Herzkino: Ein Sommer in Vietnam (2)

Voraussichtliche Lesezeit: 3 Minuten.

Wie eine kleine Familie verbringen Paula (Inez Bjørg David, M.), Danh (Nikolai Kinski, r.) und Lingh (Frances Asisika Burnett, l.) den Tag am Strand.
(c) Vladimir Subotic/ZDF

Nachdem mir “Ein Sommer in Vietnam (1)” letzte Woche gut gefallen hat, obwohl es sehr viel mehr Tiefe besaß als manch ein anderes Herzkino, bin ich nun auf die Fortsetzung sehr gespannt. In diesem zweiten Teil hat die Doppelrolle, die von Inez Bjørg David verkörpert wird, mehr Gewicht.

In Vorbereitung auf ihre Rolle hat sich auch Inez Bjørg David mit dem Thema Adoption beschäftigt. Im Interview mit dem ZDF erzählt sie: “Die Rollenvorbereitung für Paula hatte auch viel mit der Arbeit an der Rolle ihrer Zwillingsschwester Marie zu tun. Schließlich war es uns allen wichtig, zwei erkennbar unterschiedliche Menschen zu erzählen – optisch, aber für mich vor allem auch emotional. Beide Frauen wurden letztlich adoptiert, aber in zwei völlig unterschiedliche Familien. Sie haben sich unter sehr unterschiedlichen Bedingungen entwickelt. Es war sehr spannend, festzulegen, wer mit was wie umgeht.”

Auch über ihre eigene Familien hat Inez Bjørg David erzählt. “Ich habe zwei Schwestern und einen Bruder. Ich war zwar sehr froh, so viele Geschwister zu haben, aber hatte natürlich auch immer wieder das Gefühl, zu kurz zu kommen – eben weil wir so viele waren. Es ist aber, damals genauso wie heute, ein schönes Gefühl, so eine große Familie zu haben.” Spannend, dass eine große Familie viel tolle Seiten aber ebenso viele Schattenseiten hat ist wahr, kam aber im ersten Teil des Films noch gar nicht mal so stark zum Tragen.

Ein Zitat aus dem Film fand im Interview des ZDFs ebenfalls Raum. “Geduld zählt leider nicht zu meinen Stärken”, sagt Paula im Film. Die Schauspielerin sagt hierzu, dass man eine bestimmte Form von Geduld erst mit den Jahren lernt. “Ich bin ein sehr geduldiger Mensch. Ich handle zwar auch gerne nach meinem Bauchgefühl, also auch spontan, aber mit anderen Menschen bin ich sehr geduldig. Und mit dem Alter bin ich auch mit mir selbst geduldiger geworden.”

Als gebürtige Dänin, die heute in Berlin lebt ist der Begriff “Heimat” für sie auch nicht auf einen Ort bezogen, sonder eher auf ein Gefühl. “Dass man irgendwo gerne ist und gerne dazu beiträgt, dass dieser Ort ein schöner Ort für alle ist. Ich war gerade in Kopenhagen und habe mich dort wieder sehr zu Hause gefühlt. Als ich dann zurück in Berlin war, habe ich mich gefreut, wieder zu Hause zu sein. Heimat meint natürlich den Ort, aus dem man kommt. Aber emotional muss das noch lange nicht der Ort sein, an dem man sein Zuhause findet.”

“Sommer in Vietnam” beschäftigt sich vor allem mit der Verarbeitung und Aufarbeitung von vergangenen Beziehungen. Dass Paula und Danh beide auf vergangene Beziehungen zurückblicken und diese zum Teil noch nicht aufgearbeitet haben, macht es für die beiden Hauptfiguren nicht leicht in eine neue Beziehung zu starten. Doch leben die beiden Figuren wirklich in der Vergangenheit und hängen an alten Beziehungen. Inez Bjørg David erklärt hierzu: “Das sehe ich ein bisschen anders. Wir treffen Paula und Danh zu einem Zeitpunkt, an dem sie beide noch ungeklärte Dinge mit sich rumtragen – zum Teil geht das ja auch gar nicht von ihnen selbst aus, sondern von dem Ex-Partner. Das Leben ist so. Niemand hat Ende 30 keinen Rucksack, den er mit sich herumträgt. Dies als erwachsene Menschen respektvoll mit einander zu klären, liegt dann an dem neuen Liebespaar.”

Ein Film-Doppel im Umbruch

Nach dem ersten vergleichsweise ruhigen Teil von „Sommer in Vietnam“, erwarte ich in Teil zwei doch einen äußerst spannenden Umbruch, denn mit dem Finden der Zwillingsschwester passiert etwas, denn Marie und Paul erweitern den ersten Blick nur eine Gemeinsamkeit auf Sie sehen absolut identisch aus. Aus diesem Grund spielt auch ein und dieselbe Schauspielerin beide Rollen, trotzdem sind beide Figuren ihrer Charaktere das konkrete Gegenteil voneinander. Ja, dies kann daher kommen oder nein es kommt daher, weil beide in unterschiedlichen Welten aufgewachsen sind.

Genau diese Gegensätze machen diesen zweiten Teil für mich derart spannend. Ich freue mich auch schon auf heute Abend, denn noch habe ich keine Ahnung, wohin der Film geht und was uns genau erwartet. Und das obwohl das ZDF schon in der vergangenen Woche einiges über den Film verraten hat. Der Trailer lud auf jeden Fall dazu ein, auch die Fortsetzung zu schauen. Wenn noch einmal nachlesen möchte, worum es in dem Film geht, kann auch meinen Beitrag zum ersten Teil noch einmal lesen.

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