DasErste, 20.15 Uhr: „Wolfsland – Heimsuchung“

Wolfsland DasErste, 20.15 Uhr: "Wolfsland - Heimsuchung"
Sharing is Caring! Hilf mit, diesen Beitrag bekannt zu machen!
Viola Delbrück (Yvonne Catterfeld) und Burkhard „Butsch“ Schulz (Götz Schubert) ermitteln am ehemaligen Kondensatorenwerk.
© MDR/MOLINA FILM/Steffen Junghans

Mit „Heimsuchung“ zeigt DasErste heute Abend um 20.15 Uhr die zweite Fortsetzung aus der Krimireihe „Wolfsland“. Als ich diese Vorschau entdeckte, wurde ich natürlich sofort neugierig, denn erst in der vergangenen Woche habe ich selbst mit „Das heilige Grab“ wieder einen überaus düsteren und spannen den Thriller gesehen, sodass ich nun gespannt bin wie es weitergeht. Ging es in der vergangenen Folge überwiegend um Butsch und seine Tochter, so scheint nun Viola im Mittelpunkt der Geschichte zu stehen. Es bleibt also schön ausgewogen

Yvonne Catterfeld spielt an der Seite von Götz Schubert. Beide Schauspieler verkörpern in dieser Reihe echte Charakterköpfe.

Was erwartet uns bei „Wolfsland – Heimsuchung“?

Ein verlassenes Auto auf dem Gelände der alten Kondensatorenfabrik, eine verschwundene Frau und ein auffallend wenig beunruhigter Ehemann stehen am Anfang des Falls, den die beiden Görlitzer Ermittler Burkhard „Butsch“ Schulz und Viola Delbrück in „Wolfsland – Heimsuchung“ zu lösen haben. Es ist ihr sechster gemeinsamer Fall, bei dem sich die beiden allerdings schon über die Frage, ob es sich überhaupt um einen Fall handelt, nicht einigen können.

Tatsächlich spricht einiges dafür, dass „Butsch“ mit seiner These, Heike Tauchert habe ihren Mann schlicht und ergreifend sitzengelassen, recht hat. Viola Delbrück, ein Kopfmensch, hört aber auf ihre Instinkte, und die sagen ihr, dass Bodo Tauchert schuldig ist …

Götz Schubert als Burkhard „Butsch“ Schulz

Burkhard „Butsch“, Hauptkommissar bei der Kripo Görlitz, ist gebürtiger Lausitzer; er kennt Görlitz und seine Umgebung sowie die Menschen dort schon aus DDR-Zeiten wie seine Westentasche. Er lebt allein, eine Ehe ist gescheitert, die zweite endete tragisch. Seine inzwischen 17-jährige, in Berlin lebende Tochter sieht er selten, worunter er ziemlich leidet.

„Butsch“ ist ein misstrauischer und sarkastischer Mensch, der jedoch durchaus charmant und witzig sein kann. Insgesamt: ein Mann weniger Worte, der mitunter an einen einsamen Wolf erinnert. Als Görlitzer Ermittler vertraut er seinen Instinkten und handelt meist aus dem Bauch heraus – oft mit Methoden, die seine Kollegin Viola Delbrück nicht besonders schätzt.

Mir persönlich gefällt Götz Schubert als Besetzung der Rollen des Butsch sehr gut, da er genau die richtige Persönlichkeit ausgesprochen lebendig verkörpert und trotzdem immer ein wenig unerwartet. Genau diese Überraschungsmomente und die dadurch resultierenden Konflikte sind es, die Wolfsland so einzigartig machen.

Wenn man behauptet, dass Wölfe sowohl im Rudel leben, als auch als Einzelgänger zurecht kommen, dann passt diese Beschreibung genau auf die Figur, die Charakterkopf Götz Schubert hier verkörpert. Ich freue mich darauf, ihn heute Abend wieder einmal aus einer ganz neuen Perspektive zu sehen.

Yvonne Catterfeld als Viola Delbrück

Anzeigen

Die Hamburgerin Viola Delbrück, Kommissarin bei der Kripo Görlitz, hat sich inzwischen in ihrem neuen Umfeld eingelebt. Ihren Kollegen „Butsch“ weiß sie jetzt zu nehmen – seine Anerkennung musste sie sich allerdings hart erkämpfen. Delbrück liebt ihre Arbeit, kniet sich gern verbissen hinein, begreift sie aber im Gegensatz zu „Butsch“ als Teamarbeit.

Privat lässt sich die unnahbare, mitunter spröde Einzelgängerin nicht gern in die Karten gucken. Als sie von ihrem psychotischen Ex-Mann in Görlitz massiv bedroht wird, kann sie allen Bemühungen zum Trotz ihr kompliziertes Privatleben nicht vor „Butsch“ geheimhalten. Man ahnt: Diese Frau verbirgt einiges …

Yvonne Catterfeld kenne ich noch aus der Zeit, in der sie bei GZSZ mitgespielt hat. Ich weiß also auch, dass sie früher und vermutlich auch jetzt noch als Sängerin gearbeitet hat. Umso überraschender war ich, dass sie mit der Figur der Viola Delbrück eine so mysteriöse und vielschichtige, aber eben auch unnahbare Rolle übernommen hat.

Dieses Unnahbare hätte ich ihr unter keinen Umständen zugetraut. Eine lebenslustige, etwas chaotische Kommissarin wäre in meiner Vorstellung eher wahrscheinlich gewesen. In den vergangenen fünf Teilen dieser Reihe hat sie aber häufig schon unter Beweis gestellt, bietet auch diese ungewöhnliche Rolle zu ihr passt.

Dieser sechste Teil der Reihe verspricht nun Violas eigenes Trauma endlich zu einem scheinbaren Ende zu führen, denn ihr Ex wird offenbar endlich seiner gerechten Strafe zugeführt. „Wir wissen manchmal auch nicht, was die Autoren vorhaben, obwohl wir uns alle einmal im Jahr treffen und besprechen, wie es weitergeht. Es war oft Thema, ob und wie ihr Ex wiederkommen könnte.

Im Moment sieht es nicht danach aus. Dafür wird aber ein anderer Mann in Violas Leben auftauchen. Was sie nie los werden wird, sind die Angst und das Trauma, das sie mit ihrem Ex erlebt hat, und die Frage, was sie eigentlich damit zu tun hatte“, so Yvonne Catterfeld. Wir lernen also ein wenig mehr über die Hintergründe dieser Figur. Dabei blicken wir zurück auf eine Vergangenheit, bei der wir endlich auch ein wenig über die Persönlichkeit der sonst als Eigenbrötlerin erscheinenden Kommissarin herausfinden.

So erfahren wir in diesem Film zum Beispiel endlich, dass Viola Delbrück ursprünglich aus Erfurt stammt. Dies ist übrigens auch eine Gemeinsamkeit, die sie mit Yvonne Catterfeld aufweist. „Nein, da war ich selber überrascht. Aber ich mag es“, sagt die Schauspielerin.

Erwartungen an „Wolfsland – Heimsuchung“

„Das heilige Grab“ in der vergangenen Woche war ein überaus intelligenter und psychologischer Thriller über Verlustängste und Schuld. Diese psychologischen Aspekte haben die einzelnen Teile der Reihe gemeinsam: Auch in den vorangegangenen Teilen stand bei dieser Reihe immer eine Form der psychologischen Spannung im Mittelpunkt.

Viel zu häufig ging es auch bei den Fällen um Beziehungstaten, Verlust und Trauer. Genau das ist auch der Reiz, diese Reihe bietet, sodass ich mich jedes Mal neue nicht nur wieder auf diese Reihe einlasse, sondern regelrecht darüber freue, dass sie stattfindet.

In „Wolfsland“ werden stets Emotion und Spannung miteinander verbunden. Für mich persönlich ist es insbesondere diese Verbindung aus Spannung und Emotion, die mich dazu bringt immer mal wieder einen Fall zuschauen. Obwohl die Figuren dabei natürlich eine Entwicklung durchmachen, habe ich stets die Gelegenheit, in dieser Reihe hineinzuschauen, selbst wenn ich mal überraschend einen Fall verpasst habe.

Der Titel „Heimsuchung“ lässt mich beispielsweise sofort den Rückschluss auf Violas Ex ziehen, den sie aufgrund seines Verhaltens und seiner in der Vergangenheit liegenden Misshandlungen mehr fürchtet als alles andere.Ging es in der vergangenen Woche noch um Butsch und seine familiären Probleme, so steht wird der Fokus in dieser neuen Folge auf Viola liegen. Dabei werden wir möglicherweise noch einmal auf Violas ganz eigene Geschichte zurückblicken.

Mir persönlich macht es einfach Spaß mit dieser Reihe einen Blick auf das nahende Wochenende zu werfen und einfach nach einigen mehr als stressigen Wochen einmal einen Gang zurück zu schalten. Dabei kommt mir dieser Film genau recht.

Sharing is Caring! Hilf mit, diesen Beitrag bekannt zu machen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.