Vorsätze: „Mein Jahr zum Glück“ von Hannah Doyle

Vorsätze: “Mein Jahr zum Glück” von Hannah Doyle
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Was bereut ihr mehr? Dinge, die ihr getan habt, oder Dinge, die ihr gelassen habt? „Mein Jahr zum Glück“ von Hannah Doyle dreht die Idee der Neujahrsvorsätze um. Izzy, die Protagonistin, sagt nicht mehr „Nein!“ und nimmt jeden Monat eine Herausforderung an, die ihr Leben verändert.

Dass sie sich dabei vor jeder einzelnen Herausforderung zunächst fürchtet, ist dabei verständlich, dennoch gewinnt sie mit jeder einzelnen Herausforderung an Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen und Selbstständigkeit und nimmt ihr Leben endlich selbst in die Hand.

Ein Hoch auf Izzy

Bei vielen Frauenbüchern wirken die Protagonistin zu viel. Häufig sind diese Protagonistinnen so wie wir sein wollen: sie sind stark, tough und selbstsicher. Oder aber das genau Gegenteil von dem, was wir sein wollen. Naiv, Schutz suchend und irgendwie kindlich. In den guten Büchern ist das anders.

In die diesen Büchern erscheinen die Charaktere vielschichtig, multidimensional und lebendig. Izzy ist so eine multidimensionale Figur und macht im Verlauf sogar eine Entwicklung durch. Durch diese Figurenentwicklung erscheint sie menschlich, nahbar, an der Zielgruppe des Buches orientiert und authentisch. Izzy ist wie eine von uns.

Sprache authentisch

Auch die Sprache orientiert sich dabei authentisch an der Zielgruppe. Hannah Doyle erzählt die Geschichte einerseits mit Izzys Gedankenwelt, aber gleichzeitig in der dritten Person, sodass wir einerseits den Wandel der Emotionen erleben, andererseits aber auch die Entwicklung der Protagonisten so erleben, als wären wir gute Freunde und stets an ihrer Seite.

Diese Perspektive ermöglicht es mir als Leserin dieser Geschichte die Entwicklung der Hauptfigur auch das eigene Leben zu übertragen. Denn Izzy ist mit ihrer Charaktere sehr dicht an einer modernen, kreativen und Technikaffinen Leserin dran.

Da sie zudem auch noch 25 Jahre alt ist als das Buch beginnt und 26 als es dann endet, ist sie zudem in einer Altersgruppe, in die ich mich als Leserin sehr gut hinein versetzen kann.

Hannah Doyle entführt uns also in eine Welt, die genauso gut unsere eigene sein könnte. Durch die unterschiedlichen Herausforderungen zeigt sie uns lebendig und nah war welche Möglichkeiten sich auch in unserer direkten Umgebung ergeben könnten, wenn wir nur einfach zu den passenden Gelegenheiten „Ja“ sagen.

Luftig, leicht und doch anregend

Tatsächlich ist die Geschichte selbst luftig und leicht, sodass man irgendwie das Gefühl hat man würde nur so durch die Seiten fliegen und trotzdem zeigt uns Lesern diese Veränderung etwas ganz Wesentliches, nämlich dass wir selbst unser Leben in die Hand nehmen sollten.

Dass wir Möglichkeiten beim Schopf ergreifen sollten, ohne uns dabei ständig Gedanken darüber zu machen, wie das beim Gegenüber ankommt. Natürlich sollten wir dabei Freunde und Familie nicht aus den Augen verlieren, sondern sie einfach in die Veränderungen integrieren.

Ja, dieser Roman erscheint auf den ersten Blick als klassischer Roman und macht doch etwas mit seinem Laser. Dieser Roman zwingt seine Leser nämlich über ihr Leben nachzudenken und sich zu fragen, wie viel von Izzy tatsächlich in uns selbst steckt.

Ist unser Leben selbstbestimmt oder wird es von außen fremd gesteuert. Erfüllen wir regelmäßig die Erwartungen die dritte an uns richten oder leben wir unser Leben so, wie wir es gestalten würden?

Was das Buch nämlich eigentlich verrät ist, dass wir stets die Entscheidung haben, welche der zahlreichen Gelegenheiten mir beim Schopf greifen. Die zahlreichen Möglichkeiten die Izzy durch ihre Kolumne erhält, könnten wir vermutlich ebenso angeboten bekommen, wenn wir sie haben wollten.

Gleichzeitig mit dieser Idee könnten wir doch einfach unsere eigenen Herausforderungen suchen und sich auch finden. Herausforderungen, die zu uns passen. Die uns zwar herausfordernd, aber auch voranbringen. Diese Entwicklung zeigt sich übrigens auch in der authentischen Sprachentwicklung.

Thematisch ein typisches Neujahrsbuch

Da es bei diesem Buch um Vorsätze geht, könnte man es ähnlich wie „Ein Jahr voller Wünsche“ von Carol Wyer als ein typisches Neujahrsbuch bezeichnen. Wahrscheinlich niemals alle irgendetwas zum neuen Jahr vor, die meisten von uns scheitern jedoch an ihren Vorsätzen nur kurze Zeit später.

Betrachtet man „Mein Jahr zum Glück“ und „Ein Jahr voller Wünsche“ im Vergleich, so fällt auf, dass sie trotz ähnlicher Thematik keinesfalls vergleichbare Geschichten präsentieren. Beide beschäftigen sich mit dem Thema Vorsätze oder Wünsche, aber in ihrer Ausgestaltung sind beide Bücher so verschieden, dass man sie ohne große Probleme auch hintereinander weg lesen könnte, als Einstimmung auf den Jahreswechsel.

Meiner Meinung nach kann es nicht schaden, sich mit dem Thema Vorsätze auch einmal rechtzeitig vor dem Jahreswechsel zu beschäftigen, denn vielleicht hat man Überlegungen, die man schon eine geraume Zeit sich herum trägt.

Auch wenn dieser Roman das Thema der Neujahrsvorsätze eigentlich eher in Aufgaben oder Wünsche verwandelt, bietet er sich trotzdem an um sich genau dieses Themas anzunehmen

Welche Aktionen wünschen wir uns vielleicht mit unserer besten Freundin oder unserem besten Freund. Was er wollten wir schon immer einmal machen und haben doch irgendwie Angst davor den Plan in die Tat umzusetzen?

Meiner Meinung nach ist es keinesfalls sinnvoll, sich immer nur zu Neujahr Gedanken darüber zu machen, was man schon immer einmal machen wollte, denn letztendlich gibt das in jedem Jahr 365 oder manchmal sogar 366 Tage, in denen man sich Dinge vornehmen kann.

Eine Liste mit zwölf Aufgaben oder Wünschen abzuarbeiten, kann im eigenen Leben sicherlich genauso eine Bereicherung sein, dem Leben der Protagonisten und stellt vielleicht nicht nur unsere Erwartungen an uns selbst gehörig auf den Kopf.

Genau dieser Aspekt machte für mich auch den Reiz dieses Romans aus. „Mein Jahr zum Glück“können wir als Leserinnen und Leser also als Aufforderung verstehen, und selbst einmal zwölf Aufgaben zu stellen oder stellen zu lassen, die uns auf die ein oder andere Art herausfordern.

Über Hannah Doyle

„Hannah Doyle hat als Journalistin für zahlreiche Magazine gearbeitet. Mittlerweile lebt sie mit ihrem Mann und zwei Kindern in Yorkshire. «Mein Jahr zum Glück» ist ihr erster Roman.“(Rowohlt)

Fazit zu „Mein Jahr zum Glück“ von Hannah Doyle

Sollte die Autorin, Hannah Doyle, weitere Bücher schreiben, die auch in Deutschland übersetzt werden, freue ich mich darauf, auch diese zu lesen. Mir persönlich hat dieses Buch nämlich ausgesprochen gut gefallen. Hätte das Jahr nicht gerade eben erst begonnen, so wäre dieses Buch ganz bestimmt unter den Highlights. So jedoch, weiß ich ja nicht, was mich erwartet.

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