„Der tote Journalist – Die Polizeireporterin 1“ von Hanna Paulsen

“Der tote Journalist – Die Polizeireporterin 1” von Hanna Paulsen
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„Der tote Journalist – Die Polizeireporterin 1“ von Hanna Paulsen ist ein Kriminalroman, der wie ich fürchte unfreiwillig aktuell wurde. Mich persönlich erinnerte die überaus spannende Geschichte um Uwe Stolter und Gesa Jansen jedenfalls an die Berichterstattung über den Tod von Peter de Vries.

Zwar sind die Umstände gänzlich andere, aber trotzdem oder vielleicht auch gerade deshalb ist es schwierig für mich, diesen Kriminalroman einzuordnen. Denn auch wenn es diese unfreiwillige Parallele gibt, möchte ich sie keinesfalls ziehen. Vielmehr möchte ich darauf hinweisen, dass jede Recherche im journalistischen Umfeld in bestimmten Bereichen natürlich gewisse Risiken aufweist.

Allein, wenn man sich einmal die Weltkarte der Pressefreiheit genauer ansieht, wird einem bewusst, wie gefährlich der Beruf des Journalisten sein kann. Aber auch diese Parallele möchte ich nicht ziehen, denn die Geschichte „Der tote Journalist“ von Hanna Paulsen ist reine Fiktion und gleichzeitig der Auftakt in eine neue überaus spannende Reihe.

„Der tote Journalist – Die Polizeireporterin 1“ von Hanna Paulsen: Der Fall

Als Gesa Jansen vom Tod ihres Kollegen Uwe Stolter erfährt, recherchiert sie gerade in einer anderen Geschichte. Als ihre Chefin aber Uwe Stolter nicht telefonisch erreichen kann, zieht sie Gesa von ihrem Fall ab und schickt sie an seiner Stelle zu einer neuen Recherche.

Hätte die Chefin gewusst, dass in diesem Umfeld der Kollege tot aufgefunden wird, so hätte sie Gesa dennoch zum Ort des Geschehens geschickt. Schließlich brauchen sie die Berichterstattung.

Dass die Medienbranche ein Haifischbecken ist, ist sicherlich keine ganz unbegründete Behauptung, dennoch möchte ich an dieser Stelle sagen, dass Hanna Paulsen diese besondere Situation besonders kleidet, denn Maike Thomsen verhält sich eher reserviert und sieht gar keinen Anlass, die Polizei bei ihren Ermittlungen zu unterstützen. Auch der tote Kollege hätte schließlich gewollt, dass über alles berichtet würde.

Ganz schön hart könnte man hier vielleicht denken und doch keinesfalls unrealistisch, denn es muss ja weitergehen und so bekommt Gesa Jansen einen Kollegen aus der Kultur zur Seite gestellt. Sie soll sich um die noch offenen Recherchen Stolters bemühen.

Vielleicht findet man ja auf diese Weise auch seinen Mörder. Möglicherweise sogar schneller als die Polizei. Infolgedessen beginnt ein spannender Fall, bei dem Gesa in mancherlei verzwickte Lage gerät.

In jeder Recherche gibt es heikle Situationen und doch gibt es gerade bei diesen polizeilichen Recherchen so manches, dass besser unveröffentlicht bliebe, finden zumindest einige der Beteiligten.

„Der tote Journalist – Die Polizeireporterin 1“ von Hanna Paulsen: Die Charaktere

Persönlich schätze ich es sehr, wenn Autoren ihre Charaktere vielschichtig und in gewisser Weise auch unvorhersehbar gestalten. Gerade in einem Krimi steigert sich dadurch die Spannung. Außerdem bleibt es so bis zum Ende ein Rätsel, was tatsächlich passiert ist.

Genau diese Tiefe einer Figur erwartete ich auch bei „Der tote Journalist“ von Hanna Paulsen. Was ich bekam, war nicht weniger als das. Trotzdem erschienen mir manche Figuren ein wenig unterkühlt. Mit anderen hingegen konnte man sich gut identifizieren. So überrascht es mich wenig, zu sehen, wie gut man sich mit Gesa identifizieren kann.

Gesa geht ihrer Arbeit nämlich durchaus mit großer Leidenschaft und ebenso großem Engagement nach. In vielen Aspekten scheint es aber auch so als verbeiße sie sich in dem Projekt Stolters Tod aufzuklären. Gleichzeitig ist die junge Frau, aber auch mit dem dem Herzen dabei und zeigt Einfühlungsvermögen.

Dass Gesa, während sie in Uwes Recherchen weiterforscht, auf einige zwielichtige Gestalten trifft, ist für einen Kriminalroman sicher nicht ungewöhnlich und war gewissermaßen erwartbar.

Dabei recherchierte er nicht nur in besonderen Kriminalfällen, sondern auch in solchen Fällen, die eine gewisse politische oder wirtschaftliche Sprengkraft besitzen. Kein Wunder also, dass nicht jeder seiner Meinung war.

Auch dass Uwe nicht nur Freunde hatte, wird schnell klar. Mehrere (Ex-)Frauen und Kollegen, mit denen man nicht immer gut zurecht kam, ergeben schon das Bild eines eher schwierigen Kollegen, mit dem Gesa aber doch eigentlich gut zusammenarbeiten konnte.

Alkohol hat Uwe übrigens eher selten getrunken, hier und da mal eine Zigarette, aber das ist ja in der Medienbranche keine Seltenheit. Mir als Leserin machten die Ermittlungen von Gesa Jansen besonders viel Spaß, dies kann aber auch eine persönliche Präferenz sein.

Zu behaupten, dass dieser Krimi aufgrund seiner Handlung und seiner Geschichte ganz anders wäre, als alles, was bisher dagewesen ist, wäre jedoch falsch, denn ich kenne einige Kriminalromane und Filme, in denen eine Journalistin oder ein Journalist Nachforschungen anstellt und Fälle löst.

Neu ist die Idee also vielleicht nicht, aber auf eine erfrischend authentische Art umgesetzt. Man merkt, dass Hanna Paulsen weiß, wovon sie hier erzählt.

„Der tote Journalist – Die Polizeireporterin 1“ von Hanna Paulsen: Der Stil

„Der tote Journalist“ von Hannah Paulsen ist definitiv kein anspruchsvoller oder höchst komplexer Kriminalroman. Vielmehr ist die Sprache dicht am Alltag der Leser, dabei aber nicht derartig simpel, dass man sie als unbedarft und einfältig bezeichnen könnte.

Meiner Meinung nach dürften sich hier viele Leserinnen und Leser gut zurechtfinden. Der Autorin ist es sogar gelungen, die Authentizität der Geschichte in ihrem Stil zu spiegeln.

Da die Geschichte aus der dritten Person erzählt wird, kann man sich gut in Gesa Jansen hinein versetzen, hat aber nicht das Gefühl, schon vor ihr Rückschlüsse aus ihrem Verhalten oder ihren Gedanken ziehen zu können.

Über Hanna Paulsen

„Hanna Paulsen ist das Pseudonym einer in Hamburg geborenen Autorin, die mit ihrem Sohn und einer Hündin in Schleswig-Holstein lebt. Schon immer hat sie ihren Lebensunterhalt mit Schreiben verdient. Zunächst als Journalistin einer Lokalzeitung, später arbeitete sie jahrelang in verschiedenen Ressorts der Redaktionen von Funk Uhr, Hörzu und TV Digital.

Ihr besonderes Steckenpferd waren damals die Buchbesprechungen. Immer stärker wurde der Wunsch, nicht nur die Bücher der anderen zu lesen, sondern auch selbst Romane zu schreiben.

Mittlerweile ist Hanna Paulsen Vollzeit-Autorin und engagiert sich unter anderem im Bundesverband junger Autorinnen und Autoren und bei den Mörderischen Schwestern. Wenn sie mal eine Schreibpause einlegt, verbringt sie ihren Urlaub am liebsten in Wyk auf der Nordseeinsel Föhr.“ (Edition M)

Fazit zu „Der tote Journalist – Die Polizeireporterin 1“ von Hanna Paulsen

Letztlich ist dieser Krimi mit Sicherheit einer, über den man viel schreiben könnte, jedoch vergleichsweise wenig sagen sollte, um euch als Leserinnen und Leser die Spannung nicht zu nehmen.

Gleichzeitig erscheint dieser Krimi jedoch auch aktueller denn je, aber auch auf dieses Thema kann man im Rahmen dieser Besprechung nur am Rande eingehen, da die Sicherheit von Journalisten sicherlich ein Thema ist, über das man viel sagen und auch schreiben könnte. Doch darum geht es hier nicht, vielmehr geht es darum, euer Interesse an diesem Buch zu wecken.

Deshalb nur so viel, „Der tote Journalist – Die Polizeireporterin 1″ von Hanna Paulsen ist ein Kriminalroman, der erfrischend authentisch ist, trotzdem fiktiv bleibt und ganz klar lesenswert für all jene, die vielleicht mal hinter die Kulissen der Medienwelt blicken möchten.

Dass es auch schon die Ankündigung einer Fortsetzung gibt, macht mich als Leserin natürlich ebenfalls neugierig, zumal der zweite Fall dem Titel nach im Alten Land spielen wird.

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