„Sommersprossen“ von Cecilia Ahern: 1 Identitätssuche

„Sommersprossen“ von Cecilia Ahern: 1 Identitätssuche
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„Sommersprossen“ von Cecilia Ahern ist ein besonderer Roman. Ob nun ein besonders guter Roman oder ein besonders schlechter, darüber kann man sicherlich geteilter Meinung sein.

Faktisch ist dieser Roman aber ein Anlass, sich mit anderen auszutauschen, denn inhaltlich bietet die Geschichte viele Möglichkeiten zur Diskussion. Allegra wünscht sich nichts mehr, als herauszufinden, wer ihre Mutter ist.

Die Sehnsucht nach der Verbundenheit zu ihrer Mutter ist so groß, dass sie schließlich sogar in die gleiche Stadt zieht, wie sie und sich doch dafür fürchtet, mit ihr in Kontakt zu treten.

Ihre Sorge ist dabei keinesfalls unbegründet, denn ihre Mutter hat sie direkt nach der Geburt dem Vater überlassen, ohne sich weiter um das Kind zu kümmern. Nicht einmal einen Namen hat sie dem Mädchen gegeben.

Obwohl sich Allegras Vater größte Mühe gegeben hat, Kind und Karriere unter einen Hut zu bekommen, hat seine Tochter stets auch die Mutter vermisst. Nun mit 24 stellt sie sich der Herausforderung und versucht erstmals mit ihr Kontakt aufzunehmen.

„Sommersprossen“ von Cecilia Ahern: eine sehr spezielle Charaktere

Allegra ist mit ihren 24 Jahren noch recht jung und doch wirkt sie in diesem Roman manches Mal deutlich älter. Mit ihren Narben am linken Arm, die sie sich selbst in ihrer Jugend zugefügt hat, verbindet sie gewissermaßen einen Teil ihrer Identität, denn Sommersprossen auf dunkler Haut sind vergleichsweise selten.

Die Sommersprossen erbte sie einst von ihrem Vater, die olivfarbende Haut von der ihr unbekannten Mutter, ebenso wie die dicken schwarzen Haare. Gerüchte gibt es viele über ihre Mutter, doch sie möchte sich ein eigenes Bild machen.

Die Sturheit oder vielleicht sollte ich besser sagen, die Beharrlichkeit, mit der sie sich ihrer Mutter nähert, ist eine Auffälligkeit ihrer Charaktere, doch es gibt noch einige weitere. Allegra ist nämlich nicht nur stur und beharrlich, sondern auch penibel und penetrant. Manch einer würde wohl sagen, sie sei pingelig.

In ihrer täglichen Arbeit als Mitarbeiterin des Ordnungsamts, sie selbst bezeichnet sich gerne als Hilfspolizistin, sind diese Eigenschaften aber sogar von Vorteil. Trotzdem stellte das Leben sie immer wieder vor Herausforderungen, denn obwohl sie einige Bekannte hat, pflegt sie doch keine einzige echte Freundschaft.

Das ändert sich, als der Fahrer eines gelben Ferraris in ihr Leben tritt, denn wütend über seinen Strafzettel, den Allegra ihm täglich ausstellt, rät er ihr zu neuen Freunden. Man selbst sei, so erklärt er, die Summe der fünf Leute, mit denen man die meiste Zeit verbringt.

Einen leichten Charakter besitzt Allegra tatsächlich nicht, als Leserin wie auch als Hörerin musste ich mich zunächst an sie gewöhnen. Hatte ich bei dem Hörbuch zunächst den Eindruck, die Geschichte lief irgendwie unrund, wurde es bei dem Roman auch nicht besser.

Tatsächlich muss man dieser Geschichte Zeit geben, damit sie ihre Tiefe entfalten kann. Faktisch kann Allegra nämlich für jedermann stehen, der gerade auf der Suche nach der eigenen Identität ist. Viel zu spät erkennt sie, dass sie für ihr eigenes Glück letztlich selbst verantwortlich ist.

„Sommersprossen“ von Cecilia Ahern: eine Geschichte mit Tiefgang

Dass die Geschichte „Sommersprossen“ von Cecilia Ahern Tiefgang besitzt, ist unzweifelhaft, wohl aber auch eine Herausforderung für Leser und Hörer, in die Geschichte hineinzukommen. Wie bereits weiter oben erwähnte, braucht man eine gewisse Zeit, um in diese Geschichte hineinzukommen.

Dass Allegra mit ihrem herausfordernden Auftreten auch liebenswürdige Züge hat, fällt zunächst schwer zu glauben, aber im Verlauf des Romans verändert sie sich, wird selbstbewusster und erkennt, dass es wichtig ist, seinen eigenen Weg zu gehen.

Tatsächlich bin ich selbst gespannt, ob die Geschichte um Allegra nach diesem Roman zu Ende gegangen ist oder ob die Autorin Cecilia Ahern ihr eine Fortsetzung gönnt. Faktisch bin ich mir nicht einmal sicher, ob Allegra eine solche Fortsetzung tragen würde.

Allerdings muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass ihre Entwicklung am Ende der Geschichte noch lange nicht abgeschlossen zu sein scheint. Vielmehr ist es so, als hätte sie gerade damit angefangen, ihr Leben zu ordnen.

„Sommersprossen“ von Cecilia Ahern: plötzlicher Beginn und abruptes Ende

Weiter oben hatte ich bereits erwähnt, dass ich den Roman als unrund empfunden habe. Er war keinesfalls schlecht, versteht mich bitte nicht falsch, aber zu Beginn der Geschichte hatte ich das Gefühl, ins kalte Wasser geworfen zu werden, was möglicherweise daran gelegen haben könnte, dass dieses Hörbuch gekürzt ist.

Im Verlauf lernte ich Allegra und ihre Weggefährten dann stetig besser kennen und in dem Moment, in dem ich endlich das Gefühl hatte, die Figur wird mir vertraut und sympathisch, endete der Roman durchaus überraschend. Genau dieses der Grund, warum ich die Geschichte als Untergrund erlebe, aber eben auch als den Auftakt einer Geschichte um eine starke Protagonistin.

Mit ihrer Sommersprossen wird sie rein äußerlich zu einer auffälligen Erscheinung, mit ihren starken Charaktereigenschaften wird darüber hinaus zu einer Figur mit Identität und Potenzial.

„Sommersprossen“ von Cecilia Ahern: eine sensible Geschichte

Im Verlauf der Geschichte wird auch deutlich, die Protagonistin um einiges sensibler ist, als sie nach außen hin scheint. In ihr spiegelt sich nämlich die eigene Wahrnehmung und Fremdwahrnehmung.

Wirkt sie nach außen hin stark und kämpferisch, ist sie in ihrem Inneren empathisch, einfühlsam und überaus sensibel. Was auf den ersten Blick wie ein Widerspruch wirkt, ergänzt sich bei genauerer Betrachtung prima zu einer Geschichte, die empathisch und einfühlsam erzählt wird.

Dabei arbeitet Cecilia Ahern Vielschichtigkeit nicht durch Beschreibung heraus, sondern durch Handlung, was den Roman seinem starken Erlebnis macht, aber eben auch zu einer echten Herausforderung.

„Sommersprossen“ von Cecilia Ahern: das Gefühl fehlender Leichtigkeit

Dass dieser Roman nicht ganz so leicht, wie er auf den ersten Blick scheint, macht es für mich schwierig mit dem Roman warm zu werden. Obwohl die Geschichte, wie so häufig bei Cecilia Ahern, sehr gut klang, wurde das volle Potenzial hier nicht ausgeschöpft.

Ungewöhnlich für die Bücher dieser Autorin blieben die philosophischen Aspekte der Geschichte hinter meinen Erwartungen zurück. Habe ich bisher stets bei ihren Romanen das Gefühl gehabt, dass ich hier Leichtigkeit mit Tiefgang verbindet, konnte mich dieser Roman nicht in Gänze erreichen.

Langweilig wurde es dennoch nicht, denn obwohl das volle Potenzial dieser Geschichte wirklich nicht ausgeführt wurde, handelt es sich um eine gute und anspruchsvolle Episode aus dem Leben von Allegra Bird.

Hier wäre vermutlich eine Fortsetzung nicht wünschenswert, sondern hilfreich, um diesen Roman einordnen zu können.

„Sommersprossen“ von Cecilia Ahern: stilistisch fein und ausdrucksstark

Tatsächlich fällt es mir bei diesem Roman schwer, eine stilistische Einschätzung zu nennen, denn die Handlung war so intensiv und gleichzeitig komplex, dass es mir schwerfiel, den an sich feinen aber eben auch ausdrucksstarken Stil der Autorin als das wahrzunehmen, was er ist, der rote Faden dieser Geschichte.

Letztlich leitet mich Cecilia Ahern mit ihrem stilistisch ebenso feinen wie ausdrucksstarken Stil gekonnt durch eine Geschichte, die so alltäglich und nichts sagend wird, dass sie erst einige Zeit der Reife benötigt.

Es ist nämlich so, dass ich die Geschichte eigentlich erst dann entwickelt, wenn man diesen Roman beendete. Mit dem Beenden des Romans passiert nämlich etwas merkwürdiges.

Man kehrt mit den Gedanken immer wieder zu der ungewöhnlichen Protagonistin zurück und fragt sich selbst, wie man selbst sich in einer ähnlichen Situation verhalten hätte. Gleichzeitig sucht man als Leser oder Hörer dieses Romans nach einer möglichen Form der Fortsetzung.

Über die Autorin Cecilia Ahern

„Cecelia Ahern erzählt Geschichten, die unvergleichlich inspirieren und berühren. Sie ist eine der erfolgreichsten Autorinnen der Welt und vielseitig wie wenige andere, schreibt zeitgenössische Romane, Novellen, Storys, Jugendbücher, TV-Konzepte und Theaterstücke.

Für ihre Werke wurde sie vielfach ausgezeichnet. Ihre Romane wurden fürs Kino oder fürs Fernsehen verfilmt, zum Beispiel »P.S. Ich liebe Dich« mit Hilary Swank und »Für immer vielleicht« mit Lily Collins.

Cecelia Ahern ist Jahrgang 1981, hat Journalistik und Medienkommunikation studiert und lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern im Norden von Dublin.“ (Fischer Verlage)

Über die Sprecherin Merete Brettschneider

„Merete Brettschneider hat bereits Romane von u.a. Cecelia Ahern, E. L. James und Jennifer L. Armentrout eingelesen. Mit ihrer hellen, ausdrucksstarken Stimme beherrscht sie sowohl ruhige als auch dynamische Töne.“ (Argon Verlag)

„Sommersprossen“ von Cecilia Ahern: warum es sich lohnt das Buch zu lesen und das Hörbuch zu hören

Wie bereits gesagt, hatte ich mit dieser Geschichte nicht unbedingt den leichtesten Einstieg, aber die Kombination aus Buch und Hörbuch machte es für mich leichter einen Zugang zur Tiefe dieser Geschichte zu finden.

Hatte ich beim Lesen den Eindruck, Allegra dabei zu beobachten, wie sie ihre alltäglichen Wege und Aufgaben erledigt, erschien mir das Hörbuch eher wie ein Gespräch mit ihr. Diese Verbindung macht es mir letztlich möglich, so tief in die Geschichte einzusteigen, dass mich sogar die Botschaft der Geschichte erreichte, nämlich dass jeder für seine eigene Identität selbst verantwortlich ist und jeder aus seinem Leben nur selbst das beste machen kann.

Fazit zu „Sommersprossen“ von Cecilia Ahern

„Sommersprossen“ von Cecilia Ahern ist ein sehr intensiver Roman, für den man sich Zeit nehmen muss, die Komplexität in der Einfachheit und die Einfachheit in der Komplexität ist das, das diesen Roman zu einem echten Erlebnis macht, denn die tiefere Botschaft ist für jemanden, der über diesen Roman hinweg fliegt, keinesfalls greifbar.

Vielmehr geht die Tiefe der Geschichte verloren, je schneller und überhasteter man diesen Roman liest. Lässt man sich allerdings auf die Ruhe der Geschichte ein, spürt man auch ihre Tiefe. Auf diese Weise bekommt man einen Zugang richte, die sich dann als intensive Begegnung mit Allegra herausstellt.

Somit müsste ich wohl in meinem Fazit sagen, dass dieser Roman mehr besitzt, als auf den ersten Blick ersichtlich ist. Die Identitätssuche ist in diesem Roman nicht nur lesbar, sondern auch spürbar.

„Sommersprossen“ von Cecilia Ahern: für wen ist dieser Roman geeignet?

„Sommersprossen“ von Cecilia Ahern ist sicherlich nicht für jeden Leser gleichermaßen geeignet und auch nicht für jeden Hörer, sondern richtet sich nach meinem Verständnis eher an junge Erwachsene und hier vor allem Frauen, die ihren Weg ins Leben als Erwachsene noch nicht gefunden haben.

Wer bin ich? Wie werde ich von anderen wahrgenommen? Zwei Fragen deren Antworten nicht identisch sein müssen. Darüber hinaus auch noch ergänzend die Frage, wo man in zehn Jahren sein möchte oder vielmehr, wer man in 10 Jahren sein möchte?

Wenn sich die Leserinnen und Leser oder Hörerinnen und Hörer mit diesen Fragen beschäftigen möchten, sind Sie bei diesem Roman letztlich richtig gut aufgestellt. Fakt ist jedoch, dass sich dieser Roman vermutlich eher an Leserinnen und Leser richtet, die das 30. Lebensjahr noch nicht beendet haben oder es gerade erreichen.

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