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“Wirbel um die Villa am Meer – Die Strandspürnasen 1”

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13 min read

“Wirbel um die Villa am Meer – Die Strandspürnasen 1” von Christina Herr ist der Auftakt in eine neue Detektivreihe für Kinder ab acht Jahre. Tatsächlich könnte man meinen, dass diese neuartige Reihe eine gewisse Ähnlichkeit mit Reihen wie “Fünf Freunde“, “Die drei Fragezeichen” oder “TKKG” besitzt.

Trotz gewisser Parallelen zu den genannten Reihen sind “Die Strandspürnasen” ein wenig anders, denn neben den klassischen Kriminalfällen wird immer wieder über Gott gesprochen und ich meine hier nicht über Gott und die Welt, sondern tatsächlich über die Religion im Alltag. Auf den ersten Blick mag es ein wenig merkwürdig erscheinen, aber tatsächlich gliedert sich das mit der Religion schnell in die Geschichte ein.

Zum Teil führt das sogar zu einer gewissen Situationskomik und hat einigen Unterhaltungswert. Über Gott lachen darf man nicht, denkt man zunächst, aber niemand macht sich tatsächlich über Gott lustig, sondern vielmehr über bestimmte Aspekte, die durch Gespräche über Gott verursacht werden.

Aber bevor ich Euch diesen Aspekt weiter erläutere, möchte ich Euch die Strandspürnasen zunächst vorstellen.

Wer sind “Die Strandspürnasen”?

Bei “Die Strandspürnasen“ lernen wir nicht vier Kinder kennen, sondern lediglich drei junge Ermittler: Nick, Albert und Leni. Nicht vergessen werden darf Charlie Schlappohr, der Beagle, der die Kinder bei all ihren Abenteuern begleitet. Auch Tim, der jüngere Bruder von Leni und Nick, darf nicht vergessen werden, auch wenn er selbst noch nicht Teil des Detektivclubs ist. Viel häufiger sorgt Timi für ein wenig Chaos.

In die Sache mit dem Detektivsein stolpern die drei Kinder auch mehr oder weniger hinein, denn gerade eben sind Nick und Leni erst mit ihren Eltern nach Strandvoort gezogen, um das Erbe von Tante Wilma Winter anzutreten. Sie haben eine kleine Pension in Strandvoort geerbt. So sind sie es also mit ihren Eltern von Frankfurt nach Strandvoort umgezogen.

An ihrem neuen Wohnort machen sich Nick und Leni natürlich direkt auf die Suche nach anderen Kindern und gehen mit Charlie Schlappohr, den Wilma ihnen ebenfalls vererbt hat, spazieren. So lernen sie auch Albert kennen, denn Charlie Schlappohr bückst aus, um einem Kaninchen hinterher zu jagen.

Als Charlie schließlich von Albert zurückgebracht wird, sind die Kinder zutiefst erleichtert und dies ist der Beginn ihrer Freundschaft, denn auch wenn Albert ein wenig sonderbar auf Leni und Nick wirkt, ist er doch eigentlich total freundlich. Na gut, er drückt sich ein wenig hochgestochen aus, was die Kinder zunächst vor einige Rätsel stellt. Albert ist ähnlich alt wie sie.

“Wirbel um die Villa am Meer“: die Sache mit der verschlossenen Tür

Wie bereits weiter oben erzählt, stolpern die Kinder mehr oder weniger ich einen Zufall in ihren ersten Fall, denn in der Pension “Zeevilla”, dem neuen Zuhause von Leni und Nick, gibt es eine verschlossene Tür. Es ist die Tür zu Gästezimmer zwölf. Natürlich sind die Kinder neugierig und versuchen mehr darüber zu erfahren, was sich hinter der verschlossenen Tür verbirgt.

Doch Gretje, die Haushälterin der Pension, weigert sich beharrlich, Fragen zu dieser Tür zu beantworten und auch einen Schlüssel scheint sie nicht zu besitzen. So machen sich die Kinder selbst auf die Suche, schließlich soll das gesamte Haus bei seiner Neueröffnung in neuem Glanz erstrahlen. Die Familie will erst einmal in Ruhe renovieren, bevor sie wieder Gäste annehmen.

“Wirbel um die Villa am Meer“ die Sache mit dem unlustigen Herrn Fröhlich

Als wenig später mit Herrn Fröhlich doch ein überraschender Besucher vor der Tür steht, will Vater Clemens ihn nicht vor den Kopf stoßen. So überlässt er ihm kurzerhand eines der Gästezimmer, dass noch nicht sofort renoviert werden soll. Wenn er wüsste, was er damit für einen Wirbel um die Villa am Meer verursacht, hätte er sich das sicherlich anders überlegt. Doch noch ahnt niemand etwas um den Wirbel um die Villa am Meer.

Nick findet den neuen Gast zwar nicht unbedingt sympathisch, aber außer durch ein paar seltsamen und vor allem unlustigen Witzen, scheint von Herrn Fröhlich keine Gefahr auszugehen. Wenn er wüsste, wie sehr er sich irrt, würde er sich wundern. Denn schon bald stecken Nick, Leni und Albert in ihrem ersten Fall und der dreht sich ausgerechnet um Herrn Fröhlich und sorgt für ordentlich Wirbel um die Villa am Meer.

“Die Strandspürnasen“ ermitteln mit Gottes Hilfe

Bereits zu Beginn dieser Buchvorstellung zum ersten Teil von “Die Strandspürnasen“ habe ich geschrieben, dass es neben der reinen Detektivgeschichte auch ein paar religiöse Aspekte gibt.

So beginnt das Buch damit, dass die Familie rund um Papa Clemens, Mama Victoria, Nick, Leni und Tim gerade aus der Frankfurter Wohnung ausgezogen ist, nun in das Auto einsteigt und ein kurzes Gebet für eine sichere und komfortable Fahrt spricht. Sie beten dafür, dass sich Clemens mit dem neuen Navigationsgerät und trotz Rechts-Links-Schwäche nicht als zu oft verfährt und dass sie Strandvoort in den Niederlanden ohne große Verzögerungen erreichen.

Für die Familie ist diese Gebetssituation nicht ganz untypisch, denn sie beten bei vielen Gelegenheiten. Vom Stoßgebet bis zur ausführlicheren Andacht ist einiges dabei. Dabei wird das Sprechen der einzelnen Gebete weniger als eine religiöse Verpflichtung wahrgenommen, als vielmehr als eine Gelegenheit sich ein wenig zu entspannen, die Sorgen mit Gott zu teilen und sich von ihm Hilfe zu erbitten.

In gewisser Weise schaffen diese Gebete, die sich mal als Stoßgebete, mal als ausführliche Andacht in den Alltag integrieren, im Familienalltag eine gewisse Struktur. Eine Struktur, die häufig auch für eine Form von Sicherheit sorgt, da man sich darauf verlassen kann, dass Gott einen schon gesehen hat und dass eigentlich nichts passieren kann, denn Gott ist ja stets dabei.

Zu Beginn des Buches befürchtete ich, dass der religiöse Part innerhalb dieses Buches einen großen Raum einnehmen würde, der ein wenig von der Spannung kosten würde. Tatsächlich zeigte sich aber recht bald, dass sich dieser Austausch mit Gott sehr gut in den Alltag der Familie, aber auch in die Geschichte integrierte.

Fast schon schien es so, als wäre Gott eine nicht anwesende Figur der Geschichte. Indirekt sorgen die Gespräche mit Gott dabei allerdings nicht nur für Entspannung und Ausgleich, sondern auch für einige Missverständnisse, denn Timi nimmt die Bibel manchmal allzu wörtlich.

Auch in Bezug auf den Wirbel um die Villa am Meer weiß Gott natürlich Rat und so zieht ihn Leni regelmäßig zurate, wenn sie sich an einer Observation beteiligen soll. Nick befragt ihn für einen erholsamen und Angst freien Schlaf und sogar der kleine Tim verlässt sich darauf, dass Gott ihn schon sicher begleiten würde.

Warum “Wirbel um die Villa am Meer – Die Strandspürnasen 1” von Christina Herr nicht nur etwas für religiös geprägte Familien ist

Wer nun denkt, dass “Wirbel um die Villa am Meer – Die Strandspürnasen 1” von Christina Herr nur etwas für Kinder aus streng religiösen Familien ist, der täuscht sich. Vielmehr zeigt dieser ungewöhnliche Detektivclub, dass ein gewisses Vertrauen in Gott eine gewisse Gelassenheit bringt. Es zeigt aber vor allem, dass man nicht unbedingt jeden Sonntag in die Kirche gehen muss, um sich Gott nachfühlen zu können. Die hier gelebte Religion ist eine Religion, die sich ohne große Konflikte auszulösen, in den Alltag integrieren lässt.

Ursächlich hierfür ist aber auch, dass die Familie selbst mit Onkel Johannes, der auch der kleine Onkel genannt wird, einen angehenden Pastor in der Familie hat. Er zeigt, wie entspannt der Umgang mit Gott sein kann und wie unauffällig sich Religion in den Alltag integrieren lässt.

Trotz dieser scheinbar unauffälligen Religionsausübung, zeigt dieses Buch aber auch deutlich, dass man sich tatsächlich in vielerlei Hinsicht darauf verlassen kann, dass Gott einen schon sieht. Letztendlich steht die Ausübung der Religion hier dafür, einfach für einen Moment aus einer stressigen Situation zu entfliehen oder den allzu stressigen Alltag für einen Moment auf Pause zu stellen.

Dies ist auch ein Aspekt, weswegen ich sagen würde, dass man selbst nicht unbedingt mehrfach täglich beten muss, jeden Sonntag in die Kirche gehen braucht oder etwas Vergleichbares, um mit diesem Buch Freude zu haben, denn auch dieses Buch bedeutet eine kurzfristige Unterbrechung und eine Pause aus einem Alltag, der selbst vielleicht gerade mit vielen Emotionen aufgeladen ist.

“Wirbel um die Villa am Meer – Die Strandspürnasen 1”: Ein entspannter Schreibstil mit spannender Handlung

Mit “Wirbel um die Villa am Meer – die Strandspürnasen 1“ hat die frühere Lehrerin Christina Herr einen spannenden wie unterhaltsamen Kinderkrimi geschrieben, der einerseits für gute Unterhaltung sorgt, andererseits allerdings auch dazu beiträgt, sich einmal für neue oder ungewohnte Themen zu öffnen. In diesem Buch geht es neben dem klassischen Kriminalfall um das Thema beten, aber auch umso etwas wie sicher einen neuen Ort, in einer anderen Stadt oder einem anderen Land zurechtzufinden.

All diese Elemente hat die Autorin Christina Herr geschickt in die Geschichte eingewoben und diese auch sprachlich aufgegriffen, so hat sie mit Albert eine Figur geschaffen, die immer mal wieder neue Wörter gebraucht und diese auf Nachfrage auch erklären kann. Gleichzeitig spricht Gretje neben Deutsch auch Niederländisch und bringt so ein paar Wörter Niederländisch mit ein. Auch dies führt zu einer gewissen Situationskomik im Buch, die aber auch für eine gewisse Leichtigkeit sorgt.

Mir persönlich gefiel der Stil in dem Christina Herr die Geschichte “Wirbel um die Villa am Meer – die Strandspürnasen“ erzählt gut, auch wenn ich persönlich zunächst ein wenig darüber staunte, wie viele unterschiedliche Themen in einem Buch mit knapp 190 Seiten angesprochen werden können.

Trotz einer gewissen thematischen Dichte wirkte “Wirbel um die Villa am Meer“ allerdings keinesfalls überladen, sodass ich persönlich sagen würde, man kann die Strandspürnase nicht nur als ein gutes Kinderbuch bezeichnen, sondern auch als einen kindgerechten Urlaubskrimi beschreiben. Schließlich spielen die Strandspürnasen in Strandvoort

Über die Autorin Christina Herr

“Christina Herr, geb. 1973, arbeitete als Lehrerin, bis sie ihre Leidenschaft für Bücher zum Beruf machte. Heute ist sie freiberufliche Lektorin, Autorin und Buchbloggerin. Mit ihrer Familie lebt sie in Mittelhessen, wo ihr Hund Charlie sie gehörig auf Trab hält.”(Neukirchener Verlag)

Fazit zu “Wirbel um die Villa am Meer – Die Strandspürnasen 1” von Christina Herr

Zu behaupten, “Wirbel um die Villa am Meer – Die Strandspürnasen 1” wäre ein klassischer Fall eines Kinderkrimis, wäre sicherlich falsch, aber die Tatsache, dass diese Geschichte ein wenig über den klassischen Kinderkrimi hinausragt, macht “Wirbel um die Villa am Meer – Die Strandspürnasen 1” keinesfalls zur einem schlechten Kinderbuch, sondern vielmehr zu einem, dass man gut empfehlen kann.

“Wirbel um die Villa am Meer – Die Strandspürnasen 1” ist eine klischeefreie Erzählung, die die Leser dazu bewegt, mal über den eigenen Tellerrand zu blicken. So könnte dieses Buch zum Beispiel für Kinder sein, die gerne wissen möchten, was ihnen der Religionsunterricht in der Grundschule im Alltag bringen soll, denn “Wirbel um die Villa am Meer – Die Strandspürnasen 1” zeigt eindringlich, was Religion im Alltag bedeutet, ohne dabei aufdringlich zu sein.

Anzumerken ist, dass sich bei all diesen Aspekten die Leichtigkeit nicht lang vermisst habe, schließlich ist ja sogar eine gewisse Leichtigkeit innerhalb dieses Buches geblieben. Mir persönlich hat “Wirbel um die Villa am Meer – Die Strandspürnasen 1” so gut gefallen, dass ich gerne auch “Die Strandspürnasen” 2  und 3, die jetzt gerade erschienen sind, beziehungsweise zeitnah erscheinen gerne hier vorstellen würde.

Meiner Meinung nach ist es wichtig, Kindern nicht nur die klassische Mainstream-Lektüre anzubieten, sondern auch mal ein Buch, zu dem sie selbst vielleicht nicht unbedingt gegriffen hätten. Die Reihe um die Strandspürnasen ist dafür ideal geeignet, denn verbindet das, was die Kinder bereits kennen mit den Themen, über die sie sich vielleicht noch gar nicht so viele Gedanken gemacht haben.

Zu einer toleranten Erziehung gehört für mich auch, sich mit unterschiedlichen Lebensanschauungen zu beschäftigen und den aus diesem Grund kann ich “Wirbel um die Villa am Meer – Die Strandspürnasen 1” empfehlen.

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Marie

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Marie

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