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“Auf tapsigen Pfoten ins Glück” (Weihnachtshund 7) von Petra Schier

“Auf tapsigen Pfoten ins Glück” (Weihnachtshund 7) von Petra Schier
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“Auf tapsigen Pfoten ins Glück” (Weihnachtshund 7) von Petra Schier“Auf tapsigen Pfoten ins Glück” von Petra Schier ist der siebte Roman aus ihrer Weihnachtshund-Reihe, die ich bisher immer sehr gerne gelesen habe.

Gleichzeitig ist es der erste Weihnachtsroman von Petra Schier, in dem es nicht um die Familie Sternbach geht, die ich durch die Bände 3, 4, 5 und 6 schätzen gelernt habe.  In diesem siebten Band spielt Familie Sternbach nun eine Nebenrolle.

Stattdessen erleben wir dieses Mal die Glaskünstlerin Jana Weißmüller und Privatdetektiv Oliver Jones in den Hauptrollen dieser Geschichte, nicht zu vergessen Bordeauxdogge Scottie sowie Santa Claus und seine Helfer…

“Auf tapsigen Pfoten ins Glück”: Janas Problem

Als Glaskünstlerin lebt und liebt Jana und ihre kreative Arbeit, aber ebenso den Kontakt zu Kunden. Doch als sie von einer Weiterbildung zurückkehrt findet sie ihre Glasbläserei verwüstet vor. Jemand hat mit viel Wut und großer Freude zahlreiche ihrer Unikate zerstört und weitere Einzelstücke mitgehen lassen.

Jana ist geknickt und zeigt den Einbruch an. Doch schon bald wird klar, wenn sie sich auf die Polizei verlässt verläuft diese Sache im Sande. Da dieser Vorfall jedoch nicht einmalig bleibt, erfüllt sich die Befürchtung ihrer Freunde und Familie: Jana hat einen Stalker und der zerstört alles, was ihr wichtig ist.

“Auf tapsigen Pfoten ins Glück”: Der Held trägt keine Uniform

Als Jana ihren Freundinnen von ihrem Problem erzählt, hat Ricarda Sternbach eine Idee. Ihr Mann Frank arbeitet bei besonders schweren Fällen oft und gerne mit dem Privatdetektiv Oliver Jones zusammen. Ob er auch Jana würde helfen können?

Mit Zunahme des Vandalismus sperrt sich Jana nicht dagegen die Unterstützung des Privatdetektiven anzufragen und so treten Oliver und Scottie in das Leben der feinfühligen Künstlerin mit einem Faible für Deko.

Auf den Blick ist Oliver das genaue Gegenteil von Jana. Sie liebt zarte Folklore, er rockige Musik. Sie liebt es Atmosphäre zu schaffen, er mag klare Strukturen.

Um die Situation mit Janas Stalker klären zu können und die junge Frau vor weiteren Übergriffen schützen zu können, beschließt Oliver kurzerhand bei Jana einzuziehen. Natürlich bringt er seine Bordeauxdogge Scottie mit.

“Auf tapsigen Pfoten ins Glück”: ein liebenswerter Tollpatsch auf vier Pfoten

Mit Bordeauxdogge Scottie zieht ein liebenswerter Tollpatsch auf vier Pfoten bei Jana ein. Die Kombination aus Tollpatsch und Glaskünstlerin stellt Jana vor ganz neue Herausforderungen, aber immerhin handelt es sich bei dem Hund um ein freundliches und verspieltes Wesen. Ja, man könnte sogar sagen, dass Jana sich gleich in diesen Hund verliebt, aber nicht in den Besitzer, mit dem sie herzlich wenig gemeinsam zu haben scheint.

Wie so häufig bewunderte ich auch dieses Mal wieder die Art, wie es Petra Schier gelingt, sich in die Hunde-Charaktere hinein zu versetzen und sie so selbst zu handelnden Figuren werden zu lassen. Ja, man könnte sagen, ich lese die Weihnachtshundereihe genau wegen der charmanten Tiere so gerne.

Jeder Hund hat seine ganz eigene Haltung und ist doch den jeweiligen Besitzern keinesfalls unähnlich. Im Fall von Scottie hat Petra Schier versucht, eine exakte Mischung aus Jana und Oliver zu erschaffen und gleichzeitig die typischen Eigenschaften für eine Bordeauxdogge einfließen zu lassen.

Man merkt deutlich, dass sich diese Autorin gut mit Hunden auskennt. Gleichzeitig weiß sie natürlich aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung auch, wie man Charaktere plant und durch Scottie wiederum ein liebenswürdiger Zeitgenosse, der nichts lieber hätte, dass sein Herrchen sich doch endlich auf Jana einlässt.

So ist es nicht weiter verwunderlich, dass der Hund sich in “Auf tapsigen Pfoten ins Glück“ mit dem Weihnachtsmann verbündet, in der Hoffnung sein Ziel zu erreichen.

“Auf tapsigen Pfoten ins Glück”: Gedankliche Mono- und Dialoge

Schön ist es auch dieses Mal zu erleben, dass Petra Schier Scottie Szenen kommentieren lässt und ihm die Möglichkeit gibt, diese mit seinen eigenen Aktionen zu beeinflussen. Dabei ist es weniger die Tatsache, dass der Hund personifiziert ist, sondern vielmehr, dass Scottie trotzdem Hund bleiben darf und sein Verhalten keinesfalls menschlich gemacht wurde.

Habe ich dieses Verhalten schon bei den vorangegangenen Romanen beobachten können, fiel es mir bei “Auf tapsigen Pfoten ins Glück“ wiederum positiv auf, dass die intensive Verbindung zwischen den handelnden Hund und seinen Besitzern zeigt.

Eine starke Beziehung zwischen einem Hund und seinem Herrchen ist für ein erfolgreiches Hundetraining unerlässlich. Wenn du verstehst, wie du eine solche Verbindung fördern kannst, wirst du deinem vierbeinigen Freund Gehorsam und andere Befehle erfolgreicher beibringen.

Die Bindung zwischen den beiden sollte auf Vertrauen, Respekt und Verständnis beruhen. Die Schaffung dieser Grundlage ist der Schlüssel zu einem effektiven Hundetraining, da du so effektiv mit deinem Welpen kommunizieren kannst, wenn du Probleme löst oder neue Verhaltensweisen oder Befehle anweist.

Du musst sich früh als Rudelführer etablieren, indem du Grenzen setzt und Beständigkeit durchsetzt, damit sie schnell und effizient lernen können. Dies hilft auch beiden Parteien, Engagement und Loyalität aufzubauen, was die Beziehung zwischen Herrchen und Welpe weiter stärkt.

Genau dieses Wissen macht sich Oliver im Finale von “Auf tapsigen Pfoten ins Glück” zunutze.

“Auf tapsigen Pfoten ins Glück”: Santa spielt Amor

“Auf tapsigen Pfoten ins Glück“ ist ein tierischer Weihnachtsroman und so ist diese Verbrüderung zwischen Scottie und Santa Claus natürlich keine Überraschung. Wie so häufig geht es ihm darum, einen Weihnachtswunsch zu erfüllen und Jana hat einen solchen Weihnachtswunsch vor vielen Jahren ins Universum geschickt.

Dass Santa bislang noch keine Möglichkeit gefunden hat, diesen Wunsch zu erfüllen, wurmt ihn selbst am meisten, denn Jana wünschte sich nicht sehnlicher, als mit ihrer Glaskunst berühmt zu werden. Viel zu spät merkt Santa, dass sich Janas Wunsch mittlerweile gewandelt hat. Sie möchte berühmt werden, aber nicht um jeden Preis.

Auch wenn sie es sich eigentlich nicht gewünscht hätte, mit Oliver zusammenzukommen, so legt Santa einiges darauf aus, dass die beiden sich näher kommen. Oliver besitzt nämlich die Möglichkeit, Janas Wunsch zu erfüllen.

Doch Jana ahnt zunächst nichts von seinen Möglichkeiten und ist später völlig verzweifelt, als sie merkt, wie sehr der Privatdetektiv wie das Licht geführt hat. Die Verzweiflung hält jedoch nur kurzfristig an, denn die Sache mit dem Vandalismus macht Jana weitaus mehr zu schaffen, weiß man doch immer noch nicht, wer dahinter steckt.

Ein verflossener Liebhaber kann es nicht sein, schließlich ist Jana seit einigen Jahren wieder Single und ihre Ex-Freunde alle in mehr oder weniger glücklichen Beziehungen. Wer aber steckt dann hinter alledem?

Letztlich stiften Santa Claus’ Einmischungen wieder reichlich Turbulenzen. Die jedoch für eine gewisse Komik sorgen. Mich als Leserin dieses Romans haben Santas Dialoge mit seinen Elfen  oder seiner Frau stets gut amüsiert, da es der Autorin gelingt, die typischen Aspekte von Santa Claus’ Charakter aufrecht zu halten und den trotzdem stets weiterzuentwickeln.

“Auf tapsigen Pfoten ins Glück”: Ein bisschen Krimi und ganz viel Herz

Die Frage, wer hinter alledem steckt zieht sich durch die Geschichte von “Auf tapsigen Pfoten ins Glück“ und sorgt somit dafür, dass dieser Weihnachtsroman die typischen Krimielemente bekommt. Gleichzeitig ist er kein reiner Krimi, sondern vielmehr eine Verquickung aus Weihnachtsroman, Liebesroman und Spannungselementen.

Mir persönlich hat die Mischung gut gefallen, jedoch unterschied sich dieser Roman durch das Krimielement um den Vandalismus in Janas Werkstatt deutlich von allen bisherigen. Das jedoch fand ich keinesfalls schlimm.

“Auf tapsigen Pfoten ins Glück“ ist es gelungen, eine Sogwirkung zu entfalten, selbst zu Zeiten, in denen ich mich definitiv nicht auf Weihnachten freuen konnte, weil es in diesem Jahr recht turbulent war. Somit kann ich es diesen Roman verdanken, dass ich am Ende doch noch irgendwie so etwas wie Weihnachtsstimmung empfunden habe.

Denn Petra Schier ist gelungen, einen Weihnachtsroman zu schreiben, der eben nicht nur vom weihnachtlichen Kitsch und Traditionen lebt, sondern tatsächlich wieder eine sehr schöne Geschichte präsentiert.

Über die Autorin Petra Schier

“Seit Petra Schier 2003 ihr Fernstudium in Geschichte und Literatur abschloss, arbeitet sie als freie Autorin und Lektorin. Neben ihren historischen Romanen schreibt sie auch zauberhaften Liebesromane mit Hund. Sie lebt mit ihrem Mann und einem deutschen Schäferhund in einem kleinen Ort in der Eifel.”(HarperCollins)

Fazit zu “Auf tapsigen Pfoten ins Glück“

Zu behaupten, dass mir “Auf tapsigen Pfoten ins Glück“ gefallen hat, fällt mir angesichts von energiegeladenen Wortwechseln, spannenden Krimielementen und situativ komischen Hundeszenen leicht,

Meiner Meinung nach ist es Petra Schier gelungen, bei diesem Roman einen Weihnachtsroman zu entwerfen und zu entwickeln, den man auch nach Weihnachten noch lesen kann. Gespannt bin ich allerdings schon sehr darauf, wie sich die Weihnachtshund-Reihe nun weiter entwickeln wird.

Mit dem Wechsel von der Familie Sternbach zu Jana Weißmüller und Oliver Jones hat Petra eine bewährte Tradition (das familiäre Plätzchen backen) eingestellt und dennoch mit anderen lieb gewonnenen Traditionen nicht gebrochen.

Bevor der nächste will Weihnachtsroman kommt, gibt es aber nun erst einmal wieder einen Lichterhaven-Roman, den ich im Frühling erwarte.

Freuen dürft ihr euch außerdem noch auf meine Rezension zu der Pilger-Reihe von Petra Schier. Ihr seht, mir geht der Lesestoff von dieser Autorin nicht aus, aufgrund ihrer Vielfältigkeit entwickelt sie immer wieder neue höchst lesenswerte Ideen.

Auf tapsigen Pfoten ins Glück“ hat allerdings für mich mehr als zu den Charakter eines weihnachtlichen Zwischenspiels, da ich diese Reihe seit Jahren jedes Jahr zur Weihnachtszeit gerne lese und sie euch in Gänze empfehlen kann. Ich freue mich schon jetzt auf eine weitere Fortsetzung, die wir im Herbst 2023 erwarten können, denke ich.

 

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