„Tod im Olivenfass – Ein Gardaseekrimi“(1) von Renato Pozzi

“Tod im Olivenfass” von Renato Pozzi
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„Tod im Olivenfass“ von Renato Pozzi ist ein ungewöhnlicher Urlaubskrimi, der sowohl von musikalischen als auch von kulinarischen Eindrücken geprägt wurde. Dass dieser Krimi in Salò am Gardasee liegt, rundet das Gefühl von Urlaub ab.

Obwohl dieser Krimi vor allem in den kleinen Gassen  Salòs und in der Umgebung musikalischer Mäzenen spielt, kam für mich durchaus ein wenig überraschend. Ich  habe mit einem stärkeren Bezug zu Oliven und mediterraner Küche gerechnet.

Dass es anders gekommen ist, überraschte mich zwar zunächst, war aber für mich weniger schlimm als vielmehr ein unerwarteter Twist, der sich für den Verlauf des Krimis lohnt. So kommen die musikalischen Bezüge keinesfalls aus dem Nichts.

„Tod im Olivenfass“ von Renato Pozzi: Mord an einem Geigenbau-Gutachter

Als Commissario Andreotti zu einem Leichenfund gerufen wird, glaubt er zunächst an einen Unfall. Doch diese Erwartung wird enttäuscht. Dass es sich um einen Mord handelt, ist nur allzu offensichtlich. Der zunächst unbekannte Tote steckt kopfüber und ohne Hose im Olivenfass des alten Antonio Marveggios.

Dieser ärgert sich allerdings weniger über den Toten, als vielmehr darüber, dass seine im Fass befindlichen Oliven nun nicht mehr genießbar sind. Auch Andreotti vergeht der Appetit auf die mediterrane Köstlichkeit.

Er, der sonst wenig auf seiner Dienststelle zu tun hat, sieht sich mit einer neuen Herausforderung konfrontiert. Am gleichen Tag begegnet er zudem auch noch der Geigenbauerin Sophia Lange, die nach vielen Jahren wieder in die Heimat ihrer Mutter zurückkehrt.

Sophia Lange muss einen Taschendiebstahl anzeigen. Andreotti hat natürlich eine Ahnung, wer hinter dem Diebstahl steckt. Fredo, warmherziger Familienvater und immer ein wenig knapp bei Kasse, wird sich mal wieder als Taschendieb verdingt haben.

Während er Sophia hilft, ihr Portemonnaie, das einen hohen individuellen Wert für die junge Frau besitzt, zurückzuerhalten, stellt sich heraus dass Sophia Lange für seine Mordermittlung einen gewissen Wert besitzt.

Schließlich besitzt die junge Frau als Geigenbauerin eine gute Expertise in diesem Bereich und bei dem Toten handelt es sich um einen Gutachter für hochpreisige Geigen. Als nur wenige Stunden später ein toter Geigen-Sammler aufgefunden wird, steht fest: In beiden Todesfällen geht es um Geigen.

Andreotti benötigt deshalb die fachkundige Unterstützung der biederen Geigenbauerin. Dass diese das Leben des ortsbekannten Commissario gehörig auf den Kopf stellen wird, ahnt er zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

„Tod im Olivenfass“ von Renato Pozzi: Ein mediterraneres Flair

Die Tatsache, dass Salò in der direkten Umgebung des Gardasees liegt, lässt von vornherein ein mediterranes Lebensgefühl zu. Die Tatsache, dass Sophia darüber hinaus zunächst bei ihrer Tante lebt, die ein Restaurant mit Gästezimmern betreibt, sorgt dafür, dass das Essen im gesamten Kriminalfall keinesfalls zu kurz kommt.

Und das, obwohl es für den Fall selbst weitestgehend keine Bedeutung zu haben scheint. Auch die Tatsache, dass die Menschen hier viele Wege zu Fuß zurücklegen und dabei häufig einen guten Blick auf den See genießen, lässt das Gefühl von Urlaub entstehen.

Wer also schon immer Urlaub am Gardasee machen wollte oder sich nach einem Urlaub an den Gardasee sehnt, den er oder sie vielleicht vor einigen Jahren einmal gemacht hat könnte mit „Tod im Olivenfass“ von Renato Pozzi genau den richtigen Kriminalroman in den Händen halten, um sich für einige Stunden in die Ferne zu wünschen.

„Tod im Olivenfass“ von Renato Pozzi: Charaktere mit Charme  und Tiefe

Doch es ist nicht ausschließlich der Charme des mediterranen Flairs, die diesen Krimi zu einem Urlaubskrimi der besonderen Art machen. Vielmehr ist dieser Urlaubskrimi aufgrund seiner Charaktere und seiner einzelnen Erzählstränge etwas anders, als zunächst von seinen Leserinnen und Lesern  vermutet.

Stark finde ich bei diesem Krimi vor allem die Tatsache, dass die Charaktere selbst nicht nur überaus freundlich sind sondern auch ihre ganz eigenen Herausforderungen im Alltag mit sich herum tragen. Man kann sich schnell eine Freundin wie Sophia Lange wünschen oder mit dem Commissario ein Konzert besuchen wollen.

Dennoch täuscht dieser auf den ersten Blick höfliche Charakter nicht darüber hinweg, dass beide ermittelnden Hauptfiguren auf gewisse Ähnlichkeiten in ihrem Leben zurückblicken. Obwohl es also Gemeinsamkeiten gibt, gibt es jedoch auch genug Reibungspunkte, in denen sich die beiden nicht einig werden können, wie sie nun am besten vorgehen wollen.

Aufgrund dieser Gegensätzlichkeit bei allen Gemeinsamkeiten ist dieser Kriminalroman durchaus turbulent und abwechslungsreich. Bei aller Turbulenz kommt auch die Spannung und die gute Unterhaltung für den Leser nicht zu kurz.

„Tod im Olivenfass“ von Renato Pozzi: Ein unterhaltsamer Spannungsbogen

Würde ich behaupten, dieser Krimi wäre der spannendste, den ich im vergangenen Jahr gelesen hätte, wäre diese Annahme sicherlich falsch. Tatsächlich ist „Tod im Olivenfass“ ein unterhaltsamer und kulturell geprägter Krimi, der einen nicht nur gut unterhält, sondern auch mit einigen lehrreichen Hinweisen rund um den Geigenbau aufwartet.

Die Tatsache, dass dieser Krimi vergleichsweise unblutig ist, macht ihn zum leichtfüßigen aber durchaus gemütlichen Urlaubskrimi. Mit den Figuren wird er vergleichsweise schnell warm, verliert aber in der Hektik gerade anfangs auch schnell den Überblick. Infolgedessen ist es klar, dass man sich einen Moment einlesen muss, wenn man dieser Geschichte beginnt.

Die Faszination für Geigen und italienische Küche sollte man bei diesem Krimi voraussetzt, denn die Spannung steigert sich langsam aber stetig, somit ist es hier zuvorderst nicht der Spannungsbogen, sondern viel eher die Geschichte selbst, die eine Faszination ausübt.

„Tod im Olivenfass“ von Renato Pozzi: Ein starkes Debüt als Reihenauftakt

Dass dieser Krimi Renato Pozzis erster Krimi sein soll, konnte ich kaum glauben, aber tatsächlich hat er diesen Buchvertrag von Droemer Knaur durch einen Schreibwettbewerb gewonnen. Mit einem überaus starken Debüt muss er vermutlich die Jury bestens zu unterhalten und von sich zu überzeugen.

Mich als Leserin dieser Geschichte hat er dieses besonderen Settings auf jeden Fall überzeugt und ich hoffe, dass es einen zweiten Teil geben wird und auch darauf, dass weitere Teile folgen. Neugierig gemacht hat mich dieses Debüt nämlich auf jeden Fall.

Freue ich mich also auf ein Wiedersehen mit Sophia Lange und Commissario Andreotti? Ja, tatsächlich würde ich mich über ein Wiedersehen mit den beiden sehr freuen, da ich neugierig bin, wie sich die beiden Figuren weiter entwickeln. Gleichzeitig bin ich gespannt, welche Krimihandlungen sich noch um die Kunst des Geigenbaus erzählen lassen.

Über den Autor Renato Pozzi

„Renato Pozzi lebt mit Frau und drei Kindern in München. Der Gardasee und insbesondere Salò sind ihm in den letzten Jahren zur zweiten Heimat geworden.“ (Droemer Knaur)

Fazit zu „Tod im Olivenfass“ von Renato Pozzi

„Tod im Olivenfass“ von Renato Pozzi ist ein ungewöhnlicher Auftakt in eine neue Krimireihe, die Lust macht am Gardasee Urlaub zu machen und doch bietet dieser Roman mehr als das klassische Gardasee-Flair.

Die Geigen, die als Hintergrund zu diesem Krimi zu gehören dürften auch die Liebhaber der klassischen Musik ansprechen und die Bezüge zum Olivenfass und zur italienischen Kulinarik ebenso diejenigen unter Euch, die das italienische Lebensgefühl zu schatzen wissen.

Somit ist dieser Krimi einerseits der passende Urlaubskrimi für alle Italien-Reisende, andererseits aber auch ein Krimi mit dem kulturellen Flair der klassischen Musik.

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