Katrin Koppold: „Marzipanküsse“

Katrin Koppold: “Marzipanküsse”
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Als ich  Katrin Koppolds Kurzroman „Marzipanküsse“ zu lesen begann, rechnete ich fest mit einem romantisch angehauchten Weihnachtsroman. Was ich bekam, war eine romantische Geschichte um eine Winterhochzeit, die mit weihnachtlichem Flair für die entsprechende Stimmung sorgte. Allerdings handelte es sich nicht um eine klassische Weihnachtsgeschichte, denn die typischen Weihnachtsfiguren wie Weihnachtsmann, Elfe und Rentier kommen in „Marzipanküsse“ von Katrin Koppold nicht vor.

Die weihnachtliche Stimmung zeigt sich lediglich in dekorativen Elementen und Verabredungen am oder auch auf dem Weihnachtsmarkt. Somit kann man mit diesem äußerst kurzweiligen Liebesroman gut in die Adventszeit starten. Dieser Roman sorgt auf jeden Fall für gute Stimmung. Er ist nämlich in Wahrheit eine romantische Liebeskomödie mit einer Menge Chaos und Konflikten.

Rosalie und der Mann mit roten Haaren und Vollbart

Da will Rosalie doch endlich ihren Freund Kai-Uwe heiraten, und schon droht die ganze Hochzeit in einer Katastrophe zu enden. Der Grund: Kai-Uwes bester Freund Patrick soll als Trauzeuge dienen. Er hat rote Haare und einen Vollbart. Das Problem: Auf ihrer Familie scheint ein Fluch zu lasten.

Alles Unglück, das ihrer Familie zu Teil wurde, ging immer von Männern mit roten Haaren aus. Würde auch er ihre Hochzeit gefährden? Das muss sie auf jeden Fall verhindern, denn spätestens, wenn Oma den Rothaarigen mit Bart sieht, könnte es in einer Katastrophe enden.

Der Fluch – Aberglaube oder Wirklichkeit

Seltsamerweise glaubt man beim Thema Fluch oder verfluchen zunächst daran, dass dieser ein Fantasy- Element sein könnte. Ich persönlich glaube nicht daran, glaube aber, dass es auch in der heutigen Zeit immer noch viele Menschen gibt, die in bestimmten Zeiten abergläubisch sind. Genau das zeichnet doch auch unsere Traditionswelt aus.

Ich meine, wie viele Menschen glauben daran, dass das Zerbrechen eines Spiegels Unglück bringt, und man nur davor bewahrt bleibt, wenn man die Scherben niemals wegwirft. Auch um die schwarze Katze ranken sich einige Mythen. Doch kaum jemand weiß, dass schon im Mittelalter einige dieser Mythen ins Reich eben dieser verband wurden. Trotzdem halten sie sich sich hartnäckig. Ist also möglicherweise doch etwas dran?

Für Rosalie steht der rothaarige Mann mit Bart also für Unglück. Und genau hier beginnt die eigentliche Geschichte, denn Rosalie versucht fordern alles, um Patrick daran zu hindern, tatsächlich als Trauzeuge zu fungieren. Immer tiefer greift sie dabei Trickkiste. Katrin Koppold lässt an dieser Stelle zu, dass aus der zunächst rational erscheinenden Figur der Rosalie eine Frau wird, die leicht hysterisch erscheint.

Entwicklung der Charaktere

Wohingegen sich Rosalie im Verlauf der Geschichte immer stärker entwickelt, scheint ihr Zukünftiger kaum eine Entwicklung durchzumachen und bleibt dabei irgendwie zunächst recht unnahbar. Dies fand ich schade, verstehe aber, dass es für den Verlauf der Geschichte offenbar die Notwendigkeit gibt, dass sowohl von Kai-Uwe als auch von Patrick eine gewisse Mystik oder besser gesagt Unkenntnis ausgeben muss.

Der Leser oder konkreter die Leserin, denn dieser Roman richtet sich wohl hauptsächlich an Frauen, lernt die beiden im Verlauf der Geschichte kennen und doch hat man den Eindruck, dass sie stets etwas zu verbergen versuchen.

Auch Rosalies Freundinnen Elke und Elisa bekommen mit der Zeit ein echtes Gesicht. Dabei meine ich nicht, dass wir genau wissen, wie die Figuren aussehen, sondern vielmehr, dass ihre Handlungen authentisch erscheinen. All das sorgt dafür, dass sich nahezu jede Frau in irgendeine der Figuren hinein versetzt. Das macht „Marzipanküsse“ von Katrin Koppold selbst unheimlich herzlich und irgendwie auch lebendig.

Die Stilistik

Stilistisch ist dieses Buch genau an der Sprache der Zielgruppe orientiert. Es ist leicht zu lesen und der Lesefluss scheint eine echte Sogwirkung zu besitzen, was für ein Kurzroman natürlich ideal ist. Man möchte unbedingt wissen, was passiert und, ob der rothaarige Mann mit Bart am Ende tatsächlich Unglück bringt. Auf diese Weise kann man den kurzen Roman nämlich innerhalb eines einzigen Abends lesen.

Doch an wem orientiert sich Katrin Koppold eigentlich? Nun, ihr Buch richtet sich an Frauen, die kurz davor sind selbst zu heiraten, oder jene, die einfach gerne den einen oder anderen Liebesroman verschlingen. Die Geschichte richtet sich dabei eher an Frauen von Anfang 30, denn an Frauen von Anfang 50. Die Sprache der einzelnen Figuren ist dynamisch und jung. Es handelt sich dabei um Frauen, die mitten im Leben stehen und eigentlich genau wissen, was sie wollen: Familie und Karriere unter einen Hut bringen.

Über die Autorin Katrin Koppold

„Katrin Koppold, die auch sehr erfolgreich als Katharina Herzog schreibt, begeistert an ihrem Beruf, dass sie als Autorin immer wieder zu Recherchezwecken in die Länder fahren kann, in denen ihre Bücher spielen. Für ihre erwachsenen Leser reiste sie an die Amalfiküste, nach Amrum, La Gomera und vielen weiteren Orten, an die sie ihr Herz verloren hat.

Mit ihrem ersten Jugendroman, der im Herbst 2019 bei Loewe erscheint, erfüllte sie sich einen besonderen Wunsch: Sie ist nach Island geflogen, wo sie Wale beobachtete, ein Flugzeugwrack mitten im Nirgendwo besuchte und sich den schwarzen Sand am Diamantstrand durch die Finger gleiten ließ.“ (Autorenseite bei Amazon)

Fazit zu „Marzipanküsse“

„Marzipanküsse“ von Katrin Koppold ist kein klassischer Weihnachtsmann, aber eine Geschichte, die bei aller Komik und Romantik doch irgendwo nicht an Realität verloren hat. Mir persönlich gefiel „Marzipanküsse“ von Katrin Koppold ausgesprochen gut und ich hätte mir gewünscht, dass es zahlreiche ähnliche Geschichten gibt, die so dicht an der Realität bleiben, dass man es nicht für unmöglich hält.

„Marzipanküsse“ hat einen weihnachtlichen Anstrich, bei dem man auch sehr stark merkt, dass die Autorin selbst ein riesiger Weihnachtsfan ist, dennoch ist sie kein Buch, das man nicht auch schon im Oktober hätte lesen können.

Bei aller Besinnlichkeit, die die aktuelle Jahreszeit mit sich bringt, ist dieses Buch ein idealer Einstieg. Denn „Marzipanküsse“ von Katrin Koppold verbindet eine gewisse weihnachtliche Stimmung mit der Hektik des Alltags und mit dem Vorboten Chaos in der Weihnachtszeit und thematisiert dabei etwas ganz Wesentliches, dass an dieser Stelle nicht verraten wird. Genau aus diesem Grund kann und möchte ich dieses Buch auch an dieser Stelle wärmstens empfehlen.

Ich selbst habe es innerhalb weniger Stunden durchgelesen und hätte gleich wieder von vorne anfangen können, wenn hier nicht noch weitere stimmungsvolle Weihnachtsbücher liegen würden. Ich bin mir sicher, dass es Euch als Einstieg in die besinnliche Adventszeit ähnlich gut gefallen wird. Dieses Buch ist der ideale Auftakt für all jene, die sich noch nicht nach der großen Besinnlichkeit sehnen. Also praktisch, für all jene, die gerade noch im Vorweihnachtsstress nach einer Auszeit suchen.

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