Das Erste, 20.15 Uhr: „Pohlmann und die Zeit der Wünsche“

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Tom Pohlmann (Benjamin Sadler) lernt Paul (Oskar Netzel) kennen. © ARD Degeto/Boris Laewen
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Tom Pohlmann (Benjamin Sadler) lernt Paul (Oskar Netzel) kennen.
© ARD Degeto/Boris Laewen

Mit „Pohlmann und die Zeit der Wünsche“ strahlt das Erste heute Abend um 20:15 Uhr einen weihnachtlichen Freitagsfilm aus, der mich bereits aufgrund seiner Vorankündigung neugierig stimmt. Es handelt sich hierbei um eine klassische Familiengeschichte, die einerseits typisch für Weihnachten ist, dass sie nur ein Weihnachtsfilm sein kann, andererseits aber auch zu jeder anderen Seite des Jahres so möglich wäre. Allerdings gehe ich davon aus, dass gewisse Szenen sich schon irgendwie um Weihnachten drehen werden.

Wer also in diesem Jahr noch nicht auf die Idee gekommen ist, selbst zu dekorieren, weil er einfach nicht in der entsprechenden Stimmung ist, könnte dieses eventuell mit diesem Film ändern. Diese Stimmung Veränderung wäre auf jeden Fall wünschenswert. Genau aus diesem Grund könnte „Pohlmann und die Zeit der Wünsche“ auch für all jene Zuschauer geeignet sein, die noch nicht in der richtigen Stimmung für Weihnachten sind.

Worum geht’s bei „Pohlmann die Zeit der Wünsche“?

Im Leben des Architekten Tom Pohlmann (Benjamin Sadler) ist alles bis ins Detail optimiert. Selbst an seiner Schwäche, der panischen Angst, vor Menschen zu sprechen, arbeitet er mithilfe einer Psychologie-App – parallel zu seinem morgendlichen Sportprogramm.

Ganz anders fühlt sich der chaotische Alltag von Sarah Wünsche (Marlene Morreis) an: Sie zieht ihren zwölfjährigen Sohn Paul (Oskar Netzel) allein auf, jobbt in Nachtschichten und kämpft für einen Minikredit, um ihren pleite gegangenen Kiosk zurückzubekommen.

Damit sich zwei so gegensätzliche Menschen näherkommen, muss sich der Zufall gleich mehrfach ans Werk machen: Erst bei einem kleinen Verkehrsunfall mit Fahrerflucht, der Pohlmann fast ins Gefängnis bringt; und dann auf der Kinderstation im Krankenhaus, wo der notorische Raser seine Sozialstunden ableistet.

Dort lernt er Sarahs Sohn Paul kennen, der an rätselhafter Atemnot leidet. Durch die Begegnung mit dem einzelgängerischen Jungen, der ihn an seine eigene, oftmals schmerzhafte, Kindheit erinnert, macht Pohlmann eine überraschende Entdeckung: Er kann Menschen begeistern! Seine neue Seite beeindruckt nicht nur das Krankenhausteam, sondern auch Sarah.

Auf dem Weg zur Liebe hat das Schicksal jedoch noch einige Stolpersteine parat. Denn Pohlmann und sein Geschäftspartner Kilian (Marc Hosemann) sind nicht unbeteiligt an Sarahs Sorgen um Paul. Um sie für sich zu gewinnen, muss Pohlmann den Mut fassen, aus eigener Kraft einen kompletten Neuanfang zu wagen.

„Pohlmann und die Zeit der Wünsche“: Der Titel verspricht Doppeldeutigkeit

Tatsächlich bin ich mir bei „Pohlmann und die Zeit der Wünsche“ nicht ganz sicher, ob es sich hierbei um einen Weihnachtsfilm handelt, denn Weihnachten scheint unbeteiligt zu sein. Vielmehr verspricht der Titel „Pohlmann die Zeit der Wünsche“ Traditionen und Werte in den Film einfließen zu lassen, die wir üblicherweise mit Weihnachten verbinden.

Dieser Film steht nämlich für Aufmerksamkeit, Achtsamkeit und so etwas wie Nächstenliebe. Das alles sind nämlich Aspekte, die dazu beitragen, dass dieser Film eine gewisse Doppeldeutigkeit im Titel trägt. Pohlmann ist der Nachname des männlichen Protagonisten, des Architekten, der sich ständig selbst optimieren möchte.

Wünsche hingegen ist der Nachname einer durchaus chaotischen Frau, in deren Leben eigentlich nie etwas so läuft, wie es ursprünglich mal geplant war. „Pohlmann und die Zeit der Wünsche“ könnte also nun dafür stehen, dass Herr Pohlmann Wünsche hat, die sich bislang noch nicht erfüllt haben oder auch dafür, dass er Zeit für Frau Wünsche hat.

Alleine diese Doppeldeutigkeit verspricht eine gewisse Romantik und Komik innerhalb des Films. Ich persönlich bin gespannt, in welche Richtung sich dieser Film denn nun entwickeln wird. Denn sollte es tatsächlich eine überaus turbulente und romantische  Weihnachtskomödie sein, dann dürfte es die Zuschauer heute Abend ebenso gut unterhalten, wie mich.

Benjamin Stadler spielt Tom Pohlmann

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Tatsächlich wird durch diese Vorankündigung die Rolle des Tom Pohlmann eigentlich schon sehr lebendig. Man erhält eine gute Vorstellung davon, wie sich Tom Pohlmann seinen Alltag gestaltet. Allerdings wird die Rolle des Tom Pohlmann insbesondere dadurch interessant, dass sie von Benjamin Stadler verkörpert wird.

Gegenüber der ARD beschreibt er seine Rolle als Tom Pohlmann: „Das gestörte emotionale und soziale Verhalten Pohlmanns, seine Kollektion an Neurosen und Ängsten. Das alles zu spielen, macht natürlich großen Spaß.“ Durch dieses Zitat wird auch deutlich, warum er sich entschieden hat, diese Rolle zu übernehmen.

Die Besetzung von Benjamin Stadler als Tom Pohlmann in „Pohlmann und die Zeit der Wünsche“ ist ein wenig überraschend, denn bekannt ist dieser Schauspieler vor allem durch Rollen in Krimifilme und -serien wie „Wolffs Revier“, dem „Tatort“ mit Charlotte Lindholm und Literaturverfilmungen wie „Krieg und Frieden“, „Anna Karenina“ und „Das Lächeln der Frauen. Zuletzt zu sehen war er in „Shadowplay: Schatten der Mörder“.

Allerdings ist er auch für Familienfilme wie „Wendy – Der Film“ und „Wendy 2 – Freundschaft für immer“ und „Alles muss raus – Eine Familie rechnet ab“ besetzt worden. Somit hätte man auf ihn als die optimale Besetzung des Tom Pohlmann in „Pohlmann und die Zeit der Wünsche“ kommen können.

Marlene Morreis spielt Sarah Wünsche in „Pohlmann und die Zeit der Wünsche“

Marlene Morreis spielt die Rolle der Sarah Wünsche in „Pohlmann und die Zeit der Wünsche“ und sagt über ihre Rolle gegenüber der ARD: „Es gibt einfach Momente im Leben, Situationen und manchmal auch längere Phasen, da funktioniert man ganz automatisch, weil man es muss.

Da hat man nicht mal mehr die Zeit zu überlegen, was man da überhaupt gerade macht. Das ist eine Art Überlebensautomatismus. In solchen Momenten geht man an seine Reserven, aber davon gibt es immer mehr, als man zu haben glaubt.“

Sarah Wünsche ist also eine Rolle, die einen sehr stressigen und schwierigen Alltag bestreitet. Deshalb besticht dieser auch weniger durch Organisation als vielmehr durch das gelebte Chaos.

Die Schauspielerin Marlene Morreis ist bekannt durch Filme wie „Lang lebe die Königin“, „Meine Mutter, meine Männer“ und „Jella jagt das Glück“. Dass sie die Rolle der Sarah Wünsche übernimmt, finde ich insbesondere aufgrund der Parallelität zum Thema „Glück“ recht passend.

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Erwartungen an „Pohlmann und die Zeit der Wünsche“

Da beide Schauspieler sehr vielseitig eingesetzt werden können, bin ich mir noch nicht einmal sicher, was ich mir von „Pohlmann und die Zeit der Wünsche“ erwarte. Theoretisch könnte uns eine lustige Familienkomödie erwarten, aber ebenso gut auch ein tiefgründiges Melodram über das Familienleben mit einem schwer kranken Kind, Existenzängsten und Neurosen, Selbstzweifeln und Ängsten.

Trotzdem oder gerade deshalb möchte ich diesen Film heute Abend unbedingt gucken. Er verspricht nämlich neben guter Unterhaltung und Ansätzen von Weihnachtsstimmung auch noch Tiefe und Warmherzigkeit. Für alle, die ihn heute Abend verpassen, gibt es auch noch die Möglichkeit, diesen Film später in der Mediathek der ARD zu genießen. Tatsächlich werden in diesem Jahr auch Filme aus dem vergangenen Jahr erneut ausgestrahlt. So dürfen wir uns auch schon wieder auf „Papa hat kein Plan“ freuen.

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