“Hochzeit in Maine” von Jana von Bergner

Voraussichtliche Lesezeit: 5 Minuten.

Als ich mit dem Lesen des eBooks “Hochzeit in Maine” von anfing, ahnte ich, dass es sich um eine humorvolle Liebesgeschichte handeln würde. Enttäuscht wurde ich dabei nicht, dennoch handelt es sich bei dieser Geschichte um etwas ganz anderes als bei den Vorgängerromanen. hatte ich bis dato immer als eine Autorin erlebt, die Liebesgeschichten abseits der Norm schreibt und tatsächlich erwarte ich etwas Vergleichbares auch dieses Mal. Doch diese Erwartung erfüllte sich nicht, tatsächlich bei diese Geschichte weit klassischer als alles, was ich bislang von der Autorin gelesen hatte. Ich bin mir sicher, dieses Buch den romantisch angehauchten Leserinnen gut gefällt und doch weiß ich, dass dieses Buch anders ist. Diese Geschichte erschien weniger vielschichtig, aber deshalb keinesfalls schlechter als die vorangegangenen.

Eine Liebesgeschichte in zwei Zeitebenen

Diese Geschichte spielt in der Gegenwart. Amber hat eigentlich keinerlei Interesse daran in ihre alte Heimat nach Maine zu fahren, schließlich erinnert sie die Heimkehr an den möglicherweise schlimmsten Tag in ihrem Leben. Doch als ihre beste Freundin Rachel ihre Verlobung bekannt gibt und sie bittet, die Hochzeit planen bleibt ihr gar nichts anderes übrig, als mal wieder ihre alte Heimat zu besuchen. Denn der Verlobte ihrer besten Freundin ist ein echter Mistkerl, findet zumindest Amber.

Kaum zurück in ihre Heimat sieht sich Amber jedoch schlagartig mit ihrer Vergangenheit konfrontiert, denn Rachels Bruder Jared ist ihr Exfreund und mit ihm soll sie die Hochzeit planen. Ausgerechnet mit ihm. Amber wird allein bei der Vorstellung schlecht, denn Jared hatte die Hochzeit mit ihr vor zwei Jahren drei Tage vor dem großen Fest abgesagt. Aus beruflichen Gründen. Diese Tatsache hatte ihm bis heute nicht verziehen und an ihren Zweifeln an der Männerwelt scheitern alle ihre Beziehungen.

Durch die Hochzeit ihrer besten Freundin setzte sich jedoch je mit der Vergangenheit konfrontiert. Er greift sie tatsächlich die Gelegenheit sich der Vergangenheit zu stellen und ihr Leben endlich in die Hand zu nehmen? Wer zu diesem eBook greift, wird es erfahren.

In einer zweiten Zeitebene erleben wir als Leser die Jugendliebe zwischen Amber und Jared hautnah mit und bekommen so einen Einblick in den Charakter der beiden. Von Anfang an hat der Leser jedoch den Eindruck, dass bei den beiden etwas schief gelaufen ist, und die Trennung selbst womöglich auf einem Missverständnis basiert.

Eine Geschichte mit Vergangenheit

Durch die zweite, längst vergangene, Zeitebene erhält diese Geschichte so etwas wie Tiefgang und Profil. Bislang ist es mir vergleichsweise selten aufgefallen, dass mit zwei unterschiedlichen Zeitebenen arbeitet. Doch dieses Mal ist die zweite Zeitebene, also jene, die in der Vergangenheit liegt, so stark herausgearbeitet, dass ich ihre Bezüge auf die Gegenwart klar erkenne. Dies ist auch sicher ein Aspekt, der die Geschichte stark und spannend erscheinen lässt.

Auf diese Weise erhalten nämlich die einzelnen Charaktere ein sehr viel dreidimensionaleres Dasein. Sie haben eine Vergangenheit, die sich auf ihre Gegenwart und möglicherweise auch auf ihre Zukunft auswirkt. Ich persönlich habe gestaunt, wie weit die Vergangenheit in dieser Geschichte zurückreicht. Tatsächlich erleben wir nämlich Amber, Rachel und Jared in der Schulzeit. Wir erleben ihre Freundschaft aus Kindertagen also hautnah mit und auch wie sie eine erste Beziehung anbahnt. Wir erleben das Scheitern mit und gleichzeitig haben wir eine konkrete Idee, dass alles, was in der Vergangenheit geschah, auf Missverständnissen basiert. Missverständnisse, die an sich längst hätten ausgeräumt werden können, da sie die Gegenwart und die Zukunft bedrohen.

Spritzige Dialoge

Durch die augenscheinlich gewöhnliche Figurenkonstellation habe ich als Leser zunächst den Eindruck, dass diese Geschichte auch in meinem eigenen Bekanntenkreis genauso stattgefunden haben könnte, wenn nicht sogar womöglich in meinem eigenen Leben. Man kann sich also bereits von Anfang an sehr gut mit den alltagsnahen Figuren identifizieren. Dies ist eine Spezialität von , die jedes Mal einen genauen Blick auf ihre Figuren wirft, ihnen eigene Attribute und eine eigene Stimme verschafft. Sie sind in jeder Geschichte und so auch in dieser klar als Individuen zu erkennen. Handeln sie autonom? Nein, tatsächlich bin ich mir sicher dass der große und ganze Plan der Autorin sie antreibt und doch reagieren die Figuren entsprechend ihrer Vorgaben frei. Auf diese Weise entstehen spritzige Dialoge, die zum Teil nicht nur unterhaltenden, sondern auch überaus interessanten Inhalt zutage befördern. Meiner Meinung nach ist dieses Buch aus genau dem Grund auch lesenswert. Amüsant war darüber hinaus auch die Beziehungsebene, die sich zwischen den Figuren längs ergeben hat und die nun zu einigen Konflikten führt. Ja, die spritzigen Dialoge sind manchmal der Versuch etwas zu klären, manchmal eine Art von Streit und manchmal einfach situativ.

Der Stil der Autorin

Der Stil von einerseits wieder jugendlich frisch, andererseits unterhaltsam. Somit hat sich ihr Stil im großen Ganzen eigentlich nicht verändert. Gleichwohl ist ihre szenische Darstellung in diesem Fall nicht unbedingt durch gesellschaftliche Sprengkraft gewürzt. So verfolgen die Autoren dieses Mal nicht die Idee, dass die Liebe zwischen den beiden Protagonisten in einen Graubereich hineinfällt, in einem Bereich also, der nicht verboten ist, der aber von der Gesellschaft auch nicht so gerne gesehen wird. Somit verliert diese Geschichte im Vergleich zu ihren Vorgängern ein wenig an Brisanz und ist doch unterhaltsam.

Über

“Liebe, Drama und ganz viel Gefühl: So lautet das Roman-Rezept von . Vor ihrer Zeit als Autorin arbeitete sie jahrelang als Journalistin für einen großen deutschen Zeitungsverlag, doch das Erfinden ihrer eigenen Geschichten bringt ihr deutlich mehr Spaß. Mit ihrem ebenfalls bücherbegeisterten Sohn und ihrer Hündin lebt sie nördlich von Hamburg.” (Autorenprofil)

Fazit

Wer die vorangegangenen Bücher von kennt, wird ebenso wie ich es festgestellt habe bemerken, dass diese Bücher weit weniger konfliktorientiert sind und trotzdem eine schöne Geschichte erzählen. Ich persönlich mochte die romantische Ader der Autorin in dieser Geschichte. Ja, tatsächlich hatte ich das Gefühl die ganze Zeit an Ambers und Jareds Seite zu sein, ihre gegenwärtige wie auch vergangene Geschichte also hautnah mitzuerleben. Ein schönes Gefühl, wenn auch mit vergleichsweise weniger Tiefgang als ich es von dieser Autorin gewohnt bin. Aus diesem Grund kann ich diese Geschichte auch dieses Mal wieder all jenen Leserinnen und Lesern, die sich für moderne und unterhaltende Liebesgeschichten begeistern können, empfehlen.

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"Hochzeit in Maine" von Jana von Bergner
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