“Zartbitterherzen” von Hanna Linzee

Voraussichtliche Lesezeit: 2 Minuten.

Als ich mit “Zartbitterherzen” von Hanna Linzee begann, wartete ich gerade auf den Reparaturservice, der meinen defekten PC abholte. Ich wünschte mir hauptsächlich Ablenkung und gute Unterhaltung. Was ich bekam, war eine genussvolle und höchst emotionsgeladene Tragikomödie. Der Roman erzählt die Geschichte der 46-jährigen Rosa, die gerade von der Affäre ihres Mannes erfahren hat. Ihr Mann hat sich nach vielen Jahren glücklicher Ehe getrennt. Für Rosa kam die Trennung unerwartet, sozusagen aus dem Nichts.

Die Zeit heilt alle Wunden, solange die Kruste nicht aufbricht

Völlig kopflos verkriecht sie sich zunächst in ihr Bett. Der Liebeskummer kommt einem Weltschmerz nahe, der schließlich dazu führt, dass sie zu ihrem besten Freund Tom zieht. Seine Wohnung ist – seit seine Frau vor einigen Jahren überraschend verstarb – eh zu groß für ihn alleine.

Tatsächlich geht es ihr mit der Zeit besser und sie beginnt sogar in Toms Café “Claire” zu arbeiten. Außerdem begegnet sie Jacob, der sie bereits seit 15 Jahren kennt, den sie bislang aber nicht beachtet hat. Alles könnte so schön sein, doch dann stürzt sie ein  erneutes Treffen mit ihrem Ex an den Rand des Abgrunds.

Hanna Linzees Stil ist mitreißend

Der Stil, in dem Hanna Linzee Rosas Geschichte erzählt, ist mitreißend, emotional und authentisch. Die Stimmung ist einerseits freundlich, schwankt aber gleichzeitig zwischen trauriger Tragik und Lebensfreude pur. Obwohl diese Gratwanderung auf den ersten Blick extrem schwierig zu sein scheint, meistert Linzee diese Herausforderung bravourös. Ihre Leser schickt sie dabei auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle.

Kaffeehausstimmung inklusive

Da dieser Roman zu großen Teilen im Café “Claire” spielt und hier eigentlich nur freundliche Kunden verkehren, ist es nicht weiter verwunderlich, dass die Grundstimmung dieses Roman postiv und optimistisch ist. Rosas Liebeskummer steht natürlich im absoluten Gegensatz zu diesem Optimismus. Dieses Spiel mit den Gegensätzlichkeiten gibt dem Leser aber immer das Gefühl, sich wohlfühlen und sich zurücklehnen zu können.

Ein Winter- aber kein klassischer Weihnachtsroman

Dieser Roman spielt im Herbst, wie auch Winter. Er gibt dem Leser ein gutes Gefühl und versetzt ihn in eine Vorstufe von adventlicher Stimmung und ist dennoch alles andere als ein klassischer Weihnachtsroman. Mir persönlich hat diese besondere Atmosphäre ausgesprochen gut gefallen.

Über Hanna Linzee

“Hanna Linzee, geboren 1979, wuchs in der Nähe von Münster auf. Heute lebt und arbeitet sie in Düsseldorf. Wann immer ihre Zeit es zulässt, schreibt sie – am effektivsten am Schreibtisch, doch am liebsten auf dem Sofa und manchmal auch in einem von Düsseldorfs bezaubernden Cafés. Dabei haben es ihr besonders moderne Märchen angetan. Denn hier ist eines sicher: Am Ende wird alles gut, und genau darum geht es doch im Leben.” (Piper Verlag)

Fazit

Kauft oder backt ein Stück Kuchen eurer Wahl, kocht euch einen Kakao und dann kuschelt euch mit diesem Buch in eure Lieblingsdecke. Das dürfte exakt der Stimmung des Buches entsprechen, denn dieses Buch verströmt einen Hauch von Genuss und Feel-good-Atmosphäre. Trotzdem sage ich nicht, dieses Buch musst du sofort lesen, denn es läst dich nicht mehr los, wenn du es einmal begonnen hast. Vielmehr empfehle ich: Genieße es zum Sonntagskaffee!

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"Zartbitterherzen" von Hanna Linzee
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