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“Im Wahn” von Klaus Brinkbäumer und Stephan Lamby: zur US-Wahl

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“Im Wahn – Die amerikanische Katastrophe” von Klaus Brinkbäumer und Stephan Lamby ist ein Sachbuch, das ich euch pünktlich zur US-Wahl gerne vorstellen möchte.

In diesem Sachbuch analysieren Klaus Brinkbäumer und Stephan Lamby die Entwicklungen, die sich während der Regierungszeit von Donald Trump innerhalb der amerikanischen Gesellschaft gezeigt haben.

Mit jedem Kapitel von “Im Wahn – Die amerikanische Katastrophe“ wird dabei deutlicher, wie sehr sich der aktuelle Präsident von seinen Vorgängern unterscheidet und wie sehr er zur Spaltung der amerikanischen Gesellschaft beiträgt. Noch nie hat ein Präsident der vereinigten Staaten von Amerika so sehr polarisiert, wie jetzt Donald Trump.

“Im Wahn – Die amerikanische Katastrophe” von Klaus Brinkbäumer und Stephan Lamby: Eine Gesellschaft im Wandel

Doch geht es in diesem Sachbuch nicht nur um eine Betrachtung Donald Trumps oder seiner Regierung, sondern auch um die Folgen, die sein Verhalten für das Land haben wird, sollte er erneut gewählt werden.

Die erste Regierungszeit hatte bereits gravierende Veränderungen zufolge, die man aber mit einem politischen Wechsel möglicherweise noch korrigieren kann, jedoch nicht, wenn er erneut zum Präsidenten der vereinigten Staaten gewählt wird.

Das Sachbuch “Im Wahn – Die amerikanische Katastrophe“ verhält sich dabei allerdings nicht, wie ein klassisches Nachschlagewerk. Vielmehr erscheint jedes einzelne Kapitel wie eine Reportage, sodass man den Leser tatsächlich in die Szene hineinzieht, über die gerade diskutiert wird.

Auf diese Weise hatte ich als Leserin dieses Buches den Eindruck, tatsächlich noch einmal in die Szenen einzutauchen. Die Einordnung, welche durch die Autoren vorgenommen wurde, hilft dabei auch einem Laien, der sich nicht tagtäglich mit der amerikanischen Politik beschäftigt, zu verstehen, was möglicherweise geändert werden müsste, um die Gesellschaft tatsächlich zu einen.

“Im Wahn – Die amerikanische Katastrophe“: Ein sachlicher einordnender Stil

Wer “Im Wahn – Die amerikanische Katastrophe“ liest, wird schnell merken, dass der Stil intersubjektiv, also nachvollziehbar ist. In ihrem Buch zeigen die beiden Autoren Klaus Brinkbäumer und Stephan Lamby den spürbaren Wandel der Gesellschaft. Die Einordung erfolgt dabei auf den ersten Blick frei von jeglicher Wertung.

Unterschwellig wird eine Donald Trump kritische Haltung aber deutlich spürbar, wie es auch schon der Untertitel vermuten lässt. “Im Wahn – Die amerikanische Katastrophe“ zeigt die Chronologie eines Landes, dass sich durch seine Wahlpolitik selbst zerteilt und so zu einer Gefahr für die Identität des Landes wird.

“Im Wahn – Die amerikanische Katastrophe“: Ein Sachbuch wie eine Sammlung von Reportagen

Im Vergleich zu “Shitshow” von Richard Russo erscheint es manchem Leser vielleicht etwas komplex ein Sachbuch über die sich spaltende amerikanische Gesellschaft zu lesen. Im Vergleich zur hier genannten Parabel ist dieses Sachbuch jedoch keinesfalls einfacher oder komplexer zu lesen, sondern einfach anders.

“Im Wahn – Die amerikanische Katastrophe” ist ein Sachbuch im Stil einer in Kapitel unterteilten Reportage. Allerdings ist anzumerken, dass bei diesem Sachbuch eine Sammlung von Reportagen vorzuliegen scheint. Jedes einzelne Kapitel mit den jeweiligen Unterkapiteln erscheint dabei fast wie eine eigenständige Betrachtung mit einem festgelegten thematischen Rahmen.

“Im Wahn – Die amerikanische Katastrophe“: Ein Sachbuch auch für Laien

Mit großem Interesse aber mit mindestens ebenso großem Respekt habe ich damit begonnen, “Im Wahn – Die amerikanische Katastrophe“ von Klaus Brinkbäumer und Stephan Lamby zu lesen. Ich beschäftige mich zu jeder US-Wahl mit den Kandidaten, lese oder schaue regelmäßig regelmäßig Nachrichten.

Jedoch verfolge ich nicht unbedingt jede Entscheidung, die in den USA getroffen wird, mit, deshalb betrachte ich mich selbst als interessierten Laien auf dem Gebiet der US-Politik.

Dennoch ließ sich dieses Buch auch für mich gut lesen. Die Einordnungen der beiden Autoren helfen mir einen guten Zugang zum Thema zu finden und wecken so nachhaltig mein Interesse. Gleichzeitig vermittelt dieses Sachbuch anschaulich die Entwicklungen in den USA, die ich als Außenstehende möglicherweise nicht zu 100% einordnen kann.

“Im Wahn – Die amerikanische Katastrophe“: Viele Themen, komprimiert dargestellt

Es scheint so, als stelle “Im Wahn – Die amerikanische Katastrophe” das vollständige Themenspektrum der Amtszeit Donald Trumps in den einzelnen Kapiteln dar. Dabei sind diese Inhalte aber derartig komprimiert, dass man zunächst glaubt, dass diese Entwicklung kaum auf die 391 Seiten des Sachbuchs passt.

Wer sich das Inhaltsverzeichnis anschaut, bevor er oder sie das Buch liest, denkt vermeintlich, es würde etwas fehlen. Wer sich dann näher mit diesem Sachbuch befasst, erkennt schnell, dass nahezu jedes Thema angesprochen wird.

Es scheint nichts zu fehlen oder sollte ich eher sagen, als Leserin dieses Buches vermisse ich nichts. Vielmehr zeige ich mich verwundert, dass die Fehltritte und Eskapaden des Donald Trump nicht zur Niederlegung seines Präsidentenpostens und zur vorzeitigen Beendigung seiner Amtszeit geführt haben.

Diese Fehlverhalten auf nur 391 Seiten versammelt zu sehen, macht die gesellschaftliche Entwicklung der USA erst so richtig sichtbar und lässt darauf hoffen, dass sich nach der US-Wahl am 3. November etwas ändert.

“Im Wahn – Die amerikanische Katastrophe“: Ein Buch, das Wissen vermittelt ohne zu belehren

Genau genommen ist “Im Wahn – Die amerikanische Katastrophe“ ein Buch, das nicht unbedingt als klassisches Sachbuch gelten sollte, denn es ist kein Nachschlagewerk im klassischen Sinne. Vielmehr ist ein Buch, das Wissen vermittelt, ohne dabei zu belehren.

Mir persönlich hat diese Darstellung ausgesprochen gut gefallen, der Reportage-Stil passt, um den Leser tatsächlich begreiflich zu machen, worin der amerikanische Verfall liegt. Dass es nicht die amerikanische Gesellschaft selbst ist, die sich spaltet.

Sondern dass sie sich infolge ihres Präsidenten spaltet, da Donald Trump keinesfalls einend auf die Gesellschaft einwirkt, sondern für Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Ausgrenzung und so viele negative Werte steht, dass man sie gar nicht in diesem Beitrag alle auflisten könnte.

Die 391 Seiten in “Im Wahn – Die amerikanische Katastrophe“ macht allerdings jeden einzelnen dieser Posten deutlich und beginnt dabei mit einem wesentlichen Faktor, denn Trump setzt auch die Medien unter Druck, versucht sie dazu zu zwingen, genau das zu schreiben, was ihm wichtig ist und richtig erscheint.

Unabhängige Berichterstattung kritisiert er auf schärfste, nennt sie Fake News. Darüber hinaus greift er öffentlich auch Journalisten an, wenn auch nur mit Worten. Es ist die Gesinnung dieses Präsidenten und die Ausdrucksweise, die die Gedanken seiner Wähler prägen.

Trump weiß zu polarisieren und zu pauschalieren. Genau dies macht dieses Buch in einer von deutlich, die ich so nicht erwartet hatte, als ich damit begonnen habe, “Im Wahn – Die amerikanische Katastrophe“ zu lesen.

“Im Wahn – Die amerikanische Katastrophe“: Ein passender Begleiter zur US-Wahl

Tatsächlich hatte ich dieses Sachbuch gerne zu einem früheren Zeitpunkt an dieser Stelle vorgestellt, denn es ist ein passender Begleiter durch die Zeit des US Wahlkampfes. Die beiden Autoren betrachten nämlich genau, welchen Weg Trump bei der Wahl einschlägt.

Sie betrachten seine Rhetorik, sein Verhalten, seine Politik, die Entwicklung der Gesellschaft, die er regiert. Insgesamt kommen Klaus Brinkbäumer und Stephan Lamby dabei zu dem Schluss, dass die amerikanische Gesellschaft derzeit eine Katastrophe durchläuft, eine Entwicklung, die man aufhalten und umkehren sollte.

Genau aus diesem Grund erscheint mir dieses Buch als ein guter Begleiter oder ein passender Begleiter zur US-Wahl 2020.

Über den Autor Klaus Brinkbäumer

“Klaus Brinkbäumer ging 2007 als Korrespondent des SPIEGEL nach New York. Von 2015 bis 2018 war er Chefredakteur des SPIEGEL. Er gewann u.a. den Egon-Erwin-Kisch-Preis, den Henri-Nannen-Preis und wurde 2016 Chefredakteur des Jahres.

Seit 2018 schreibt er für DIE ZEIT und den Tagesspiegel. Zu seinen Büchern zählen “Der Traum vom Leben – Eine afrikanische Odyssee”,”Nachruf auf Amerika” und “Das kluge, lustige, gesunde, ungebremste, glückliche, sehr lange Leben” (zusammen mit Samiha Shafy). Er lebt in New York.”(C.H.Beck)

Über den Autor Stephan Lamby

Stephan Lamby ist Fernsehautor und Produzent und war als freier Journalist in New York tätig. Er hat mit zahlreichen ARD-Dokumentationen das politische Deutschland abgebildet, darunter “Nervöse Republik”, “Im Labyrinth der Macht”, “Die Notregierung”.

Er wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Deutschen Fernsehpreis, der Goldmedaille der New York Festivals, der Goldenen Kamera und als Journalist des Jahres 2018. Ein Teil seiner Familie lebt in Amerika. (C.H.Beck)

Fazit zu “Im Wahn – Die amerikanische Katastrophe“

Normalerweise lest ihr an dieser Stelle vorzugsweise Rezensionen zu Romanen. Dieses Mal habe ich mich allerdings bewusst dafür entschieden, ein Sachbuch vorzustellen und tatsächlich werden noch einige weitere Sachbuchrezensionen in den nächsten Tagen folgen. Sie alle beschäftigen sich auf die eine oder andere Weise mit der US-Wahl.

Der Grund, warum ich mich dazu entschieden habe “Im Wahn – Die amerikanische Katastrophe“ als Einstieg in das Thema zu wählen, ist in der Tatsache begründet, dass dieses Buch wie kaum ein anderes auf die aktuelle Lage eingeht. Genau aus diesem Grund habe ich weiter oben von einem passenden Begleiter durch die US-Wahl geschrieben.

Genau dies ist es nämlich, es ist keine Bilanz, sondern vielmehr eine Betrachtung. In die Bilanz wird aber auch noch folgen, sowie ein Buch über die Regierung von Barack Obama und eines, das Euch aufzeigt, warum eigentlich klar ist, dass ein Donald Trump nicht verlieren möchte und dies auch nie gelernt hat.

Ich persönlich freue mich auf jedes einzelne dieser Bücher, möchte aber an dieser Stelle sagen, dass ich Euch “Im Wahn – Die amerikanische Katastrophe“ von Klaus Brinkbäumer und Stephan Lamby nur empfehlen kann.

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Marie

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