“Das kleine Café in Kopenhagen” (1) von Julie Caplin

“Das kleine Café in Kopenhagen” (1) von Julie Caplin
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“Das kleine Café in Kopenhagen” von Julie Caplin gilt als einer der ersten Hygge-Romane und passt somit perfekt zu dem, was ich aktuell am liebsten lese und höre. Hygge habe ich bislang immer nur in zahlreichen Ratgebern kennen gelernt. Als Roman konnte ich es mir bis zu diesem Buch auch gar nicht vorstellen. Aber Hygge ist eben mehr als ein Wohnstil mit Kerzen und Decken, sondern viel eher eine Lebenseinstellung, die auf Glück und Entspannung basiert, sowie auf gesellschaftliches Miteinander und Austausch. Deswegen passt es auch gut in einen Roman.

Da “Das kleine Café in Kopenhagen” von Julie Caplin am 18. Dezember 2018 im Audio Media Verlag erschienen ist, hielt ich diese Geschichte zunächst für einen Weihnachtsroman, der er nicht war. Tatsächlich ist “Das kleine Café in Kopenhagen” ein Wohlfühlroman über das dänische Lebensgefühl vom kleinen Glück.

Worum geht’s also konkret?

Alles beginnt damit, dass Kate Sinclair in ihrer Agentur unglücklich ist und von ihrer direkten Vorgesetzten und ihren Kollegen gemobbt wird, ohne ihr eigenes Unglück zu bemerken. Vielmehr arbeitet sie gerade daran, die Ex-Affaire mit ihrem Kollegen Josh zu verarbeiten. Dieser hat sie in Bezug auf ihre Beförderung betrogen, denn er selbst hat mit Ihrer Idee die Beförderung eingeheimst, die sie selber erreichen wollte. Stattdessen bekommt sie nun einen Auftrag, sich um einen besonders schwierigen Kunden zu kümmern.

Sie nimmt die Herausforderung an, obwohl sie eigentlich gar nicht damit rechnet, Erfolg zu haben. Der Auftrag: sie soll die Eröffnung eines Kaufhauses begleiten. Nicht irgendein Kaufhaus, ein dänisches Kaufhaus in London, das den Engländern das Lebensgefühl “Hygge” nahe bringen soll. Aber was ist “Hygge” überhaupt?

Sie selbst hat keine Idee, und sich selbst auch noch nie mit dem Thema beschäftigt. Ihre Mitbewohnerin hingegen um so mehr. Sie leiht sich deren Bücher aus und beginnt sich intensiv auf das Kundengespräch vorzubereiten, welches jedoch nur zwei Tage später statt finden soll. Am nächsten Tag macht sie den Konferenzraum der Agentur hyggelig. Sie schafft es, wider allen Erwartungen, den Auftrag zu erhalten und hat nun ein neues Problem.

Ihr Auftraggeber wünscht sich, dass sie mit einer handvoll Journalisten für eine ganze Woche nach Kopenhagen reist, um dort das Lebensgefühl Hygge kennen zu lernen. Wie soll sie nun ausreichend Journalisten von der Idee überzeugen, gleich für fünf Tage nach Kopenhagen zu reisen, nur um sich dort mit dem Glück zu beschäftigen? Das Unmögliche gelingt, und wenig später ist sie mit sechs Leuten auf dem Weg in die dänische Hauptstadt.

Ein bunt gemischter Haufen von Problemen

Die Reisegruppe macht sich erst auf dem Flughafen miteinander bekannt. Ein Reisender kommt mit Verspätung, erst kurz vor dem eigentlichen Abflug, am Terminal an. Doch Kate behält ihre Nerven und erkennt wenig später im unbeliebten Kollegen Benedict Johnson ihre Partybekanntschaft Ben wieder.

Dieser regt sich jedoch darüber auf, dass sie mit seinem Vorgesetzten aus der Werbeabteilung geklüngelt habe. Sie selbst weiß jedoch von nichts. Erst als sie den Namen des Kollegen hört, schwant ihr, was passiert ist.

Insgesamt scheinen ihre Reisegefährten sehr entspannt zu sein. Sie nimmt also an, dass die Reise auch für sie selbst nicht zur größten Herausforderung wird, doch weit gefehlt. Es kommt zu zahlreichen Verwicklungen, weil jeder einzelne eben doch seine ganz eigenen Probleme mitbringt, die sich auf die Reise auswirken.

Zum Glück aber gibt es die Café-Betreiberin Eva, die gleichzeitig die Mutter ihres Auftraggebers ist. Sie hat für alle ein offenes Ohr und erkennt schnell, wo der Schuh jedes einzelnen drückt. Als patente Frau, die selbst bereits eine Scheidung und die Gründung ihres Cafés erlebt hat, weiß sie natürlich in vielerlei Hinsicht Rat.

Wie gut, dass sich am Ende alle in Kopenhagen wohl fühlen, und sich sogar das eine oder andere private Glück einstellt.

“Das kleine Café in Kopenhagen” von Julie Caplin: Eine Frage des Stils

Das Thema “Wohlfühlen” ist sicher auch eine Frage des Stils und somit ist es nicht verwunderlich, dass dieses Buch einerseits besonders leicht zu lesen ist, andererseits auch als Hörbuch ein echter Genuss ist.

Theoretisch wäre es somit auch kein Problem, dieses Buch zu lesen, dennoch kommt die Lebendigkeit der Geschichte erst durch die Sprecherin Yara Blümel so richtig zum Tragen. Die Art, wie sie die Geschichte aus Kates Sicht, aber in der dritten Person, erzählt, macht diese Geschichte zu einem Erlebnis.

Ich selbst finde es aus diesem Grunde gar nicht schlimm, dass die Sprache, wie auch der Stil der Autorin, sich in “Das kleine Café in Kopenhagen” von Julie Caplin verhältnismäßig einfach darstellen.

Über die Sprecherin Yara Blümel

“Yara Blümel studierte Schauspiel, Gesang und Tanz in Hannover und Wien. Neben festen Engagements an Theatern wie dem Schauspieltheater St. Gallen und dem Maxim Gorki Theater in Berlin spielt sie auch Musiktheater, derzeit z.B. im Udo Lindenberg-Musical HINTERM HORIZONT. Gemeinsam mit Marianne Sägebrecht steht sie bei der szenisch-musikalischen Lesung “A Midsummer Night’s Dream” auf der Bühne.” (Quelle:Amazon)

Über die Autorin Julie Caplin

“Julie Caplin liebt Reisen und gutes Essen. Als PR-Agentin hat sie in diversen europäischen Großstädten gelebt und gearbeitet. Vor allem die dänische Hygge-Lebensart konnte sie begeistern – ebenso wie die leckeren kanelsnegle (Zimtschnecken). Kein Wunder, dass in Kopenhagen die Idee zu diesem Roman entstand. Es ist der Auftakt zu einer Reihe, die fortgesetzt wird mit einer Bäckerei in Brooklyn und einer Patisserie in Paris.” (Quelle:Amazon)

Sie hat selbst jahrelang im Bereich Public Relation gearbeitet und kennt dieses Metier daher genau. Vermutlich macht das auch den Reiz dieser Geschichte aus, denn diese Geschichte lässt sich einerseits als klassischer Wohlfühlroman lesen, andererseits aber auch als eine überaus satirische Abrechnung mit dem PR-Bereich. Alles in allem also ein Werk, das dem Leser und dem Hörer Unterhaltung bietet.

Ein Vergleich zwischen Buch und Hörbuch

Wer sich nun fragt, ob man lieber zum Buch oder zum Hörbuch greifen sollte,  der sollte sich selbst fragen, was er selbst lieber nutzt. Wer lieber zu einem Buch greift, wird auch mit dem Buch glücklich/hyggelig werden. Ich kann dieses Buch nur empfehlen.

Als Hörbuch hingegen ist “Das kleine Café in Kopenhagen” von Julie Caplin eine zusätzliche Bereicherung und eine echte Unterhaltung für jeden, der sich gerne in eine Geschichte hineinfallen lässt. In diesem Hygge-Roman, bietet sich dem Leser die Gelegenheit, in diesen Roman einzutauchen und die Reisegruppe zu begleiten.

Fazit zu “Das kleine Café in Kopenhagen” von Julie Caplin

Mir persönlich hat dieser Roman ausgesprochen gut gefallen. Gleichwohl weiß ich, dass diese Geschichte wohl nicht für jeden gleichermaßen geeignet ist. Wer aber gute Unterhaltung schätzt und eine entspannte Atmosphäre dazu, der wird mit dieser Geschichte voll auf seine Kosten kommen.

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