“Was uns schmeckt und was dahinter steckt” von Nikola Schwarzer

Voraussichtliche Lesezeit: 5 Minuten.

“Was uns schmeckt und was dahinter steckt” von Nikola Schwarzer ist ein Buch über die Zutaten und perfekte Zubereitung von Süßspeisen und Backwaren. Dabei hilft das Wissen über die chemischen Prozesse, die bei der Zubereitung von Backwaren und anderen Leckereien. Aus diesem Grund ist es weder ein klassisches Back- oder Kochbuch noch eine Einführung in die organische Chemie. Kenntnisse in Chemie werden dabei weder vorausgesetzt noch erwartet,  stattdessen verspricht der Aufbau des Buches dem Leser oder der Leserin, dabei genau dieses Wissen zu erwerben. Doch brauche ich als Leserin dieses Wissen überhaupt? Mit genau dieser Frage ging ich an das Buch heran, erwartete ein Kochbuch, das es nicht war, ebenso wenig das erwartete . Blieb von meinen ursprünglichen Erwartungen nicht viel übrig, und ich ging ohne jede Erwartung an das Buch heran. Das ich dabei positiv überrascht wurde, ist natürlich höchst erfreulich.

Warum sollte ich dieses Buch eigentlich lesen?

Nun, dieses Buch ist so etwas wie die Gelinggarantie für jeden Kuchen, die Anleitung, um Butter selbst herstellen zu können, der Versuch, Gluten erlebbar zu machen. Die Kunst des Backens besteht nicht nur darin, zu verstehen, welche Zutaten benötigt werden, sondern auch darin, mit den unterschiedlichen Konsistenzen und Eigenschaften der Ingredienzien geschickt zu arbeiten. Damit das gelingt, muss ich jedoch erst einmal begreifen, wie das Mehl die Teigart beeinflusst und was das nun wieder mit dem Mineralstoffgehalt zu tun hat. Ich erfahre also nicht nur, dass ich für den Kuchen Mehl brauche, sondern auch, woraus es besteht und wie die einzelnen Bestandteile  des Mehls das Endergebnis des Teigs beeinflussen. So arbeitet sich die Autorin durch die verschiedenen Zutaten in den einzelnen Kapiteln durch.

Habt ihr euch nicht schon einmal gefragt, was Mürbeteig von Biskuitteig unterscheidet? Mal ganz davon abgesehen, dass der Biskuitteig fluffiger ist und mehr Luft enthält, gibt es eigentlich von den Zutaten her wenig Unterschiede. Der wesentlich Unterschied ist, dass der eine Fett enthält und der andere nicht. Dafür enthält der andere Zucker und Ei, die zu einem Schaum aufgeschlagen viel Luft binden, gleichzeitig aber auch eher lange bearbeitet werden müssen. Der Mürbeteig hingegen muss schnell verarbeitet werden, denn hier geht es nicht darum, Luft hinein zu schlagen, sondern ihn möglichst kühl zu verarbeiten.

Mehrere Experimente laden zum Mitmachen ein

Nikola Schwarzer, Doktorin der Chemie, wird dabei vom allgemeinen Wissen der Zutat über die einzelnen Besonderheiten immer spezieller und lädt durch simple Experimente, die ein jeder in der eigenen Küche durchführen kann, zum Mitmachen ein. Auf diese Weise lässt sich das theoretische Wissen schnell in die Praxis übertragen. Im Anschluss gibt es in jedem Kapitel noch einen Denkanstoß und fasst jedes einzelne Kapitel und somit das Wissen zu jeder einzelnen Zutat am Ende noch einmal zusammen.

Keine Rezepte, viel Wissen, viel Spaß

Da das Buch keine Rezepte enthält, erscheint es zunächst etwas trocken, doch dieser zuerst gewonnene Eindruck täuscht. Das Buch enthält viel Wissen, lädt zum Mitmachen ein und zum Ausprobieren des erworbenen Wissens im Rahmen von Rezepten ihres Blogs. Nikola Schwarzer selbst hat nämlich als Bloggerin mit der Thematik Backen begonnen und somit ihre drei Leidenschaften miteinander kombiniert: Chemie, Fotografie und Backen.

Über den Stil des Buches

Das Buch lässt sich trotz all des Wissens ebenso leicht lesen wie ein Roman. Es gelingt der Autorin, komplizierte Sachverhalte in einfacher, verständlicher dem Leser zu vermitteln. Dabei ist das Konzept so aufgebaut, dass die Autorin selbst in den Hintergrund tritt und durch Illustrationen und Texte einfach nur unterhält.

Positiv ist auch, dass sie weitestgehend auf Fachvokabular verzichtet oder dieses im Anschluss direkt einordnet. Auf diese Weise gibt sie leicht verdauliche Information weiter, die aus jedem Hobbybäcker einen echten Experten machen. Ja, auch die Illustrationen helfen sehr Verständnis dessen, was dieses Buch eigentlich beschreibt. Chemische Abläufe auf Illustrierte Weise vorgestellt zu bekommen ist dabei leichter, als es einfach nur im Rahmen eines Textes zu lesen.

Aus diesem Grund muss man auch sagen, dass dieses Buch ein Erlebnis für alle Sinne ist, denn Nikola Schwarzer empfiehlt sogar, die im Buch vorgestellten kleinen Experimente selbst nachzumachen und die unterschiedlichen Verarbeitungen von Zutaten tatsächlich selbst zu probieren. Ja, auch wenn es die Rezepte, die sie im Buch als Grundlage verwendet nicht auch im Buch gibt, gibt es die Möglichkeit sie auszuprobieren. Hierfür verrät sie vorab in einem Vorwort nicht nur, was sie dazu motiviert hat dieses Buch zu schreiben, sondern auch, wo man die Rezepte findet, nämlich zum Beispiel in ihrem Blog.

Ein Sachbuch über Nahrungsmittel

Bereits zu Beginn dieser Rezension hatte ich darauf hingewiesen, dass es sich keinesfalls um ein klassisches Kochbuch, oder Lehrbuch handelt. Die Frage, um was es sich denn eigentlich handelt sich bislang jedoch unbeantwortet gelassen. Nun, Nikola Schwarzer selbst gibt eine Antwort, die ebenso uneindeutig ist in ihrem Vorwort. Auf der Webseite des Verlags finde ich dieses Buch jedoch als Sachbuch. Ja, Sachbuch passt, denn auch wenn es einerseits unterhaltsam geschrieben ist, gibt es andererseits eine Vielzahl an Informationen weiter. Man könnte es also sagen, es ist ein illustriertes und praktisch gestaltetes Sachbuch.

An wen richtet sich dieses Buch?

Ja, diese Frage stellt sich tatsächlich, denn obwohl ihr Blog den Anschein erweckt, sich an Hobbyköche und -Bäcker zu richten, so richtet es sich doch nicht unbedingt an jene, die nur kochen und möchten das schmeckt. Nein, dieses Buch gibt die Gelegenheit, hinter die Kulissen zu blicken und richtet sich somit an diejenigen, denen ich nur wissen wollen, wie er schmeckt und ob es schmeckt, sondern auch warum es schmeckt.

Auf den ersten Blick eine etwas sperrige Fragestellung, die doch im Alltag sehr praktisch ist, den habe ich einmal verstanden, welche Prozesse hinter dem Verarbeitungsvorgang stecken, so fällt es mir viel leichter diesen auch für mich im Alltag umzusetzen. Ich werde somit also zum besseren Verarbeiter meiner Nahrungsmittel.

Über Nikola Schwarzer

“Dr. Nikola Schwarzer studierte Chemie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Naturwissenschaften gehören schon seit ihrer Kindheit zu ihren großen Leidenschaften – gemeinsam mit dem Backen und der Fotografie. Ihr erstes Buch “Was uns schmeckt und was dahinter steckt” über die Wissenschaft köstlicher Leckerbissen war für sie eine wunderbare Möglichkeit, all das miteinander zu verbinden.” (Autorenprofil)

Fazit

Ein Sachbuch, das eigentlich in keiner Küche fehlen sollte, da es der Autorin gelungen ist, selbst die Kücheneinsteiger und -Anfänger abzuholen. Dieses Buch ist kein Buch, in dem man Rezepte findet, und doch bietet es die Grundlagen, die man braucht gut kochen und backen zu können. Aus diesem Grund kann ich es jedem nur wärmstens empfehlen. “Was uns schmeckt und was dahinter steckt” von Nikola Schwarzer richtet sich an jene, die einfach gerne essen, ausprobieren und begreifen wollen, was sie eigentlich konsumieren. Perfekt für all jene, die auf eine bewusste Ernährung achten möchten und dennoch nicht auf den Genuss verzichten wollen.

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