Bücher für Erstleser: “Nein, ich geh nicht mit, ich kenn dich nicht”

Voraussichtliche Lesezeit: 4 Minuten.

“Nein, ich geh nicht mit, ich kenn dich nicht” von Frauke Nahrgang ist ein weiteres Buch aus der Bücherbär-Reihe, das ich euch vorstellen möchte. Im Vergleich zu “Malte, der kleine Polizist” von Sandra Grimmist dieses Buch aus der nächsthöheren Lesestufe, beschäftigt sich aber ebenfalls mit einem wichtigen Thema. Es geht nämlich darum, dass die Kinder nicht mit Fremden mitgehen sollen. Relevant ist das Buch in mehreren Alltagssituationen der Kinder: Einige Wochen nach dem Schulstart heißt es für die lieben Kleinen nämlich, den Weg zur Schule und zurück alleine zu bewältigen.

Inhalt des Buches

Tatsächlich geht es um besagten Heimweg von der Schule nach Hause auch in der Geschichte “Nein, ich geh nicht mit, ich kenn dich nicht!” von Frauke Nahrgang. Leon und Pauline sitzen nämlich in der Schule nebeneinander und Leon ist der Meinung, dass er mit der Pauline besser nichts zu tun haben sollte. Mama sieht dies bestimmt ähnlich, denkt er. Denn Pauline hält sich nicht immer an die Regeln. Eine Freundschaft zu ihr möchte er auf gar keinen Fall eingehen. Doch das sieht Pauline ganz anders.

Als Leon wenig später auf dem Heimweg von einem Fremden angesprochen wird, ist es ausgerechnet Pauline, die ihm hilft.

Kindgerechte Sprache

Die Sprache, die Frauke Nahrgang für diese Geschichte gewählt hat, ist kindgerecht, aber je nach Lesestufe doch schon eine Herausforderung. In dieser Geschichte gibt es keine kleinen Bilder mehr, die Substantive ersetzen. Vielmehr sind es mittlerweile richtig kleine Texte, die einfach und übersichtlich zu lesen sind, aber eben auch den Wortschatz der Kinder erweitern.

Meiner Meinung nach bietet sich dieses Buch perfekt für jene Leserinnen und Leser an, die bereits das ganze Alphabet beherrschen und erste Wörter bilden können. Von der Formatierung her ist es so formatiert, dass das Kind immer noch einen Finger unter die Zeile legen kann, in der es gerade liest.

Die Geschichte selbst ist dabei für Leseanfänger aus dem Alltag gegriffen und bietet sogar eine kleine Spannungskomponente. Gruselig ist allerdings nicht. Viel mehr weckt es bei den Kindern Emotionen und sorgt auf diese Weise dafür, dass die Geschichte den jungen Lesern in Erinnerung bleiben wird.

Starke Ausstattung

Das Buch kommt wie auch schon das bereits vorgestellte mit einem kindgerechten Lesebändchen daher. Die Seiten, auf denen die Geschichte erzählt wird, sind dabei ebenso griffig, wie bei dem vorangegangenen Buch kennengelernt.

Mir persönlich fiel auf, dass die Abstände bei der Fibelschrift das Erkennen der einzelnen Wörter erleichtern, da der Abstand immer gleich ist und die Wörter somit deutlich voneinander abgegrenzt. Das erleichtert das Lesen, aber auch das Zusammenbuchstabieren einzelner Wörter.

Mit all diesen Voraussetzungen eignet sich die Geschichte also perfekt, um nach dem ersten Erwerb von Schreib- und Lesefähigkeiten tatsächlich mit dem selbstständigen Lesen zu beginnen. Natürlich ist dies zu Beginn keinesfalls einfach, sodass dies von den Eltern weiterbegleitet werden kann und sollte, aber dieses Buch bietet eine weitere Möglichkeit.

Die Chance mit den Kindern ins Gespräch zu kommen

Tatsächlich bietet diese Geschichte die Chance, mit den Kindern über ein wichtiges Thema ins Gespräch zu kommen. Das Thema nicht mit Fremden mitzugehen, sollte man sowieso mit jedem Kind besprechen und ihm auch bestimmte Verhaltensmuster näher bringen. Möglicherweise bietet es sich sogar an, während des gemeinsamen nach Hause gehens erste Kontakte aufzubauen, damit das Kind auch während des Schulwegs den einen oder anderen Ansprechpartner hat. Dieses Buch gibt also die Möglichkeit, sich über Chancen und Risiken bewusst zu werden und diese auch mit dem Kind zu besprechen. All diese Möglichkeiten entstehen, weil die Geschichte den Raum für dieses Gespräch öffnet.

Über die Autorin Frauke Nahrgang

“Frauke Nahrgang wurde 1951 in Stadtallendorf geboren, wo sie auch heute mit ihrem Mann und zwei Kindern lebt. Sie ist als Grundschullehrerin tätig und beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit dem Erstleseunterricht. Daneben hat sie sich als Kinderbuchautorin einen Namen gemacht und zahlreiche Bilderbücher und Bücher für veröffentlicht. Nach ihren Erfahrungen brauchen Kinder im Erstlesealter Lesestoff, der ihren realen Fähigkeiten entspricht und sie nicht überfordert. Die Themen sollten aus dem unmittelbaren Umfeld der Leser kommen. Auf Ideensuche lässt sie sich daher oft von ihren Schülern sowie den eigenen Kindern inspirieren.”(Arena Verlag)

Über die Illustratorin Sonja Egger

“Sonja Egger wurde 1967 in Graz geboren. Sie studierte das Fach Bühnenbild an der Universität für Darstellende Kunst in Wien und absolvierte eine Grafik-Ausbildung. Seit einigen Jahren ist sie als freischaffende Illustratorin für verschiedene Verlage tätig.” (Arena Verlag)

Fazit

Bei diesem Buch fällt auf, dass die Autorin selbst einen regelmäßigen Umgang mit n pflegt und sich somit perfekt im Alltag der Kinder auskennt.  Mir persönlich gefiel diese Geschichte ausgesprochen gut und ich könnte mir vorstellen, dass sie auch für die Zielgruppe ideal ist. ie Kinder werden hier nicht nur angesprochen, sondern fühlen sich abgeholt und begleitet. Dieses Buch sollte in jedem Kinderbuchregal zu finden sein, denn der Autorin Frauke Nahrgang ist es gelungen, ein ernstes Thema kindgerecht und authentisch zu erzählen und somit einen vertrauensvollen Umgang zu den Kindern aufzubauen. Jedes Elternteil sollte sich also glücklich schätzen, eine Geschichte gefunden zu haben, da sie den Umgang zu diesem ernsten Thema doch vereinfachen können. Aus diesem Grund gibt es für dieses Buch eine absolute Empfehlung.

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Reviewed Item
"Nein, ich geh nicht mit, ich kenn dich nicht" von Frauke Nahrgang
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