“Ach Du dicker Weihnachtsmann“ von Ursel Scheffler und Jutta Timm

“Ach Du dicker Weihnachtsmann“ von Ursel Scheffler und Jutta Timm
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“Ach Du dicker Weihnachtsmann“ von Ursel Scheffler und Jutta Timm ist ein wunderbar skurriles Bilderbuch, das sich mit der Frage beschäftigt, was wohl wäre, wenn sich die Gestalt und die Motivation des traditionellen Weihnachtsmanns verändern würde.

Kein Mensch würde immer wieder erkennen um mit den Geschenken wären die Menschen auch nicht zufrieden. Wohl aber würde die Veränderung eine Menge Fragen aufwerfen. Warum hat sich der Weihnachtsmann verändert? Wieso ist er nicht mehr so gemütlich wie einst war? Und überhaupt was macht der Weihnachtsmann wenn nicht gerade Weihnachten ist?

Mit all diesen Fragen beschäftigt sich das humorvolle Bilderbuch “Ach Du dicker Weihnachtsmann“ von Ursel Scheffler und Jutta Timm und schafft es, diese Fragen auch gleich anschaulich zu klären.

“Ach Du dicker Weihnachtsmann“ von Ursel Scheffler und Jutta Timm: Stilistik

“Ach Du dicker Weihnachtsmann”erschien erstmals im Jahr 1991 bei Ellermann Verlag sodass man sagen kann, dass dieses Bilderbuch schon seit fast 30 Jahren auf dem Markt ist. In diesem Jahr wurde es bei Ullmann Medien neu aufgelegt. Der traditionellen Geschichte schadet dieses aber nicht, denn sie ist genauso aktuell wie einst im Jahr 1991.

Schon damals galt der Weihnachtsmann als antiquiert, als dick, gemütlich und als ein aufmerksamer Schenker. Kaum einer kann sich in Weihnachtsmann ohne seinen langen weißen Rauschebart vorstellen und ohne den runden Bauch. Er isst halt mit Leidenschaft und großem Genuss. Sport ist sicher nichts, was man dem Weihnachtsmann möchte.

Aber all dies sei der Weihnachtsmann ja auch gar nicht sein. Wir alle freuen uns jedes Jahr aufs Neue darüber, dass er eine gewisse Gemütlichkeit ausstrahlt und Weihnachten ist in den seltensten Fällen sportlich aktiv. Viel häufiger Essen wir doch auch selbst mit großem Genuss gleich mehrere Gänge. Das Sinnbild von Weihnachten wurde auch bereits in “Die kleine Weihnachtslok” von Anna Ruhe und Igor Lange vorgestellt.

Genau aus diesem Grund würde ich sagen, dass “Ach Du dicker Weihnachtsmann“ von Ursel Scheffler und Jutta Timm ein zeitloses Kinderbuch ist, dass den Kindern vor Augen führt, dass es nicht immer so ist werden Weihnachten. Dass Bewegung wichtig ist und auch der Genuss Grenzen kennt, wird bei diesem Bilderbuch mehr als deutlich.

Also passt “Ach Du dicker Weihnachtsmann” genauso gut in unsere Zeit wie es vor rund 30 Jahren passte. Sprachlich hatte sich ebenfalls kaum verändert, denn die Geschichte selbst ist mit vielen kleinen liebevollen Details und einer Menge Witz ebenso kindgerecht, wie eine gute Unterhaltung für die Eltern.

“Ach Du dicker Weihnachtsmann“: warum ich ein knapp 30 Jahre altes Buch empfehle

Der eine oder andere von Euch mag sich jetzt wundern, dass ich hier einen knapp 30 Jahre altes Buch vorstelle, dass gerade erst wieder neu aufgelegt wurde und das übrigens nicht zum ersten Mal.

Der Grund hierfür ist einfach, denn diese Geschichte ist aufgrund ihrer Zeitlosigkeit jedes Jahr neue modern und passt dabei nicht nur zur klassischen Weihnachtszeit, sondern kann auch schon im Herbst gelesen werden oder kurz nach Weihnachten.

Denn die Kinder erleben hier, wie sich der Weihnachtsmann im Laufe der Zeit im Laufe eines Jahres konkret verändert. Er will moderner werden, schlanker und nicht mehr so ein Banause der modernen Technik.

Dass dieses gründlich in die Hose muss, zeigt die Geschichte natürlich auch, denn der Weihnachtsmann ist viel zu sehr von seinen Traditionen abhängig. Niemand erkennt ihn, wenn er bartlos und schlank durch die Gegend läuft.

Der rote Mantel alleine ist es nicht, was wir mit einem klassischen Weihnachtsmann verbinden. Schon gar nicht mit dem Echten!

Natürlich könnte ich Euch hier auch ganz aktuelle Neuheiten von Weihnachtsbüchern vorstellen und habe es auch bereits getan. Aber meiner Meinung nach ist “Ach Du dicker Weihnachtsmann“ ein ebenso zeitloses wie aktuelles Bilderbuch, denn allzu häufig bemängeln Menschen Übergewicht und genau dieses ist für den Weihnachtsmann sicherlich auch eine seiner Markenzeichen.

Die Tradition des Weihnachtsmanns reicht dabei zurück bis ins 17. Jahrhundert und geht zurück auf den Heiligen Sankt Nikolaus. Aber ich möchte keinesfalls anfangen historisch zu werden, nur so viel: irgendwann im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde der Weihnachtsmann dann kommerzieller. Er wurde zum Werbegesicht des Konsums.

Genau dieser Konsumsgedanke fehlt bei diesem klassischen weihnachtlichen Bilderbuch und das obwohl es auch darum geht, dass die Geschenke des Weihnachtsmanns längst nicht so modern sind.

Dem Weihnachtsmann in diesem Buch geht es darum, den Kindern eine Freude zu machen. Er schenkt mit dem Herzen nicht ausschließlich mit dem Verstand und er schenkt nicht das, was benötigt wird, sondern das was gewünscht wird.

Natürlich ist mir bewusst, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt, aber die Vorstellung davon, dass derjenige, der ein Geschenk macht sich die Mühe macht um genau überlegt, was man jemandem anderen schenkt, ist eigentlich eine schöne Vorstellung.

Somit vermittelt “Ach Du dicker Weihnachtsmann” einige Werte, von denen man vielleicht sagen würde, sie sind in der heutigen Zeit ein wenig angestaubt, aber genau das sind sie meiner Meinung nach nicht. Denn Werte wie Nächstenliebe, Achtsamkeit oder auch nur die Fähigkeit gegenüber anderen Menschen aufmerksam zu sein, sind keinesfalls angestaubt.

Dem Weihnachtsmann geht es auch nicht darum besonders teure Geschenke zu machen, sondern jedem Kind eine Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, an der es sicher freuen kann.

“Ach Du dicker Weihnachtsmann“ von Ursel Schäffer und Jutta Timm ist somit ein Bilderbuch, bei dem es nicht zuvorderst um den Konsum geht und das obwohl es durchaus um das Schenken und Beachten anderer geht.

“Ach Du dicker Weihnachtsmann“: von Kunst sich nicht zu verbiegen

Letztendlich ist “Ach Du dicker Weihnachtsmann“ aber nicht nur ein Weihnachtsbuch, denn es ist ein Buch, dass das Selbstbewusstsein der Kinder stärkt.

Letztendlich ist es nämlich der Weihnachtsmann, der deutlich macht, dass es wenig Sinn macht sich zu verbiegen, denn auch wenn er es in einem Jahr einmal ausprobiert mit dem Sport und mit der Vernunft, so muss er doch feststellen, dass er einfach nicht er selbst ist und so auch viel weniger von allen wertgeschätzt wird.

Also beschließt er im nächsten Jahr einfach seinen gewohnten Alltag wieder aufzunehmen und sich nicht länger zu verbiegen.

Hat dieses Bilderbuch also eine Moral? Ja, bei diesem Bilderbuch gibt es eine Moral, nämlich dass man gar nicht erst damit anfangen sollte sich selbst zu verbiegen, nur um den Erwartungen anderer gerecht zu werden.

Denn während man selbst noch versucht diese Erwartungshaltung zu erfüllen, haben sich diese längst wieder verändert. Wenn aus diesem Grund möchte eine ständig irgend einem ideal nach jagen, dass man in der Regel eh nicht erreicht, denn während man selbst ein Ideal erreicht wird schon mit dem nächsten auf einen gewartet.

Letztlich sollte es darauf ankommen, die eigenen Erwartungen zu erfüllen und wenn man bei diesem in der Realität bleibt, ist es auch kein Kampf gegen Windmühlen.

Eines ist nämlich sicher, während der Veränderung fühlte sich der Weihnachtsmann überhaupt nicht wohl und auch im Nachhinein musste er feststellen, dass ich nicht viel verbessert hat.

Von der Tatsache einmal abgesehen, dass er weniger kurzatmig war, besser seinen Hügel hinauf kam und anderen Kleinigkeiten. Aber er muss ja nicht gleich wieder so kugelrund werden, dass er diese Vorteile einbüßt, nur ein wenig gemütlicher vielleicht.

Positiv ist dabei, dass der Weihnachtsmann selbst keinem Schönheitsideal nachjagt und auch nicht unbedingt den Trend folgen möchte. Denn letztendlich kommt es ja gar nicht auf die Trends an, sondern eher darauf, dass man sich selbst wohl fühlt, bei dem was man tut, wie man herumläuft und sich kleidet.

“Ach Du dicker Weihnachtsmann” vermittelt also ein positives Bewusstsein für die eigenen Stärken und Schwächen, aber auch für den eigenen Körper.

“Ach Du dicker Weihnachtsmann“: mit starken Illustrationen von Jutta Timm

Wer sich dieses Bilderbuch genauer ansieht, dem dürfte auffallen, dass sich die Illustrationen in all den Jahren nicht verändert haben. Das Cover hingegen schon. Allerdings zeichnen sich sowohl das Cover als auch die einzelnen Illustrationen im Buch durch eine farbenfrohe und lebendige Begleitung der Geschichte aus.

Dabei sind die Farbtöne aber keinesfalls nur knallig und bunt, sondern auch ebenso zeitlos, wie die Geschichte selbst es ist. Vermutlich wäre ich nicht auf die Idee gekommen, dass “Ach Du dicker Weihnachtsmann” tatsächlich schon so alt ist, das habe ich durch Zufall entdeckt.

Tatsächlich glaube ich, dass die Bilder für die Kinder ebenfalls einen Anreiz schaffen, der Geschichte zu folgen, denn sie sind ebenso kindgerecht, wie warmherzig.

Über die Autorin Ursel Scheffler

“Ursel Scheffler studierte Sprachen und Literatur in Erlangen und München. Seit 1977 lebt sie in Hamburg. Sie ist eine der beliebtesten und erfolgreichsten Kinderbuchautorinnen Deutschlands.

Bis heute hat sie über dreihundert Bücher veröffentlicht, die in mehr als dreißig Sprachen übersetzt wurden, unter anderem ins Dänische, Französische, Niederländische, Schwedische und Finnische.” (Ullmann Medien)

Über die Illustratorin Jutta Timm

“Jutta Timm, geboren in Cuxhaven, aufgewachsen in Karlsruhe, war nach einem Grafikstudium mehrere Jahre als Werbegrafikerin tätig. Sie hat zwei Kinder, sechs Enkelkinder und lebt seit 1971 mit ihrem Mann in Hamburg. Seit 1983 arbeitet sie als freiberufliche Illustratorin.”(Ullmann Medien)

Fazit zu “Ach Du dicker Weihnachtsmann“ von Ursel Scheffler und Jutta Timm

“Ach Du dicker Weihnachtsmann“ von Ursel Scheffler und Jutta Timm ist ein allseits beliebter Weihnachtsklassiker, einer ebenso bekannten wie beliebten Autorin.

Ich persönlich finde, dass der zeitlose Gedanke, dass der Weihnachtsmann seine Gemütlichkeit verliert, wenn man ihn auch nur ein bisschen verändert, durchaus interessant, denn letztendlich verleugnet sich der Weihnachtsmann mit all diesen Veränderungen irgendwo selbst.

Er ist nicht mehr selbst und genau das ist es, was man Kindern vermitteln sollte: bleib Du selbst!

Genau aus diesem Grund kann ich Euch “Ach Du dicker Weihnachtsmann“ von Ursel Scheffler und Jutta Timm nur wärmstens empfehlen. Es sollte wie auch diverse andere Weihnachtsbücher in keinem Kinderbuchregal fehlen.

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