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“Pitje gehört zu uns” von Andrea Reitmeyer – ab 5 Jahren

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“Pitje gehört zu uns” von Andrea Reitmeyer ist ein Kinderbuch über das Anderssein, das auf den ersten Blick das klassische Bilderbuch um eine Sachbuchkomponente ergänzt und die Kinder so neugierig auf die eigentliche Geschichte macht.

Pitje wächst als Goldschopfpinguin in einer Kaiserpinguinkolonie auf. Dass er anders ist, wird mit jedem Tag ein wenig deutlicher. Auch Felix ist ein Pinguinkind und darüber hinaus nicht nur neugierig, sondern auch mutig genug, ein gefundenes und verlassenes Pinguin-Ei zusammen mit seinen Eltern und den anderen Pinguinen der Kolonie mit nach Hause zu nehmen. Die Pinguine kümmern sich abwechselnd um das Fundstück.

Als es nach einiger Zeit des Brütens tatsächlich beginnt, sich zu bewegen, und wenig später Pitje aus dem Ei schlüpft, sind alle darüber erstaunt und neugierig. Die Unterschiede sind bereits auf den ersten Blick zu erkennen, werden aber im Laufe der Zeit noch deutlicher, denn Pitje wachsen Federn auf dem Kopf. Dies ist typisch für Goldschopfpinguine, jedoch nicht für Kaiserpinguine, sodass es eine deutliche Unterscheidung zwischen den beiden Arten gibt.

Für einige Kaiserpinguine ist dies ein Grund, kritisch darüber nachzudenken. Ist Pitje am Ende doch ganz anders als sie? Schließlich kann er auch besser schwimmen und tauchen als die anderen, sowie auf einem Bein steile Hänge hinunterrutschen und von den steilsten Eisbergen ins Wasser springen.

Einige Kaiserpinguine wären gerne auch so mutig wie er und bewundern ihn, andere sehen dies kritisch und reagieren neidisch. Da Pitje dieses Verhalten deutlich bemerkt, zieht er sich immer mehr von den anderen Pinguinen zurück und beschließt schließlich, auf eigene Faust loszuziehen in der Hoffnung, eine Pinguinfamilie zu finden, die so ist wie er.

Das macht vor allem Felix traurig, der ihn so nimmt, wie er ist. Als er das Verschwinden des Freundes bemerkt, beginnt er, ihn zu suchen, was ihn großen Gefahren, wie zum Beispiel einem Schneesturm und Raubvögeln aussetzt. Gut, dass auch Pitje auf die Gefahren aufmerksam wird, in die sich Felix für ihn begeben hat. So vertreibt er einen Angreifer.

Felix ist Pitje dafür natürlich dankbar und auch die Pinguinfamilie ist stolz. Nach und nach klärt sich dann auch auf, warum Pitje die Familie verlassen hat. Letztendlich müssen sie feststellen, dass Pitje eben doch einer von ihnen ist, obwohl er ganz anders ist als alle anderen. Darüber hinaus erkennen sie, dass sie sich gegenseitig unterstützen und voneinander lernen können.

“Pitje gehört zu uns” von Andrea Reitmeyer: eine Geschichte über Freundschaft

Letztlich ist “Pitje gehört zu uns” von Andrea Reitmeyer eine Geschichte über Freundschaft, die das Anderssein thematisiert. Es ist ein Bilderbuch, das den toleranten Umgang und das Miteinander fördert. Dabei spielt es meiner Meinung nach keine Rolle, ob es um andersartiges Aussehen, Religion, Herkunft oder Sexualität geht.

Schlussendlich ist “Pitje gehört zu uns” von Andrea Reitmeyer ein Buch, das Kinder zu Weltoffenheit und Toleranz erzieht. Gleichzeitig mit diesen wichtigen Themen lernen Kinder aber auch, dass sie unterschiedliche Fähig- und Fertigkeiten haben und dass es gut ist, sich mit anderen zusammen zu tun, um eigene Stärken und Schwächen sinnvoll zu nutzen.

“Pitje gehört zu uns” von Andrea Reitmeyer: Sachbuchanteile zum Thema Pinguine

In diesem Zusammenhang ist es vielleicht auch ein wenig ungewöhnlich, dass sich das Bilderbuch sowohl zu Beginn als auch am Ende in ein Sachbuch zu verwandeln scheint. Es gibt den Kindern anschauliche und weiterführende Informationen zum Thema Pinguine in der Antarktis.

“Pitje gehört zu uns” von Andrea Reitmeyer: Kindgerechte und lebhafte Illustrationen

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Bei den Illustrationen zu “Pitje” gibt es die Besonderheit, dass diese die Geschichte zu ergänzen scheinen. Dieser Umstand wunderte mich zunächst ein wenig, ist aber in der Tatsache begründet, dass die Autorin selbst auch als Illustratorin tätig ist. Für mich als Leserin entstand hierdurch aber das Gefühl, dass Bilder und Text perfekt aufeinander abgestimmt sind.

Dieses Gefühl werden vermutlich auch zahlreiche Kinder bekommen, wenn sie “Pitje gehört zu uns” von Andrea Reitmeyer betrachten und lesen.

Die Bilder wirken dabei lebendig und farbenfroh. Zahlreiche, liebevolle Details geben dabei jedem Pinguin seinen ganz eigenen Ausdruck. Auch dieser Aspekt lässt die Geschichte hierdurch natürlich lebendig erscheinen. Ebenso lebendig erscheinen Nebenfiguren und die Kulisse.

Merkt man hier, dass die Autorin Andrea Reitmeyer liebt, was sie tut, oder einfach, dass sie das Talent hat, ihre eigene Geschichte mit Bildern zu begleiten. Es gibt viele Bilderbücher, wie zum Beispiel “Das hier ist doch kein Dschungel” von Susanna Isern und Rocio Bonilla, bei denen mir die Illustration ebenso gut gefallen hat wie die Geschichte selbst. Dass beides aus einer Hand kommt, ist so aber vergleichsweise selten.

“Pitje gehört zu uns” von Andrea Reitmeyer als Familiengeschichte erleben

Ich würde behaupten,  “Pitje gehört zu uns” von Andrea Reitmeyer ist eine Familiengeschichte, die aber über das klassische Modell der Familiengeschichte noch ein wenig hinausgeht, denn tatsächlich lässt sich diese Geschichte sowohl als Familie erleben, und gleichzeitig geht es in dieser auch um eine Familie. Größere und kleinere Kinder zwischen vier und sechs Jahren werden hier ebenso gut unterhalten, wie Eltern.

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Über die Autorin Andrea Reitmeyer

Andrea Reitmeyer, 1979 in Ostfriesland geboren, studierte an der Fachhochschule Mainz Kommunikationsdesign mit Schwerpunkt Illustration. Heute ist sie als freie Illustratorin und Autorin tätig.

Im JUMBO Verlag sind unter anderem die Bücher „Emily und das Meer“, „Emily auf dem Bauernhof“, „Kater Paul und der rote Faden”, „Trau dich, Ida!”, „Kleine Biene Hermine, wo bist du zu Haus?“ und „Robin. Ein kleiner Seehund räumt auf“ erschienen. Mit ihrer Familie lebt sie in Mainz. (Jumbo Verlag)

Fazit zu “Pitje gehört zu uns” von Andrea Reitmeyer

“Pitje gehört zu uns” von Andrea Reitmeyer ist ein Bilderbuch, bei dem ich zu Beginn dachte, es würde sich mit Diversität beschäftigen. Tatsächlich wurde ich hier keinesfalls enttäuscht, denn in der Geschichte um Pitje, dem kleinen Goldschopfpinguin, geht es um viele unterschiedliche Facetten von Diversität.

Aus genau diesem Grund finde ich “Pitje gehört zu uns” von Andrea Reitmeyer auch überaus gelungen und würde es euch, sofern ihr Kinder im Alter der Zielgruppe habt, wärmstens empfehlen.

Allerdings ist es schade, dass es nicht vielmehr Bilderbücher dieser Art gibt, denn theoretisch sollte man meinen, dass jeder Mensch in irgendeiner Weise divers ist. Letztlich sind Menschen Individuen, sodass ein jedes Kind lernen muss, mit den unterschiedlichen Eigenschaften und Eigenheiten umzugehen. Aber wäre es nicht auch langweilig, wenn es anders wäre?

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