Blogtour “Jeder will sie haben” von und mit Bettina Hennig

Hallo Zusammen,

heute ist es so weit, die Blogtour mit Bettina Hennig und ihrem Buch „Friederike –Prinzessin der Herzen“ hält auf meinem Blog. Darüber freue ich mich sehr, da es in dem Buch um eine sehr spannende und gesellschaftlich interessante  Zeit geht.Ich möchte mich im Rahmen eines Interviews mit der Autorin ihrer Recherche zum Buch nähern. Habt ihr Lust? Dann lest das Interview weiter unten. Natürlich findet ihr dort auch Hinweise auf das Gewinnspiel zur Blogtour.

Marie L.: Hallo Bettina, schön dass du dir ein paar Minuten Zeit nimmst, um meine Fragen zu deiner Recherche zu beantworten. Bevor wir uns mit der Recherche zu deinem Buch beschäftigen, würde ich den Lesern gerne kurz einen Eindruck geben, wer du bist. Möchtest du dich kurz vorstellen?

Bettina Hennig: Ich bin Bettina Hennig, Journalistin, Dozentin und ich bin Buchautorin. Zwischen den drei Standbeinen wechsele ich immer – dahin, wo etwas zu tun ist. Ich pendele zwischen Hamburg und Berlin und lese mindestens genauso gerne, wie ich schreibe. Ich träume davon eine Wohnung über den Dächern von Berlin zu haben, mit einer großen Bibliothek. Und zwei Katzen, die ich beim lesen kraulen kann.

Marie L.: Die Idee mit der Wohnung über den Dächern von Berlin klingt traumhaft. Aber wenn ich ehrlich bin klingen deine drei Berufe nach viel Arbeit. Bist du denn viel zu Hause? 

Bettina Hennig: Ich arbeite ja nicht in jedem Beruf voll. Ich bin Freiberuflerin und mache das, was gerade ansteht. Werde ich als Journalistin engagiert, gehe ich in die Redaktion oder schreibe die Texte, die man in Auftrag gegeben hat, von zu Hause aus. Für Recherchen müsste ich in jedem Fall nach draußen. Schreibe ich an einem Buch, sitze ich zu Hause. Gehe ich an die Uni, bereite ich meine Seminare zu Hause vor und arbeite dann mit meinen Studentinnen. Es ist halt kein 9-to-5-Job. Aber ich glaube nicht, dass ich mehr arbeite, obwohl ich oft bis um Mitternacht am Schreibtisch sitze. Es ist einfach ein anderes Arbeiten. Eines, das spontaner und lebendiger ist, als eine Arbeit im Büro. Ja, ich arbeite viel von zu Hause aus. Manchmal auch vom Sofa aus – wenn ich nebenher heimlich fernsehe. Aber das kann ich mir erlauben, ich habe ja keine Chefin, die mich beaufsichtigt. Ich bin meine eigene Chefin und muss nur zusehen, dass ich meine Termine einhalte. Und das tue ich.

Marie L.: Und wie funktioniert das mit den drei Berufen:  Bist du dann thematisch auf historische Themen festgelegt?

Bettina Hennig: Im Journalismus arbeite ich natürlich aktuell. Das ist ja das, was News ausmachen. Neuigkeiten. Und bei meiner Arbeit als Dozentin habe ich auch wenig mit Geschichte zu tun: Mein Spezialgebiet ist ja Klatschjournalismus – etwas sehr aktuelles. Nur wenn ich meine Theorie darlege, geht es zurück ins 18. Jahrhundert, der großen Zeitenwende von der adeligen zur bürgerlichen Kultur. Aber das ist alles so kompliziert, das wollte ihr jetzt nicht WIRKLICH wissen, oder? (Macht mich nicht fertig, Leute! 😉 )

Marie L.: Nun hast du dir mit „Friederike – Prinzessin der Herzen“ wieder ein historisches Thema vorgenommen und wieder ist bei den Hohenzollern. Wie schwierig war es für dich, dich in die Zeit von Friederike (immerhin das 18. Jahrhundert) hinein zu versetzen?

Bettina Hennig: Ich glaube, wenn man sich intensiv mit einem Thema beschäftigt, kommt das von ganz alleine. Ich war in Archiven, habe dicke Folianten gewälzt, habe Originalbriefe gelesen und gut recherchierte Biografien. Dann habe ich mich zu den Originalschauplätzen gegeben und mir vorgestellt, wie es war, dort zu leben. Ein Schloss ohne Zentralheizung und Licht ist nicht unbedingt ein wohnlicher Ort. Beim Schreiben tauche ich dann völlig ab. Mir ist da einmal etwas Komisches passiert. Ich habe so intensiv geschrieben, dass ich vergessen hatte einzukaufen. Da mein Kühlschrank leer war, musste ich noch einmal raus. Schnell angezogen, die Treppe runtergehuscht (ich wohne im 5. Stock). Als ich auf die Straße trat, war ich total erschrocken darüber, dass es Autos gab – keine Kutschen. 😉 Anders gesagt: Die Sache kommt mit dem Schreiben. Man begibt sich auf Zeitreise.

Marie L.: Das mit dem Eintauchen in die Geschichte während der Recherche und des Schreibens kann ich mir gut vorstellen. Werden deine Figuren für dich nicht auch wieder lebendig?

Bettina Hennig: Ja, absolut. Gerade wenn man die Briefe der Schwestern liest, hat man das Gefühl, sie vor sich zu haben. Friederike war sehr wortgewandt und ich denke, sie hätte tolle Romane geschrieben – vielleicht über ihr eigenes Leben. 😉 Bei den Luise-Briefen hat man durch die Zeit hindurch ihre Stimmungswechsel unmittelbar zu spüren bekommen – sie wechselte vom Hessischen ins Französische, dann ins Deutsche und Englische. Je nachdem, wie ihr zumute war. Das war sehr lebendig und ich hatte während des Lesens den Eindruck, sie vor mir zu haben.

Marie L.: Wie bist du bei deiner Recherche vorgegangen?

Bettina Hennig: Das habe ich oben schon ein wenig beschrieben. Es hilft immer, sich die Originalschauplätze anzusehen und dann dazu etwas zu lesen. Dann kann man sich das gut vorstellen. Bei der FRIEDERIKE hatte ich Glück, da ich ihre Geschichte schon von meinem LUISE-Roman her kenne. Nichtsdestoweniger musste ich auch hier bei null anfangen. Ich habe mir einen groben Plan gemacht, was ich erzählen will und dann habe ich versucht, anschauliches Material dazu zu finden. Oft haben auch Stiche aus der Zeit geholfen, mir das gut vorzustellen.

Um sich in die Ausdrucksweise einzufinden, ist es von Vorteil, Originalbriefe aus dieser Zeit zu lesen. Man muss dabei bedenken, dass es – anders als heute – noch eine echte Klassengesellschaft war. Der Adel und der Klerus oben, die Bürgerlichen in der Mitte, die Arbeiter und Bauern hatten nichts zu sagen. Das zeigt sich im Umgang und natürlich auch in der Sprache, z.B.: Haben sich nur die Bürger geduzt, dass Friederike und ihre Ehemänner das gemacht haben, zeigt, dass sie sehr modern waren für ihre Zeit. Und einige konservative Geister am Hofe, haben das zum Anlass genommen, ihr das Leben schwer zu machen.

Aber irgendwann muss man aufhören zu sammeln und sich auf eine Version verlegen. Das Problem: Bei FRIEDERIKE (wie bei LUISE übrigens auch schon) gibt es viele Auslegungen über ihre Geschichte. Bei FRIEDERIKE war die alles dominierende Frage: Von wem hat sie das uneheliche Kind? Da gibt es ausufernde Theorien. Ich fand die Variante, die ich erzählt habe, am wahrscheinlichsten. Für sie gab es die plausibelsten Belege.

Marie L.: Das mit der Materialsammlung und den unterschiedlichen Auslegungen der Geschichte ist sicherlich nicht einfach. Es ist ja auch ein echtes Dilemma, wie legst du dich dann fest welcher Geschichtsauslegung du folgst?

Bettina Hennig: Der, die mir am logischsten und wahrscheinlichsten erscheint. Und wenn er dann noch, wie bei meiner FRIEDERIKE, dramaturgisch hinhaut, dann ist das optimal. Es waren bei ihr angeblich drei Kandidaten als Vater des unehelichen Kindes im Spiel. Dieses Hin- und Her kann man in einem Detektiv-Roman schildern, nicht in einem historischen Roman. Ich glaube auch, dass dieser Skandal die Fantasie der Zeitgenossen sehr beflügelt hat: Die Schwester der Königin! Ein uneheliches Kind! Das war schon ziemlich unerhört und ich denke, dass man Friederike mehr Dinge nachgesagt hat, als tatsächlich wahr gewesen waren. Ihre Gegner haben sie als „unsittlich“ betrachtet, charmantere Zeitgenossen als „galanteste Löwin ihrer Zeit.“

Marie L.: Vielen Dank für das Interview! Du hast uns heute einen sehr intensiven Eindruck in deine Arbeit gegeben. Es hat Spaß gemacht. 

Bettina Hennig: Ich freue mich, dass Du mir so schöne Fragen gestellt hast. Und wenn jemand von Euch noch eine Frage an mich hat – nur zu! Habt viel Freude an der FRIEDERIKE-Blogtour.

So ihr lieben, das war mein Interview mit Bettina Hennig im Rahmen der Blogtour zu „Friederike – Prinzessin der Herzen“ und ihr seid nun sicher gespannt auf meine Gewinnfrage, mit der ihr euch für das Gewinnspiel im Rahmen der Blogtour qualifiziert.

Wie stellt ihr euch das Leben in jener Zeit vor, würdet ihr gerne mit Friederike tauschen?

Natürlich habt ihr auch an den anderen Tagen noch zahlreiche Möglichkeiten zu gewinnen. Jeden Tag könnte die also einmal in den Lostopf hüpfen und mit etwas Glück gewinnt ihr folgendes:

Dieses Buch gibt es zu gewinnen!

5 x 1 „Friederike – Prinzessin der Herzen“ in Print

  • Ausgelost wird unter allen kommentierenden Bewerbern
  • Teilnahme am Gewinnspiel ab 18 Jahren, oder mit Erlaubnis des Erziehungs/Sorgeberechtigten
  • Bewerber erklären sich im Gewinnfall bereit, öffentlich genannt zu werden(Gewinnerpost) und das ihre Adresse dem Verlag/Autor zwecks Gewinnversands übermittelt wird.
  • Keine Barauszahlung der Gewinne möglich
  • Keine Haftung für den Postversand
  • Versand der Gewinne innerhalb Deutschland – Österreich – Schweiz
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen

Der Fahrplan dieser Tour:

07.03.

Königshäuser früher & heute

(Umgang mit Sex, Verheiraten ect.)

Sarah von

www.booksonpetrovafire.blogspot.de

08.03.

Top 5 der Skandale

Manja von

www.manjasbuchregal.blogspot.de

09.03.

Recherche; Wie entstand das Buch?

Marie von

www.vielleserin.de

Hier sind wir gerade!

10.03.

Interview

Katja von

www.kasasbuchfinder.de

11.03.

Schauplatzbesichtigung

Barbara von

www.babsleben.blogspot.de

12.03.

Gewinnerbekanntgabe im Laufe des Tages bei www.kasasbuchfinder.de

7 Comments

  1. karin
  2. Anonym

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