten. Petra Schier ist Mitglied des Vorstands der Autorenvereinigung DELIA.“ (Rowohlt)

Fazit zu „Die Gewürzhändlerin“ von Petra Schier

Wie auch schon vorangegangene historische Romane von Petra Schier habe ich mich auch in diesem Roman sehr wohl gefühlt. Persönlich finde ich Petra Schiers Art über das Mittelalter zu schreiben authentisch und glaubwürdig.

Gleichzeitig ist die Sprache nicht so kompliziert, als dass man sich in den Romanen nicht. Mir persönlich fallen dabei immer wieder die spritzigen Dialoge auf, wie es so im Mittelalter mutig nicht gegeben hat, die Themen jedoch könnten genauso stattgefunden haben.

All das macht Romane wie diesen für mich zu einem Erlebnis und „Die Gewürzhändlerin“ wird hier auch keine Ausnahme. Es wird vielleicht einige Zeit dauern, bis sich „Die Bastardtochter“ gelesen habe, aber ich freue mich auch schon auf dieses Erlebnis. Schließlich will ich wissen, wie es mit Elisabeth, Luzia und ihren Freunden weitergeht.

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