Ich habe “Feigen in Detroit” von Alia Yunis…

Voraussichtliche Lesezeit: 3 Minuten.

… weitergelesen und kann sagen. Die Stimmung gefällt mir bisher sehr gut. Inzwischen kenne ich glaube ich schon eine Handvoll Protagonisten, die alle einen Teil ihres Leben darstellen. Fatima und Aris gefallen mir bisher am besten. Allerdings bin ich bei einigen Personen in diesem Buch noch ein wenig skeptisch.
Die Atmosphäre in diesem Buch ist durchaus angenehm, dennoch ist bereits ein gewisses Konfliktpotential zu spüren.
Mit echten Feigen hat das Buch bisher wenig zu tun, vielmehr geht es um die arabische Welt also den Ursprungsort der Feige. Es geht wie bereits erzählt um eine arabische Familie in Amerika. Fatima ist bereits Mitte 80 und wird wahrscheinlich bald sterben. Ibrahim ist ihr Ex-Mann und sogar schon Mitte 90. Fatima hatte sich von Ibrahim nach 60 Ehejahren und zehn gemeinsamen Kindern getrennt. Inzwischen sind die Kinder groß und leben ihr eigenes Leben. Viele haben selbst Kinder.
Nun hat sich Fatima schon 992. Nächte mit Scheherazade unterhalten und ihr ebenso viele Geschichten über ihre Kindheit erzählt. Doch die alten Geschichten interessieren die Geschichtenerzählerin aus 1001. Nacht nicht im Geringsten. Viel lieber würde sie mehr über das Leben der erwachsenen Fatima und ihrer Familie erfahren. Schließlich ´steht Fatima immer noch vor einem Problem: An wen gibt sie das Haus im Libanon weiter? Das alles und noch einiges mehr erfahren wir während wir Fatima und all die anderen in ihrer Welt und ihrem Leben begleiten. Man kann also sagen, wir gehen ein Stück des Weges mit und sind stille Beobachter ihrer Welt. Wir können ihr Verhalten reflektieren. Dieses ist eine Fähigkeit, die gerade Fatima nicht mehr haben wird, denn wir wissen zu Beginn bereits eines, am Ende wird Fatima tot sein.
Wie liest man ein Buch, bei dem man von vornherein weiß, am Ende wird es die Protagonistin, die tragende Rolle des Buches, nicht mehr geben? Sicher, es kann sein, dass einige Bücher gibt, wo man bereits zu Beginn weiß, dass eine der Figuren sterben wird, meistens ist es jedoch dann eine Figur, die nicht als Ich-Erzählerin oder Ich-Erzähler aufgetreten ist. Jetzt im Moment fühle ich mich relativ stark mit Fatima verbunden. Ich kann ihre Gedanken teilweise nachvollziehen, teilweise sind sie mir jedoch auch so fremd, dass ich mich frage, wie sie auf so eine Idee überhaupt kommen kann. Einige Gedanken von ihr sind mir durchaus vertraut und das, ohne dass ich sie selber je gedacht hätte. Andere hingegen sind mir so fremd, dass ich mich frage: “Wie kommt ein Mensch auf eine solche Idee?”
Ich möchte euch gar nicht allzu viel von dem Buch erzählen, vielmehr möchte ich euch einen Überraschungseffekt bewahren. Das Buch macht nur dann Spaß, wenn man nicht weiß, was alles genau darin passieren wird. Eine Sache möchte euch jedoch vorher sagen. Meiner Meinung nach wird das Buch verdammt philosophisch. Ich bin gespannt, wie ich mit der fremden Kultur, sowie der Philosophie, die dahinter steckt zurechtkomme.
Für all diejenigen, jetzt immer noch nicht verstanden haben, was das Ganze mit Scheherazade auf sich hat, dem sei gesagt, Scheherazade war die Prinzessin, die 1001 Geschichte erzählt hat, damit sich der Sultan in sie verliebte, so dass sie nicht zum Tode verurteilt wurde und so praktisch unsterblich ist. Das ganze Buch ist meiner Ansicht nach ähnlich aufgebaut, wie die Märchen in 1001 Nacht.
Irgendwie gibt es da durchaus Parallelen, ich weiß momentan nicht, ich euch das anders beschreiben soll, als vielmehr, dass ich das empfinden habe, dass es bei diesem Buch ähnlich ist wie im Original.

Was soll ich euch noch mehr erzählen? Ach ja, morgen werde ich mein Adventsgewinnspiel beginnen. Alles weitere dazu Morgen.

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