Rückblick: ARD, 20.15: “Ein Wochenende im August”

Voraussichtliche Lesezeit: 5 Minuten.

Katja (Nadja Uhl) erlebt als glücklich verheiratete Frau in „Ein Wochenende im August” eine unerwartete Begegnung mit den charismatischen Reisejournalisten Daniel (Carlo Ljubek), der ihr geordnetes Leben für einen magischen Moment aus der Balance bringt.
© ARD Degeto/Volker Roloff

Das Herzkino hat aktuell Sommerpause und zeigt einige Wiederholungen. Die stelle ich euch natürlich ebenfalls vor, heute allerdings zeigt das Erste auch eine tolle Alternative: “Ein Wochenende im August“ mit Nadja Uhl und Carlo Ljubek.

Worum geht’s bei “Ein Wochenende im August”?

Die 47-jährige Grundschullehrerin Katja (Nadja Uhl) führt ein erfülltes Leben: Sie liebt ihren Ehemann Thomas (Thomas Limpinsel) und hat ein enges Verhältnis zu ihrer Tochter Leonie (Amelie Herres), die bald ihr Studium beginnt. Katjas Welt gerät jedoch ins Wanken, als sie ein Wochenende allein in ihrem wunderschön restaurierten Bauernhaus verbringt. Auslöser ist der freiheitsliebende Reisejournalist Daniel (Carlo Ljubek).

Seit sieben Jahren lebt er aus dem Rucksack, durchstreift die Welt und begegnet dabei den Menschen und fremden Kulturen, die er während seiner Reisen kennenlernt, mit einer Offenheit, die Katja tief beeindruckt. Sie fühlt sich von dem unkonventionellen Charme des Unbekannten angezogen und erlaubt ihm kurzerhand, sein Zelt im Garten ihres Hauses aufzuschlagen. Mit dieser Entscheidung lässt sich Katja auf ein Abenteuer ein, dessen Verlauf sie schon bald nicht mehr kontrollieren kann.

Weder ihre Schwiegermutter Lilo (Gitta Schweighöfer) noch ihre beste Freundin Maren (Gisela Aderhold) ahnen etwas vom Besuch des Fremden. An diesem Wochenende im August wird Katja von Gefühlen überwältigt, die ihr gesamtes Leben infrage stellen.

Nadja Uhl über ihre Rolle Katja

Der “Ein Wochenende im August“ handelt von dem scheinbar perfekten Leben einer Frau in den besten Jahren, die einig alles hat, was man sich nur wünschen kann. Sie hat Karriere gemacht, ist Mutter und Ehefrau und erfüllt somit eigentlich die Definition vom perfekten Leben. Doch Nadja Uhl sagt im Interview gegenüber der ARD: “So perfekt kann ein Leben nicht sein, in das ein Fremder so leicht eindringen kann. Durch Daniel wird sie vielleicht an ihre Sehnsucht nach einem anderen Leben erinnert. An ein unkonventionelles Leben mit weniger Vernunft und weniger Grenzen.”

Meiner Meinung nach hat sie an dieser Stelle recht, denn wie sollte Katja auf die Idee kommen ihr Leben infrage zu stellen, wenn es wirklich perfekt wäre. Nadja Uhl verkörpert diese Rolle und stellt sich dabei selbst genau die richtigen Fragen. Aus diesem Grund bin ich mir sicher, dass der heute Abend großartig wird.

Da es im “Ein Wochenende im August“ auch um die Erfüllung von Jugendräumen geht, beschäftigte sich Nadja Uhl im Interview auch mit dieser Frage und sagte entspannt: „Alle meine Vorstellungen von einem guten Leben haben sich im Wesentlichen erfüllt. Ich wollte als Kind Familie, viele Tiere und ein Haus. Und immer in der Natur sein. Die Theatergruppe war das schönste Ereignis der Woche.
Heute liebe ich meinen Beruf. Und am Ende wollte ich eine gute Oma werden. Das steht in einiger Ferne noch bevor.”

Meiner Meinung nach ist auch dies eine spannende, wie gleichermaßen wichtige Frage, die man sich selbst immer und immer wieder stellen sollte. Der verspricht also neben leichter Unterhaltung auch so etwas wie einen Blick auf das eigene Leben. Wie möchten wir leben, was erwarten wir von uns und denen, die uns wichtig sind?

Carlo Ljubek über seine Rolle als Daniel

Auch die Rolle Daniel, die von Carlo Ljubek gespielt wird, verspricht einiges an interessanten Einblicken. So ist Daniel ein echter Weltenbummler. Carlo Ljubek erzählt über eigene Reisen folgendes gegenüber der ARD: “Ich bevorzuge es abwechslungsreich, von Aktivurlaub bis Hängematte mit einem Buch oder einer Zeitung darf alles dabei sein. Sich auf Neues einzulassen in dem Land, in welchem man weilt, Menschen und Kulturen kennenzulernen und sich inspirieren zu lassen … Ich weiß nicht genau, wie man diesen Reisetyp nennt.”

Auch sonst scheint den Schauspieler einiges mit seiner Rolle zu verbinden. So liebt er tatsächlich ungebunden zu sein. Die ARD fragte sich also, ob er sich besonders mit seiner Rolle identifizieren konnte. War in der Charakter des Daniels näher als andere Rollen? Diese Frage beantwortete Carlo Ljubek wie folgt: “Wie bei jeder Rolle versuche ich mich anzunähern und Charaktereigenschaften, welche mir nahe sind bzw. fremd sind, zu hinterfragen. Mein Weglaufen bezieht sich auf die Fremdbestimmung. Wenn ich das Gefühl habe, etwas engt mich ein und die Kreativität und Offenheit beginnt darunter zu leiden, dann gibt es so einen inneren „Impuls-Rebellen“, der etwas ändern muss. Bei Daniel ist das vielleicht ähnlich und dazu kommen noch eine Flucht vor der eigenen Biografie und die Angst, sich zu binden. ”

Ein ganz besonderer Ort

Meiner Meinung nach verspricht dieser gleichermaßen den üblichen Wohlfühlcharakter, der mich an das Herzkino denken ließ, aber auch eine gewisse Melancholie. Vor der schönen Kulisse der Lüneburger Heide könnte es also dazu führen, dass dieser zum Träumen einlädt und gleichzeitig dazu auffordert, das eigene Leben einmal grundlegend zu hinterfragen.

“Die Heide ist ja sozusagen die dritte Hauptdarstellerin. Die besondere Landschaft gibt dem etwas ganz Außergewöhnliches. Es war einfach sehr schön, so nah an und mit der Natur zu erzählen. Wir hatten unsere Drehphase extra in die Blütezeit der Heide gelegt. Doch leider hatten wir einen sehr trockenen Sommer. Die Heide leuchtete nicht lila, sondern verfärbte sich stellenweise einfach nur braun. Wir mussten also ziemlich viel umstellen und auch mit visuellen Effekten arbeiten, um die Farbe dann so leuchtend hinzukriegen, wie sie eigentlich normalerweise aussieht”, so Regisseurin Esther Gronenborn über die Dreharbeiten in der Lüneburger Heide.

Erwartungen an den

Empfehle ich euch diesen zu schauen? Ja, auf jeden Fall, denn in diesem und seine Ereignisse können sich alle hinein versetzen. Praktisch jeder glaubt von sich selbst das perfekte Leben zu führen. Viel zu häufig jedoch trügt der schöne Schein und irgendetwas ist ganz anders gelaufen, als man es sich selbst vorgestellt hatte. Aber auch bei jemandem, der noch nicht dazu gekommen ist, hinter die Fassade zu blicken, wird dieser gut ankommen.

Mit Nadja Uhl in der Hauptrolle ist “Ein Wochenende im August“ außerdem auch noch exzellent besetzt. Ich hoffe also, dass mich meine Vorstellung von diesem nicht enttäuschen wird und dass meine Erwartungen an diesen nicht erfüllen werden. In diesem Sinne kann ich euch nur empfehlen, einzuschalten. Für alle, die die Möglichkeit verpassen zu schauen, bietet sich auch ein Blick in die Mediathek an.

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