“Die Bastardtochter” von Petra Schier (Kreuz-Trilogie 3)

“Die Bastardtochter” von Petra Schier (Kreuz-Trilogie 3)
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 Als ich damit begann “Die Bastardtochter“ von Petra Schier zu lesen, freute ich mich auf ein Wiedersehen mit Elisabeth von Manten, deren Geschichte wir in “Die Eifelgräfin” mitverfolgen konnten, und mit Luzia Bongart, der Hauptfigur aus “Die Gewürzhändlerin“.

Nun im dritten Band sind wir eingeladen die Geschichte von Ennelyn von Manten mitzuerleben. In einem weiteren Erzählstrang der Geschichte kehrt Anton Bongart, Luzias Bruder, nach Koblenz zurück. Dass er nicht allein zurückkehrt überrascht niemanden, sehr wohl aber, dass er in Begleitung eines Jungen ist, der in den Straßen Mailands aufwuchs. Don Antonios Frau Fiorina, die in eigentlich begleiten sollte, kam während eines Überfalls auf ihren Handelskonvois ums Leben.

Palmiro, der Junge aus Italien, tat zwar sein Bestes, ihr beizustehen, konnte aber den tödlichen Hieb gegen Fiorina nicht verhindern. Allerdings wurde auch Palmiro selbst bei diesem Überfall verwundet und wurde von Anton, der den Jungen schon aus Mailand kennt, gesund gepflegt. Er widerwillig nimmt er den Jungen schließlich mit nach Koblenz, wo er neben seiner Schwester Luzia auch Elisabeth und Ennelyn wieder trifft.

Dass die Bastardtochter des Grafen von Manten mittlerweile mit dem Ritter Guntram von Eggern verheiratet ist, erfreut zunächst alle, auch Don Antonio. Doch als er beginnt hinter die Fassade zu blicken, ahnt er bald, dass der Schein trügt.

Ennelyns Mann Guntram erscheint von außen betrachtet als der perfekte Lebenspartner. Er wirkt eloquent, freundlich und charmant. Was keiner zu diesem Zeitpunkt ahnt, ist, dass er ein dunkles Geheimnis besitzt. Dass er Ennelyn züchtigt und der Ehealltag mit diesem Tyrannen alles andere als angenehm ist, können sich die wenigsten vorstellen.

Als Anton beginnt Nachforschungen anzustellen schwebt nicht nur Ennelyn in tödlicher Gefahr, dabei wurden die Familien doch die ganze Zeit gewarnt, denn das Kreuz leuchtet eindringlich blau und es summt, so wie zuvor erst zweimal…

“Die Bastardtochter“: Starke Fortsetzung

Obwohl es zwischen dem zweiten und dem dritten Teil eine zeitliche Lücke von 10 Jahren gab, habe ich nicht den Eindruck, dass ich als Leserin etwas verpasst hätte. Im Gegenteil, der Zeitsprung hat der Geschichte gutgetan.

Aus diese Weise konnte man nämlich gut den Wandel in Ennelyns Charakter nachvollziehen. Durch das Überspringen der vergangenen zehn Jahre wird ihre Scheu und ihre Vorsicht erst richtig allgegenwärtig. Wahrscheinlich viel es so auch Anton leichter hinter die Fassade zu schauen, die Ennelyn errichtet hat.

Dass Ennelyn von Guntram mit übermäßig anschaulicher Respektlosigkeit behandelt, tat mir als Leserin dieses dritten Romans um die Familie von Manten schon irgendwie leid.  Gleichzeitig weiß ich um das Frauenbild in jener Zeit und war um so erleichterter als sich Ennelyns  vorbestimmter Weg wandelte.

“Die Bastardtochter”: Das Frauenbild im Mittelalter

Im Mittelalter galten Frauen oft als schwach und unterwürfig. Dieses Bild wurde von der Kirche aufrechterhalten, die lehrte, dass Frauen Männern unterlegen seien. Allerdings gab es in dieser Zeit auch viele starke und fähige Frauen. Diese Frauen forderten das traditionelle Frauenbild heraus und bewiesen, dass sie genauso fähig waren wie Männer.

Das Frauenbild im Mittelalter war stark kirchlich geprägt. Frauen galten als das schwächere Geschlecht und wurden oft als böse und Verführerinnen dargestellt. Dieses Bild begann sich während der Renaissance zu ändern, als Frauen als unabhängigere und fähigere Wesen angesehen wurden. Das Frauenbild des Mittelalters hat jedoch bis heute einen großen Einfluss auf das Frauenbild.

All dies zeigt Petra Schier in ihren historischen Romanen. In ihrer in Koblenz spielen Kreuz-Trilogie macht Petra Schier genau dieses Frauenbild deutlich, zeigt aber auch auf, wie wichtig Frauen für die Familie und den Haushalt waren. Ohne (eine) starke Frau(en) im Hintergrund waren Männer mit Aufgaben wie Haushalt im Mittelalter schnell überfordert, schließlich galt es wichtige Entscheidungen zu treffen.

Dass das Frauenbild im Mittelalter oft missverstanden wird, zeigt Petra Schier in “Die Bastardtochter” ebenfalls. So stimmt  Ennelyn ihrer Ehe mit Guntram von Eggern eigentlich vor allem aus einem politischen Kalkül zu.

Die Frauen des Mittelalters waren nicht die sanften und unterwürfigen Wesen, als die sie oft dargestellt werden. Sie waren starke und unabhängige Individuen, die eine wichtige Rolle in der Gesellschaft spielten. Das Mittelalter war für Frauen eine Zeit großer Veränderungen, und sie haben den Lauf der Geschichte maßgeblich mitgeprägt.

Im Mittelalter galten Frauen oft als den Männern untergeordnet und hatten nicht die gleichen Chancen wie Männer. Dies lag daran, dass Frauen nicht als fähig angesehen wurden, Macht- und Autoritätspositionen zu bekleiden, und stattdessen erwartet wurde, dass sie häusliche Rollen übernehmen.

Es gab jedoch einige bemerkenswerte Ausnahmen von Frauen, denen es gelang, ein hohes Maß an Macht und Einfluss zu erlangen, wie Eleanor von Aquitanien und Isabella I. von Kastilien.

Die Rolle der Frau im Mittelalter ist ein komplexes und oft missverstandenes Thema. Obwohl Frauen an vielen Aspekten des öffentlichen Lebens nicht teilnehmen konnten, spielten sie im privaten Bereich eine wichtige Rolle, insbesondere in den Bereichen Häuslichkeit und Kinderbetreuung.

Darüber hinaus bekleideten Frauen bedeutende Machtpositionen innerhalb der Kirche, und einige konnten sogar Einfluss auf politische Angelegenheiten nehmen. Auch dieser Aspekt spielt in “Die Bastardtochter” eine nicht nicht unwichtige Rolle.

Im Mittelalter spielten Frauen eine wichtige Rolle in der Gesellschaft. Sie waren für den häuslichen Bereich und die Pflege von Haushalt und Familie zuständig.

Frauen nahmen auch einen wichtigen Platz im Wirtschaftsleben der Gemeinde ein, da sie in der Landwirtschaft, im Handel und in der Produktion tätig waren. Darüber hinaus spielten Frauen eine bedeutende Rolle im religiösen Leben der damaligen Zeit, da viele Nonnen waren oder religiösen Orden angehörten.

“Die Bastardtochter”: Eine interessante Spannungskurve, die gute Unterhaltung garantiert

Obwohl mich die Szenen um Ennelyns Ehe nicht in Gänze unterhalten konnten, da mich die realistische Darstellung gleichermaßen erschreckte und faszinierte. Da ich die historischen Romane von Petra Schier gerne lese und höre, weiß ich, dass jede einzelne Szene eines Romans für die Geschichte von Bedeutung ist.

Also bin ich emotional tief in die Geschichte eingetaucht und erkannte schnell, dass Ennelyns Ehedesaster sowohl zur Spannung als auch indirekt zu meiner Unterhaltung beiträgt, sorgte doch mein Mitgefühl für die arme Ennelyn dafür, dass ich den Roman abends kaum aus der Hand legen konnte.

“Die Bastardtochter”: Stilistisch ansprechend, fundiert recherchiert

Wer die historischen Romane von Petra Schier kennt, der weiß, dass ihre Recherchen fundiert sind. Trotzdem lässt sie die Sprechweise der handelnden Figuren modern erscheinen. Die typisch mittelalterliche Stimmung geht dennoch nicht verloren, da es Petra Schier als Autorin gelingt, ihre Recherchen lebendig und authentisch in ihre Handlung einzuflechten.

Auf diese Weise holt mich der Roman ab, informiert mich über das mittelalterliche Leben und weiß mich zu unterhalten. Die vergleichsweise moderne Ausdrucksweise sorgt dafür, dass der Roman leicht zu lesen ist, so dass ich mich als Leserin auf die emotionalen Facetten des Romans einlassen kann.

Die Art, wie die Autorin ihre Figuren handeln lässt, ist authentisch und lebendig. Betrachtet man diese Vorzüge des Romans, so wird deutlich, dass diese Geschichte als Teil der Trilogie absolut lesenswert ist.

“Die Bastardtochter”: Koblenz im Mittelalter

Koblenz ist eine Stadt im deutschen Bundesland Rheinland-Pfalz. Es liegt am Zusammenfluss von Mosel und Rhein. Koblenz wurde im 8. Jahrhundert v. Chr. von den Kelten gegründet. Der Name Koblenz leitet sich vom keltischen Wort für „Zusammenfluss“ ab. Im 1. Jahrhundert v. Chr. wurde Koblenz von den Römern erobert.

Im Mittelalter war Koblenz eine wichtige Stadt im Heiligen Römischen Reich. Sie lag am Rhein und diente als wichtige Handelsroute zwischen Deutschland und anderen Teilen Europas.

Im 13. Jahrhundert wurde die Stadt von mongolischen Invasoren geplündert, aber sie erholte sich bald und florierte weiter. Im 16. Jahrhundert gehörte Koblenz zu den Städten, in denen protestantische reformatorische Ideen erstmals Fuß fassten.

Im Mittelalter war Koblenz eine wichtige Stadt im Heiligen Römischen Reich. Sie lag am Rhein und diente als wichtiger Handelsweg zwischen Deutschland und anderen Teilen Europas.

Koblenz war in dieser Zeit bekannt für seinen großen Marktplatz, der Treffpunkt für Kaufleute und Händler aus aller Welt war. Auf dem Marktplatz fanden auch viele Feste und Feiern statt.

Koblenz war auch die Heimat vieler Kirchen und Klöster. Die Stadt war ein religiöses Zentrum der Region und zog Pilger aus ganz Europa an.

Über die Autorin Petra Schier

“Petra Schier, Jahrgang 1978, lebt mit ihrem Mann und einem Schäferhund in einer kleinen Gemeinde in der Eifel. Sie studierte Geschichte und Literatur und arbeitet seit 2005 als freie Autorin. Ihre historischen Romane, darunter die Reihe um die Apothekerin Adelina, vereinen spannende Fiktion mit genau recherchierten Fakten. Petra Schier ist Mitglied des Vorstands der Autorenvereinigung DELIA.”

Fazit zu “Die Bastardtochter” von Petra Schier

“Die Bastardtochter” von Petra Schier ist ein starker Abschlussband der Kreuz-Trilogie. Obwohl Ennelyns Geschichte sich deutlich von den vorangegangen Romanen unterscheidet, passt sie gut zu den übrigen Teilen. Da die Geschichte ein offenes Ende aufweist, hoffte ich natürlich auf eine Fortsetzung.

Doch anstelle eines vierten Bands werden die Ereignisse um die Familien von Manten, Wied und Bongart in einer weiteren Trilogie fortgesetzt. Ich freue mich also auf die Pilger-Trilogie und hoffe, es geht spannend weiter.

Es ist jedoch davon auszugehen, dass wir nicht alle alten Weggefährten dieser Trilogie in der nächsten wiedersehen. Schließlich werden beide Koblenz-Trilogien in sich geschlossen sein.

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