
Thomas (Axel Prahl) weiß: Die Kuh Gloria ist der Liebling seiner Schwester Jutta (Dagmar Manzel).
© ARD Degeto/Frédéric Batier
Gloria, die schönste Kuh meiner Schwester” zeigt DasErste um 20.15 Uhr und thematisiert in einer Komödie das durchaus ernste Thema des Höfesterbens. Damit geht der Film auf ein Thema ein, welches in den vergangenen Jahren zunehmend relevanter wurde. Doch was genau bedeutet das Höfesterben?
Angesichts der immer größer werdenden wirtschaftlichen Herausforderung müssen immer mehr Landwirte ihre Höfe aufgeben. Dieses wird durch strukturelle Ursachen begünstigt. Eine häufige Ursache liegt aber auch in der mangelnden Wirtschaftlichkeit begründet: Insbesondere viele Landwirte kleinerer Höfe müssen diese aufgeben, weil sie im Vergleich zu großen Betrieben weniger Produkte erzeugen können.
Diese geringere Produktivität bei der Herstellung landwirtschaftlicher Erzeugnisse (wie Eier, Milch, Käse oder Fleisch) erwirtschaftet im Vergleich weniger und sorgt in Folge dessen dafür, dass die Kosten der landwirtschaftlichen Produktion nicht gedeckt werden können. All dies thematisiert auch der Film “Gloria, die schönste Kuh meiner Schwester” mit Axel Prahl und Dagmar Manzel.
Worum geht es bei “Gloria, die schönste Kuh meiner Schwester”?
Natürlich handelt es sich bei diesem Film nicht etwa um eine Dokumentation über das Höfesterben. Auch der Familiengedanke wird aufgegriffen. Was erwartet den Zuschauer also bei diesem Film, der seine Premiere auf dem Hamburger Filmfest 2018 feierte und einiges Lob von der dortigen Jury erhielt?
Inhaltlich erwartet uns eine gelungene Mischung aus Spaß, Unterhaltung und Information, aus Beziehungschaos und ländlicher Idylle, sowie aus Lebensträumen und Realitätsnähe.
Bis auf eine lose Affäre mit dem herumreisenden Futtervertreter Gerd (Max Hopp) besteht das Leben der Brandenburger Bäuerin Jutta (Dagmar Manzel) nur aus Arbeit – und ihrer Kuh Gloria. Gloria ist eine Prachtkuh, die schönste in ganz Brandenburg. Nun soll sie Miss Germany werden, plant Jutta. Für Jutta ist Gloria Dreh- und Angelpunkt ihrer kleinen Welt, für ihren Bruder Thomas (Axel Prahl), der nach dem Tod des Vaters überraschend zu Besuch kommt, ist diese Hingabe höchst irritierend.
Zugegeben, Gloria ist ein Schmuckstück, aber doch immer noch nur eine Kuh! So etwas darf er aber gegenüber Jutta gar nicht sagen. Und als er dann auch noch das Thema Erbanspruch anschneidet, brennt die Luft. Sofort sind die Geschwister mitten im dicksten Streit, fast so schön wie früher. Aber beide spüren, dass hinter ihrem Disput eine neue Ernsthaftigkeit steckt.
Kann Jutta ihr Leben so weiterführen wie bisher und den Bauernhof alleine schmeißen? Und was steckt wirklich hinter Thomas‘ plötzlichem Auftauchen? Für beide ist es an der Zeit, sich einigen Wahrheiten zu stellen.
Eine besondere Erfahrung: Drehen mit Kuh
Da im Film “Gloria, die schönste Kuh meiner Schwester” auch eine tierische Protagonistin mitwirkt, war der Dreh für die beiden menschlichen Schauspieler eine besondere Erfahrung, denn so ein tierischer Spielpartner halt sich nicht immer exakt an die Erwartungen der Menschen. Das erfordert eine Menge Flexibilität.
Dagmar Manzel erzählt im Interview mit DasErste: “Die Herausforderung war Lola – das ist der Name unserer Filmkuh Gloria. Uns war es wichtig, Vertrauen aufzubauen, damit sie die Dreharbeiten, die doch manchmal sehr stressig für ein Tier sein können, gut schafft. Lola ist eine wunderschöne Kuh mit traurigen Augen. Sie hat mir durch ihre Gelassenheit und Ruhe das Drehen sehr leicht gemacht. Ich habe sie gebürstet, gewaschen, also einfach schön gemacht für die Kuhschau.”
Auch Axel Prahl kam gut mit seiner tierischen Spielpartnerin zurecht. “Unsere Gloria ist eine trainierte Filmkuh, die mit der Warterei am Filmset bisweilen besser klar kam als ich”, berichtet er im Interview. Dagmar Manzel ergänzt: “Inzwischen bin ich übrigens Patentante von Glorias kleinem Kälbchen geworden, und im Sommer werde ich die beiden besuchen.”
Gemeinsame Dreherfahrung
Durch den gemeinsamen Dreh für “Willenbrock” kannten sich Dagmar Manzel und Axel Prahl bereits. So freuten sich beide darauf für “Gloria, die schönste Kuh meiner Schwester” wieder gemeinsam vor der Kamera zu stehen. “Darauf hatte ich mich bei diesem Projekt am meisten gefreut! Dagmar ist eine so fantastische Schauspielerin mit einer immensen Empathie, hochemotional, mit großer Freude am Erfinden von Attitüden und trotzdem präzise wie ein Uhrwerk.
Überdies ist die Chemie zwischen uns tatsächlich nahezu geschwisterlich”, so Axel Prahl. Dagmar Manzel bestätigt dies: “Es war wirklich ein wunderschöner Dreh. Mit Axel zusammen arbeiten zu dürfen, ist ein Geschenk. Gemeinsam mit dem Regisseur Ingo Rasper, mit dem ich schon einen Film drehen durfte, war die Drehzeit einfach bereichernde Lebenszeit. Ich habe mich auf jeden Drehtag gefreut, und war traurig, als es vorbei war.”
Erwartungen an “Gloria, die schönste Kuh meiner Schwester”
Ich persönlich freue mich darauf den Film heute Abend sehen und bin schon sehr gespannt darauf, inwieweit sich die Erwartung, dass es um die Sicherung des Hofes und das Familienleben zwischen Thomas und Jutta geht, erfüllen wird. Meiner Meinung nach könnte dies wirklich guter und unterhaltsamer Freitagabend Film sein, den ich euch aus diesem Grund wirklich sehr gern als Herz legen möchte.
Die Kulisse des Films wird vermutlich eher ländlich orientiert sein, schließlich spielen viele Szenen auf einem Bauernhof und so freue ich mich ein bisschen was von der Umgebung Brandenburgs zu sehen. Natürlich freue ich mich auch auf die wechselseitige Situationskomik, die sich zwischen Geschwistern ergeben können. Wenn Axel Prahl und Dagmar Manzel sagen, dass ein wunderbarer Dreh war, so bin ich gespannt, ob der Film genauso wunderbar wird.
Die Tatsache, das im letzten Jahr beim Hamburger Filmfest lobend erwähnt wurde, spricht meiner Ansicht nach für sich. Auch dies ist ein Aspekt, der mich dazu bewogen hat, euch diesen Film vorzustellen. Ich hoffe auf einen gänzlich neuen Blick auf die Themen landwirtschaftlicher Betrieb und möglicherweise auch Konflikte zwischen Erben. Wenn all diese Erwartungen erfüllt werden, so könnte dieser Abend schon durch den Film ein echtes Highlight werden. Ich werde auf jeden Fall einschalten.
Meiner Ansicht nach solltet ihr euch diesen Film ebenfalls angucken, denn genau genommen dürfte diese Themen nicht nur jene Zuschauer betreffen, die selbst auf dem Land leben. Vielmehr sollte sich jeder bei jedem Einkauf fragen, wo die Produkte herkommen, die seinen Einkaufswagen liegen, und zu welchen Konditionen sie produziert wurden.
Mir ist bewusst, dass sich der Wandel natürlich auch auf die landwirtschaftlichen Betriebe auswirkt, die Digitalisierung es insbesondere größeren Höfen leicht macht, sie umzusetzen und kleinere Betriebe gar nicht die Gelegenheit haben ähnlich wirtschaftlich zu sein. Allerdings ist es genau aus diesem Grunde auch so wichtig, genau hinzuschauen, wo man was einkauft. Das Thema Nachhaltigkeit welches ich ja schon in der Vergangenheit angesprochen habe, zeigt sich auch hier.