“Mrs Potts Mordclub und der tote Nachbar” (1) von Robert Thorogood

„Mrs Potts Mordclub und der tote Nachbar“ (1) von Robert Thorogood
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“Mrs Potts Mordclub und der tote Nachbar” von Robert Thorogood, gelesen von Christine Prayon, ist ein wirklich ungewöhnlicher Krimi. Dies ist vor allem der 77-jährigen Judith Potts zu verdanken.

Die alt eingesessene Marlowerin liebt es, Kreuzworträtsel zu erstellen und hat seit Kurzem ein ganz und gar außergewöhnliches Hobby: Mord ist Potts’ Hobby. Oder konkret das Lösen von Mordfällen.

Als sie zufälligerweise Ohrenzeugin am Ort ihres Nachbarn wird, meldet Judith dies zunächst ganz normal der Polizei, muss allerdings wenig später feststellen, dass diese nicht ernsthaft ermittelt, da sie offenbar zu wenig Personal besitzt.

Also beschließt Judith kurzerhand auf eigene Faust einige Nachforschungen anzustellen und beginnt das Umfeld ihres Nachbarn zu hinterfragen.Dass sich die Hobbydetektivin Judith Potts dabei nicht nur Freude macht, erklärt sich von selbst, jedoch erhält sie schnell Unterstützung und Freunde sich sogar mit ihren Helferinnen an.

Die sonst so zurückgezogen lebende Frau öffnet sich der Marlower Gesellschaft. Dass sie selbst ein allzu dunkles Geheimnis hat, verrät sie zunächst niemandem.

“Mrs Potts Mordclub und der tote Nachbar” von Robert Thorogood: ein unschlagbares Team

Dass Judith Potts alleine kaum in der Lage wäre, den Fall um ihren toten Nachbarn zu lösen, erklärt sich bei einem Mordclub wohl von selbst. Wir kennen den Zusammenhalt ja auch schon von Geschichten wie “Der Donnerstagsmordclub” von Richard Osman.

Allerdings zeigt sich auch auch hier wieder, dass jedes einzelne Teammitglied seine ganz individuellen Stärken und Schwächen mitbringt.

Nur gemeinsam sind sie letztendlich in der Lage für jedes Problem eine Lösung zu finden. Der Mordclub besteht aus drei oder vielleicht sollte ich besser sagen vier Frauen, die unterschiedlicher nicht sein können.

Zum einen ist da natürlich Judith Potts, die 77-jährige Frau hegt eine Leidenschaft für Kreuzworträtsel, die sie für andere erstellt. Gleichzeitig jedoch geht sie gerne schwimmen und besitzt ein Boot.

Dass nicht nur gut darin ist, Kreuzworträtsel zu erstellen, sondern auch der Lösung durch Kombinationsgabe und Logik näher zu kommen, ergibt sich irgendwo von selbst.

Die zweite im Club dürfte wohl Suzie sein, die als Hundesitterin den Hund eines Opfers betreut. Sie ist die sportliche von den dreien und gleichzeitig die energiegeladenste Figur, die es in dieser Geschichte gibt.

Als letztes Teammitglied stößt Becks zur Gruppe und es sich nicht sicher, ob sie nun, Becks, Becky oder gar Rebecca genannt werden möchte. Sie ist die Frau des örtlichen Pfarrers und kann gut mit Menschen umgehen. Tatsächlich scheint es so, als würde sie jeden kennen oder zu mindestens jemanden, der Auskunft über denjenigen geben kann.

Auch die ermittelnde Beamtin stößt irgendwann zum Mordclub, wobei man sie wohl kaum als ein vollwertiges Mitglied bezeichnen kann. Fakt ist aber, dass sie die Ermittlungsergebnisse an die drei Hobbydetektivin weitergibt und sogar auf deren Hilfe angewiesen ist, wobei sie sich zunächst dagegen sträubt, mit den drei Zivilistinnen zusammenzuarbeiten.

“Mrs Potts Mordclub und der tote Nachbar” von Robert Thorogood: ungewöhnliche Morde

In “Mrs Potts Mordclub und der tote Nachbar“ gibt es mehr als nur einen ungewöhnlichen Mord. Tatsächlich könnte man meinen, ein Mord reicht aus, um Hobbydirektivinnenn an ihre Grenzen zu führen, doch das Gegenteil ist der Fall Mrs Potts’ Mordclub läuft mit jedem neuen Mord zu weiterer Höchstform auf.

Dabei gleicht kein Mord dem anderen und doch muss es offensichtlich einen Zusammenhang zwischen den Morden geben, denn jeder Tote hat einen Hinweis, der am Ende jedoch nur aus drei Wörtern besteht. “Glaube, Hoffnung, Liebe.“

Handelt es sich bei dem Dreifachmörder also um jemanden, der irgendetwas mit diesem Spruch verbindet oder verbindet die Opfer irgendetwas, das über diesen Spruch ausgedrückt werden soll.

So seltsam der Fall zunächst anmutet, so ungewöhnlich die Morde erscheinen, Judith Potts und ihre Freundinnen sind sich sicher, dass die Spur nicht erkaltet wird, bevor sie ihre Fährte aufgenommen haben. Ob es ihnen tatsächlich gelingt, diese ungewöhnlichen Morde aufzuklären? Nun, was wäre ein Mordclub ohne die Aufklärung der Morde?

“Mrs Potts Mordclub und der tote Nachbar” von Robert Thorogood: eine Mischung aus Spannung und Humor

Persönlich war ich sehr überrascht, als sich mit der Geschichte begann, eine 77-jährige Hobbydetektivin ist durchaus ungewöhnlich. Also suchte ich nach dem Anreiz, mit dem Judith sich auf Mördersuche begibt.

Die Geschichte selbst hat irgendwas von “Mord ist ihr Hobby“ oder auch “Miss Marple“ und ist doch kein billiger Abklatsch, sondern eine gelungene und ausgewogene Mischung aus Spannung und Unterhaltung.

Humor kommt hier keinesfalls zu kurz, denn Judith ist ein überaus unterhaltsame jedoch keinesfalls vorhersehbare Figur und auch ihre Freundinnen stehen ihr in diesem Punkt in nichts nach.

Auf diese Weise ist die Geschichte nicht unheimlich spannend, sondern auch humorvoll und unterhaltsam, ab und an konnte man über Judith und ihre Freundinnen nicht nur schmunzeln, sondern sogar herzlich lachen.

“Mrs Potts Mordclub und der tote Nachbar” von Robert Thorogood: starker Stil

Zu behaupten, einen Krimi oder Thriller wäre in einem Stil geschrieben, mag für viele mittlerweile ein wenig ungewöhnlich klingen. Da sich viele Krimis und Thriller stilistisch ähneln, käme man gar nicht  groß auf den Gedanken, dass die besagte Handlung in einem guten Stil geschrieben worden wäre.

Gleichzeitig jedoch gibt es immer wieder besondere Merkmale in jeder einzelnen Geschichte, die jeden Krimi und jeden Thriller individuell erscheinen lassen. Ja, es geht um eine Ermittlung. In jedem Krimi und in jedem Thriller wird auf dieser Basis also ein Ziel gefunden, der linear ist, Spannung erzeugt und doch auch die Persönlichkeit des Ermittlers oder des Täters unterstreicht.

Durch diese letzte Besonderheit entsteht hier ein besonders unterhaltsamer und lustiger Stil, denn Judith selbst erzählt von der Ermittlung. Wir hören die Geschichte also, als wäre es Judith, die uns davon erzählt.

Dass tatsächlich Robert Thorogood hier in die Rolle von Judith hinein schlüpft und es trotzdem schafft, sich in ihrer Perspektive hinein zu begeben und einzufühlen, macht diesen Krimi für mich zu einem sehr gemütlichen aber auch unterhaltsamen Krimi mit einem ganz besonders starken Stil.

“Mrs Potts Mordclub und der tote Nachbar” von Robert Thorogood: ein etwas anderer Weg zur Lösung

Die Art und Weise, wie die unterschiedlichen Frauen hier zusammenarbeiten um tatsächlich alle Mordfälle aufzuklären, ist ein wenig anders als man es von anderen Krimis gewohnt ist. Trotzdem oder vielleicht auch gerade deshalb erscheint dieser Krimi keinesfalls langweilig, sondern sogar innovativ.

Jede Frau, die in dem Mordclub aktiv wird, hat ihre ganz eigenen Aufgaben und auch ihre eigene Berechtigung. Einige Dinge, die hier unternommen werden, erscheint auf den ersten Blick nicht legal, den zweiten Blick jedoch durchaus plausibel.

Mich selbst erinnert dieser Art des Ermittelns an einer Art Rätsel Krimi, denn als Zuhörerin habe ich durchaus die Gelegenheit, die einzelnen Schritte der Aufklärung nachzuvollziehen und meinerseits Gedanken darüber zu machen, wer die Morde verantwortlich ist.

Die Aufklärung des Falls hätte ich dabei jedoch am allerwenigsten erwartet. Selten genug kommt es vor, dass ich in einem Krimi nicht recht schnell auf die Fährte des Täters komme, aber hier war nicht nur der Weg zur Aufklärung, sondern auch die Auflösung selbst vergleichsweise innovativ.

Nun könnte man sagen, dass “Mrs Potts Mordclub und der tote Nachbar” von Robert Thorogood ein wahrlich innovativer Krimi ist, aber er findet den Krimi keinesfalls neu, sondern spielt gekonnt und glaubwürdig mit allem, dass zu einem guten Krimi dazugehört.

“Mrs Potts Mordclub und der tote Nachbar” von Robert Thorogood: Vorfreude auf die Fortsetzung

“Mrs Potts Mordclub und der tote Nachbar” von Robert Thorogood ist der erste Teil einer Reihe, bei der ich mir persönlich nicht ganz sicher bin, wie viele Teile es wohl geben wird. Teil zwei auf jeden Fall schon einmal angekündigt, für das Frühjahr 2023.

Meiner Ansicht nach dürfen wir uns also auf eine starke Fortsetzung freuen, zumindest, wenn der Autor in seinem zweiten Teil genauso einen durchdachten, planvollen und doch keinesfalls vorhersehbare Krimi schreibt.

Kann man sagen, dass ich mich auf eine Fortsetzung freue? Ja, ich glaube, dass man das durchaus sagen kann, denn meiner Ansicht nach geben die Figuren noch einiges an Potenzial her, dass ein Fortsetzung rechtfertigen und überaus spannend machen würde.

Suzie selbst bietet Potenzial, ebenso Judith. Inwieweit auch Becks das Potenzial besitzt, weitere Fortsetzungen der Reihe glaubhaft zu erzählen, werden wir sehen, aber ich glaube, dass auch die Pfarrers Ehefrau in der Fortsetzung wieder mit dabei sein wird. Schließlich besitzt auch sie durchaus ihre Stärken und Schwächen und treibt so sicher auch einen weiteren Fall wieder glaubhaft voran.

Über den Autor Robert Thorogood

“Robert Thorogood ist ein englischer Drehbuchautor und Romancier. Er ist vor allem als Schöpfer der international gefeierten BBC-Krimiserie »Death in Paradise« bekannt und hat eine Reihe von Spin-off-Romanen mit dem Detektiv DI Richard Poole geschrieben.”(Kiepenheuer und Witsch)

Über die Sprecherin Christine Prayon

“Christine Prayon ist Bühnen- und Filmschauspielerin, preisgekrönte Kabarettistin und als BIRTE SCHNEIDER unverzichtbares Teammitglied der heute-show.”(Argon Verlag)

Fazit zu “Mrs Potts Mordclub und der tote Nachbar” von Robert Thorogood

Als ich “Mrs Potts Mordclub und der tote Nachbar” von Robert Thorogood entdeckte, stand für mich schnell fest, dass ich diesen Krimi unbedingt hören wollte. Nicht weil ich die Sprecherin schon kannte oder den Autor. Beide waren mir unbekannt. Auch das Cover war zwar interessant und ansprechend gestaltet, aber nicht die Ursache dafür, dass ich diesen Krimi unbedingt hören wollte.

Neugierig gemacht hatte mich die 77-jährige Protagonistin die auf ihre alten Tage offenbar nicht mein neues Hobby suchte, sondern dieses auch tatsächlich mit großem Erfolg vorantrieb. Die Art, wie sie in diesem Fall ermittelt, erschien mir, die zuvor auch schon den Donnerstagmordclub gehört hatte, absolut ähnlich und doch irgendwo anders.

Im direkten Vergleich kann ich nun feststellen, dass beide Reihen nicht nur ihre Berechtigung haben, sondern keinesfalls vollständig miteinander zu vergleichen sind. Zwei mit seinen beiden Fällen oder besser gesagt in beiden Reihen Senioren, aber das ist auch schon die einzige Gemeinsamkeit, sieht man einmal davon ab, dass beide Reihen in Großbritannien spielen.

Stellt sich uns die Frage, ob man “Mrs Potts Mordclub und der tote Nachbar” von Robert Thorogood tatsächlich empfehlen kann, so kann ich sie euch ohne große Probleme beantworten: bislang habe ich in diesem Jahr kaum einen besseren Krimi gehört als den um Mrs Potts Mordclub.

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