“Escape Room – Das Geheimnis des Spielzeugmachers” von Eva Eich

“Escape Room – Das Geheimnis des Spielzeugmachers” von Eva Eich
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“Escape Room – Das Geheimnis des Spielzeugmachers” von Eva Eich ist ein Adventskalender im Stil eines Escape Rooms. Für Kinder ist dieser Adventskalender aber nicht unbedingt geeignet, da sich die Geschichte und die Rätsel eher an Erwachsene richten. Unterhaltsam ist es aber trotzdem, denn im Verlauf der 24 Tage entwickelt die Geschichte eine Sogwirkung.

“Escape Room – Das Geheimnis des Spielzeugmachers”: der Reiz eines Escape Room Abenteuers

Das Abenteuer eines Escape Rooms macht viele Menschen neugierig. Gefühlsmäßig verbindet sich bei diesen Spielen das Gefühl von einer drohenden Gefahr und der Möglichkeit dieser durch Logik, oder vielmehr auch durch eigene Fähigkeiten zu entkommen. Ein Ausflug in einen Escape Room stellt normalerweise ein Gruppen-Event dar. Gedacht ist es für drei bis 10 Personen.

Gespielt wird es unter scheinbar realen Bedingungen, also Gefahren und Hindernissen, denen man auch im echten Leben durchaus begegnen können. Allerdings ist das Risiko innerhalb dieser Escape Rooms, dieser sogenannten Rätselräume durchaus kalkulierbar. Das Abenteuer wird vom Spielemacher vorher genau voraus geplant und ist es für die Mitspielenden kalkulierbar und ungefährlich.

Noch ungefährlicher ist es natürlich, wenn man einen Escape Room in ein Buch überträgt. Zwar überträgt sich die Faszination des Abenteuers, doch wer es dem heimischen Sofa erlebt, fühlt sich zu keiner Zeit ernsthaft bedroht.

So vermittelt auch “Escape Room – Das Geheimnis des Spielzeugmachers” für mich als Leserin oder Spielerin dieser Geschichte keine ernsthafte Gefahr für mich, sondern vielmehr für die handelnden Protagonisten, die ich praktischerweise durch die Escape Room-Abenteuer begleiten darf.

Dass diese Escape Room-Eindrücke und -Erlebnisse nun in Bücher wie “Escape Room – Das Geheimnis des Spielzeugmachers” von Eva Eich übertragen wurden, ermöglicht es den Spielern, dieses Erlebnis ortsunabhängig zu erleben.

Wer sich nun fragt, was der Sinn eines sogenannten Rätselraums ist, der wird im Verlaufe dieses Buches schnell feststellen, dass man des Rätsels Lösung nur dann finden kann, wenn man miteinander kommuniziert und sich austauscht. Somit verbessert die Teilnahme an einem Rätselraum auch die Kommunikation unter den Erwachsenen und lässt die zielorientierter erscheinen.

Wen wundert es da, dass auch zahlreiche Unternehmen sogenannte teambildende Maßnahmen immer öfter in solchen Erlebnisräumen stattfinden lassen? Ich bin mir nicht ganz sicher, ob sich all diese Elemente tatsächlich auch auf eine Geschichte wie “Escape Room – Das Geheimnis des Spielzeugmachers” übertragen lassen, könnte mir vorstellen, dass auf den Zusammenhalt innerhalb eines Haushaltes oder eine Familie stärken kann, einen solchen Adventskalender zu erleben.

“Escape Room – Das Geheimnis des Spielzeugmachers”: die Geschichte

Die Geschichte um “Escape Room – Das Geheimnis des Spielzeugmachers” beginnt augenscheinlich harmlos. Der 46-jährige Journalist Daniel Falk findet einen Bekannten im Krankenhaus vor, der ihm zwar augenscheinlich am Vortag noch eine Nachricht hinterlassen hatte, aber bereits seit zwei Jahren im Koma liegt.

Doch damit nicht genug: von der Tochter des Komapatienten erfährt Daniel, dass eigentlich gar nicht bekannt ist, warum sein Bekannter Sebastian Holzer überhaupt ins Koma fiel. Die Ärzte gehen von einem Hirnschlag aus, dessen Auslöser jedoch unbekannt ist.

Als eine Krankenschwester ihm eine weitere Nachricht überreicht, beschließt Lilly Holzer, Sebastians etwa 20-jährige Tochter,  Daniel bei den Rätseln und der Ermittlung zu unterstützen. Ob sie auf diese Weise gemeinsam herausfinden, was Sebastian widerfahren ist?

Nach und nach ergeben sich immer weitere Hinweise und Spuren. Darüber hinaus zeigt sich immer deutlicher, dass es wohl offenbar eine Art Schnitzeljagd wird, gleichzeitig zeigt sich aber auch, dass die Geschichte sehr modern und aktuell ist. Für Erwachsene könnte dieses Escape Room Abenteuer zu einem Heidenspaß werden.

“Escape Room – Das Geheimnis des Spielzeugmachers”: ein starkes Abenteuer für Technikinteressierte

Tatsächlich richtet sich das Abenteuer um das Geheimnis des Spielzeugmachers von Eva Eich eher an technikinteressierte Leser und könnte somit ein spaßiges Abenteuer für die ganze Familie sein, wobei man wie schon gesagt bedenken sollte, dass es nicht für kleine Kinder geeignet ist.

Wer also Kinder im Alter ab zwölf Jahren hat, sich für Technik interessiert und Logikspiele präferiert, möglicherweise auch schon einmal einen Escape Room von innen gesehen hat, könnte mit diesem Adventskalender eine gute Alternative zum klassischen Schokoladenadventskalender schaffen. Auf jeden Fall könnte man so die ganze Familie in das Abenteuer einbinden.

Das Abenteuer setzt Interesse an Logikspielen, Zahlen- und Worträtseln voraus, bietet sich aber zum Beispiel nicht dafür an, alleine im heimischen Wohnzimmer vor sich hinzurätseln, wobei es gleichzeitig nicht voraussetzt, dass man es mit vielen weiteren Personen spielt. Somit bietet es sich perfekt für die aktuelle Zeit an.

“Escape Room – Das Geheimnis des Spielzeugmachers”: Tägliche Haushaltstreffen garantiert

Auch das ein oder andere Labyrinth kann man unter den Rätseln finden. Jedes einzelne der Rätsel dauert dabei jedoch nicht ewig, sondern nur ein paar Minuten, sodass es sich perfekt in die adventliche Tagesstruktur eingliedert.

Theoretisch wäre es sogar möglich, das Lösen dieser Rätsel mit einer gemütlichen Tasse Tee und einem Stück Christstollen zu kombinieren. So könnte man daraus ein richtiges kleines Event machen. Vielleicht wünscht sich der ein oder andere von euch dann dadurch einen ganzjährigen Adventskalender.

“Escape Room – Das Geheimnis des Spielzeugmachers”: Spannung garantiert

Da sich bei diesem Adventskalender die Stimmung schrittweise aufbaut und das Ganze über mehrere Tage verteilt ist, steigt die Spannung im Verlauf der 24 Tage schrittweise und konstant an. Als Leser möchte man selbst erfahren, was Daniels Klassenkamerad Sebastian Holzer widerfahren ist, und so folgt man Daniel und Lilly schrittweise auf dem Weg zur Lösung.

Dabei werden die Rätsel mit der Zeit nicht nur schwerer, sondern auch langwieriger, sodass man fast annehmen könnte, man hätte mit der voranschreitenden Adventszeit auch gleichzeitig mehr Zeit gewonnen. Trotzdem nimmt die Spannung ebenso spürbar zu, und auch die Rätsel sind keinesfalls langweilig.

“Escape Room – Das Geheimnis des Spielzeugmachers”: Spuren führen in die Vergangenheit

Auch wenn das Ganze zunächst wie ein Familienevent erschien, könnte ich mir gut vorstellen, dass das Ganze sich möglicherweise doch eher an die ältere Generation beziehungsweise erwachsene Leser richtet. Denn diese können sich in der Geschichte selbst sehr gut wieder finden und würden möglicherweise ähnlich interagieren wie die Protagonisten innerhalb dieser Geschichte.

Dabei gibt es immer wieder kleinere Ungenauigkeiten, bei denen man sich fragt, ob man selbst wohl ähnlich denken und interagieren würde. Der Spannung jedoch schadet dieses nicht, im Gegenteil tatsächlich hat man das Gefühl, die Geschichte entwickle eine Sogwirkung, auch wenn sie stilistisch immer einen gleich bleibenden Niveau bleibt.

“Escape Room – Das Geheimnis des Spielzeugmachers”: Kritisch gegenüber technischen Neuerungen

Tatsächlich war ich zu Beginn des Buches weitestgehend davon ausgegangen, dass sich technikinteressierte Leser gut in dieser Geschichte wiederfinden. Nun muss ich erkennen, dass diese Geschichte nicht nur die positiven Seiten der Technik, sondern auch eine Art Überstimulation als eine mögliche Gefahr betrachtet.

Die permanente Erreichbarkeit und die damit verbundene Informationsflut sind dabei keinesfalls nur positiv zu betrachten.

“Escape Room – Das Geheimnis des Spielzeugmachers”: Stilistisch dicht am Alltag der Leser

Dieses kritische Betrachten der modernen Technik lässt es wiederum für ältere Spieler interessant werden, denn gerade die Jüngeren sind ja mit der modernen Technik aufgewachsen. Sprachlich hat zwar jeder Protagonist seinen ganz eigenen Charakter und seinen ganz eigenen Ausdruck, und doch dürfte der Umfang dieser Geschichte nicht mehr sein als eine kurze Geschichte, die einem Kurzroman ähnelt.

Auch was die Tiefe der Geschichte angeht, würde ich annehmen, dass sich dieses Buch eher an Spieler als an klassische Leser richtet. Trotzdem nimmt es mit seinen zahlreichen Rätseln je nachdem, wie gewissenhaft man sie selbst erledigt, doch einen Zeitraum von mehreren Stunden ein. Wer aber täglich ein Rätsel löst, kommt pro Tag mit etwa zwanzig bis dreißig Minuten hin.

“Escape Room – Das Geheimnis des Spielzeugmachers”: Starke, realistische Illustrationen

Vielleicht fragt sich der eine oder andere nun, wie mir die Illustrationen zu “Escape Room – Das Geheimnis des Spielzeugmachers” gefallen. Diese Frage lässt sich leicht beantworten. Die Illustrationen von Marielle Enders ziehen mich als Spielerin und Leserin dieser Escape Room – Geschichte in ihren Bann. Diese überzeugen mich dabei insbesondere durch ihre Details und ihre Nähe zur Szene. Die Bilder präsentieren nämlich oftmals ein realistisches Element der vorangestellten Szene.

Auf diese Weise verstärkt die Illustration von “Escape Room – Das Geheimnis des Spielzeugmachers” das ganzheitliche Erlebnis dieser Geschichte.  Dies tröstet in gewisser Weise über die Längen und kleineren Ungenauigkeiten der Geschichte hinweg.

Über die Autorin Eva Eich

Eva Eich hat Biologie studiert und ihre Diplomarbeit am Fraunhofer Institut geschrieben. Nach Ausflügen in die Veterinärmedizin und die Rechtsmedizin entschied sie sich für eine journalistische Laufbahn. Dabei war sie u.a. für eine Tageszeitung und den Saarländischen Rundfunk tätig, bevor es sie nach Bayern zog.(ArsEdition)

Über die Illustratorin Marielle Enders

Marielle Enders studierte visuelle Kommunikation in Düsseldorf. Sie gründete 2002 „it’sme design“ und arbeitet als selbständige Grafikerin und Illustratorin für Verlage, Werbeagenturen und Unternehmen in Düsseldorf. Ihre Arbeiten wurden unter anderem von Art Directors Club, red dot und Type Directors Club New York ausgezeichnet. (ArsEdition)

Fazit zu “Escape Room – Das Geheimnis des Spielzeugmachers”  von Eva Eich

Zu Beginn war dieses Escape Room Buch eine ziemlich geniale und spannende Angelegenheit. Sie bot Abwechslung und unterschied sich deutlich von dem, was ich bislang in Buchform kennengelernt habe.

Nachdem ich nun bereits das gesamte Adventskalenderbuch einmal für euch durchgerätselt habe, muss ich jedoch erkennen, dass die Geschichte selbst zwar immer noch gut bleibt, jedoch einige Ungenauigkeiten und stellenweise auch Ungereimtheiten nicht unbedingt zu meiner Unterhaltung beitrugen, sondern mich eher ein wenig irritiert zurückließen.

Alles in allem kann ich euch also “Escape Room – Das Geheimnis des Spielzeugmachers”  von Eva Eich empfehlen, glaube jedoch anmerken zu müssen, dass dieses Buch nicht sein volles Potenzial ausschöpft, sondern es immer noch ein wenig Luft nach oben gibt.

Außerdem ist natürlich nicht jedes Rätsel wie das andere, sodass man zwischen unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden und inhaltlichen Spannungsverläufen wechselt. So kann manches Törchen möglicherweise unterhaltsamer sein als ein anderes.

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