„Rosamunde Pilcher: Stadt Land Kuss“: ZDF, 20.15 Uhr

“Rosamunde Pilcher: Stadt Land Kuss”: ZDF, 20.15 Uhr
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Eric (Ian Thomas McMillan, r.) überrascht Luke (Leonard Artur Conrads, l.) und seine Mutter Flora (Pina Kühr, M.) mit einem Picknick. (c) ZDF/Jon Ailes

„Rosamunde Pilcher: Stadt Land Kuss“ ist ein neuer Film aus der beliebten Rosamunde-Pilcher-Reihe und wird heute Abend um 20.15 Uhr erstmals im ZDF ausgestrahlt.

Neben dem klassischen Liebesroman erwarte ich hier eigentlich eine gefühlvolle Familiengeschichte, mit gewissen humorvollen Szenen. Gleichzeitig erwarte ich aber auch eine Menge Konfliktstoff, denn das Thema ADHS, das bei „Stadt Land Kuss“ eine Rolle spielt, kann schon mal zu unterschiedlichen Meinungen führen.

Da ich weiß, wie viele Menschen von ADHS betroffen sind, weiß ich auch, dass der Konflikt meistens darauf hinausläuft, ob eine Medikation sinnvoll oder unsinnig ist.

Aus genau diesem Grund erwarte ich bei „Stadt Land Kuss“ nicht nur purer Unterhaltung, sondern auch ein wenig tiefer, ganz ähnlich wie dies zum Beispiel bei der Ella-Schön-Reihe der Fall ist.

Dass Ella autistisch ist, wird in jedem Film ja ganz offen thematisiert (Schaut gerne zum Beispiel in Ella Schön -Schiffsbruch“ nach! Ella braucht Struktur.) und so hoffe ich, dass es auch bei „Stadt Land Kuss“ ebenso offen und ernst angesprochen wird.

Genauso erwarte ich es eigentlich bei „Stadt Land Kuss“, der heute Abend ausgestrahlt wird, denn die Vorankündigung versprach neben guter Unterhaltung schon eine Menge Diskussionspotenzial.

Worum geht’s bei „Rosamunde Pilcher: Stadt Land Kuss“?

Flora liebt ihren Sohn Luke über alles. Doch der aufgeweckte Teenie mit einer leichten Form von ADHS sorgt in der Schule wiederholt für Ärger und stellt seine Mutter damit vor Probleme.

Auf Rat der Schulleitung und der Schulpsychologin soll Flora sicherstellen, dass Luke in seinen Ferien vor allem Ruhe, aber auch Bewegung hat. So verbringen die beiden die Sommerferien bei Floras Mutter Liz in Cornwall. Bernard, Floras Lebensgefährte, bleibt lieber zu Hause.

Doch Flora und ihre unkonventionelle Mutter halten es kaum über ein Wochenende miteinander aus. Denn ihre Vorstellungen davon, was ein gutes Leben ausmacht, sind grundverschieden. Deshalb ist Flora bereits vor 14 Jahren in die Großstadt gezogen, wo sie bald selbst Mutter wurde.

Von Ruhe und Besinnung ist im schönen Cornwall zunächst allerdings nichts zu spüren: Es dauert nicht lange, bis Luke wieder Ärger hat.

Trotz mehrerer „Keep out“-Schilder betritt er privaten Großgrundbesitz und trifft dort auf Sir Henry, einen miesepetrigen Vogelkundler, der mit dem halben Dorf verkracht ist. Nachdem sich Luke von ihm eine Ohrfeige eingefangen hat, will Flora Anzeige erstatten.

Doch als Flora den Dorfpolizisten Eric erkennt, ist sie geschockt: Eric, ihr bester Freund aus Jugendtagen, ist Lukes Erzeuger – und wollte damals kein Kind. Kurzerhand macht sie Eric deutlich, dass er Abstand halten soll. An diese Ansage hält er sich vorerst auch.

Unterdessen nähern sich Luke und der kauzige Sir Henry hinter Floras Rücken an. Die beiden eigensinnigen Außenseiter werden zu Freunden – ohne zu ahnen, dass sie blutsverwandt sind. Denn Sir Henry ist Lukes Großvater.

Als Eric davon erfährt, weiß er, dass das gegen seine Abmachung mit Flora ist. Doch es zieht ihn auch zu dem Jungen, dem er kein Vater sein darf. Als dann auch noch Bernard unangekündigt vor der Tür steht, ist das Chaos perfekt.

Wo wurde „Rosamunde Pilcher: Stadt Land Kuss“ gedreht?

Etwas verwunderlich erscheint mir, dass auch „Stadt Land Kuss“ wieder in Cornwall gedreht wurde. Dies wäre keinesfalls ungewöhnlich, wäre die Lage für den Tourismus nicht gerade aufgrund der Pandemie etwas schwierig.

Dass bis zum September 2020 trotzdem vier Rosamunde-Pilcher-Filme gedreht wurden, finde ich einerseits bemerkenswert, andererseits aber auch erschreckend, denn natürlich frage ich mich, unter welchen Bedingungen, der Dreh stattgefunden haben muss.

Die Drehorte der „Rosamunde Pilcher“-Reihe beeinflussen den Tourismus in Südengland: So dankte Prinz Charles, Prince of Wales und Duke of Cornwall, der Schriftstellerin, der Produktionsfirma FFP New Media und dem ZDF 2016 für mehr als 100 „Rosamunde Pilcher“-Verfilmungen, welche in hohem Maße zur Bekanntheit und Beliebtheit des Herzogtums Cornwall beigetragen hätten.

Schon 2002, nach damals 40 „Rosamunde Pilcher“-Filmen, wurden die Verdienste um den Tourismus mit dem „British Tourism Award“ gewürdigt. Im selben Jahr wurde Rosamunde Pilcher der Titel „Officer of the Order of the British Empire“ verliehen.

Seit mehr als 27 Jahren bietet die malerische Küste Cornwalls den Schauplatz für die am längsten laufende Reihe im ZDF-„Herzkino“: Den Auftakt machte am 30. Oktober 1993 „Rosamunde Pilcher: Stürmische Begegnung“. Seitdem wurden mehr als 100 Filme nach den Vorlagen der britischen Erfolgsautorin gedreht.

Rosamunde Pilcher starb am 6. Februar 2019 im Alter von 94 Jahren in Dundee, Schottland.

„Rosamunde Pilcher: Stadt Land Kuss“: die Besetzung

Tatsächlich staune ich darüber, wie viele mir unbekannte Schauspieler bei „Stadt Land Kuss“ mitwirken. Lediglich eine Schauspielerin kenne ich schon aus zahlreichen vorangegangenen Filmen. Es handelt sich hierbei um Heike Trinker, die für mich durch ihr Mitwirken schon für gute Unterhaltung steht.

Ich hoffe also sehr darauf, dass mich „Stadt Land Kuss“ mit ihr als Mutter Liz wieder einmal gut unterhalten kann. Tatsächlich würde ich mich aber auch freuen, wenn ich nur mich „Rosamunde Pilcher: Stadt Land Kuss“gut unterhalten würde, sondern auch ihr etwas mit dem Film anfangen könnte.

Auf jeden Fall glaube ich, dass der Konflikt zwischen Liz und ihrer Tochter, die von Pina Kühr gespielt wird, für einen gewissen Unterhaltungswert sorgen wird.

Erwartungen an „Rosamunde Pilcher: Stadt Land Kuss“

Mir fällt es bei „Stadt Land Kuss“ nicht leicht, tatsächlich echte Erwartungen an den Film zu formulieren, denn aufgrund der durchaus ernsten Hintergrund Thematik des ADHS kann dieser Film entweder sehr gut und unterhaltsam sein, oder das Thema so angehen, dass sich diverse Zuschauer nicht in der Darstellung oder im Umgang mit einem ADHS-Kind wieder finden.

Obwohl ich also bei  „Stadt Land Kuss“ eigentlich davon ausgehe, dass es sich um einen guten Film mit einem gewissen Unterhaltungswert handelt, möchte ich diesen Film nicht uneingeschränkt empfehlen, sondern sagen, dass sich um einen Unterhaltungsfilm und nicht um einen Dokumentarfilm handelt.

Jedes Kind – und dabei ist es egal, ob es ADHS hat oder nicht – ist in erster Linie einmal ein Kind, das Aufmerksamkeit fordert. Letztlich stellt jedes Kind oder sollte ich besser sagen jeder Mensch andere vor ganz eigenen Herausforderungen und so freue ich mich, dass sich mit „Stadt Land Kuss“ ein Film diesem ernsten Thema widmet, der durchaus ein großes Publikum erreicht.

Kritisch bin ich allerdings, weil ich gleichzeitig davon ausgehe, dass das Thema ein wenig zu einseitig betrachtet wird. Denn ich gehe nicht davon aus, dass bei diesem Unterhaltungsfilm, der übrigens auch in der Mediathek des ZDF zu finden ist, tatsächlich lang und breit das Thema Ritalin erwartet wird. Denn das würde den normalen Zuschauer langweilen.

Gleichzeitig bedeutet das Auslassen dieses durchaus konfliktreichen Stoffes, dass der Identifikationspotenzial bei diesem Film ein wenig eingeschränkt ist. Ich hoffe, dass es „Stadt Land Kuss“ gelingt, eine ausgewogene Mischung darzustellen, bei der sich alle gut dargestellt fühlen und niemand zu kurz kommt, bei dem es gleichzeitig vor allem um Unterhaltung gehen sollte.

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