Blogtour Ketzer: Bücherzensur gab es…

Voraussichtliche Lesezeit: 3 Minuten.

… schon 400 n. Chr. und hat somit eine sehr lange Tradition, die sogar vor die Zeit des Ketzers reicht. Bereits 325 n. Chr., während des ersten Konzils von Nicäa wurden die Schriften von Arius, verbrannt und der Besitz mit der Todesstrafe bestraft.
Das waren die Anfänge der Buchzensur und der kirchlichen Bücherverbote. Kommen wir nun zur Zeit von Giordano Bruno viele 100 Jahre später. Inzwischen gab es den Index Librorum Prohibitorum oder besser gesagt in so genannten römischen Index.
An dieser Stelle zitiere ich aus Wikipedia:

“Auf Betreiben des Kardinals Carafa, des späteren Papstes Paul IV. ernannte Paul III. 1542 mit der Bulle Licet ab initio sechs Kardinäle zu General-Inquisitoren für die ganze Kirche und schuf damit die römische Inquisition, genauer die Congregatio Romanae et universalis Inquisitionis. Grund für diese Zentralisierung war die Tatsache, dass es immer wieder zu unterschiedlichen Auffassungen an den verschiedenen Universitäten gekommen war, welche Bücher verboten werden müssten und welche erlaubt seien. Auch konnte der Vatikan nicht mehr ausschließen, dass sich an den Universitäten reformatorisches Gedankengut ausbreitete. Und nicht zuletzt hatte sich das Buchaufkommen durch die Erfindung des mechanischen Buchdrucks durch Johannes Gutenberg erheblich ausgeweitet. Die Aufgabe der Inquisition war in erster Linie der Kampf gegen den Protestantismus sowie die Ketzerverfolgung allgemein. Da Bücher und Druckwerke als wirksame Werkzeuge der Reformation erkannt worden waren, baute die Inquisition ein strukturiertes kirchliches Zensurwesen auf. Wichtigstes Mittel dieser Zensur wurde der erstmals 1559 erschienene Index Librorum Prohibitorum mit seiner fortwährenden Aktualisierung.”

Das Indexierungsprocedere war keine einfache Aufgabe, dass sie vor allem darum ging Häresie zu vermeiden. Als Häresie bezeichnete man jede Lehre, die gegen die Lehren der katholischen Kirche sprach. Beispielsweise die Lehren des Galileo Galilei. Auch Martin Luther hat es zu Zeiten der römischen Inquisition nicht leicht, da auch seine Lehren gegen die katholische Kirche sprach.
Auch an dieser Stelle möchte ich noch einmal auf ein Zitat von Wikipedia zurückgreifen:

“Das Indizierungsverfahren begann mit der Anzeige eines Buches, die entweder aus der Kurie selbst oder von außerhalb kommen konnte. Oft genügte bereits der „protestantische“ Druckort für einen Anfangsverdacht. In einer ersten Stufe prüfte der Sekretär der Kongregation mit zwei Gutachtern, ob überhaupt ein Zensurverfahren gegen das Buch eingeleitet werden sollte. Das Hauptverfahren bestand aus einem, bei katholischen Autoren aus zwei schriftlichen Gutachten, die von einem Fachgremium, den Konsultoren, ausgewertet und in einer Versammlung beraten wurden. Am Ende der Versammlung stand ein Beschlussvorschlag, der dem Kardinalsgremium der Inquisition vorgelegt wurde. Die Kardinäle wiederum beschlossen, ob das Buch als gefährlich oder ungefährlich einzustufen sei, worauf der Papst die endgültige Entscheidung zur Aufnahme in den Index traf. Am Ende des Verfahrens standen drei mögliche Urteile:

  • Indizierung mit anschließender Veröffentlichung des Beschlusses
  • Nicht-Indizierung ohne Veröffentlichung, dass es ein Indizierungsverfahren gegeben hatte
  • Einholen eines weiteren Gutachtens.

Der Index war in drei Klassen eingeteilt:

  • Die erste Klasse umfasste die Namen häretischer Schriftsteller
  • Die zweite Klasse umfasste häretische Werke
  • Die dritte Klasse umfasste verbotene Schriften, die ohne den Namen des Verfassers erschienen sind.

Neben diesem Index gab es noch den index librorum purgandorum, ein Verzeichnis der von anstößigen Stellen zu säubernden Schriften.
Bekannte Beispiele indizierter Werke sind:

  • Das Buch Mare Liberum (Das freie Meer) des niederländischen Völkerrechtlers Hugo Grotius. Dieses 1609 erschienene Werk kritisierte die Bulle Romanus Pontifex von 1455, die den Portugiesen das Handelsmonopol für den asiatischen Raum gewährt hatte.
  • Galileo Galileis Schrift Dialogo di Galileo Galilei sopra i due Massimi Sistemi del Mondo Tolemaico e Copernicano. (Dialog über die zwei wichtigsten Weltsysteme, das Ptolemäische und das Kopernikanische)
Oft standen mangelnde Sprachkenntnisse der Gutachter einer sorgfältigen Prüfung entgegen. So wurde Über den Umgang mit Menschen in einer freien italienischen Übersetzung von 1816 geprüft. Auch der kontroversen Diskussion über Onkel Toms Hütte lag nicht die Originalausgabe zugrunde. Beide Werke wurden nicht indiziert.”
Abgeschafft wurde diese Art der Buchzensur erst im Jahr 1965 bzw. 66 unter Papst Paul VI.
Das Thema der Buchindexierung bietet sicherlich viele Möglichkeiten zur Diskussion. Aus diesem Grund würde ich mich freuen, wenn ihr mir kurz eure Meinung zum Thema schreiben würdet. Natürlich mache ich mich auch auf die Suche nach einigen anderen Hintergründen zu diesem Thema, da ich glaube, dass dieses in einem direkten Zusammenhang mit der Buchzensur steht und somit auch der Inquisition und Ketzerei zugeordnet werden muss.
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