“Schmälzle und die Kräuter des Todes” von Linda Graze

Voraussichtliche Lesezeit: 2 Minuten.

“Schmälzle und die Kräuter des Todes” von Linda Graze ist einerseits ein typischer Regionalkrimi, der im Schwarzwald spielt. Andererseits ist dieses Buch aufgrund seiner ungewöhnlichen Charaktere alles andere als typisch. Der Grund: Die Spannung tritt hinter dem Humor manches Mal ein wenig zurück. Mir persönlich gefielen die Figuren ausgesprochen gut. Trotzdem fiel mir während des Lesens auf, dass dieser humorvolle Krimi aufgrund der – in den Dialogen vorkommenden – Dialektik alles andere als einfach zu verstehen ist, wenn man nicht aus der Region stammt oder dort regelmäßig Urlaub macht. Dies ist auch ein Grund, warum man zu Beginn gut in die Geschichte rein kommt, sich aber im Verlauf in der Geschichte und insbesondere in den Dialogen verlieren könnte. Dieser Krimi ist also eher für Leserinnen und Leser, die das Lokalkolorit des Schwarzwalds mögen. Oder sich eine Stunde Zeit nehmen und etwas einlesen.

Schräge Vögel, ungewöhnlicher Fall

Dieser Krimi gehört zu den ungewöhnlichsten, die ich bislang gelesen habe, denn tatsächlich geht es nicht nur um den Fund einer Leiche, sondern auch noch um Drogen und um zwei Vermisste. Die Polizei in Bad Wildbad hat also jede Menge zu tun. Das ist ungewöhnlich im sonst so beschaulichen Örtchen und dann gibt es da ja auch noch den neuen Kommissar.

Justin Schmälzle, Freunde nennen ihn Just, ist dunkelhäutig, kommt aus Baden und ist Veganer. Damit scheint das Chaos perfekt, denn er erscheint ganz anders als seine Kollegen, die ihre gewohnten Abläufe und Routinen nur ungern aufgeben oder verändern. Justin selbst ist aber genauso wenig bereit auf sein Reismilch Macchiato zu verzichten.Die Leiche, die wenig später gefunden wird, gibt ebenso viele Rätsel auf, denn sie umgibt nicht nur jede Menge Wasser, sondern auch eine beträchtliche Menge an Wildkräutern. Ob diese Leiche mit den Drogendeals zu tun hat? Wäre möglich, denn auch die Drogen, die an Schulkinder verkauft werden, sind mit Wildkräutern gestreckt. Schmälzle ist beunruhigt, schließlich ist sein Sohn nur wenig jünger.

Linda Grazes Stil

Linda Grazes Stil ist ungewöhnlich, da sie hochdeutsch bei Beschreibung und Handlung mit schwäbischen Dialogen mischt. Sie hält sich nicht mit langen Beschreibungen auf, sondern lässt die Handlung an rechten Orten spielen. Auch das sorgt für Lokalkolorit und lässt diesen Krimi für Schwarzwaldfreunde und einem echten Genuss werden.

Kein Krimi mit großer Action

Dieser Krimi fällt dabei nicht durch hohe Geschwindigkeit auf. Im Gegenteil! Es ist ein Krimi für alle die es eher gemütlich mögen. Unblutig, aber stark zu lesen mit ungewöhnlichen wie raffinierten Charakteren, die das ganze ganz nebenbei humorvoll und unterhaltsam machen.

Über Linda Gaze

“Linda Graze verbrachte ihre Kindheit im Nordschwarzwald. Nach einer Ausbildung zur Dolmetscherin beschloss sie: Nicht die Texte anderer übersetzen, lieber selber schreiben! Sie wurde Werbetexterin und arbeitete für die großen Agenturen des Landes, von München über Hamburg bis Frankfurt. Sie schrieb Kampagnen für Kameras und Kosmetik, textete für Sahnebonbons, Schokoriegel und Schrauben. Inzwischen betreibt sie eine Recruiting-Agentur für die Werbebranche in Stuttgart.” (Rowohlt Verlag)

Fazit

Ein ungewöhnlicher Auftakt einer Reihe um einen unerwartet anderen und unkomplizierten Kommissar, der trotzdem alles andere als langweilig ist. Über eine Fortsetzung würde ich mich freuen, auch wenn der Dialekt für mich etwas ungewohnt erscheint. Das liegt aber nicht an der Erzählweise des Buches.

 

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