“Himmelshorn” von Volker Klüpfel und Michael Kobr

Voraussichtliche Lesezeit: 5 Minuten.

“Himmelshorn” von Volker Klüpfel und Michael Kobr erschien bereits im vergangenen Jahr und wurde von mir gleich mehrmals gehört. Denn dieses Hörbuch war anders als andere Hörbücher dieser Reihe. Es war aktiver, aber nicht minder spannend. Denn bei einem Ausflug mit Dr. Langhammer und dem e-Bike findet Kluftinger drei Leichen von Bergsteigern.

Von Filmen und von Aktien

Tatsächlich findet Kluftinger schnell heraus, dass es sich bei den drei Toten um einen Dokumentarfilm handelt und und zwei Bergführer. Das lässt ihn an alte Zeiten denken. Zeiten, in denen er selbst noch deutlich aktiver war und mit seinem Kumpel Korbinian Frei noch regelmäßig in die Berge stieg.

Deutlich aktiver war auch sein Kollege Strobel früher, mittlerweile ist er mehr und mehr nervös, sieht aber in der Aktienanlage eine Möglichkeit schnell an Geld zu kommen. Auch Kluftingers Interesse ist geweckt und er beschließt sich einfach einmal beraten zu lassen. Doch ein Beratungsgespräch während einer laufenden Ermittlung vorab zu planen erscheint ihm unmöglich und so sitzt er schließlich völlig spontan der Bank.

Was er sich von dem Geld kaufen will, da hat er bereits eine Idee, aber zunächst schließt er wieder häufiger wandern zu gehen und sich selbst auf die Suche nach Spuren zu begeben. Spuren, die nicht nur zu dem Sponsor ist Dokumentarfilmer und zur Produktionsfirma des Filmes bringen, sondern auch auf die Spur des Täters.

Stundenlanges Material

Tatsächlich sichtet der Kommissar während seiner Ermittlung auch jede Menge Filmmaterial, ebenso wie er natürlich mit Zeugen spricht, die es nicht gibt oder besser gesagt nicht zu geben scheint, aber Freunde und Kollegen der Opfer, sind immer noch hilfreicher als Verwandte, die auf irgendeine Alm fernab der Zivilisation leben. Tatsächlich gibt es auch hier eine Menge Streitigkeiten zwischen Nachbarn.

Da der geneigte Zuhörer oder Leser all das detailliert miterlebt, ist auch das Hörbuch selbst sehr umfangreich. Dennoch geht es zu keiner Zeit langweilig, denn sowohl die Handlung ist dicht an dicht aufeinander abgestimmt und absolut spannend, aber auch die Figuren entwickeln sich weiter.

So hat man insgesamt über 897 Minuten gute Unterhaltung. Gleichzeitig bietet dieser neunte Fall eine Entwicklung an, die bereits auf den zehnten Fall neugierig macht.

Figuren, die sich weiter entwickeln

Ich persönlich mag es, wenn sich vom ersten Fall bis zum zehnten Fall weiter entwickeln und genau das erlebe ich beim Kluftinger, auch wenn ich beim besten Willen noch nicht alle Hörbücher gehört habe. Die letzten beiden haben es in sich, denn auch den zehnten Fall, mit dem Titel „Kluftinger” habe ich bereits gehört und werde in Kürze vorstellen.

Die Entwicklung, die die Figuren von Michael Kobr und Volker Klüpfel im Verlauf eines Falls durchlaufen, ist da zum Teil schon ein wenig überraschen, aber immer glaubwürdig und realistisch. So fand ich es auch dieses Mal wenig überraschend, dass Kluftinger am Ende doch wieder eher unsportlich wurde und in seinen alten Trott zurückfiel. Eigentlich schade, denn ein sportlicher Kluftinger hätte sicherlich auch seinen Reiz.

Ein Krimi mit Lokalkolorit

Tatsächlich hat dieser neunte Teil ungewöhnlich viel Lokalkolorit, denn dadurch, dass Kluftinger in die der vorgeht und Fahrrad fährt und wandert erleben wir nicht nur den Dialekt, sondern auch die Stimmung in den ländlichen Gebieten. Gleichzeitig sind wir genauso dicht dran wie zuvor, wir erleben Figuren, die sich weiter entwickeln und aufgrund ihres Dialekts ebenfalls für Lokalkolorit sorgen.

Stil

Das spürbare Lokalkolorit wird auch durch den Erzählstil der beiden Autoren unterstrichen, denn diese Krimireihe lebt vor allem durch ihre Dialoge und dadurch, dass Kluftinger selbst zwar nicht unbedingt zu Wort kommen, zumindest nicht als Ich-Erzähler, sondern vielmehr in den allwissenden Erzähler einfließt. Somit bieten sich für die Autoren die Möglichkeit einerseits beim Ermittler zu bleiben, andererseits aber auch schon einmal ein wenig zu deuteln.

Dabei tritt der allwissenden Erzähler häufig hinter den personalen Erzähler zurück, so das man da schon den Eindruck haben könnte, er sei nur Personalerzähler, doch das wäre zu kurz gegriffen.

Die Autoren

Volker Klüpfel

“Altusried hat einen Prominenten Sohn: Kommissar Kluftinger. Volker Klüpfel, Jahrgang 1971, kommt wenigstens aus dem gleichen Ort. Nach dem Abitur zog es ihn in die weite Welt – nach Franken: In Bamberg studierte er Politikwissenschaft und Geschichte. Danach arbeitete er bei einer Zeitung in den USA und stellte beim Bayerischen Rundfunk fest, dass ihm doch eher das Schreiben liegt. Seine letzte Station vor dem Dasein als Schriftsteller war die Feuilletonredaktion der Augsburger Allgemeinen. Die knappe Freizeit verbringt er am liebsten mit seiner Familie, mit der er im Allgäu lebt. Sollte noch etwas Zeit übrig sein, treibt er Sport, fotografiert und spielt Theater. Auf der gleichen Bühne wie Kommissar Kluftinger. “(Ullstein Verlag)

Michael Kobr

“Michael Kobr, geboren 1973 in Kempten im Allgäu, studierte in Erlangen ziemlich viele Fächer, aber nur zwei bis zum Schluss: Germanistik und Romanistik. Nach dem dem Staatsexamen arbeitete er als Realschullehrer. Momentan aber hat er schweren Herzens dem Klassenzimmer den Rücken gekehrt – die Schüler werden’s ihm danken –, um sich dem Schreiben, den ausgedehnten Lesetouren und natürlich seiner Familie widmen zu können. Kobr wohnt mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern im Unterallgäu – und in einem kleinen Häuschen mitten in den Bergen, wo die Kobrs im Winter häufig auf der Skipiste, im Sommer auf Rad- und Bergtouren unterwegs sind. Wenn nicht gerade mal wieder eine gemeinsame Reise ansteht …” (Ullstein Verlag)

Die Sprecher

Bei vielen Hörbüchern, die vom Autor selbst gelesen werden, verliere ich irgendwann die Geduld oder würde mir wünschen, dass das Hörbuch von einem professionellen Sprecher eingelesen wurde. Es gibt nur ganz wenige Ausnahmen. Die Kluftinger der Reihe hingegen ist so eine Ausnahme. Wann immer Klüpfel und Kobr eines ihrer Bücher lesen, freue ich mich wieder auf das gelungene Zusammenspiel mit Christian Berkel. Denn die Autoren selbst bringen das Lokalkolorit zum Ausdruck und lassen die Figuren so noch ein wenig lebendiger werden.

Der neunte Fall

Wie schon erwähnt, handelt es sich bei „Himmelshorn“ um den neunten Fall einer Reihe von mittlerweile zehn Bänden und auch wenn die Fälle in sich abgeschlossen sind, erlebt man aufgrund der figürlichen Entwicklung etwas, dass ich bei dieser Reihe nicht missen möchte. Aus diesem Grund würde ich es auch jedem interessierten Leser oder Hörer empfehlen, mit dem ersten Teil zu beginnen. Ich selbst habe irgendwo in der Mitte anzufangen, die Kluftinger-Reihe zu hören. Ja, die Krimis haben mich trotzdem unterhalten, aber ich sollte oder nein, ich muss die ersten Bände unbedingt irgendwann nachholen.

Fazit

„Himmelshorn“ ist ein gleichermaßen spannender, wie unterhaltsamer Krimi mit einer Menge Lokalkolorit, die den Zuhörer schon fast dazu einlädt selbst an einer Wanderschaft teilzunehmen. Oder in die Berge zu fahren, um dort zu radeln. Tatsächlich legt dieses Hörbuch aber auch schon ein paar Handlungsstränge aus, dem zehnten Fall, dem Jubiläumsfall, aufgegriffen werden. Dieses Hörbuch ist absolut zu empfehlen!

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