“Axolotl Roadkill” von Helene Hegemann

Voraussichtliche Lesezeit: 4 Minuten.

Vor einigen Tagen fiel mir durch Zufall das Buch “Axolotl Roadkill” von Helene Hegemann in die Hände. In den Medien hatte man bereits so viel lesen, dass ich neugierig wurde und so nutzte ich die Chance, das Buch lesen zu dürfen. Dank der Büchereule konnte ich an der Testleserunde teilnehmen und mir selbst einen Eindruck von diesem Buch machen.

Mein Eindruck

Ich muss schon sagen, das Buch ist wirklich schockierend, und das nicht nur wenn man den Inhalt betrachtet. Wer dieses Buch liest, braucht starke Nerven. Ansonsten bricht auf Seite 10 bereits ab. Die Sätze wirken stark konstruiert, und teilweise ohne Bezug aufeinander. Wer in diesem Buch einen roten Faden sucht, sucht vergeblich, aber Ich glaube um einen roten Faden ging es in diesem Buch auch gar nicht. Es ging vielmehr darum die Gedankenwelt eines pubertierenden Teenagers. Hier ist Helene Hegemann ein gutes Werk geglückt. Sie schaffte es, den Leser so zu verwirren, dass der sich ebenfalls vorkam wie ein pubertärer Teenager. Das ging natürlich zu Ungunsten des roten Fadens. Diesen habe ich im Buch vergeblich gesucht.

Der Inhalt

In “Axolotl Roadkill” geht es um den Alltag von Mifti, die sich in dieser Welt nicht wirklich wohlfühlt und ihre Umgebung hinterfragt. Obwohl sie offensichtlich nicht dumm ist, steigert sie sich in extremer Weise in bestimmte Situationen ihres Lebens hinein.
Schon der Covertext macht klar, worauf der Leser sich einzulassen hat. Das Cover selbst bezeichnet das Buch als “radikal, klug, abgründig”. Diese drei Begriffe treffen so ziemlich genau den Kern des Buches. Das Buch selbst würde ich als radikal in seiner Schreibweise und Äußerung bezeichnen. Klug war die Idee, wie sich der Leser in die Gedankenwelt Miftis hinein begeben muss und abgründig die Handlung, welche der Leser mit Mifti und ihrer Gesellschaft erlebt.

Im Folgenden erklärte das Cover, der Roman erzähle “vom Leben in einer Welt, die sich von allen Konventionen befreit hat.” Auch diesem Satz kann ich ohne weiteres zustimmen, zeigt das Buch doch seinen Lesern wie wichtig Konventionen sind. Konventionen sind Vereinbarungen, die man nicht so ohne weiteres umgehen kann, ohne der Gesellschaft einen wichtigen Teil zu nehmen. Konventionen zeigen den Respekt einer Gesellschaft im Umgang miteinander. Sie sind die Gesetze, die nicht niedergeschrieben wurden.

Die Befreiung von den Konventionen erlebe ich in diesem Buch ebenso radikal, wie den Umgang mit Drogen in dieser Erzählung. Wie kann ein Mensch sagen, dass es kein größeres Glück als Drogen gibt und, dass er auch nie wieder ein so gutes Gefühl wie high sein erleben wird. Ich meine, was soll das? Es gibt genug kritische Bücher, welche sich ebenso unterhaltsam mit Drogen auseinandersetzen. Dieses Buch beschönigt den Drogenkonsum. Braucht eine Gesellschaft so etwas? Hier sollte die klare Antwort lauten: “Nein!” Was wir brauchen sind Jugendbücher, die sich kritisch mit Gesellschaft beschäftigen und gesellschaftskritische Themen entsprechend kritisch beleuchten. Wir brauchen nicht unbedingt ein Buch, bei dem der Leser am Ende nicht weiß, worum es ging.

Meine Meinung

Meiner Ansicht nach gibt das Buch viel her, solange man es konzentriert und aufmerksam verfolgt, aber es ist meiner Meinung nach nicht das Wunderkind-Werk, welches in vielen Medien bejubelt wurde und dann aufgrund der Urheberrechts-Geschichte fallen gelassen wurde und zu neuen Diskussionen führte. Es ist meiner Meinung nach das ganz normale Werk, eines Teenagers, der gewillt war ein gutes Buch zu schreiben. Der Wortschatz gibt da eine Menge her. Inhaltlich merkt man dem Buch aber durchaus an, dass Helene zu jung ist, um diesem Werk die entsprechende Lebenserfahrung mitzugeben. Anhand dieser Idee ist es nur verständlich, dass sie Teile eines anderen Autors genutzt hat. Es ist verständlich, aber keinesfalls respektabel.

Auch diesen Aspekt des Urheberrechts möchte ich an dieser Stelle noch einmal besprechen: Es gibt nicht umsonst etwas wie das Urheberrecht. Geistiges Eigentum ist schützenswert. Geistiges Eigentum sollte dann auch entsprechend respektiert werden. Was würde wohl Helene sagen, wenn man einfach aus ihrem Buch zitieren würde und dann darauf verweisen würde: “In der nächsten Auflage erwähne ich es sogar!” Das ist ja toll! Der Person, die ihr geistiges Eigentum ungefragt an die Leser dieses Buches geben musste, wird das doch sicherlich gefallen. Schade nur, dass der edle Spender so rein gar nichts davon hat! In dem Blog von Laura Marnon Sophia heißt es: ” HUT AB vor deinem krassen wortschatz, helene!” Ich kann mich dieser Aussage nur anschließen Hut ab, Helene, vor so viel Dreistigkeit!

Dabei fällt mir ein: Hat sich eigentlich schon jemand Gedanken gemacht, wie es zu dem Titel kam? Was ist ein Axolotl? Ein Axolotl ist ein Lurch, der die Fähigkeit hat Teile seines Körpers selbstständig zu regenerieren. Ob Helene sich diesen Titel bewusst ausgesucht hat um damit auszudrücken, dass sich auch ein schlechtes Leben regeneriert?

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"Axolotl Roadkill" von Helene Hegemann
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4 Comments

  1. Anonym
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