„tiny love stories“: Wahre Geschichten über die Liebe

„tiny love stories“: Wahre Geschichten über die Liebe
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Wer „tiny love stories: Wahre Geschichten über das größte Gefühl der Welt“ von Daniel Jones und Miya Lee liest, kommt vielleicht auf die Idee, sich zu fragen, wie diese minimalistisch anmutenden, szenischen Ausschnitte über das größte Gefühl der Welt entstanden sind.

Liebe ist seit jeher das Thema der Kolumne „Modern Love“ der New York Times. Die beiden Herausgeber dieser Geschichtensammlung sind praktischerweise Sammler. Sie sammelten Geschichten in der Länge von zwei Tweets, einer Instagram-Bildunterschrift oder eines Facebook-Posts. Jede einzelne Geschichte durfte nicht mehr als einhundert Wörter haben.

Die hier gesammelten Liebesgeschichten kommen von ganz unterschiedlichen Autoren, die ihre ganz individuellen Erfahrungen mit der Liebe aufgeschrieben haben. Immer szenisch, manchmal humorvoll und ein anderes Mal tragisch bis melancholisch. Ganz unterschiedliche Facetten und ganz unterschiedliche Arten von Liebe werden hier aufgegriffen.

„tiny love stories“: Bücher über Liebe

Bücher über Liebe gibt es viele. Bücher über Liebe, die sich lohnen, sind zumeist fiktiv oder Ratgeber. Doch es gibt auch Bücher über Liebe, bei denen man das Gefühl hat, dass sie einen belehrenden Charakter haben. „tiny love stories“ ist da schon ein bisschen anders, denn dieses Buch ist eines der wenigen Bücher über Liebe, bei denen ich sage, sie sind authentisch nacherzählte Szenen von Liebe.

Lohnt es sich, Bücher über Liebe zu lesen? Nun, das kommt darauf an, in welcher Stimmung man sich befindet. Wenn man sich selbst gerade frisch verliebt hat, sind Bücher über Liebe wohl das Letzte, was man gerade braucht. Fühlt man sich hingegen einsam, sind Bücher über Liebe so etwas wie ein kleiner Rettungsanker im wilden Fahrwasser.

„tiny love stories“: Liebesgeschichten in Zeiten der Einsamkeit?

Tatsächlich war ich ein wenig verwundert, ein Buch wie „tiny love stories“ jetzt angeboten zu bekommen. Hält sich jemand an einem Gefühl fest, dass es momentan nur für bereits länger bestehende Beziehungen geben kann? Aber selbst da besteht das Gefühl eigentlich nicht, da eine Form von Dauerstress romantische Episoden nahezu unmöglich macht.

Fakt ist, dass „tiny love stories“ uns eine Gelegenheit gibt, in kurzen Passagen, die man in weniger als zwei Minuten lesen kann, das große Gefühl in den Alltag zurückzuholen. Faktisch bedeutet dies aber auch, dass man nach diesen zwei Minuten möglicherweise selbst ein wenig melancholisch werden könnte, weil man diesem Gefühl aktuell nicht nachspüren kann.

Realistisch betrachtet ist dieses Buch also zur denkbar schwierigsten Zeit erschienen. Schaut man aber genauer hin, so fällt auf, dass es in diesen Liebesgeschichten keinesfalls nur um die in klassischen Paarbeziehungen geht, sondern auch beispielsweise um die zwischen Geschwistern, Eltern und Kindern oder etwas vergleichbarem. Liebe kann dabei auch pragmatisch oder platonisch gemeint sein.

Selbst die Liebe zu sich selbst wäre eine Form der Liebe, die hier möglicherweise besprochen werden könnte, doch ernsthaft gefunden habe ich eine solche Geschichte nicht. Vielmehr erinnern mich diese kurzweiligen, szenischen Darstellungen an Konzepte wie „shorties to go“, wobei dieser Vergleich hauptsächlich auf die Länge der Geschichten reduziert werden muss.

„tiny love stories“: Lohnt es sich, die Lieben fremder Menschen kennenzulernen?

Wer sich dieses Buch gönnt oder schenken lässt, stellt sich möglicherweise die Frage, ob es sich lohnt, herauszufinden, wie sich die Liebe bei anderen Menschen darstellt. Ich selbst habe mich mit dieser Frage beschäftigt, komme aber zu dem Ergebnis, dass es sich durchaus lohnen kann, herauszufinden, vor welche Herausforderungen, aber auch vor welche Freuden andere Menschen durch die Liebe gestellt werden.

Die Tatsache, dass die Liebe durch ganz unterschiedliche Augen betrachtet wird, macht sie auch multidimensional und perspektivisch vollständig. Trotzdem betrachtet Liebe natürlich jeder anders. Einige Darstellungen sind von bekannteren Persönlichkeiten, andere von weniger bekannteren oder gänzlich unbekannten Personen.

Diese bunte Mischung, die verschiedene Erfahrungen mit der Liebe darstellt, ist eine vielschichtige und somit lohnenswerte Betrachtung der Liebe. Somit kann ich nur sagen, dass es sich sehr wohl anbietet, die Lieben anderer Menschen kennenzulernen.

„tiny love stories“: Pointiert, elementar, gefühlvoll

Stilistisch betrachtet muss man wohl davon ausgehen, dass jeder Schreibende dieser maximal hundert Wörtern starken Eindrücke, die zum Teil mit Illustrationen bereichert wurden, seinen eigenen Stil mitbringt, aber doch haben alle Geschichten eine gewisse Gemeinsamkeit, denn die Kürze macht sie pointiert, prägnant, elementar, aber ebenso gefühlvoll.

Ob sich der Stil auf die Geschichten selbst auswirkt und mich als Leserin neugierig gemacht hat, kann ich so nicht mit absoluter Gewissheit sagen, denn ich selbst habe die „tiny love stories“ als einzelne Geschichten verstanden, die man über einen längeren Zeitraum lesen kann.

Liest man aber beispielsweise jeden Tag eine kleine Geschichte oder auch zwei, so ist nicht eindeutig feststellbar, ob sich das Gefühl der Geschichten auf den Alltag übertragen lässt. Aus meiner eigenen Betrachtung kann ich aber sagen, dass es einem selbst gelingen kann, durch die „tiny love stories“ das Positive im eigenen Alltag wieder zu entdecken und man sich freut, wenn es einem selbst besser geht als der Person, die diese Geschichte erlebt hat oder man sich fragt, wie man selbst in diese Stimmung kommt.

Somit könnte man sagen, dass die „tiny love stories“ ihre Leser dabei unterstützen, das Positive nicht nur wieder im Alltag zu begrüßen, sondern es auch festzuhalten und zu erleben. Natürlich wirkt dieses schmale Büchlein mit seinen zahlreichen, kurzen Geschichten natürlich nicht wie ein Antidepressivum, sondern kann tatsächlich nur für diejenigen Menschen hilfreich sein, die aktuell keine psychologische Unterstützung benötigen, sondern vielleicht nur ein wenig Hilfe dabei benötigen, das Positive im Leben und im Alltag zu sehen.

„tiny love stories“: Liebevoll und simpel illustriert

In diesem Geschenke-Buch finden sich neben kurzen und starken Texten auch Fotos und Illustrationen. Diese sind farbenfroh und auf die Geschichten abgestimmt. Zum Teil wurden Fotos von den Einsendern mit eingereicht, die die Geschichte besonders veranschaulichen.

Ein anderes Mal finden sich winzig kleine, aber ebenso passende Piktogramme auf den einzelnen Seiten. Dass diese farbig gestaltet wurden, ist natürlich ein besonderes Highlight.

Über die Herausgeber

Da die Herausgeber dieses Buches lediglich als Geschichtensammler aufgetreten sind, sind sie nicht die Autoren dieses Buches, sondern vielmehr diejenigen, die dieses Projekt zu seinem Erfolg verholfen haben.

Daniel Jones

„Daniel Jones hat die Kolumne „Modern Love“ in der New York Times betreut, seit sie 2004 begann. Er tritt wöchentlich im Modern-Love-Podcast auf und ist beratender Produzent der Amazon-Serie Modern Love.“ (Klappentext)

Miya Lee

„Miya Lee hat 2014 angefangen, für Modern Love die Lesereinsendungen zu bewerten und stieß vier Jahre später als Projektassistentin von Modern Love zur New York Times. Sie trifft die Auswahl und redigiert die tiny love stories und ist für die Modern-Love-Lizenzierung verantwortlich. (Klappentext)

Fazit zu „tiny love stories: Wahre Geschichten über das größte Gefühl der Welt“

Bei „tiny love stories“ hatte ich zunächst das Gefühl, hier einfach einige Geschichten vor mir zu haben, bei denen mir für mich wildfremde Menschen aus ihrem Leben erzählen. Das ist natürlich sehr persönlich, aber auch irgendwie ungewöhnlich.

Das Projekt der New York Times kannte ich vom Hörensagen, habe dieses jedoch bis zu diesem Buch nicht intensiv verfolgt. Trotzdem war ich diesbezüglich natürlich neugierig. Als ich dann erkannte, dass dieses Buch auch einen psychologischen Nutzen haben kann, denn dieses Buch bringt in eine aktuell recht stressige Zeit mit vielen emotionalen Eindrücken und Herausforderungen ein wenig Farbe zurück.

Persönlich bin ich kein Mensch, der in dieser Zeit zu Depressionen neigt, sondern einfach den regulären Alltag nach besten Möglichkeiten weiterlebt. Natürlich gibt es einige Dinge, die ausfallen, wie zum Beispiel Messeveranstaltungen, Lesungen, Konzerte und andere Kulturveranstaltungen, doch da ich an diesen Ausfällen zunächst eh nichts ändern kann, habe ich beschlossen, sie aktuell einfach hinzunehmen. Etwas anderes als das ist aktuell eh nicht möglich.

Für jemanden, der allerdings schon ein wenig unter der Einsamkeit leidet, kann dieses Buch zumindest kurzfristig eine Erheiterung darstellen, wobei man selbst natürlich auch andere Optionen in Erwägung ziehen kann.

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