“Die kleine Bäckerei in Brooklyn” von Julie Caplin

Voraussichtliche Lesezeit: 6 Minuten.

“Die kleine Bäckerei in Brooklyn” von ist die Fortsetzung von “Das kleine Café in Kopenhagen”. Dieses Mal geht es jedoch nicht um Kate und Ben, und auch nur indirekt um Hygge. Stattdessen geht es um Sophie und Todd, sowie um das er Lebensgefühl. Sophie selbst ist Journalistin und eigentlich in einer Beziehung mit James, als sie das Angebot erhält, London zu verlassen und für ein Jahr nach zu gehen, ist sie zunächst gleichermaßen erfreut wie verwirrt.

Worum geht es?

Sie kann doch jetzt nicht nach gehen. Was soll denn aus ihrer Beziehung werden? Eigentlich wartet Sophie doch nur noch auf einen Heiratsantrag, dann wäre alles perfekt. Doch als sie wenig später herausfindet, dass James sie in den letzten zwei Jahren hintergangen hat,ein Doppelleben mit Ehefrau und Tochter führte, verlässt sie Hals über Kopf London. Ihr Ziel ist . Gott sei Dank gab es das Angebot noch, auch wenn sie jetzt natürlich nicht die zuvor angedachte Stelle bekommt. Schließlich sollte sie auch hier nur die Vertretung einer Kollegin sein, die eigentlich nach reisen sollte, sich aber bei der Abschiedsfeier ein Bein gebrochen hatte.

Nun also ist Sophie in einem fremden Land, einer fremden Stadt und steht vor einem Haus, das nicht nur von außen sehr charmant wirkt, aber eben doch auch ein bisschen fremd. Hier liegt also ihre neue Wohnung. Sophie findet dieses Haus ausgesprochen ansprechend und seine Bewohner gleich sympathisch, denn im Erdgeschoss gibt es Bellas Café. Bella, die ihr die Wohnung vermietet hat und  gleich nebenan wohnt, wird ihr schnell zur guten Freundin. Und auch ihre Freunde werden schnell zu Freunden von Sophie.

Kollegiale Freundschaft?

Bei ihrem Besuch in Bellas Bäckerei, die im Schaufenster verlockend ihre Cupcakes ausstellt, lernt sie auch Todd kennen, Bellas Cousin und gleichzeitig Sophies Kollege. Bei den Kolleginnen hat er seinen Ruf weg, gilt als Weiberheld, doch Sophie beginnt hinter die Fassade zu blicken, die er sich hart erarbeitet hat, und schon bald werden die beiden so etwas wie Freunde. Auch Bella warnt sie vor einer Beziehung zu ihrem Cousin. Dieser hätte noch keine längere Beziehung durchgehalten und Sophie bräuchte etwas Langfristiges.

Durch das tragische Ende ihrer Beziehung mit James aufgewühlt, stürzt sich Sophie jedoch in ein Abenteuer mit Todd, was ihre Freunde zunächst nicht bemerken. Kann aus zwei so unterschiedlichen Menschen tatsächlich ein Paar werden, das eine Chance auf eine gemeinsame Zukunft hat?

er Flair mit Wohlfühlcharme

gelingt es perfekt, das er Flair einzufangen. Zum einen wird die Stadt genauso lebendig, wie ich sie aus vorangegangenen Büchern über kennengelernt habe. Dabei scheint alles um diese Bäckerei herum eine gewisse Schnelllebigkeit auszustrahlen. Auch in der Bäckerei wird es manchmal ganz schön stressig. Und doch scheint es so als würde dieser Ort ohne die Hektik der Metropole auskommen, als würde man ausbrechen. Dies gefiel mir ausgesprochen gut, denn Bellas Bäckerei mit Café-Charakter galt immer als ein Rückzugsort. Für Sophie war es ein absoluter Ort zum Wohlfühlen und auch für ihre Freunde ist es eine zweite Heimat. Somit greift sie einerseits den typischen er Lebensstil auf, aber auch den Wohlfühlcharakter, den wir alle im ersten Band kennengelernt haben.

Tiefgründige Charaktere, die Leichtigkeit ausstrahlen

Was auf den ersten Blick wirkt wie ein Gegensatz, funktioniert auf den zweiten grandios, denn vereint Hintergrundgeschichten und Figuren, die durchaus eine gewisse Tiefe ausstrahlen, mit der Leichtigkeit der Aktualität. Die Figuren wissen genau, wo sie stehen und, dass sie eine Vergangenheit haben.

Genau diese Vergangenheit steht den beiden Protagonisten anfangs aber auch sehr im Weg und sorgt eine gewisse Situationskomik. Genau die Art von Geschichte, die ich persönlich sehr schätze, einfach um einmal im Alltag ein wenig abzuschalten, um herunterzukommen.

Praktisch jede Figur, die in dieser Geschichte vorkommen hat so etwas, wie ein Geheimnis. Sie verbirgt etwas von den anderen und das macht die Geschichte selbst ungeheuer interessant, den jeweiligen Geheimnisse begeben sich aus ihrer vor Geschichten heraus.

Niemand lügt, doch entdeckt man, dass sich nach und nach ganz andere Aspekte in den Charakteren entwickelt. Aspekte, die prägend sind und die Figur über die Jahre verändert haben, die sie möglicherweise aber auch behindern und einschränken.

Im Verlauf des Buches werden diese Geheimnisse nach und nach enthüllt und lassen die Figuren ihrerseits aufleben. Genau dieses Element fand ich bei dieser Geschichte äußerst bemerkenswert, verstärkte sie doch noch das Gefühl von Authentizität. Dieses Gefühl hält mich als Leserin oder Hörerin dieser Geschichte von Anfang an fest und unterhält mich gut.

Ein leichter, klarer Stil

Schon als ich „Das kleine Café in Kopenhagen“ las und hörte, fiel mir auf, wie eindeutig der Stil der Autorin ist. Tatsächlich besitzt nämlich das Talent, sich klar und schnörkellos und trotzdem detailreich und sinnesgetreu auszudrücken. Ein Talent, das man so unbedingt bei einem Wohlfühlroman erwarten sollte. Genau dieses Talent ist es auch, dass mich bei dieser Reihe von Buch zu Buch und von Hörbuch zu Hörbuch gehen lässt.

Insgesamt ist es auch interessant, zu sehen, wie unterschiedlich die Rezeption beim Buch und beim Hörbuch ist. Das Buch unterhält mich, das Hörbuch entspannt und lässt mich abschalten. Wo hingegen ich mir die Hörbuchreihe gut im Winter bei einer Tasse Kakao vorstellen kann, würde ich jetzt im Sommer eher das Buch mit in den Park nehmen. Das Hörbuch hilft allerdings auch über eine Hitze bedingt schlaflose Nacht hinweg.

Über die Autorin

liebt Reisen und gutes Essen. Als PR-Agentin hat sie in diversen europäischen Großstädten gelebt und gearbeitet. Vor allem die dänische Hygge-Lebensart konnte sie begeistern – ebenso wie die leckeren kanelsnegle (Zimtschnecken). Kein Wunder, dass in Kopenhagen die Idee zu diesem Roman entstand. Es ist der Auftakt zu einer Reihe, die fortgesetzt wird mit einer Bäckerei in Brooklyn und einer Patisserie in Paris.”(Rowohlt)

Über die Sprecherin Tatjana Pokorny

“Tatjana stammt aus einer Schauspieler-Familie in der 3. Generation und hat ihre Liebe zum Theater somit in die Wiege gelegt bekommen. Mit vier Jahren hatte sie ihren ersten Bühnenauftritt. Nach der Schauspielschule und ihrem Studium der Theaterwissenschaften, Neueren Deutschen Literatur und Psychologie war sie viele Jahre lang im deutschsprachigen Raum als Schauspielerin und Sängerin unterwegs. Stationen waren u.a. das Staatstheater Braunschweig, Augsburg, Celle, Frankfurt/Main, Düsseldorf, Wien. Tatjana Pokorny war fünf Jahre lang festes Mitglied der Bad Herfelder Festspiele. Mittlerweile arbeitet sie hauptsächlich als Regisseurin und Co-Direktorin am eigenen kleinen Stadttheater in Garmisch-Partenkirchen und manchmal steht sie auch selbst auf der Bühne. Sie drehte u.a. für “Forsthaus Falkenau” und “Aus heiterem Himmel”. Seit einigen Jahren gibt sie auch Schauspiel-, Regie- und Sprech-Workshops (z.B. für den Bezirk Oberbayern), die sich großer Beliebtheit erfreuen, da sie mit ihren Fachkenntnissen ganz persönlich auf ihre Teilnehmer eingehen kann.”(Deutsche Synchronkartei)

Auch als Sprecherin dieses Hörbuchs hat sie ganze Arbeit geleistet. Mit ihrer Stimme hat sie Sophie stilvoll und authentisch verkörpert, ohne dass die Figur abgehoben oder überheblich wirkte. Tatjana Pokorny war einfach passend.

Fazit

Wie auch schon bei „Das kleine Café in Kopenhagen“ habe ich auch bei „Die kleine Bäckerei in Brooklyn“ sowohl das Buch gelesen als auch das Hörbuch gehört. In beiden Fällen hatte ich den Eindruck, dass es der Autorin vor allem darum geht, mich als Leserin gut zu unterhalten und als Hörbuch-Hörerin mitzunehmen und das Gefühl zu haben, an der Seite von Sophie und Todd ihre Freundschaft mitzuerleben. Das alles lädt einfach nur zum Wohlfühlen ein und ist somit das perfekte Buch oder Hörbuch für den Urlaub.

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"Die kleine Bäckerei in Brooklyn" von Julie Caplin
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