ZDF, 20.15 Uhr: „Ostfriesengrab“ nach Klaus-Peter Wolf

ZDF, 20.15 Uhr: “Ostfriesengrab” nach Klaus-Peter Wolf
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Frank Weller (Christian Erdmann), Ann Kathrin Klaasen (Julia Jentsch).
(c) ZDF/Sandra Hoever

Mit „Ostfriesengrab“ zeigt das ZDF heute Abend einen weiteren Krimi aus der beliebten Reihe rund um Ann Kathrin Klaasen. Klaus-Peter Wolf hat zwar das Drehbuch selbst nicht geschrieben, dennoch basiert die die auf seinen Krimiromanen. Dennoch begibt sich das ZDF mit dem Krimi heute Abend auf eine ganz neue und unerwartete Herausforderung, denn die Besetzung der Hauptfigur an Katrin Klaasen hat sich verändert.Die Forscher alleine macht schon neugierig und so bin ich gespannt darauf, was uns heute Abend genau erwartet.

Worum geht’s bei „Ostfriesengrab“?

Eine junge Frau hängt, an Seilen aufgeknüpft, tot in einem Baum im Schlosspark Lütetsburg – offensichtlich wurde sie Opfer eines grausamen Gewaltverbrechens. Der Verdacht fällt auf den Ex-Häftling Dieter Meuling, der mit der Toten eine Liebesbeziehung hatte. Meuling wird festgenommen. Kurz darauf meldet sich des­sen Anwältin mit einer brisanten Information: Meuling hat von sei­nem früheren Zellengenossen erfahren, wer der Mörder von Ann Kathrin Klaasens Vaters ist. Er würde ihr den Namen verraten, wenn die Kommissarin ihm zur Flucht verhilft. Gegen den Rat ih­res Kollegen Frank Weller willigt Ann Kathrin ein. Als Dieter Meuling den Namen des Mörders dann doch nicht preisgeben will, bedroht sie ihn kurzerhand mit der Waffe. Doch Meuling gelingt die Flucht. Kripo-Chef Ubbo Heide ist außer sich. Ihm bleibt keine Wahl, er suspendiert Ann Kathrin Klaasen.

Kurze Zeit später wird die Leiche einer weiteren jungen Frau gefunden, ihr Körper wurde bis zum Hals im Sand vergra­ben. Den Ermittlern gelingt es schließlich, den flüchtigen Dieter Meuling zu stellen. Doch schon bald taucht eine dritte Leiche auf. Ein junger Mann wurde im Watt an einen Holzpfahl gefesselt und ist in der Flut ertrunken. Es scheint sich um denselben Täter zu handeln, Meuling ist offenbar unschuldig.

Dann verschwindet die Tochter des berühmten Künstlers Freimut Diebold, der sich gerade in seiner Heimat aufhält, um sein Lebenswerk mit einer Retrospektive zu feiern. Ann Kathrin Klaasen muss das Motiv des Täters herausfinden, um die junge Frau noch zu retten. Für die Ermittler beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit.

Neubesetzung der weiblichen Hauptrolle

Mit Julia Jentsch übernimmt nun eine neue neue Schauspielerin die Rolle der Ann Kathrin Klaasen. Im Interview mit dem ZDF erzählt sie: „Ich habe einige Ostfrieslandkrimis gelesen, um etwas von Ann Kathrins Welt zu erfahren. Die ersten Verfilmungen habe ich auch gesehen. Da aber immer wieder ein neues Team und andere Autoren und Regisseure die Geschichten umsetzen, ist der Blick auf diese Welt und die Figuren auch sehr stark vom Blick der Regie beeinflusst und ändert sich daher von Film zu Film – und die Charaktere ebenso. Die Ann Kathrin in den Filmen ist sicher für viele schon per se eine andere als die, die sie sich beim Lesen vorstellten (oder auch nicht), und mit dem Besetzungswechsel wird es natürlich wieder etwas Neues geben. Es ist kein Ziel, eine völlig andere Ann Kathrin zu spielen als Christiane Paul, aber da ich eine andere Person bin, wird sich automatisch einiges verändern.“

Auch wenn ich Christiane Paul als Schauspielerin in dieser Reihe sehr zu schätzen gelernt habe, bin ich jetzt sehr gespannt darauf, Julia Jentsch in der Rolle der Ann Katrin zu erleben. Gleichzeitig bin ich jedoch skeptisch, ob es wirklich sinnvoll ist mitten in der Reihe die Hauptfigur neu zu besetzen. Schließlich haben sich die anderen Zuschauer vermutlich ebenso wie Du und ich an die einzelnen Figur und ihre Besetzung gewöhnt. Meiner Meinung nach ist es somit schwierig im späteren Verlauf der Reihe einfach etwas an den Figuren und ihrer Darstellung zu verändern. Natürlich macht jeder einzelne Figur eine Entwicklung durch, und doch sollte sie nicht neu besetzt werden, wenn es sich vermeiden lässt. Ich weiß selbst nicht, welche Gründe zur Neubesetzung geführt haben, bin aber gespannt auf die Umsetzung heute Abend.

Kein Drehbuch von Klaus-Peter Wolf

„Ich bin auf endlosen Touren und stelle meine Kriminalromane in einem literarisch-musikalischen Programm vor. Die Musik macht Bettina Göschl mit ihrer Band „Die Komplizen“. Sie hat Lieder zu den einzelnen Figuren meiner Romane geschrieben. Wir stehen mit diesem Programm an 150 bis 200 Abenden auf der Bühne. Außerdem schreibe ich jedes Jahr einen, manch­mal sogar zwei dicke Romane. Das kann niemand anders für mich tun. Aber Drehbuch schreiben ist auch Handwerk. Ich habe die Filmarbeit beratend begleitet, habe aber dem Filmteam so weit vertraut, dass sie nun ihre eigene Vision meiner Geschichte vor­stellen können. Den Roman „Ostfriesenkiller“ haben inzwischen mehr als 700.000 Menschen gelesen. Da hat ja jeder eine eigene Phantasie. Und nun kommt eine Filmvision dazu“, erzählte Klaus-Peter Wolf als mit „Ostfriesenkiller“ der erste Film zum Buch ausgestrahlt wurde.“

Wie auch bei vielen anderen Autoren, deren Bücher verfilmt wurden, hat sich also auch Klaus-Peter Wolf dafür entschieden, das Schreiben des Drehbuchs jemanden zu überlassen, der nicht so dicht am Buch ist, wie er als Autor. Die Aussage, dass er selbst sehr viel um die Ohren hat, ist da natürlich eine sinnvolle Ergänzung, jedoch sicherlich der einzige Grund. Ich persönlich glaube, dass Filmen die fremde Handschrift ausgesprochen gut bekommt.

Zwar ist der Unterschied zwischen einem Buch und einem Film zumeist sehr umfangreich und dennoch fällt es mir als Zuschauer leichter, die beiden Darstellungsformen voneinander zu trennen, wenn sie durch unterschiedliche Personen entstanden sind.

Über den Drehort

Wie auch schon die Kriminalromane spielen auch die Filme in der Wahlheimat von Klaus-Peter Wolf. Dort wurde auch gedreht. Klaus-Peter Wolf erzählt über die Dreharbeiten: „Das war ein durchaus spannender Prozess, wobei wir vereinbart hatten, dass meine real existierenden Figuren, wenn sie jetzt von Schauspielern gespielt werden, beim Casting ein Wörtchen mitzu­reden haben. Das hat dem Film sicherlich gut getan.“
Auch die Neue im Team hat sich in Ostfriesland wohlgefühlt. Sie sagt: „Ich liebe diese Weite im Norden, die salzige, stürmische Luft, den Blick auf das Meer. Ich genieße es, in dieser schönen Landschaft drehen zu dürfen.“

Ich persönlich kann beide Aussagen voll und ganz nachvollziehen, denn Ostfriesland hat seinen Charme. Die Region an der Nordsee Streit gleichermaßen eine Ruhe und Dynamik aus. Die Landschaft ist natürlich etwas rauer, aber genau das meiner Meinung nach den Charme des Ganzen aus. Klaus-Peter Wolf, der selbst in dieser Gegend lebt und sich diese Region als Wahlheimat ausgesucht hat, zeigt, dass man in dieser Region einerseits gut Urlaub machen kann, es aber auch viele Menschen, die gerne dort leben. Nicht ohne Grund möchte ich annehmen…

Erwartungen an „Ostfriesengrab“

Die Reihe rund um Ann Katrin Klaasen interessierte mich schon brennen, als es die Filme im ZDF noch gar nicht gab. Klaus-Peter Wolf schafft es nämlich mit jedem dieser Romane uns die Vorzüge von Ostfriesland näher zu bringen und gleichzeitig kommt die Spannung nicht zu kurz. Dem Team, das jetzt die Geschichte verfilmt hat, ist es vermutlich weder ebenso gut gelungen, diese ganz besondere Stimmung aufzugreifen und den Film heute Abend zu einem echten Erlebnis zu machen. So kann ich sagen, nicht nur das Wetter ist momentan friesisch, sondern vermutlich auch dieser Krimi.

Aktuell glaube ich, dass wir heute Abend einen Krimi erwarten dürfen, der mit den typischen Charakteristika dieser Reihe aufwartet. Menschen, die zwar schweigsam sind und doch mit ihrer individuellen Haltung zu einem echten Unikat werden. Die Figuren, die in dieser Reihe geschaffen werden, sind stets unerwartet und vorhersehbar. Auch das ist eine Stärke der Geschichten von Klaus-Peter Wolf.

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